Mediengeschichte:
Chronik

Der Presseverein pflegt das historische Gedächtnis der katholischen Pressearbeit in der Schweiz. Jährlich verfasst er eine Chronik der Entwicklungen im Medienbereich. Einen lückenlosen Rückblick auf über 100 Jahre katholische Pressegeschichte bieten die Jahresberichte. In der Festschrift zum 100-Jahr-Jubiläum wird das Medienschaffen umfassend dargestellt.

2021–2022

Totengedenken

P. Bernd Hagenkord SJ war ein hervorragender Kommunikator und als solcher ein unermüdlicher Brückenbauer zwischen der Weltkirche und der Kirche im deutschen Sprachraum. Der in Hamm (Westfalen) Geborene wurde 2002 zum Priester geweiht, übernahm 2009 die Leitung der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan und war ab 2017 Leitender Redaktor von Vatican News und Koordinator der über 30 Sprachabteilungen des Vatikans. 2019 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Ordensoberer der Jesuitengemeinschaft in München. Zugleich engagierte er sich als geistlicher Begleiter des Synodalen Weges. Am 26. Juli 2021 starb er in München nach langer, schwerer Krankheit mit 53 Jahren.

Klaus Nientiedt war ein bedeutender katholischer Journalist bei deutschen Zeitschriften – leidenschaftlich, zugleich kritisch und ein eifriger Verfechter der Erneuerung der Kirche. In der Schweiz wurde er vor allem Lesern der «Herder-Korrespondenz» bekannt. Er starb am 4. August 2021 im Alter von 67 Jahren.

Franz Ulrich, Filmpublizist, unauffällig in seiner Erscheinung und ohne jede Allüren, war ein Leben lang dem Film zugetan. Er schrieb während 30 Jahren für den katholischen «Filmberater» und ab 1999 für die ökumenische Nachfolgezeitschrift «ZOOM». Er wurde zu einem der besten Kenner der Filmgeschichte und engagierte sich nach der Pensionierung für die ZOOM-Dokumentation. Am 21. Februar 2022 starb er mit 86 Jahren

Personen

Encarnación Berger-Lobato, gebürtige Spanierin, verliess Ende Februar 2022 die Schweizer Bischofskonferenz (SBK). Die studierte Theaterwissenschaftlerin und eidg. dipl. PR-Beraterin war seit August 2016 für die damals neu geschaffene Stelle «Marketing und Kommunikation» der SBK zuständig. Inskünftig will sie als Krankenpflegerin arbeiten.

Br. Bruno Fäh Cap., Medienfachmann auf vielen Gebieten, betreute im Februar 2022 in Leuk-Stadt (VS) zum letzten Mal einen Fernsehgottesdienst. «Ein schöner Schlusspunkt», sagte der Kapuzinerpater, seit 2013 verantwortlich für die Zusammenarbeit des Katholischen Medienzentrums in Zürich mit SRF. Dazu gehörten neben den Gottesdiensten die Sonntagspredigten und das «Wort zum Sonntag».

Giuseppe Gracia, der 53-jährige Mediensprecher des Bistums Chur, hat nach der Wahl von Joseph Bonnemain zum neuen Bischof von Chur seinen Platz geräumt. Er war Zeit seiner Tätigkeit – zuerst in Solothurn, dann in Chur – umstritten, teils wegen seinen Ansichten, teils wegen der Form seiner Debattenbeiträge.

Sibylle Hardegger ist die Nachfolgerin von Br. Bruno Fäh als katholische Radio- und Fernsehbeauftragte der SBK. Die gebürtige Baslerin hat im Oktober 2021 ihre neue Aufgabe übernommen, mit viel Erfahrung im persönlichen «Gepäck». Sie studierte Theologie, arbeitete als Pastoralassistentin, übernahm das Bischofsvikariat der Bistumsregion St. Urs, verpflichtete sich für ein paar Jahre, im Auftrag von Hilfswerken in Nordeuropa ein Freiwilligenprojekt für junge Menschen zu führen, kam zurück in die Schweiz als Seelsorgerin im Kanton Zug und als Präsidentin der Kinderhilfe Bethlehem und wurde nun neue Radio- und Fernsehbeauftragte.

Mgr. Peter Henrici SJ, Weibischof des Bistums Chur von 1993-2007 und Medienbischof der SBK, stand Urban Fink, dem ehemaligen Chefredaktor der SKZ und heutigem Geschäftsführer der Inländischen Mission (IM), Red’ und Antwort über seine Herkunft, sein Leben in Rom und Zürich/Chur, über theologische und gesellschaftliche Fragen, über die Kirche ganz allgemein. (Urban Fink, Peter Henrici: Rückblick, Ereignisse und Erlebnisse. Mit einem Geleitwort von Bischof Joseph Bonnemain. Bezug: Shop IM: www.im-mi.ch Tel. 041 710 15 01. Preis: Fr. 15.- plus Versand)

Oliver Maksan, ehemals Chefredaktor der katholisch-konservativen «Tagespost», wechselte Mitte 2021 ins Berliner Büro der NZZ, die ihre dortige Redaktion sehr stark ausbaute. Maksan wird ein guter Draht zu früheren Verantwortungsträgern im Bistum Chur (Huonder, Grichting) nachgesagt.

Odilo Noti, breit gebildeter Theologe aus dem Wallis, Kommunikationsfachmann (30 Jahre Caritas Schweiz) und Verleger (Edition Exodus), verlässt den Vorstand des Vereins Katholisches Medienzentrum, dem er seit 2007 angehörte, seit 2014 als Präsident.

Rosmarie Schärer, Redaktorin der «Schweiz. Kirchenzeitung», verlässt die Redaktion, weil sie einer Kürzung ihres Arbeitspensum um 20 Prozent auf eine 50-Prozent-Anstellung nicht zustimmen konnte. Das Angebot der Herausgeber erfolgte aufgrund notwendiger finanzieller Einschränkungen. Die studierte Historikerin und dreifache Mutter aus dem St. Galler Rheintal hat Erfahrungen als Redaktorin, Verlegerin und im Marketing, vor allem als ehem. Redaktionsleiterin der Vaduzer Medienhaus AG.

Georges Scherrer, versierter Journalist, verliess Ende 2021 die Redaktion kath.ch, nachdem er mehr als 30 Jahre über Gott und die Welt, Kirche und Gesellschaft berichtet und kommentiert hatte, zunächst für viele Jahre bei der Kipa in Freiburg, ab 2015 für die Online-Plattform kath.ch in Zürich.

Erich Schweizer, ein Pionier der Digitalisierung, ging ebenfalls Ende 2021 in Pension – nach über 20 Jahre Tätigkeit als Webmaster im Katholischen Medienzentrum in Zürich, zunächst für den ehemaligen Katholischen Mediendienst, ab 2015 für kath.ch. Zudem entwickelte und betreute er Webseiten für unzählige Organisationen.

Jacqueline Straub, Theologin und Journalistin, arbeitet seit Januar 2022 für kath.ch, sowohl als Redaktorin wie als Chefin vom Dienst. Sie studierte katholische Theologie, ist Mitglied im Redaktionsteam «Aufbruch» und hat Erfahrung bei «ERF-Medien». Seit Januar 2020 arbeitet sie im Video/Story-Team von «20 Minuten». Bekannt wurde sie aber vor allem als streitbare Verfechterin des Priestertums für Frauen und ihren Büchern. Home – Jacqueline Straub (jacqueline-straub.de)

Johanna Wedl, ehemalige NZZ-Journalistin, wurde im Juli 2021 Redaktorin und Produzentin für das Nachrichtenportal ref.ch, das vom kirchlichen Verein Reformierte Medien herausgegeben wird. In seinem Verlag erscheint auch das «Bref»-Magazin, mit eigener Redaktion. Als Journalistin hatte sie bei der Schweiz. Depeschenagentur (SDA) begonnen.

Kirche und Medien

„Apostolat des Ohres“. Dies ist das Motto des 56. Welttages der sozialen Kommunikationsmittel vom 29. Mai. Papst Franziskus bricht in seiner Botschaft eine Lanze für das Zuhören: „Auch in der Kirche ist es dringend notwendig, zuzuhören und aufeinander zu hören.“ In den Worten von Dietrich Bonhoeffer (1906-45): „Mit den Ohren Gottes sollen wir hören, damit wir mit dem Worte Gottes reden können.“ Der Papst schreibt: „Wer seinem Bruder nicht zuhören kann, der wird auch bald Gott nicht mehr zuhören können.“

Guter Journalismus. Zuhören, vertiefen, erzählen, das sind für Papst Franziskus die entscheidenden Kriterien für guten Journalismus. Und natürlich: «uscire» – aus den Redaktionen hinaus zu den Leuten gehen, wie der Papst im November 2021 anlässlich der Verleihung des Piusordens an Journalisten betonte. Diese Kriterien müssten ganz am Anfang der journalistischen Mission stehen. Dabei brauche es Geduld und vor allem Nähe zu den Befragten. Der gute Journalist dürfe sich nicht der Tyrannei der sozialen Netzwerke beugen und ständig nur im Netz verweilen.

Mandat abgegeben. Die Mitglieder der Kommission für Kommunikation und Öffentlichkeit (Medienkommission) der Bischofskonferenz haben zusammen mit ihrem Präsidenten Mariano Tschuor im Herbst 2021 ihr Mandat an die SBK zurückgegeben. Grund sei die veränderte Medienlandschaft. Es sei eine «Reflexionspause» notwendig. In den Bistümern und den kantonalen Landeskirchen seien Kommunikationsbereiche geschaffen worden, die Medienarbeit rasch und adäquat vor Ort und auf allen Kanälen leisteten. Auf der Ebene der SBK beschränke sich die Medienarbeit auf Verlautbarungen der Bischöfe und auf Stellungnahmen zu relevanten religiösen und gesellschaftlichen Themen. Diese Arbeit könne ohne ein Fachgremium geleistet werden.

100 Jahre. In der Ausgabe 1/2022 ihrer Publikumszeitschrift «ite» berichten die Kapuziner über 100 Jahre Medienpräsenz ihres Ordens in der Schweiz. Eine vielseitige Präsenz, immer wieder an zeitbedingten Anforderungen, technischen Möglichkeiten und neuen Informationsbedürfnissen orientiert. www.ite-dasmagazin.ch Abodienst: abo@kapuziner.org

Im Gegenwind. Die Rolle von kath.ch bei politischen Debatten hat zu Kritik und Diskussionen geführt, in Zuschriften und an der GV des Katholischen Pressevereins. Gerügt wurden unsägliche Aussagen vor allem von Chefredaktor Raphael Rauch zu einzelnen Personen und in der Debatte über die Konzernverantwortungsinitiative. Daher beschloss die Leitung des zuständigen Katholischen Medienzentrums in Zürich im Herbst 2021, eine User-Umfrage durchzuführen.

Printmedien

Jubiläum. Es sollte eine «grosse Wochenzeitung» werden. Das neue Printmedium hiess «Publik» und erschien am 27. September 1968 zum ersten Mal – mitten in den studentischen Stürmen (FAZ 28.1.22). Die Zeitung sollte sich «von der konventionellen katholischen Publizistik» absetzen. Aber schon nach drei Jahren war Schluss, auch weil viele Bischöfe der Zeitung die Liebe kündigten. Doch die Leute, die dahinter standen – u. a. Karl Rahner – gaben nicht auf und schufen «Publik-Forum», das vor 50 Jahren, am 28. Januar 1972, zum ersten Mal erschien. Die Zeitschrift erlebte viele Hoch und Tiefs. Im ständigen Auf und Ab standen aber immer wieder treue Weggefährten bereit, das Schiffchen zu retten. Heute meldet «Publik-Forum», das sich als ökumenische Plattform versteht, einen Bestand von 36’000 Abonnements. Publik-Forum.de – christlich, kritisch, unabhängig – Kommentare zu Politik, Ethik, Religionen

Radio und Fernsehen

90. Geburtstag. Im Februar 1931 ging Radio Vatikan erstmals auf Sendung. Pünktlich zum Jubiläum startete der Vatikan ein Internetradio. Damit ist der Sender auch in der Schweiz überall zu hören, stellt der einzige Deutschschweizer Redaktor bei Radio Vatikan, Mario Galgano, fest. Mit dem Internetradio wolle Radio Vatikan in die Fussstapfen der Radio-Pioniere der Dreissigerjahre treten. Damals hatte der Radio-Tüftler Guglielmo Marconi mitten in den Vatikanischen Gärten eine Rundfunk-Anstalt gegründet.

Gestrichen. In der bisherigen Sendung «Faut pas Croire» des Westschweizer Fernsehens RTS traten jeweils bekannte Persönlichkeiten aus dem Religionsleben auf. Die Sendung beleuchtete mit Hilfe von Gästen spirituelle, ethische und philosophische Entwicklungen in der Gesellschaft. Nun wird sie Mitte 2022 aus dem Programm genommen. Als Grund wird der Zwang zu finanziellen Einsparungen angegeben. «Cath-Info» in Lausanne und «Médias-pro» der Reformierten Kirchen in der Westschweiz anerkennen die Notwendigkeit des Sparens, fordern aber Gleichbehandlung. Denn hier werde doppelt so viel gespart wie in anderen Teilen von RTS. Auch schwäche nach den bereits 2016 erfolgten Kürzungen der Entscheid erneut das Angebot im Bereich Religion. Auch bedauern die beiden Organisationen, dass RTS den Entscheid ohne Absprache gefällt habe. Das untergrabe eine Partnerschaft, die vor mehr als 65 Jahren zwischen dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen und den Kirchen ins Leben gerufen worden sei.

Stecker gezogen. Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) blieb trotz heftiger Kritik bei seinem Entscheid, die Radiomagazine «Blickpunkt Religion» und «Zwischenhalt» Anfang Mai 2022 aus dem Programm zu kippen. Erhalten bleiben «Perspektiven» und «Glocken der Heimat». Grund des Sendeschlusses: Mit den beiden Sendungen und mit Perspektiven erreiche SRF dreimal dieselben Hörerinnen und Hörer. SRF wolle die «freiwerdenden Ressourcen» in die «Weiterentwicklung der Religionsangebote» investieren. Ziel sei es, ein neues Publikum zu erreichen, das sich für die vielfältigen Fragen rund um das interreligiöse und interkulturelle Zusammenleben interessiere.

Film und Kino

Ab 1924 geschlossen. Das Borromäum in Basel ist eine Institution, doch 2024 wird das von den Jesuiten geführte Haus mit Wohnmöglichkeiten für über 60 Studierenden aus aller Welt geschlossen. Damit geht auch eine über hundertjährige Geschichte des ersten Kinos in der Stadt Basel zu Ende: 100 Jahre Kino Borri – Borromäum (borromaeum.ch)

Preise und Auszeichnungen

Medienpreis 2021. Die Radiojournalistin Astrid Alexandre gewann mit «1,7 milliuns» auf RTR den Katholischen Medienpreis 2021 der SBK (dotiert mit Fr. 4’000.-). Die Podcastserie handelt von Menschen mit Behinderungen. Der Journalist Martin Schmidt («Walliser Bote») wurde mit einer speziellen Erwähnung (Fr. 1’000.-) für sein Interview «Kronig muss gehen. Ein letztes Gespräch mit einem Sterbenden» ausgezeichnet. Die Jury hatte 2021 die Möglichkeit, aus «einer ausserordentlich langen und mannigfaltigen» Bewerberliste ihre Wahl zu treffen.

«Good-news»-Preis. Der Medienpreis 2021 der Katholischen Kirche für die Westschweiz ging an Gaëlle May und ein Team von Jugendlichen aus den Pfarreien Bagnes, Vollèges und Verbier im Unterwallis. Er wird jeweils im Rahmen des Mediensonntags verliehen, für Projekte die sich in besonderer Weise um die Verbreitung der Frohen Botschaft durch gute Nachrichten in den Medien verdient machen. Die Wahl der Internetnutzer von cath.ch, die sich online äusserten, fiel zu 55,2 Prozent auf das Videoprojekt des erwähnten Teams.

«Medienpreis für junge Journalistinnen und Journalisten» des Schweiz. Vereins katholischer JournalistInnen (SVKJ): Der Medienpreis 2021 ging an Helena von Beust und Raphael Zwahlen aus Biel für ihren zweisprachigen TV-Beitrag «Die Kirchen stellen sich den zeitgenössischen Gesellschaftsfragen» resp. «Nos églises face au changement». Nils Pfändler und Linda Koponen (Text), Joël Hunn (Bilder), Journalisten der NZZ, wurden für ihren Printbeitrag «Wie Mark als Dragqueen Kira Lafleur zu sich selbst fand» ausgezeichnet.

Organisationen

Sorgen. Den Schweizerischen Katholischen Presseverein (SKPV) plagen Nachwuchssorgen. Viele Mitglieder haben ein hohes Alter. Die GV vom 3. Juli 2021 fand in Olten statt, wo die letzte verbliebene SKPV-Ortsgruppe existiert. Olten war einst eine Hochburg der katholischen Presse (Verlage, Zeitungen, Autoren). Die KPO unterstützt heute die Veröffentlichung von Büchern zur regionalen Geschichte und zum regionalen Erbe. Der schweizerische Verein konzentriert sich auf zwei Hauptaktivitäten: die Herausgabe der wöchentlichen Beilage «Christ und Welt», die in der «Luzerner Zeitung» erscheint und weiteren Zeitungen zur Verfügung gestellt wird. Ziel ist es, christliche und religiöse Themen öffentlich zu machen. Die andere wichtige Aktivität: Weiterbildung, mit Kursen für Informationsverantwortliche in Pfarreien und Organisationen. Nach der Pandemie sollen sie wieder neu aufgenommen werden.

2020–2021

Totengedenken

Josef Wüest-Kaltenbacher, viele Jahre Leiter der Fachbuchabteilung Balmer in Zug, starb am 31. Januar 2020. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er als Autor feuilletonistischer Beiträge zu historischen und touristischen Orten und Ereignissen bekannt, die vornehmlich in der Lokalpresse publiziert wurden.

August Berz, Priester und Autor, starb am Johannistag 2020 mit fast 102 Jahren. Er wuchs in Wettingen auf und war ein Leben lang unermüdlicher Seelsorger, zunächst in der Heimatdiözese Basel, dann als Regens des berühmten Freiburger Theologenkonvikts Salesianum. Doch zugleich war er der unermüdliche Übersetzer und Autor unzähliger kirchlich-religiösen Texte und Bücher. Und dies bis in die letzten Lebensjahre hinein.

Jean-Paul Rüttimann, brillanter TV-Journalist, starb am 27. Juni 2020 in Billens (FR). Er engagierte sich früh für Fragen der Dritten Welt und die Entwicklungshilfe. Als Journalist arbeitete er bei Radio Schweiz International und bei Radio und Fernsehen SRF. Als Korrespondent berichtete er für verschiedene Medien aus mehreren afrikanischen Ländern. Er war von 1996-2000 Präsident des von den Kirchen mitbegründeten Filmfestivals von Freiburg (FIFF), ursprünglich ein Dritt-Welt-Filmfestival.

Bernard Bavaud, Seelsorger und Journalist, starb am 30. Oktober 2020 mit 83 Jahren in Riaz (FR). 1962 wurde er zum Priester geweiht, begann als Seelsorger in Lausanne und wanderte Anfang der Siebzigerjahre nach Brasilien aus, wo er die Freiburger Entwicklungshelferin Marie-Françoise Rey kennenlernte. Sie gründeten eine Familie (vier Kinder) und engagierten sich in der Diözese Crateus (NE). 1979 kehrten sie zurück in die Heimat und übernahmen das Sekretariat von «Frères sans frontières». Ab 1990 sehen wir Bernard als Redaktor bei Apic und als SP-Mann in der Politik (Grossrat). Mit Vehemenz kämpft er für Migranten und Asylsuchende. 2000 wendet er sich wieder der Pastoral zu und wird Spitalseelsorger.

Kurt Zurfluh, Journalist und Historiker, starb am 1. Dezember 2020 in Altdorf. Von Beruf Lehrer, wird er schon früh Journalist und für ein Leben lang Redaktor und Chefredaktor des «Urner Wochenblatt». Als «leidenschaftlicher Chronist seiner Zeit» wird er bezeichnet – zu Recht. Denn unermüdlich geht er Ereignissen und Bewegungen nach, schreibt auf, dokumentiert, gibt weiter – nicht nur für die eigene Zeitung, sondern auch als Korrespondent für Medien ausserhalb Uris, als gefragter Radiomitarbeiter und als Autor historisch bedeutender Werke (Dätwyler, Urner Wirtschaftsgeschichte usw.). Bei all dem hat er immer auch die Unterstützung unserer Organisationen im Auge.

Persönlich

Jacques Berset, Journalist aus Leidenschaft, ging Ende 2020 in Pension. Er stammt aus Cormérod (FR), erwirbt am Collège St-Michel die Matura, belegt an der Uni Freiburg das Fach Sozialarbeit, steigt aber früh wieder aus und schliesst sich 1977 der Bewegung «ATD Vierte Welt» von P. Joseph Wresinski an. Er wird Allround-Handwerker in grossen Obdachlosen-Siedlungen bei Paris. Zurück in Freiburg, schreibt er sich am Institut für Journalismus ein, wird Praktikant bei Apic und übernimmt später die Chefredaktion Apic-Kipa. Nach deren Auflösung arbeitet er bei cath.ch in Lausanne weiter. Zeitlebens engagiert er sich zudem in Berufsorganisationen und bei «Kirche in Not».

Marie-Louise Beyeler wurde im August 2020 zur Präsidentin der Berner Landeskirche gewählt. Sie ist ausgebildete Buchhändlerin und arbeitete einige Jahre als freischaffende Journalistin. Später absolviert sie eine theologische Ausbildung und arbeitet als Pastoralassistentin.

Fabien Hünenberger ist seit Neujahr 2021 neuer Direktor von Cath-Info, dem katholischen Medienzentrum in Lausanne. Er tritt die Nachfolge von Bernard Litzler an, der nach elf Jahren an der Spitze des Unternehmens in Pension geht. Hünenberger ist seit 20 Jahren als Journalist beim öffentlich-rechtlichen Westschweizer Radio RTS im Bereich Religion tätig. Er stammt aus Morges und wurde evangelisch-reformiert getauft. Seine religiöse Sensibilität entwickelte sich im Kontakt mit der Gemeinschaft Sant’Egidio.

Stephan Lange (1970) wurde von Verleger Manuel Herder zum neuen Chefredaktor der Wochenzeitschrift «Christ in der Gegenwart», die unter den Informationsmedien der katholischen Kirche Deutschlands eine herausragende Stellung einnimmt, gewählt. Er gehört seit 2015 der Redaktion an und löst nun Johannes Röser ab, der die Zeitschrift während 25 Jahren leitete und in Zukunft die Aufgabe eines Herausgebers übernimmt.

Kirchen und Medien

Streit. Ein heftiger Konflikt zwischen Politik und katholischer Kirche, teils auch innerhalb der Kirche selber, entstand im Spätherbst 2020 vor, während und nach der Kampagne zur sogenannten Konzern-Initiative (Volksabstimmung 19. November). Gegner der Initiative warfen der Kirche ungehörige Parteinahme und Stimmungsmache vor, während die Betroffenen ihr Engagement mit ethischen Argumenten verteidigten. Das Ganze wurde durch harsche Formulierungen von kath.ch-Chefredaktor Raphael Rauch befeuert, der einen aggressiven Stil pflegt und in diesem Fall selbst Anspielungen ans Dritte Reich nicht unterlassen konnte. SBK und RKZ sahen sich veranlasst, in einer gemeinsamen Erklärung auf Distanz zu gehen.

Mit YouTube. Das Dekanat Zürich setzt mit einem eigenen YouTube-Kanal für 125’000 Franken aufs Internet. Unter URBAN.K(«Urbane Kirche»), geprägt von frischen Gesichtern, soll die Jugend besser erreicht werden. Beispielsweise mit dabei Jana Hitz (21), ausgebildet als medizinische Praxisassistentin, umgestiegen auf Jugendarbeit in der Pfarrei Herz Jesu Wiedikon. Thematisch wird bei URBAN.K alles angepeilt, «was junge Menschen bewegt», hält Simon Brechbühler als verantwortlicher Leiter fest.

Engagierte Medienarbeit. «ite», das Magazin der Kapuziner in der Schweiz, berichtet in der Ausgabe 5/2020 ausführlich über die Medientätigkeit einer Reihe von Mitbrüdern seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Namen mit Klang: Sigward Angehrn, Ansfrid Hinder, Beat Lustig, Walbert Bühlmann, Nestor Werlen, Walter Ludin, Willi Anderau, Bruno Fäh, Adrian Müller, Francis-Xavier George.

Mediensonntag. Papst Franziskus hat vor einer wachsenden «Selbstbezüglichkeit in den Medien» gewarnt. Wenn unter Spardruck Nachrichten nur noch vor dem Computer und in sozialen Netzwerken hergestellt würden, drohe eine Verflachung der Information, schreibt Franziskus in der Botschaft zum«Welttag der sozialen Kommunikationsmittel 2021». Dieser steht unter dem Motto: «’Komm und sieh’ (Joh 1,46). Kommunizieren, indem man den Menschen begegnet, wo und wie sie sind». Der Welttag wird am Sonntag vor Pfingsten begangen. In seiner Botschaft fordert der Papst mehr Kritikbewusstsein und Sorgfalt. Jede Form des Austauschs müsse «klar und ehrlich» sein; das gelte auch für die Kirche. Ausdrücklich lobt Franziskus die Arbeit von Reportern. Journalismus erfordere die Fähigkeit, «dorthin zu gehen, wo sonst niemand hingeht». Der Mut und der Einsatz Medienschaffender bei Verfolgung, Gewalt, Ungerechtigkeit und vergessenen Kriegen verdienten Dank.«Wir alle sind verantwortlich für die Kommunikation, die wir betreiben, für die Informationen, die wir weitergeben, für die Kontrolle, die wir gemeinsam über falsche Nachrichten ausüben können, indem wir sie entlarven», schreibt Franziskus in seinem Appell zum Mediensonntag.

Ausbildung

Aus und Amen. Die Evangelische Journalistenschule (EJS) in Berlin steht vor dem Aus. Bis auf Weiteres wird kein Ausbildungsjahrgang mehr ausgeschrieben. «Unsere Ausbildung ist eine Qualitätsausbildung, zu der wir stehen», erklärt Direktor Jörg Bollmann. Der Arbeitsmarkt aber verändere sich dramatisch. «Wir müssen uns fragen, ob die Art, wie wir seit über 20 Jahren ausbilden, noch zeitgemäss ist.»Die Schule wird von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) getragen und hat bisher rund 200 Volontäre ausgebildet.

Printmedien

20 Jahre. Im Sommer 2000 erschien zum ersten Mal das «Pfarreiblatt Uri Schwyz». Dem Informationsblatt der Kirche mit jährlich 22 Ausgaben sind 21 Pfarreien aus Uri und 19 aus Schwyz angeschlossen. Seit 19 Jahren ist Eugen Koller in einem Teilpensum für die Redaktion verantwortlich. Der ausgebildete Lehrer und Theologe, der neben der Redaktion in der Pastoral arbeitet, hat in all’ den Jahren nichts von seinem Elan und der Freude an der Gestaltung eines guten Pfarreiblattes verloren.

Radio / Fernsehen

Verlust. Im neuen, rigorosen Sparprogramm von Radio und Fernsehen SRF, dem eine Reihe kultureller Beiträge zum Opfer fallen, dürften auch kirchlich-religiöse Sendungen nicht ungeschoren davonkommen. So ist in der deutschen Schweiz die Aufgabe einer der beiden sonntäglichen Radiopredigten und der 22-minütigen Sendung «Blickpunkt Religion» geplant. Innert kurzer Zeit wurde eine Petition gegen den befürchteten «Kahlschlag» organisiert, die von namhaften Persönlichkeiten aus allen Landeskirchen und aus der Politik angeführt wird.

Verlage

St-Paul. Die vier Druckereien der St-Paul-Gruppe unter dem Dach der media-f.ch werden gemäss Beschluss des Unternehmens in Bulle konzentriert, was den Abbau von 30 Stellen zur Folge haben wird. Nicht betroffen sind die Zeitungen der Gruppe. Grund sind grosse finanzielle Engpässe wegen der Covid-Pandemie und der schwierigen Situation der grafischen Industrie insgesamt. Bereits vor drei Jahren hat die Gruppe im Zuge einer Neuorganisation knapp 30 Stellen gestrichen. Die Zeitungen der Gruppe, darunter «La Liberté» und «La Gruyère», werden seit 2014 im Druckzentrum Bern, das zu Tamedia gehört, gedruckt.

Verbände

Weitermachen. Der Schweiz. Katholische Presseverein (SKPV) kämpft um Nachwuchs. In der Nach-Kulturkampfzeit des 19. Jhs. als Dachverband katholischer Zeitungen gegründet, verzeichnete der Verein noch in den Sechzigerjahren an die 13’000 Mitglieder, heute noch 500, wie Präsident Markus Vögtlin an der GV von Mitte September in Rapperswil feststellte. Das «katholische Milieu» löst sich endgültig auf. Die Zukunft sieht nicht rosig aus. Doch der Verein hält sein Angebot aufrecht. Dazu gehören erfolgreiche Kurse wie «pfiffig schreiben» (für Pfarreimitarbeitende). So lange wie möglich will der SKPV auch die wöchentliche Zeitungs-Beilage «Christ und Welt» publizieren, die in Tageszeitungen erscheint.

Auszeichnungen

Gabrielle Desarzens, Radiojournalistin für RTS, gewann mit dem Radiobericht «Cul-de-sac bosnien» auf RTS den katholischen Medienpreis 2020 der Schweizer Bischofskonferenz.

Christine Lather (Sängerin, Schauspielerin) und Felix Huber (Komponist, Pianist) erreichten beim Katholischen Medienpreis 2020 eine spezielle Erwähnung der Jury für die Inszenierung «Ich habe den Himmel gegessen». Sie überzeugten mit Auswahl, Vertonung und Interpretation von Originaltexten Silja Walters.

Simone Ullmann, Journalistin in Schaffhausen und Mitarbeiterin bei der ARGE Weltjugendtag, erhielt für ihren Artikel»Religionen feiern ihre Weihnachten» den Medienpreis des Schweiz. Vereins katholischer JournalistInnen (SVKJ).

Christine Mo Costabella, Mitarbeiterin bei «L’Echo Magazine», erhielt einen Preis des SVKJ für ihren Artikel «Le grand retour des dévotions populaires». Die in der Westschweiz durchgeführte Untersuchung verweist auf eine starke Rückkehr der Volksfrömmigkeit.

Aufgegeben

NBN. Der Kahlschlag begann vor 50 Jahren, kündigte sich aber schon lange vorher an. Auf Ende Juni 1971 kündigte die «Verlags AG Neue Zürcher Nachrichten» die Vereinbarung mit den «Neuen Berner Nachrichten» und stellte auf diesen Zeitpunkt das Erscheinen der NBN ein. Punkt. Aus und Amen. Der Katholische Presseverein Bern hatte keine Möglichkeit, den Entschied zu verhindern, denn er war hoch verschuldet (sechsstellig!). In Verhandlungen mit allen Seiten zeigte sich auch keine Ersatzlösung, weder mit den NZN noch mit dem «Vaterland» (Luzern). Was herausschaute, war einzig das «Versprechen» der Luzerner, die Berichterstattung aus dem Raume Bern zu verstärken, sofern sich eine grössere Zahl NBN-Abonnenten entschliessen sollte, ab Juli 1971 das Vaterland zu abonnieren. Doch das war Illusion. Ein bisschen mehr Information konnte dem Angebot der Berner Tageszeitungen nicht standhalten. Und so war das Ende der NBN und des Katholischen Pressevereins Bern endgültig.

2019–2020

Totengedenken

Roland Stuber, Schönstatt-Pater und IT-Fachmann, starb am 11. März 2019 nach langer Krankheit mit 91 Jahren. Der gebürtige Solothurner war während Jahrzehnten Seelsorger in der Region Bern und zugleich für viele Pfarreien und katholische Institutionen wie Kipa-Apic und SKPV der Fachmann für alle IT-Probleme.

Béatrice Specker-Schumcher, Witwe des 1998 verstorbenen Verlegers Josef Specker, starb am 14. April 2019 mit 90 Jahren. Ihr Mann war viele Jahre Direktor der inzwischen aufgelösten Union Druck + Verlag AG in Solothurn.

Oskar R. Amrein-Muff, ehem. Verlagsdirektor der Cratander AG in Basel (Druckerei der Basler Katholiken, Verlag «Basler Volksblatt»), starb am 2. Juni 2019 mit 92 Jahren. Er hat sich zeitlebens für die Medienarbeit der Katholiken und ihre Organisationen engagiert, u. a. als Präsident der damaligen Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Presse (AKP), im Vorstand der Missionszeitschrift «WeltWeit».

Willy Bünter-Mäder, Journalist und Erwachsenenbildner, starb am 9. August 2019 nach langer Krankheit mit 76 Jahren. Er gehörte Ende Sechziger-/Anfang Siebzigerjahre zur Redaktion «Vaterland» und übernahm später die Redaktion der neu geschaffenen und von ihm wesentlich geprägten Zeitschrift «Auftrag», die sich der katholischen Pfarreiarbeit widmete. Während Jahren war er zudem Redaktor des Luzerner Pfarrblattes. Nebstdem engagierte er sich zunehmend in der kirchlichen Erwachsenenbildung.

Yvan Stern, Journalist und Filmer, starb am 10. August 2019 In Marseille mit 72 Jahren Aufgewachsen ist er in Payern, machte in Freiburg die Matura, wollte Priester werden, war dann aber lange Zeit auf der Suche nach seiner Bestimmung. Schliesslich wurde er Journalist und engagierte sich zunehmend im Filmwesen. So wurde er u. a. zum Begründer des Freiburger Internationalen Filmfestivals und des ersten Freiburger Lokalradios (Radio Sarine). In den Neunzigerjahren wurde er für die CSP in den Freiburger Gemeinderat gewählt. 1998 gab er alles auf und folgte einem schon in der Jugend verspürten Ruf. Er trat bei den Kleinen Brüdern ein, legte in Algier 2001 die zeitliche, 2007 die ewige Profess ab. Fortan lebte er in Marrakesch, mitten unter den Armen.

Walter Koller-Koller, von Beruf Setzer, starb am 19. Dezember 2019 mit 81 Jahren in Appenzell. Er war viele Jahre Redaktor bzw. Chefredaktor des damaligen «Appenzeller Volksfreundes».

Christoph Fink, Kinderarzt und CVP-Stadtpolitiker in Olten sowie engagierter Förderer der katholischen Medienarbeit, starb am 2. Januar 2020 nach schwerer Krankheit mit 67 Jahren. Er war viele Jahre Präsident des Katholischen Pressevereins Olten und seit 2005 Vorstandsmitglied, ab 2011 Vizepräsident des Schweiz. Katholischen Pressevereins (SKPV).

Christoph Casetti, ehem. Generalvikar für den Kanton Zürich, starb am 9. Februar 2020 nach kurzer Krankheit mit 77 Jahren. Er war seit 1982 für das Bistum Chur tätig, zuletzt als Bischofsvikar für die Glaubensverkündigung und Katechese, als Mitglied im Bischofsrat und Domprobst des Churer Domkapitels. Während 22 Jahren war er Sprecher des Bischofs und nahm immer wieder an Versammlungen des SKPV und der Kipa-Apic teil. Berühmt wurde er schweizweit durch seine Tätigkeit als Exorzist.

Persönlich

Georges Achermann, Schenkon (LU), ehem. Redaktor «Luzerner Landbote» und Geschäftsführer der «Surseer Woche», hat die Redaktion des Pfarreiblattes Sursee nach 29 Jahren an Tanja Metz übergeben.

Matteo Bruni, als Sohn italienischer Eltern in Winchester (GB) geboren, von Beruf Sprachwissenschaftler und Übersetzer, ist von Papst Franziskus zum neuen Vatikansprecher ernannt worden. Er ist seit 2009 in der vatikanischen Medienabteilung tätig und folgt als Direktor des Presseamts auf Alessandro Gisotti, der auf die neu geschaffene Stelle eines Stv. Chefredaktors der Kommunikationsabteilung wechselt.

Bernard Hallet, Fotograf und Journalist, übernahm am 1. Oktober 2019 die Leitung der Redaktion cath.ch, für die er bereits seit 2015 arbeitet. Der aus Paris stammende Hallet, seit 2017 im Wallis, hat Berufserfahrung in verschiedenen Medienhäusern gesammelt, sowohl in Frankreich wie in der Schweiz (Ringier, Tamedia). Er folgt auf Pierre Pistoletti, der sich beruflich neu orientiert, jedoch weiterhin in einem Teilzeitpensum für cath.ch tätig bleibt (s. «Auszeichnungen»).

Stefan von Kempis, in Bonn geboren, übernimmt als erster Laie in der Geschichte von «Radio Vatikan» (gegr. 1931) die Leitung der deutschsprachigen Abteilung von «Vatican News», als Nachfolger von P. Bernd Hagenkord SJ, der als Leiter der Jesuitengemeinschaft nach München wechselt. Von Kempis arbeitet bereits seit 2001 für Radio Vatikan.

Raphael Rauch, Journalist und Theologe, leitet ab 1. April 2020 die Redaktion des Newsportals von kath.ch. Der gebürtige Deutsche, der sowohl bei ARD und ZDF wie auch bei SRF tätig war, tritt die Nachfolge von Sylvia Stam an. Gemäss Beschluss des Vorstands soll das Portal «neu profiliert» werden und den «journalistischen Zugang zu Religion, Politik und Gesellschaft mit einer stärkeren Relevanz von kath.ch» verbinden. «Das soll durch kompetente und kritische Einordnung geschehen – durch Kommentare und Hintergründe aus katholischer Sicht», heisst es in einer Mitteilung.

Sylvia Stam, Redaktionsleiterin von kath.ch seit April 2018, will wieder stärker als Printjournalistin tätig sein und verlegt daher ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt nach Luzern. Sie übernimmt als Nachfolgerin von Andreas Wissmiller, der in die Seelsorge zurückkehrt, die Redaktion des kantonalen Pfarreiblattes Luzern.

Ausbildung

Fachjournalist. Das Katholische Institut zur Förderung des publizistischen Nachwuchses (ifp) in München bietet seit Herbst 2019 eine Fortbildung zum Fachjournalisten «Religion» an, in Zusammenarbeit mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Katholischen Akademie in Berlin.

Stiftung. Papst em. Benedikt XVI. hat die «Tagespost-Stiftung für katholische Publizistik» ins Leben gerufen. Laut der deutschen Wochenzeitung «Die Tagespost» soll damit vermehrt «katholisch-konservative Medienarbeit» gefördert werden, vor allem durch kurzfristige Projektfinanzierungen und strategische Investitionen, so mit gezielter Ausbildung katholischer Nachwuchsjournalisten und mit bioethisch relevanten Rechercheprojekten. Im Hintergrund steht die Friedrich-Wilhelm-Naumann-Stiftung, der auch die «Tagespost» gehört. Über die Geldgeber ist nichts bekannt.

Kirchen und Medien

Gemeinschaft. Der Mediensonntag der katholischen Kirche stand 2019 unter dem Motto: „Wir sind als Glieder miteinander verbunden. Von Community zu Gemeinschaft“. Papst Franziskus schrieb: «Die Medienwelt ist heute so allgegenwärtig, dass sie sich nicht mehr von der Alltagswelt trennen lässt. [ … ] Bezogen auf ihre anthropologische Dimension, erinnert das Internet, die Metapher des Netzes, an ein bedeutungsvolles Gebilde, nämlich das der Gemeinschaft. Die Stärke einer Gemeinschaft hängt davon ab, wie kohäsiv und solidarisch sie ist, wie auch davon, wie sehr in ihr ein Gefühl des Vertrauens herrscht und wie sehr sie gemeinsame Ziele verfolgt. Die Gemeinschaft als Netz der Solidarität erfordert gegenseitiges Zuhören und einen Dialog, der auf einem verantwortungsvollen Umgang mit der Sprache basiert.»

Unabhängigkeit. Papst Franziskus hat zum Internationalen Tag der Pressefreiheit 2019 den Beitrag unabhängiger Medien betont. «Wir brauchen einen freien Journalismus, der im Dienst des Wahren, Guten und Gerechten steht; einen Journalismus, der hilft, die Kultur der Begegnung aufzubauen», twitterte das Kirchenoberhaupt am 3. Mai 2019.

Verlag und Bücher

Benziger. Das Historische Lexikon der Schweiz (HLS) beleuchtet in einem Pilotprojekt und in konzentrierter Form mit 21 neuen oder überarbeiteten Biografien, Familien- und Sachartikeln den vor Jahren aufgegebenen Benziger-Verlag in Einsiedeln und stellt damit ein bedeutendes Stück Schweizer Verlagsgeschichte dar: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/058085/2019-12-10/

Orientierung. Das Urteil katholischer Medienhäuser und Institutionen nach der Frankfurter Buchmesse 2019 war einhellig: Rein innerkirchliche Themen interessieren zunehmend nur noch Personen, die der Kirche wirklich nahestehen. Hingegen scheint es – gerade bei einem intellektuellen Publikum – so etwas wie eine Sehnsucht nach neuer Klarheit und Orientierung im Religiösen zu geben. Lebens- und Glaubenshilfen von bekannten Persönlichkeiten, die aus eigener Erfahrung und Überzeugung glaubhaft einen sinnvollen Lebensweg aufzeigen, können gute Verkaufszahlen erreichen. Für den Verlag Herder bleibt zudem die Bibel, auch die Kinderbibel, ein Bestseller.

Printmedien

Unterstützung. Die ehemaligen Mitarbeiter der katholischen Zeitung «Giornale del Popolo», die sich im Besitze des Bistums Lugano befand, haben eine späte finanzielle Unterstützung erhalten. Der 2018 gegründete Solidaritätsverein «Solidarietà giornalisti e operatori dei media» konnte die nötigen Mittel auftreiben. Das war bitter nötig, weil bei dem 2018 erfolgten Konkurs der Zeitung kein Sozialplan vorhanden war und die Mitarbeiter nicht voll entschädigt werden konnten.

Eingestellt. Die deutschen Bistümer Fulda («Bonifatiusbote»), Limburg («Der Sonntag») und Mainz («Glaube und Leben») haben im Frühjahr 2019 beschlossen, ihre Bistumszeitungen nur noch bis Ende 2023 herauszugeben. Zudem wird das Bistum Passau sein Bistumsblatt mit dem «Altöttinger Liebfrauenboten» zusammenlegen. Das Bistum Essen hat seine Kirchenzeitung («Ruhrworte») bereits 2013 eingestellt. Begründung da wie dort: Ein kontinuierlicher Rückgang der Auflage, was zu einem immer höheren Bedarf an zusätzlichen Mitteln aus der Bistumskasse führt.

Wiedererstanden. Die Dornbusch Medien AG in Baden (Herausgeberin des «Sonntag») geben seit Frühjahr 2019 im Auftrag der Pallottiner die 2017 eingestellte Zeitschrift «ferment» neu als «Impulsmagazin» heraus. Redaktionsleiter Anton Ladner glaubt daran, dass für eine sorgfältig gestaltete Zeitschrift mit spirituellem Inhalt weiterhin Nachfrage besteht. www.ferment.ch

Fernsehen

20 Jahre. Der kirchennahe Sender K-TV feierte im Herbst 2019 in Rom sein 20-jähriges Jubiläum. Im Mittelpunkt: Audienz bei Papst Franziskus. Dieser rief seinen Besuchern zu: «Macht lebendige Programme mit ansprechenden Glaubenszeugnissen!» K-TV wurde vom Schweizer Pfarrer Hans Buschor (1933-2017) gegründet und ging am 11. September 1999 erstmals in Dornbirn (Vorarlberg) auf Sendung. 2011 wurde die Kephas-Stiftung als Trägerin des Senders gegründet. www.k-tv.org

Vereine und Institutionen

Mehr Magazin. Das katholische Medienzentrum der Westschweizer cath-info will zusätzlich zu den Nachrichten vermehrt Magazinbeiträge mit Analysen und Hintergrundberichten anbieten, wie die Verantwortlichen an der GV im Mai 2019 ausführten. Das Medienzentrum hat im Berichtsjahr seine Publikationscharta überarbeitet, wobei es vor allem um das Redaktionsstatut und die Beziehung der Redaktion zur katholischen Kirche ging. Finanziell war Cath-Info ausgeglichen unterwegs. Die Ausgaben erhöhten sich auf 1,6 Mio. Franken. Diese sind zu 23 Prozent durch Eigenproduktionen gedeckt, zu 62 Prozent durch Beiträge der Römisch-katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) und zu 15 Prozent durch Schenkungen und Kollekten.

Enttäuschung. Die GV des Schweizerischen Katholischen Pressevereins (SKPV) fand am 15. Juni 2019 im Kloster Fahr statt und stand unter der Leitung von Präsident Markus Vögtlin. Die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dankten dem Vorstand, im besonderen auch Geschäftsführer Johannes-Melchior Etlin, für alle Arbeit und nahmen mit grossem Befremden von der Mitteilung Kenntnis, dass die Bischofskonferenz das Mandat an den SKPV zur Durchführung des jährlichen Mediensonntags in der Schweiz gekündigt hat. Ein für den Verein bittere Pille!

Glaubwürdigkeit I. Das Katholische Medienzentrum kath.ch in Zürich behandelte an der GV vom 27. Mai 2019 in Zürich unter dem Vorsitz von Odilo Noti und in Anwesenheit von Bischof Felix Gmür angesichts der «Systemkrise in der katholischen Kirche» vor allem Fragen der Glaubwürdigkeit. Wie ist mit dieser Krise journalistisch umzugehen? Welche Massnahmen drängen sich auf? Der Basler Bischof erklärte, begründete und zeigte Perspektiven der Bewältigung auf. – Im Jahresbericht ging Direktor Charles Martig u. a. auf die Internetnutzung von kath.ch ein: 45% der Nutzer suchen und finden die Website über Google, 25% über Facebook oder Twitter und 30% gehen direkt auf kath.ch

Glaubwürdigkeit II. Mit dem Thema hatten sich auch die katholischen Journalistinnen und Journalisten an der GV vom 19. März 2019 in Freiburg zu befassen. Denn der Verein hatte 2013 einen in der NZZ erschienenen Beitrag des deutschen Journalisten Claus Relotius («Die bessere Welt») ausgezeichnet. Inzwischen wurde Relotius als gerissener Betrüger entlarvt. Der Vereinsvorstand wird daher klären, ob auch dieser NZZ-Beitrag frei erfunden war. Er wird der nächsten GV Antrag stellen. (Zum Thema: Juan Moreno, Tausend Lügen. Das System Relotius und der deutsche Journalismus. rowohlt Berlin, 2019.) – Im zweiten Teil der GV referierte Patrick Renz, der abtretende Direktor der SBK-Dienststelle «migratio», über Aufgaben und Schwierigkeiten der Ausländerseelsorge in der Schweiz.

Auszeichnungen

Im Fahr. Autorin Susann Bosshard-Kälin (Einsiedeln) und Fotograf Christoph Hammer (Baden) gewannen mit ihrem Buch «Im Fahr» den Medienpreis 2019 der Schweizer Bischofskonferenz. Er ist mit 4‘000 Franken dotiert. Im Buch erzählen die Benediktinerinnen im Kloster Fahr ihre Lebensgeschichten. Die Jury hat die grosse Lebensfreude beeindruckt, die in den Erzählungen zu spüren ist. (Das Buch ist zum Preis von Fr. 39.- im Buchhandel erhältlich. www.hierundjetzt.ch )

Umfassend. Der bisherige Chefredaktor des Westschweizer Online-Newsportals cath.ch, Pierre Pistoletti, hat den Swiss-Press-Award 2019 gewonnen. Mit der Auszeichnung würdigt die Fondation Reinhardt von Graffenried Pistolettis Multimedia-Dossier über sexuellen Missbrauch in der Kirche: «Lorsque le berger est un loup». Wie der Jurypräsident für den Online-Bereich, Nick Lüthi, bei der Preisverleihung ausführte, stellt das Dossier die bisher umfassendste Dokumentation in den Schweizer Medien zum Thema Missbrauch dar. Das Preisgeld beträgt 20’000 Franken. – Postoletti ist Theologe und Multimedia-Journalist. Ab 2014 arbeitete er bei Apic, dann bei cath.ch und wechselt nun in eine andere berufliche Tätigkeit.

Jugend-Preise. Der schweizerische Verein katholischer Journalisten und Journalistinnen (SVKJJ) verlieh erneut zwei Preise an junge Medienschaffende: Benjamin von Wyl, wohnhaft in Basel, erhielt Fr. 1’000.- für seinen in der WOZ veröffentlichten Beitrag: «Auf drei Rädern in die Zukunft» – einen Bericht über eine aus der Schweiz ausgewiesene Familie, die zurück nach Serbien musste. Und Laura Lose aus Rolle erhielt den Preis für den Hintergrundbericht: «Jeden Sonntag ziehen sie die schwarze Robe an» in der Waadtländer Zeitung «La Côte». Darin geht es um die Aufgabe von zwei Pfarrerinnen und Pfarrer.

2018–2019

Totengedenken

Hermann Keller-Rüttimann, ehem. Bankverwalter der Zuger Kantonalbank in Baar, starb am 16. Mai 2018 mit 95 Jahren. Er nahm im Schweiz. Katholischen Presseverein (SKPV) von 1967 bis 1990 eine wichtige Aufgabe wahr: die des Quästors. Der liebenswürdige «Mann des Geldes» achtete mit grosser Umsicht auf einen seriösen Umgang mit Spenden und Mitgliederbeiträgen und trug damit wesentlich zur gedeihlichen Entwicklung des Vereins bei.

Sybille Sabushi Aeby geb. Boschung, ehemalige Mitarbeiterin, starb am 9. Juli 2018 mit noch jungen Jahren. Sybille, genannt «Anny», war von 1993 bis Ende 2001 Mitarbeiterin im SKPV-Sekretariat. Sie bleibt der alten Crew und den Redaktionen von Kipa und Apic stets in liebenswürdiger Erinnerung.

Elisabeth Kalt-Zehnder, Tochter des einstigen Zuger CVP-Ständerates Alois Zehnder-Jakober. starb am 16. Oktober 2018 mit 89 Jahren. Ihr Schwiegervater Eberhard Kalt war der Begründer der Druckereitradition (heute: Kalt-Zehnder Druck Zug) und viele Jahre Vorstandsmitglied. Auch ihr Mann, Dr. iur. Erich Kalt-Zehnder, war in guter Zuger Tradition immer eng mit dem Verein verbunden.

Persönliches

Walter Buchs, ehemaliger Chefredaktor der «Freiburger Nachrichten» sowie Geschäftsführer des Schweiz. Katholischen Pressevereins (SKPV) und der Kipa-Apic, wurde für 2019/2020 zum Präsidenten der kirchlichen Versammlung (Legislative) der Katholischen Kirchlichen Körperschaft (KKK) des Kantons Freiburg gewählt. Er übernimmt zusätzlich den Vorsitz bei der Kasse für die Besoldung der Pfarreiseelsorger.

Petra Heumesser ist seit dem 1. September 2018 mit einem Pensum von 50 Prozent Kommunikationsverantwortliche für die katholische Kirche im deutschsprachigen Teil des Kantons Freiburg. Sie ist schweizerisch-deutsche Doppelbürgerin und studierte Medien- und Kommunikationswissenschaften, Journalistik und Soziologie an der Universität Freiburg. Sie ersetzt Christina Mönkehues-Lau, die einen Mutterschaftsurlaub antrat und nachher in der Pastoral tätig ist.

Silvan Maximilian Hohl, Filmemacher aus Flims, ist seit dem 1. Oktober 2018 Video-Coach beim Katholischen Medienzentrum in Zürich. Er wurde mit seinem Film «Habemus Feminas!» über eine Pilgerreise der «Kirche mit den Frauen» bekannt. Unter seiner Leitung sollen ausgewählte Gruppen Video-Blogs aus ihrem katholischen Alltag drehen. Zudem wird er im Projekt «underkath» Video-Workshops für Jugendliche leiten, die sich für das Video-Blogging auf YouTube interessieren. www.underkath.ch

Luca Montagner heisst seit dem 1. November 2018 der neue Medienverantwortliche des Bistums Lugano. Montagner schloss an der katholischen Universität Mailand mit dem Master in moderner Sprachwissenschaft ab. Er löste Chiara Gerosa ab, die diese Aufgabe während vier Jahren versah und nun als Koordinatorin für die italienischsprachige Schweiz zu «Missio» wechselte.

Pierre Pistoletti leitet seit dem 1. August 2018 die Redaktion von cath.ch in Lausanne. Der 34-jährige Walliser hat sich zum Ziel gesetzt, das Angebot des Newsportals in Richtung Magazin-Journalismus zu erweitern und die Website neu zu gestalten. Pistoletti absolvierte eine Lehre als Mediamatiker, studierte Theologie und liess sich an der Journalistenschule in Lausanne ausbilden. 2014 kam er zur Presseagentur Apic, wo er den Übergang von der Agentur zum Online-Portal mitgestaltete. Bei cath.ch folgte er auf Maurice Page, der die Redaktion von 2012-2018 leitete. Page wird weiterhin als Newsredaktor tätig sein.

Sylvia Stam, bisher Redaktorin, wurde auf den 1. April 2018 zur neuen Redaktionsleiterin des Onlineportals kath.ch in Zürich gewählt. Ihr Ziel ist es, das «publizistische Profil von kath.ch zu schärfen und die Redaktion in Richtung ‘Bewegtbild’ zu führen». Stam studierte Germanistik, Philosophie und Religionswissenschaft, wurde Mittelschullehrerin und kam schliesslich via Kipa zum Journalismus (für «Auftrag», «Wendekreis», «Aufbruch»). Ihr Vorgänger Martin Spilker trat aus persönlichen Gründen zurück, bleibt der Redaktion aber weiterhin als Mitarbeiter erhalten. Er war 2015, nach der Aufgabe der Kipa, massgeblich an Entwicklung und Aufbau des Onlineportals beteiligt.

Kirche und Medien

Vatikanische Wechsel. Im Juli 2018 wurde Paolo Ruffini, bisher Chef des Fernsehsenders der italienischen Bischofskonferenz, von Papst Franziskus zum neuen Leiter des „Dikasteriums für Kommunikation“ berufen. Er folgte auf den Priester Dario Viganò, der nach Manipulationsvorwürfen zurückgetreten war. Ferner ernannte der Papst Ende Jahr den Journalisten und Vatikanexperten Andrea Tornielli zum Leiter der neu geschaffenen «Editorialen Direktion» im Mediensekretariat und den Schriftsteller und Essayisten Andrea Monda zum neuen Chefredakteur für den «Osservatore Romano». Damit ist das neu geschaffene Mediensekretariat an wichtigen Stellen mit Nicht-Priestern besetzt. Schliesslich hatte der Papst Ende Jahr eine Krise im Presseamt zu meistern. George Burke trat als Direktor und Paloma Garcia Ovejero als Vizechefin des Presseamtes zurück, beide seit August 2016 im Amt. Sie zogen mit ihrem Rücktritt die Konsequenz aus unerquicklichen organisatorischen und personellen Verhältnissen. Übergangschef wurde Andrea Tornielli (s.o.).

Kirche im Dialog. Die Kommission für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) führte am 29. September 2018 in Bern erstmals eine neue Dialog-Plattform durch. Die Tagung «Anavon» (rätoromanisch: vorwärts), mit Schwerpunkt Jugend, versammelte über 100 Jugendliche, Verantwortliche aus Kirche und Jugendarbeit sowie Medien- und Kommunikationsleute aus allen Sprachregionen und hatte zum Ziel, «neuartige, inspirierende Kommunikationsprojekte» Jugendlicher zu präsentieren. Kurzreferate und eine Podiumsdiskussion zum Thema «Kommunikation der Hoffnung» lieferten Aspekte der Glaubensvermittlung.

Printmedien

Letzte Ausgabe. Die als einzige noch verbliebene katholische Tageszeitung der Schweiz machte am 18. Mai 2018 dicht: das «Giornale del Popolo», herausgegeben vom Bischof von Lugano. Bischof Valerio Lazzeri nannte als wesentlichen Grund den Konkurs des Werbevermarkters Publicitas. Das Giornale existierte 92 Jahre. Quasi als Ersatz kreierte der «Corriere del Ticino» die Beilage «Catholica» und legt diese seit Mitte Januar 2019 jeweils der Samstagausgabe bei. Bischof Valerio bezeichnete dies als «eine grossartige Chance». «Catholica» ergänze die bereits bestehenden kirchlichen Angebote wie «catt.ch» in Lugano und die kirchlichen Gefässe an Radio («Chiesa in diretta») und Fernsehen («Strada Regina»).

Ende und Neubeginn. Im März 2018 hat die Entwicklungsorganisation «Comundo» unter dem Titel «Comundo – Horizonte Plus» die erste Ausgabe der neuen Zeitschrift auf den Markt gebracht: 24 Seiten stark, zweimal jährlich, kostenlos. Wichtigstes Ziel: die Sensibilisierungsarbeit. Comundo will über 30’000 Haushalte erreichen. Die neue Zeitschrift ist Nachfolgerin der Zeitschrift «Wendekreis», die auf Ende 2017 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt worden war.

Milliardär kauft Wochenzeitung. Der französische Milliardär Vincent Bolloré hat die Wochenzeitung «France Catholique» gekauft. Der neue Besitzer strebt eine Verjüngung der Leserschaft an. Im September 2018 zählte die Auflage weniger als 10’000 Abonnenten und wäre wohl ohne Verkauf dem Untergang geweiht gewesen. Bolloré ist an verschiedenen Medienkonzernen und Transportunternehmen in Afrika beteiligt. Die redaktionelle Leitung wird der Journalist Aymeric Pourbaix übernehmen, bisher Chef der der Zeitschrift «Famille Chrétienne» und der Agentur «i.media» in Rom, die auf Nachrichten aus dem Vatikan spezialisiert ist.

Radio und Fernsehen

Neue Trägerschaft. Die Fachredaktion Religion von Radio SRF 2 Kultur produziert jeweils am Sonntagmorgen den «Blickpunkt Religion», mit aktuellen Themen aus Religion, Ethik, Theologie und Kirchen. Anders als in der Westschweiz, wo kirchliche Mitarbeiter der Medienzentren Cath-Info und Médias-pro bei Radio RTS arbeiten und produzieren, sind in der deutschen Schweiz SRF-Redaktorinnen und -Redaktoren für die Sendung verantwortlich. Die Zusammenarbeit zwischen SRF und den Medienzentren der drei Landeskirchen in der Deutschschweiz ist in einer Vereinbarung geregelt. Diese betrifft die Kooperation bei Gottesdiensten, Radiopredigten und dem «Wort zum Sonntag». Sie wurde 2017 für weitere fünf Jahre erneuert.

20 Jahre jung. Die Westschweizer Religionssendung «Hautes Fréquences» feierte am 10. Januar 2019 das 20-jährige Bestehen. Die Magazin-Sendung hat die Radioberichterstattung im Bereich Religion stark verändert. Katholiken und Protestanten spannten vor 20 Jahren auf Einladung der damaligen RTS-Direktion zusammen, um ein neues Sendegefäss für Fragen der Religion zu schaffen, nachdem die auf Mittelwelle ausgestrahlte Sendung «Bleu Ciel» eingestellt worden war.

Soziale Netzwerke

Konsolidiert. «2017 war ein Jahr der Konsolidierung für Cath-Info», stellte Bernard Litzler, Direktor des «Centre catholique des médias de Suisse romande», anlässlich der 4. GV in Lausanne fest. Chefredaktor Maurice Page wies auf die gemeinsame Arbeit im Videobereich von «RTS religion» und cath.ch zum 600. Geburtstag von Niklaus von Flüe hin. Diese Zusammenarbeit werde weiterentwickelt. Die Besuche auf der Website sind von 800 pro Tag im Jahr 2015 auf über 2200 im Jahr 2017 angewachsen.

Rückenwind. Die katholischen Medienzentren der Schweiz haben Rückendeckung durch ihre Geldgeber erhalten. Daniel Kosch verteidigte als Generalsekretär der Römisch-katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) ihre kritische Berichterstattung. An der GV des Katholischen Medienzentrums kath.ch in Zürich meinte er: «Man muss damit leben, dass nicht alle alles toll finden, was man macht.» Es sei Aufgabe der Medien – auch der säkularen – so Position zu beziehen, dass sich einige Leserinnen und Leser aufregten. Auch der Generalsekretär der Katholischen Landeskirche Thurgau, Urs Brosi, verteidigte die kritische Berichterstattung. Brosi ist Präsident der Fachgruppe zwei von RKZ und Schweizer Bischofskonferenz, zuständig für die Finanzierung und Beauftragung der katholischen Medienzentren.

Die Welt des Buches

Bildung durch das Buch. Während da und dort die Meinung aufkommt, Bibliotheken hätten sich überlebt, hat die Schweizer Provinz der Jesuiten am Hirschengraben 74 in Zürich (beim Central) auf 380 m² eine neue Bibliothek eingerichtet. Provinzial Christian Rutishauser sagte gemäss NZZ bei der Eröffnung: «Eine Bibliothek leistet nicht nur Wissensvermittlung. Infos und Tagesaktualitäten sind zwar digital zugänglich. Bildung jedoch – eine Vorbedingung der Demokratie – verlangt intensive, tiefgreifende Auseinandersetzung. Und da ist das Buch unabdingbar.» www.jesuitenbibliothek.ch

Neue Heimat. Der einst renommierte Freiburger Paulusverlag, der vor einiger Zeit von Herder (Freiburg i.Br.) übernommen wurde, hat nach Einsiedeln gezügelt. Als eines der ersten Bücher erschien im Oktober 2018 «Quellen der Gottesfreundschaft» von Abt Urban Federer OSB, Einsiedeln. www.herder.de/unternehmen/verlage/paulusverlag/

Vereine und Institutionen

Freude und Trauer. An der Generalversammlung des Schweiz. Katholischen Pressevereins vom 11. Juni 2018 in Baden war beides mit Händen zu spüren: Freude über das gelungene Jubiläumsjahr 2017 mit der grossen Rundfahrt aus dem Zugersee als Höhepunkt – Trauer über den Verlust der letzten katholischen Tageszeitung in der Schweiz, des «Giornale del Popolo». Dem Regisseur des Jubiläumsjahres, Geschäftsführer Melchior Etlin, zollte die Versammlung einen herzlichen, wohlverdienten Dank für alle Arbeit und das ausgezeichnete Gelingen. Der Verlust im Tessin kam für den Verein völlig überraschend, doch hätten wohl alle Bemühungen des SKPV nichts genutzt. So geht der Blick der GV in die Zukunft: Trotz rapid abnehmender Mitgliederzahl (2008 noch 1’200 Mitglieder, im Berichtsjahr bloss noch 600), gibt der Verein seine Ziele nicht auf. Die Geschäftsstelle soll mit neuen Verwaltungsmandaten auf eine wirtschaftlich tragfähigere Basis gestellt werden. Wichtig aber ist nach wie vor die Medienarbeit, vor allem jungen Leuten Fachwissen zu vermitteln, u.a. mit einem Seminar für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pfarrblättern. «Christ und Welt» wird weiterhin finanziert, in der Hoffnung, dass sich weitere Zeitungen dafür gewinnen lassen.

Gekonntes Schreiben. Im Mittelpunkt der Generalversammlung der Vereinigung katholischer Journalistinnen und Journalisten vom 3. März 2018 in Bern stand die Auszeichnungen für junge Medienschaffende. Den Medienpreis gewann Aurélie Toninanto für ihren Beitrag «Body Worlds: plongé dans l’antre du docteur von Hagens» in der «Tribune de Genève» (16.9.17). Weitere Auszeichnungen gingen an Erica Lanzi für einen Beitrag im «Corriere del Ticino» und Barbara Bachmann für «Operation Romeo und Julia» in der «NZZ am Sonntag». Erfreulich der Blick in die eigene Schatulle: Die Jahresrechnung ergab dank eines besonderen Beitrags einen leichten Überschuss. Nach wie vor aktuell: der Prälat-Meier-Fonds zur Förderung junger Talente. Das Kapital, dessen Zinsen für die Beiträge massgebend sind, ist mit 317’000 Franken dotiert.

Auszeichnungen und Preise

«Wildheuer» ausgezeichnet. Beat Bieri, Journalist und Dokumentarfilmer aus Luzern, erhielt als Regisseur des Films «Der Wildheuer – Senkrecht über dem Urnersee», den Katholischen Medienpreis für das Jahr 2018. Der Film thematisiert die Religiosität einer vom Schicksal gebeutelten Familie. Eine Auszeichnung erhielt zudem das Magazin «Melchior», produziert von jungen katholischen «Machern». Die Jury äusserte, das Magazin setze «trotz andauerndem Social-Media-Hype» auf eine Printversion. Es spreche «mit feinfühliger Sprache, gekonntem Storytelling und ansprechendem Design» vor allem junge Menschen an, die auf der Suche «nach dem Schönen, Wahren, Guten» seien.

«Müllhalde» gewinnt. Der Filmpreis 2018 der Zürcher Kirchen ist an den Dokumentarfilm «Welcome to Sodom» gegangen. Die österreichische Produktion zeigt das Leben auf der weltweit grössten Elektroschrott-Müllhalde in Ghana. Er habe an diesem apokalyptischen Ort einen unvergleichlichen Respekt und eine grosse Menschlichkeit erfahren, sagte Co-Autor Christian Krönes anlässlich der Preisverleihung.

Ausgezeichnete Kommunikation. Die Öffentlichkeitsarbeit für das Jubiläumsjahr «600 Jahre Niklaus von Flüe» wurde mit dem «Swiss Award Corporate Communications» ausgezeichnet. Die Sarner Firma «Küchler Kommunikation» erhielt den Preis für Unternehmenskommunikation zusammen mit drei weiteren Firmen. Peter Küchler betonte an der Preisverleihung, zentraler Punkt für das gute Gelingen sei die sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Franz Enderli (Regierungsrat und OK-Präsident), mit Projektleiter Beat Hug, dem Trägerverein und allen anderen Beteiligten gewesen.

«Good News»-Preis lebt. In der Westschweiz gibt es ihn noch: Den «Good News»-Preis 2018 haben Emmanuel Tagnard und Aline Bachofner von der Westschweizer Fernsehsendung «RTSreligion» für ihren Beitrag «Faut pas croire» über Lotti Latrous gewonnen. Latrous engagiert sich für Benachteiligte an der Elfenbeinküste.

Erster Platz für «Almost Nothing». Der Film von Anna de Manincor hat am Dokumentarfilmfestival «Visions du Réel» in Nyon die interreligiöse Jury überzeugt. Sie schrieb: «Religiöse Zugehörigkeit oder Nationalität scheinen am CERN in Genf keine Rolle zu spielen. Der Film zeigt auf überzeugende Weise, wie die Suche nach dem Sinn des Lebens die Forschenden bis ins allerkleinste Teilchen eint.»

Online-Kommentare im Visier. Die Ethikkommission der Katholischen Kirche im Kanton Zürich hat die Bachelorarbeit der St. Gallerin Claudia Züger über Leserkommentare im Internet ausgezeichnet. Den Umgang mit solchen Kommentaren bezeichnet die Autorin als «ethische Herausforderung» für den Online-Journalismus und stellt fest, das Ziel der Newsportale, Leserinnen und Lesern eine Stimme zu geben, werde oft verfehlt; öfters werde gegen das Diskriminierungsverbot verstossen und viele Online-Kommentare genügten den berufsethischen Anforderungen nicht. https://fh-hwz.ch/news/claudia-zueger-gewinnt-ethikpreis/

2017–2018

Totengedenken

Kurt Sintzel, Zürcher Rechtsanwalt, starb in Zürich am 6. März 2017 mit 87 Jahren. Er war einige Jahre Präsident der «Neuen Zürcher Nachrichten» (NZN), die 1991, nach 95 Jahren Bestehen, aufgegeben wurden.

P. Bonifaz (Felix) Klingler OSB starb in Muri (AG) am 31. Mai 2017 mit 89 Jahren. Er war der letzte Mönch im Benediktinerhospiz Muri. Geboren in Wil (SG) als Sohn von CVP-Nationalrat Walter Klingler war er der Onkel des Zürcher FDP-Stadtrates Filippo Leutenegger. Viele Jahre wirkte er als Lehrer am Kollegium Sarnen, später als Pfarrer in Schaffhausen, Neuenhof (AG) und Hermetschwil (AG) und war eine Zeitlang auch Redaktor der Schaffhauser Pfarrblattes.

Victor Conzemius, Kirchenhistoriker von Rang, starb am 24. Juni 2017 mit 88 Jahren. Der Priester, Historiker und Autor stammte aus Echternach (Luxemburg) und war von 1970-1980 Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät Luzern. Von diesem Amt trat er zurück, weil er bei den Verantwortlichen zu wenig Rückhalt für sein Fach fand, doch blieb er in Luzern und war weiterhin als Autor äusserst aktiv, veröffentlichte zahlreiche Bücher zu bedeutenden Persönlichkeiten der Kirchen- und der Geistesgeschichte und zu aktuellen Themen. Einen besonderen Auftrag erteilte ihm die Luzerner Regierung mit der vollständigen Bearbeitung und Herausgabe des umfangreichen Briefwechsels des grossen konservativen Luzerner Staatsmannes Philipp Anton von Segesser (1817-1888). Und im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz erarbeitete er zusammen mit einem Team von 15 Fachleuten einen Bericht über den schweizerischen Katholizismus während des Zweiten Weltkrieges. Lesern des «Vaterland» und der NZZ schliesslich bleiben seine vielen luziden Beiträge zu aktuellen und kirchenhistorischen Fragen in bester Erinnerung. Trotz Bemühungen von Drittseite wurde dem Fachmann und Priester der Medienpreis der katholischen Kirche vorenthalten.

Joaquin Novarro-Valls, Journalist und von Beruf Mediziner, starb in Rom am 6. Juli 2017 mit 80 Jahren. Während fast 18 Jahren hatte er sein Amt als Vatikansprecher ausgeübt. Als Rom-Korrespondent der spanischen Zeitung ABC war er 1984 von Papst Johannes Paul II. an die Spitze des Presseamtes berufen worden, mit dem Auftrag, dieses rundum zu erneuern, was ihm zum Erstaunen vieler innerhalb kurzer Zeit gelang. Zudem war er immer auch Berater des Papstes, zu dem er einen direkten Zugang hatte. Benedikt XVI. dagegen ersetzte den Laien aus dem Opus Dei schon nach einem Jahr durch den Jesuiten Federico Lombardi.

Hubert Feichtlbauer, katholischer Journalist, starb in Wien am 24. September 2017 mit 85 Jahren. Er war seit 1960 bei verschiedenen österreichischen Printmedien als Redaktor tätig. Weit über die Landesgrenzen hinaus wurde er als Chefredaktor der katholischen Wochenzeitung «Die Furche» bekannt. Zudem leitete er viele Jahre den Verband katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs. Der gebürtige Oberösterreicher galt als der katholische Publizist schlechthin.

Bruno R. Auderset-Zimmermann, viele Jahre Redaktor der Schweiz. Depeschenagentur (sda), starb in Bern am 11. Februar 2018 mit 91 Jahren. Er war Agenturjournalist, wie er im Büchlein steht, aber fest verankert in der christlichen und kulturellen Tradition seiner Freiburger Heimat.

Philippe Gardaz, ehemaliger Waadtländer Kantonsrichter, starb in Lausanne am 15. Februar 2018 mit 71 Jahren. Der scharfsinnige Jurist, ein besonderer Kenner des Kirchenrechts, engagierte sich u.a. in der RKZ und war viele Jahre Kolumnist für katholische Medien. Er hatte massgebenden Anteil am Zusammenschluss der «Agence de presse internationale catholique» (Apic) mit dem Katholischen Radio- und Fernsehzentrum «CCRT» in Lausanne. Daraus entstand das Katholische Medienzentrum Cath-Info. 2012 übernahm er das Präsidium von c@tholink, der Website der Katholischen Kirche in der Westschweiz.

Hans Buschor, Priester und Medienmann, starb am 26. Februar 2018 im Alter von 84 Jahren. 1959 zum Priester geweiht, war er einige Jahre Kaplan in Schänis (SG), Lehrer am Kollegium Maria Hilf in Schwyz für Mathematik, Physik, Chemie und Geografie und in dieser Zeit auch freier Mitarbeiter für das Schweizer Fernsehen. Von 1972-1994 war er Pfarrer in Gais (AR). Der gebürtige St. Galler produzierte Jugend- und Kinofilme, darunter «Pater Pio, Vater von Millionen» (1968) und «Fatima, unsere Hoffnung» (1977). Nach seiner Pensionierung trat Buschor 1995 in Kontakt mit dem katholischen Fernsehsender Eternal Word Television Network. In der Folge gründete er 1999 das private Fernsehen K-TV, dessen Sendeleiter er von 2002-2011 war. Bis zu seinem Tod blieb geistlicher Leiter. http://www3.k-tv.org/

Persönlich

Melchior Etlin, Geschäftsführer des Schweizerischen Katholischen Pressevereins (SKPV), übernahm am 1. September 2017 in einer 40-Prozent-Anstellung das Sekretariat der Alumni und Freunde der Universität Freiburg i. Ue. und die Geschäftsführung des Hochschulrates der Uni Freiburg. Er folgte auf Anne-Véronique Wiget- Piller.

Walter Müller trat Ende Mai 2017 mit 62 Jahren als Mediensprecher der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) zurück. Die Mitteilung kam überraschend und erst mit dem Tag des Rückzugs. Die SBK-Medienstelle begründete den Abschied mit „privaten Gründen“. Müller war seit 2006 Mediensprecher der SBK, davor hoch geschätzter Redaktor der Katholischen Internationalen Presseagentur Kipa.

Kirchen und Medien

Neues welsches Medienzentrum. Anfangs Juni 2017 weihte Nuntius Thomas E. Gullickson in Lausanne die neuen Räume von Cath-Info ein, die von der Redaktion Ende 2016 bezogen worden waren. Die Verantwortlichen nahmen die Gelegenheit wahr, um ein höchst aktuelles Thema zu diskutieren: „Katholische Medienarbeit zwischen PR für das Evangelium und ‚Fake News‘». Für die Vertreter der Kirche geht katholische Medienarbeit einher mit der Verkündigung des Evangeliums. «Geht hinaus in die Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen», zitierte Alain de Raemy, Weihbischof von Lausanne-Genf-Freiburg und zugleich Medienbischof, aus dem Markusevangelium. Diesen zentralen Gedanken nahm Nuntius Gullickson auf: Katholische Medien fänden ihre Daseinsberechtigung nicht nur im Verfassen objektiver und nüchterner Berichterstattung, sondern in der Verkündigung der frohen Botschaft. „Es wäre schön“, sagte er, „wenn sich kirchliche Medien auf diesem Weg vom schlechten Ruf der säkularen Medien unterscheiden könnten.“

Mehr Good News. Am Mediensonntag vom 28. Mai 2017 standen die drei katholischen Medienzentren der Schweiz im Zentrum. Als Online-Portale sind die drei Zentren im Internet zu finden; sie haben jedoch laufend neue Kanäle zu bedienen. Hinzu kommt, dass sie vermehrt auch jene Menschen ansprechen müssen, die kirchenfern sind und die Sprache der Kirche kaum mehr verstehen.

Agenturen

Neuer Name, altes Team. Radio Vatican hat seine Website gründlich überarbeitet und attraktiver gestaltet und nennt sie nun «Vatican News». An den Audio-Sendungen (neu über digitale Kanäle und Internet) wird festgehalten: jeweils um 16 und 20 Uhr 20. Das deutschsprachige Team von «Vatican News» setzt sich seit Jahresbeginn wie folgt zusammen: Stefan von Kempis (sk), Teamleiter, Gudrun Sailer (gs) aus Österreich, Mario Galgano (mg) aus der Schweiz, Anne Preckel (pr) aus Deutschland, Christine Seuss (cs), ebenfalls Deutschland, und als weitere Mitarbeiter Aldo Parmeggiani, Gerhard Girardi und Jennifer Stahl. www.vaticannews.va/de.html

Printmedien

„Filmdienst“ nur noch online. Die katholische deutsche Zeitschrift „Filmdienst“ gibt es seit Beginn 2018 nur noch online, dafür mit verbessertem Angebot. Das Printprodukt existierte seit 71 Jahren. Der Dienst kann nun täglich News veröffentlichen. www.filmdienst.de

Katholische Wochenzeitung. Seit dem 4. Januar 2017 erscheint die deutsche «Tagespost» als katholische Wochenzeitung. Ergänzend dazu berichtet die neu eingerichtete Online-Redaktion tagesaktuell auf www.die-tagespost.de

Rundum erneuert. Die «Schweizerische Kirchenzeitung» (SKZ) erscheint seit Beginn 2018 mit einem völlig erneuerten Äusseren, ist aber nach wie vor an ein kirchliches Publikum gerichtet. Sie bietet sich gemäss publizistischer Leitlinie als Ort des Dialoges für das gesamte Meinungsspektrum der katholischen Kirche in der Deutschschweiz an und ist zugleich Amtsblatt der Deutschschweizer Bistümer. An das neue Layout wurde der Internet-Auftritt angepasst. Völlig erneuert wurde die Redaktion mit Dr. theol. Maria Hässig, (Leitung), lic. sc. rel. Rosmarie Schärer und Brigitte Burri. Nur letztere hat journalistische Erfahrung. Die Redaktion für die Beilage «7 Tage» liegt nach wie vor bei kath.ch. Gestaltet und gedruckt wird die Zeitschrift neu bei Brunner Medien AG in Kriens (bisher bei Maihof Luzern). Die Redaktionskommission steht unter dem Vorsitz von Pfarrer Heinz Angehrn (St. Gallen). www.kirchenzeitung.ch/

Definitiver Ausstieg. Die Reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn beschloss Ende 2017 mit knapper Mehrheit, aus dem Verein «Reformierte Medien» (RM) auszusteigen und damit 400’000 Franken einzusparen. Grund: Die hohen Kosten, die das Magazin «Bref» verursacht. Auch wird bemängelt, die Zeitschrift «mache die Landeskirche zu wenig erkennbar». Wie RM mitteilte, soll das Magazin dennoch weitergeführt werden. www.brefmagazin.ch/

Von Jungen für Junge. Am Final des regionalen Jugendprojekt-Wettbewerbs St. Gallen – Appenzell-Ausserrhoden von Ende Oktober 2017 aus 23 eingereichten bzw. 12 nominierten Projekten das katholische Jugendmagazin «d(ich)!» zum Sieger erklärt. «d(ich)!» wurde vom „Pfarreiforum“, dem Pfarrblatt des Bistums St. Gallen, lanciert, wird von ihm auch herausgegeben und richtet sich an junge Leute zwischen 13 und 24 Jahre. Der Wettbewerb wurde im Auftrag des Kantons St. Gallen vom Verein «Verstärker» durchgeführt. www.pfarreiforum.ch/jugendmagazin/

Angepasst. Da Kinder und Jugendliche immer mehr das Internet für Information und Kommunikation benutzen, haben sich die Herausgeber der katholischen Kinderzeitschrift «Jumi» entschlossen, das Printprodukt aufzugeben. Sie konnten Vera Kluser, die früher bei SRF die Kindersendung «Zambo» betreute, als Online-Redaktorin gewinnen. Im Hauptamt arbeitet sie bei reformiert.info. – „Jumi“ (Jugend-Mission) wurde vor rund 50 Jahren von den Schweizer Kapuzinern und den Bethlehem Missionaren Immensee lanciert und erreichte zuletzt eine Auflage von 23‘000 Exemplaren. www.jumi.ch/

Ende der Kooperation. Die Tessiner Tageszeitung «Giornale del Popolo» (GdP) und der «Corriere del Ticino» (CdT) beendeten auf Anfang 2018 ihre Zusammenarbeit. So beschlossen vom „Corriere“-Verleger Bischof Valerio Lazzeri und der „Giornale“-Direktion. Grund der Trennung: unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft und die Rolle des „Giornale“ in der Tessiner Verlagswelt. – Der «Corriere» wird von einer Stiftung unterstützt, die die Zeitung 2004 mit beträchtlichen Mitteln gerettet hatte. Es ist die einzige katholische Tageszeitung der Schweiz. Gegründet wurde sie 1926 auf Initiative des damaligen Bischofs von Lugano, Aurelio Bacciarini. www.cdt.ch/

Neu folgt auf alt. Auf Ende 2016 musste die Katholische Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmer-Bewegung der Schweiz ihre Zeitschrift „treffpunkt“ einstellen, konnte aber bereits im Frühjahr 2017 zwei neue Publikationen ankündigen: „Info KAB Schweiz“ als vierteljährliches Informationsblatt der Bewegung und „ethik22 – das Magazin“ als Informations- und Diskussionsplattform des Instituts für Sozialethik, das von der KAB getragen wird. www.kab-schweiz.ch und www.ethik22.ch

Radio und Fernsehen

Verstärkte Präsenz. Im Herbst 2017 hat Radio Maria Schweiz in Brig – nach Adliswil (ZH) – ein zweites Studio eröffnet. Es befindet sich im Schönstatthaus, das früher den Mariannhiller Missionaren gehörte. Als Leiterin wurde in Teilzeit die Oberwalliserin Alexandra Chanton eingestellt. Die Einweihung erfolgte durch Programmdirektor Pfarrer Thomas Rellstab, den Briger Pfarrer Edi Arnold und den Hausspiritual Pater Niklaus Stadelmann. www.radiomaria.ch/

Soziale Netzwerke

Bessere Übersicht. Die Notfallseelsorge Schweiz (NFS) ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar, in drei Landessprachen und in Englisch. Ende 2017 hat die Arbeitsgemeinschaft ihre Website markant verbessert. www.notfallseelsorge.ch/

Verlage und Buchhandlungen

Herder übernimmt. Der renommierte deutsche Verlag Herder übernahm im Herbst 2017 den Paulusverlag in Freiburg i. Ue. Ziel sei es, das Programm des Unternehmens neu aufzustellen und zu profilieren, erklärte Herder. Der Sitz wurde nach Einsiedeln verlegt, ins Haus der Buchhandlung Benziger. Gleichzeitig erfolgt die Trennung von der „Librairie du Vieux-Comté“ in Freiburg, die selbstständig wird. – Die Gemeinschaft der Paulus-Schwestern wurde 1915 gegründet, mit dem Auftrag, der Frohen Botschaft mittels der neuen Medien eine Stimme zu geben. Der Abbau begann wegen der Überalterung der Schwesterngemeinschaft vor einigen Jahren. 2014 gaben die Schwestern die Kontrolle über die Druckerei und die Tageszeitung «La Liberté» ab.

Benziger im Rückblick. Im Museum Fram in Einsiedeln erfolgte in der 2. Hälfte 2017 eine Ausstellung über den berühmten katholischen Benziger-Verlag. Es war ein «Bücherimperium» besonderer Güte, ein über 200 Jahre lang «wirtschaftlicher und kultureller Faktor in der katholischen Schweiz» (NZZ). Benziger arbeitete während Jahrzehnten sehr erfolgreich. 1880 beispielsweise beschäftigten Druckerei und Verlag mehr als 900 Angestellte. – Zur Ausstellung erschien eine ausführliche Firmengeschichte von Heinz Nauer: Fromme Industrie. Der Benziger-Verlag Einsiedeln 1750-1970. (Hier und Jetzt. Baden 2017. 396 Seiten. Preis: Fr. 49.-)

Vereine und Institutionen

Aufbruch zu neuen Ufern. Der Schweizerische Katholischer Presseverein (SKPV) feierte am 10. September 2017 auf dem Zugersee seinen 100. Geburtstag. In Zug wurde der Verein gegründet, aus Zug erhielt er im Lauf der Jahre und Jahrzehnte immer wieder neue Impulse. So war es gegeben, am Geburtsort zu feiern – auf einem Schiff, damit die Gesellschaft einen vollen Tag zusammenbleiben konnte, um sich der Arbeit vergangener Jahre zu erinnern und neue Ziele zu stecken. Dazu gab es ausgezeichnete Referate wie die von CVP-Nationalrat Gerhard Pfister (Zug), dem Zuger Regierungsrat Martin Pfister (CVP) und Vereinspräsident Markus Vögtlin. (Der Kirchenvertreter, Medienbischof Alain de Raemy, musste sich wegen plötzlicher Unpässlichkeit abmelden.) Die festliche Feier, von SKPV-Geschäftsführer Melchior Etlin ausgezeichnet organisiert, wurde zu einem eindrucksvollen Gemeinschaftserlebnis – auch wenn der See von Wind und Regen gepeitscht wurde. Wie sagte doch Regierungsrat Pfister? „Auf dem Wasser ist man in Bewegung, und man steht nicht still.“ [Mehr dazu unter www.skpv.ch ]

100 Jahre im Buch. Rechtzeitig vor Weihnachten 2017 erschien im Eigenverlag des SKPV das Buch zum 100-jährigen Bestehen: „1917-2017. 100 Jahre SKPV. Katholische Medienarbeit – Rückblick und Ausblick.“ Als Verfasser des reich illustrierten Bandes zeichnet der Luzerner Historiker Thomas Gmür, unterstützt von zahlreichen Informanten und Bildlieferanten. [Zu bestellen bei: www.skpv.ch oder: SKPV, Rue du Botzet 2, 1700 Freiburg.]

Mühe mit der Social-Media-Jugend. Die Kirche müsse schnell und flexibel reagieren können, wenn sie die Jugend über die sozialen Medien erreichen wolle. Das ergab eine Diskussionsrunde zum Thema «Generation Smartphone» anlässlich der GV des Katholischen Medienzentrums (kath.ch) vom 20. Juni 2017 in Zürich. Die neue JAMES-Studie zu Jugend, Aktivitäten, Medien, durchgeführt von der Fachgruppe Medienpsychologie an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), ergab, dass sich bloss zwei Prozent der befragten Social-Media-Nutzern für Religiöses interessieren.
Innerhalb der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) beschäftigt sich die Kommission für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit mit der „medialen Einbettung“ der Jugendlichen. Die Kommission befürwortet bei einem künftigen Jugendprojekt eine Vernetzung von Bischöfen, Verbänden und privaten Initiativen. Pastoral und Kommunikation sollten Hand in Hand gehen. Gemäss Encarnación Berger-Lobato, Marketingleiterin bei der SBK, befürworte die Kommission einen gemeinsamen Weg mit den Katholischen Medienzentren. Laufende Projekte (Jugendmagazin «d(ich)!», Radio «fisherman» usw.) sollten gebündelt werden. Die Kommission könne den Bischöfen Vorschläge machen, wie es weitergehen soll. Dass das Anliegen dringend ist, wurde in der Diskussion überdeutlich formuliert. www.zhaw.ch/de/psychologie/forschung/medienpsychologie/

Gegen eine „billige“ Initiative. Bereits ein Jahr vor der Volksabstimmung befasste sich der Schweizerische Verein katholischer Journalistinnen und Journalisten mit der „No Billag“-Initiative. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der GV 2017 waren sich nach einem Referat von Mariano Tschuor, Präsident der bischöflichen Medienkommission und Kadermitglied der SRG, einig, dass die Initiative zu „billig“ sei, weil sie letztlich die SRG abschaffen wolle, ohne zu sagen, wie es dann weitergehen könnte, und weil “No Billag“ eine Gefahr für die Grundversorgung des Landes bedeute.
Die GV unter Vorsitz von Präsident Maurice Page, Chefredaktor von cath.ch, bestätigte die bisherigen Vorstandsmitglieder. Neu wurde Martin Spilker, Redaktionsleiter kath.ch, in den Vorstand gewählt. Der Verein will sich künftig vermehrt zu Wort melden, wenn in Medien und Politik Themen aus Religion und Kirche zur Debatte stehen.

Auszeichnungen und Preise

Kirchlicher Filmpreis. Der am Zürcher Filmfestival 2017 erstmals vergebene Preis der Zürcher Kirchen ging an «Blue My Mind» von Lisa Brühlmann. Die Jury zeichnete damit einen Schweizer Erstlingsfilm aus. Der Preis, ökumenisch ausgerichtet, will den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen fördern. Das Preisgeld beträgt 5‘000 Franken.

Auszeichnung für den Nachwuchs. Wie jedes Jahr wurden auch an der GV 2017 der katholischen Journalistinnen und Journalisten zwei junge Medienschaffende mit dem Medienpreis ausgezeichnet, der aus dem «Prälat-Meier-Fonds» gespiesen wird. Die Preise gingen an Cédric Reichenbach für die Reportage über eine Widerstandsbewegung in Mexiko (erschienen in der Zeitschrift «Echo») und an Anna Miller für einen Hintergrundbericht zum Thema Kindestod (NZZ am Sonntag und «Grosseltern-Magazin»). Miller war ein paar Jahre Redaktorin bei der katholischen Presseagentur Kipa.

2016–2017

Totengedenken

Fernand „Sepp“ Rausser, der berühmte Fotograf und Inhaber des Wegwarte-Verlags, starb in Bolligen (BE) am 25. März 2016 mit 90 Jahren. Seine fotografische Handschrift war in vielen Büchern und Printmedien zu finden, so mehrmals auch in der Kapuziner-Zeitschrift „ite“.

Mutter Mary Angelica vom Orden der Klarissen von der Ewigen Anbetung starb in Haceville (Alabama) am 27. März 2016 in hohem Alter. Sie war die Gründerin des katholischen Fernsehsenders Eternal Word Television Network (EWTN)

Raphael Buzzi-Weibel starb in Adliswil (ZH) am 17. Mai 2016 mit 86 Jahren. Er war Vizedirektor der ehemaligen Buchdruckerei AG Baden, die bis zu dessen Einstellung Ende Oktober 1992 das „Aargauer Volksblatt“ herausgab. Über viele Jahre setzte er sich vehement für die katholische Presse ein, so auch bei der Kipa und beim Schweizerischen Katholischen Presseverein.

Felix Wäger-Zimmermann starb in Bern am 1. September 2016 mit 85 Jahren. Er war ein Leben lang Redaktor bei den „Freiburger Nachrichten“ (FN). Den Journalismus hatte er im Blut: Sein Vater war Redaktor katholischer Zeitungen und sein Bruder Franz (+ 2006) war der letzte Redaktor der 1971 eingestellten “Neuen Berner Nachrichten“.

P. Othmar Lustenberger OSB starb in Einsiedeln am 9. September 2016. Der Benediktinerpater, in Grosswangen (LU) aufgewachsen, war von 1965-2001 Leiter des Einsiedler Wallfahrtsbüros, zudem viele Jahre Informationsbeauftragter des Klosters.

Sr. Claudia Bachmann vom Augustinuswerk in St-Maurice starb in Martigny am 27. September 2016 mit 60 Jahren. Als Polygrafin arbeitete sie viele Jahre für die Pfarreiblätter, die das Werk herausgibt, und unterstützte die Arbeit des Katholischen Pressevereins.

Robert Lenz starb in Bern am 5. Januar 2017 mit 96 Jahren. Der gewiefte Berner Rechtsanwalt war in den Sechzigerjahren Präsident der „Neuen Berner Nachrichten“ (NBN), die im Sommer 1971 aufgegeben werden mussten.

Persönlich

Encarnación Berger-Lobato heisst die erste Leiterin des von der Schweizer Bischofskonferenz im Freiburger Generalsekretariat im Sommer 2016 neu eingerichteten Bereichs „Marketing und Kommunikation“. Berger ist gebürtige Bernerin mit Zürcher Bürgerbrief, mit Erfahrung in grösseren Institutionen und reichen Sprachkenntnissen.

Erzbischof Claudio Maria Celli, Präsident des Päpstlichen Medienrates, ging im Sommer 2016 in den Ruhestand. Er war 2007 in sein Amt berufen worden. In seiner Amtszeit weitete der Rat die Aktivität vor allem in den digitalen Medien aus. Da aber 2015 der «Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationsmittel» im neu geschaffenen vatikanischen Kommunikationssekretariat aufging, das alle Aktivitäten in diesem Bereich bündelt, verlor Celli seine Leitungsfunktion.

André Kolly wurde im Mai 2016 zum neuen Präsidenten von Cath-Info gewählt. Dieses ist das welsche Pendant zum Katholischen Medienzentrum in Zürich. Kolly war früher Direktor des Centre catholique de Radio et Télévision (CCRT).

Matthias Kopp, Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, wurde mit der Franz-von-Sales-Tafel der Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) in Deutschland ausgezeichnet. Gewürdigt wurden seine stets offene Informationstätigkeit und seine Vermittlerrolle zwischen kirchlichen Entscheidungsträgern und Öffentlichkeit.

Stephan Leimgruber, früher Professor für Religionspädagogik in München und bis Mitte 2017 Spiritual am Priesterseminar Luzern, wirkt seit November 2016 als Fachredaktor Theologie bei den Zeitschriften „Sonntag“ und „Doppelpunkt“ der Dornbusch-Medien in Baden.

P. Federico Lombardi SJ, Leiter des vatikanischen Presseamtes, ging im Sommer 2016 in Pension und übergab seine Aufgabe an seinen bisherigen Stellvertreter, den US-Amerikaner Greg Burke. Lombardi war 2006 von Benedikt XVI. berufen worden. Als Generaldirektor von Radio Vatikan war Lombardi bereits früher zurückgetreten.

Paloma Garcia Ovejero wurde von Papst Franziskus im Sommer 2016 zur stellvertretenden Leiterin des vatikanischen Presseamtes ernannt. Sie folgte auf Greg Burke, den neuen Chef, und ist damit die erste weibliche Pressesprecherin des Vatikans. Seit 1998 war sie als Redaktorin, Moderatorin und später Chefredaktorin des katholischen spanischen Radiosenders «Cadena Cope» tätig, für den sie ab 2012 als Korrespondentin aus Rom berichtete.

Peter Rothenbühler, langjähriger Journalist und Redaktor bei verschiedenen Ringier-Zeitschriften, wurde Mitte 2016 in den Vorstand der „Reformierten Medien“ gewählt. Er ist der Sohn des 2007 verstorbenen reformierten Pfarrers Heinz Rothenbühler-Ryser (Rothenburg LU). Die Reformierten Medien sind das Kommunikationsunternehmen der Evangelisch-reformierten Kirchen der Deutschschweiz.

Alois Schuler hat im Herbst 2016 die Redaktion des Basler Pfarrblatts „Kirche heute“ an Urs Zimmermann abgegeben. Schuler übernahm am 1. Oktober 2016 die Pfarreileitung in Reinach (BL).

Mariano Tschuor, SRG-Kadermann, wurde von der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) im Dezember 2016 zum Präsidenten der Medienkommission gewählt. Der gebürtige Bündner ist bereits seit vier Jahren in der Kommission aktiv. Bei der SRG ist Tschuor Leiter des Stabsbereichs Märkte und Qualität und damit für das Qualitätsmanagement zuständig. Die Kommission war seit dem Abgang von André Kolly Ende 2012 ohne Präsident.

Matthias Zehnder, bisher Chefredaktor der „Basellandschaftlichen Zeitung“, wurde im Frühjahr 2016 zum neuen Sprecher der Evangelisch-reformierten Kirche Basel berufen. Er folgt auf Roger Thiriet, der in Pension ging.

Kirchen und Medien

Mit Statut aktionsfähig. Das vatikanische Mediensekretariat erhielt im Herbst 2016 ein Statut, womit es seine Tätigkeit endgültig aufnehmen konnte. Das Sekretariat soll alle Medienaktivitäten des Vatikans bündeln. Eine Sonderstellung behält lediglich das vatikanische Presseamt.

Präsenz unabdingbar. Für den Präfekten des vatikanischen Mediensekretariates, Dario Edoardo Viganò, ist die Präsenz des Papstes in den sozialen Netzwerken trotz möglicher Risiken unabdingbar. Der Papst als Verkünder der Heilsbotschaft müsse in Kauf nehmen, dass gelegentlich pietätlose Kommentare auftauchten

Agenturen

„Apic“ gestrichen. Das Katholische Medienzentrum cath.ch verabschiedete sich mit Beginn 2017 von der Bezeichnung „Apic“ (Agence Catholique Internationale). Es bestehe kein Bedarf mehr, das Kürzel der früheren Agentur beizubehalten.

70 Jahre jung. Die österreichische katholische Nachrichtenagentur Kathpress feierte anfangs Februar 2017 ihr 70-jähriges Bestehen. Kirchliche und Medienprominenz feierten die Agentur und setzten sich mit der Frage auseinander, warum die Kirche eigene Medien betreiben müsse.

Printmedien

SKZ mit Übergangsleitung. Nach dem Abgang von Redaktor Urban Fink (s. Medienchronik 2015-2016) wird die Schweizerische Kirchenzeitung (SKZ) seit Mitte 2016 übergangsweise vom Theologen Stephan Schmid-Keiser und vom Journalisten Walter Bucher betreut.

Die Jungen im Blick. Mit einem neuen Angebot fordert der Verlag Saint-Augustin in St-Maurice die Westschweizer Pfarreiblätter heraus. Im Januar 2017 begann die Testphase für einen multimedialen Internet-Auftritt. Er umfasst – als Ergänzung zu den bisherigen Printausgaben – Blogbeiträge, Facebook, Instagram und Newsletters. Damit soll vor allem die Jugend besser erreicht werden.

Für kirchliche Mitarbeiter. Die Dornbusch-Medien in Baden geben seit Herbst 2016 neu das Servicemagazin «Kirche!» heraus. Es richtet sich an kirchliche Mitarbeiter und gibt praktische Tipps zu Reinigung und Renovationen, zur Pflege technischer Anlagen usw. Das Verlagshaus ist vor allem mit dem katholischen Wochenmagazin «Sonntag» und dessen evangelischen Pendant «Doppelpunkt» bekannt.

Vor allem online! «Ferment», die Pallotiner-Zeitschrift, richtet sich neu aus. Statt des bisherigen Abo-Magazins, das sechsmal jährlich erschien, setzt «Ferment» ab 2017 stärker auf Online-Möglichkeiten. Die Printversion erscheint jährlich nur noch zweimal, mit einer Auflage von jeweils 25‘000 Exemplaren.

Unter neuem Dach. Die deutsche «Zeit» übernahm im Oktober 2016 die seit 2010 wöchentlich erscheinende Beilage «Christ & Welt» in Eigenregie und gründete dafür die Tochtergesellschaft «Zeit: Credo». „Zeit“-Chefredaktor Giovanni di Lorenzo stellte dazu fest: «Wir wollen bei der ‘Zeit’ nicht missionieren, aber uns war es immer wichtig, die Themen Religion und Sinnsuche im Blatt zu verankern.» Die Beilage «Christ & Welt» ging 2010 aus der traditionsreichen Wochenzeitung «Rheinischer Merkur» hervor, der sich zuletzt im Eigentum von acht katholischen Bistümern und der Deutschen Bischofskonferenz befand, 2010 jedoch eingestellt wurde.

Vollständige Loslösung. Die Zeitschrift «Wendekreis» löst sich, wie sie im März 2016 festhielt, explizit von der „katholisch-christlichen Weltsicht“. Die Neuausrichtung erfolgte nach dem Zusammenschluss von «Bethlehem Mission Immensee» mit zwei anderen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit zur neuen Organisation «Comundo».

Radio und Fernsehen

Sendungen gerettet. Das Streichkonzert bei den religiösen Sendungen in Radio und Fernsehen der Westschweiz findet nicht statt. Die Partner RTS und Kirchen fanden im Sommer 2016 einen gemeinsamen Nenner für die Weiterführung bedrohter Sendungen und trugen damit der öffentlichen Kritik und den Forderungen der katholischen Journalistinnen und Journalisten (GV vom März 2016) Rechnung. Änderungen gibt es bei den Gottesdienstübertragungen. Statt bisher 30 sind es jährlich nur noch 20 Gottesdienste auf RTS, teils übernommen aus dem Tessin und der deutschen Schweiz. Die Produktion von Übertragungen in der Westschweiz selber geht aus Kostengründen von zwölf auf zwei Sendungen zurück.

Soziale Netzwerke

Neue Domain. Der Vatikan lanciert eine neue Internet-Domain mit der Endung „catholic“, damit katholische Institutionen die Möglichkeit erhalten, sich im World Wide Web als „katholisch“ zu präsentieren. Eine Arbeitsgruppe soll die Einführung vorbereiten.

Buchhandlungen

Neuer Eigentümer. Die Kanisius-Buchhandlung am Freiburger Bahnhofplatz wurde auf den 1. November 2016 an das Buchhaus Lüthy Balmer Stocker (St. Gallen – Solothurn – Luzern) verkauft. Die Kanisius-Schwestern als bisherige Eigentümerinnen hatten wegen des fehlenden Nachwuchses keine andere Wahl.

Auszeichnungen und Preise

Verdiente Preisträger. Im Verlaufe des Jahres 2016 wurden wieder zahlreiche Preise an Journalisten und Redaktoren vergeben:

  • Zwei Mitarbeiter des Katholischen Medienzentrums in der Westschweiz cath.ch sind im Januar 2017 durch das Medienunternehmen „Centre de formation au journalisme et aux médias“ (CFJM) in Lausanne ausgezeichnet worden. Pierre Pistoletti, Redaktor bei cath.ch, erreichte Platz zwei, Grégory Roth, Volontär bei cath.ch, erhielt die Erwähnung «gut».
  • Am Filmfestival Locarno im August 2016 hat der Film «Godless» der bulgarischen Regisseurin Ralitza Petrova den Preis der Ökumenischen Jury erhalten. Der Film beschreibt den Weg einer jungen Frau in Bulgarien aus einer zerstörerischen und korrupten Gesellschaft.
  • Die NZZ-Redaktorin Marie-Astrid Langer wurde mit dem «Nationalen Medienpreis 2016» des Schweizerischen Vereins Katholischer Journalistinnen und Journalisten (SVKJ) ausgezeichnet, und zwar für ihre Reportage „Amerika sperrt seine Kinder weg“. Die Autorin beschreibt darin das Schicksal jugendlicher Gefangener in den USA. – Ein weiterer Preis ging an Cyprien Lovis bei Radio Fréquence Jura für die Sendung «Viens chez moi». Darin interviewt Lovis regelmässig Hörerinnen und Hörer in ihrer Umgebung.
  • Der Westschweizer «Good News-Preis» des Katholischen Medienzentrums der Westschweiz ging an die katholische Kommunikationsagentur „Attraction Communication de Pully“. Mit dem Preis wurde die Arbeit einer jungen Agentur gewürdigt, die seit 2014 katholischen Institutionen wichtige Dienste leistet.

Vereine und Verbände

Aufgelöst. Der Verein C@tholink hat an der Generalversammlung vom 2. Juni 2016 seine Auflösung beschlossen. Der Verein war 1998 gegründet worden, um das Westschweizer Internetportal cath.ch zu betreiben. Da inzwischen die Aktivitäten des Vereins an Cath-Info übergegangen waren, braucht es ihn nicht mehr.

Vorbereitet. Der Schweizerische katholische Presseverein (SKPV) mit Sitz in Freiburg hat sich an der GV 2016 auf sein grosses Jubiläum im Jahre 2017 vorbereitet: 100 Jahre Presseverein. Dazu gehörten die Erneuerung des Vorstands und die Vorbereitung einer Statutenrevision. Neu in den Vorstand wurden Beatrix Ledergerber (Zürich) und der Jurist Karl-Johann Heim (Binningen) gewählt. Ausgeschieden ist Anton Scherer (Freiburg). Eine unerquickliche Diskussion ergab sich zum Vereinsausschluss eines ehemaligen Vorstandsmitglieds. Doch die Versammlung folgte unisono dem Antrag des Vorstands.

Gesucht. Die GV des Schweizerischen Vereins Katholischer Journalistinnen und Journalisten (SVKJ) vom März 2016 musste erneut einen Rückgang der Mitgliederzahl feststellen. Sie beauftragte den Vorstand, mit neuer Energie auf die Suche nach neuen Mitgliedern zu gehen. Dem soll auch der Presseausweis dienen, den der Verein seit einigen Jahren den Mitgliedern zur Verfügung stellt. – Im thematischen Teil befasste sich die GV mit den Aufgaben des katholischen Missionswerks „Missio“ und mit den religiösen Sendungen im Westschweizer Radio und Fernsehen (s.o.).

2015–2016

Totengedenken

Karl Gähwyler, Priester und Journalist, starb am 21. April 2015 mit 92 Jahren. Das Theologiestudium nahm er nach der Lehre als Buchbinder auf. Er stammte aus Aarau und lebte viele Jahre in Luzern, als Seelsorger und Bildreporter für die Caritas Schweiz.

Gianfranco Pastore, Bischof und langjähriger Sekretär des vatikanischen Medienrates und Vizesprecher des Presseamtes, starb am 30. August 2015 in Rom im Alter von 88 Jahren.

Rudolf Keel-Huber, Redaktor der früheren katholischen Tageszeitung „Ostschweiz“ in St. Gallen, starb am 29. Oktober 2015 mit 94 Jahren. Er war ein „geborener“ Journalist, mit grossem Faible für staatspolitische Fragen, die er mit Verve und Umsicht vertrat.

François Gross, von 1970-1990 Chefredaktor der ehemals katholischen Freiburger Tageszeitung «La Liberté», später für verschiedene Medien tätig, starb am 27. Dezember 2015 im Alter von 84 Jahren. Der renommierte Journalist trug wesentlich zur Öffnung und Professionalisierung der Zeitung bei.

Margrit Huber-Staffelbach, Journalistin, Autorin und Übersetzerin, starb am 4. Februar 2016 mit 83 Jahren in Wettingen. Sie leitete viele Jahre die ökumenische Zeitschrift „Schritte ins Offene“, die seit 1971 vom Schweizerischen Katholischen Frauenbund und vom Evangelischen Frauenbund der Schweiz herausgegeben wurde und in den besten Jahren eine Auflage von 12‘000 Exemplaren erreichte, im Januar 2013 jedoch aus wirtschaftlichen Gründen das Erscheinen einstellen musste.

Persönlich

Urban Fink-Wagner wird ab Frühjahr 2016 – zwecks „neuer beruflicher Herausforderung“ – die Geschäftsführung der Inländischen Mission in Zug übernehmen, als Nachfolger von Adrian Kempf. Fink hat während 12 Jahren mit hoher theologischer Kompetenz und mit Umsicht die Redaktion der „Schweizerischen Kirchenzeitung“ (SKZ) geleitet. Die Kündigung dürfte im Zusammenhang mit den Bestrebungen für ein neues publizistisches Konzept der SKZ stehen, wobei das Bistum Chur eine besondere Rolle spielt. www.kath.ch/skz

Andrzej Majewski, polnischer Jesuit, wurde neuer Programmdirektor von Radio Vatikan, als Nachfolger von Andrzej Koprowski. In seiner neuen Aufgabe untersteht er dem Generaldirektor des Vatikansenders. Er koordiniert die Arbeit der rund 45 Programme, zu denen auch zentrale Informations- und Musikabteilungen gehören.

Stephan Sigg, Theologe, übernahm im September 2015 von Evelyne Graf die Leitung des St. Galler Pfarrblatts. Er war bereits seit ein paar Jahren in der Redaktion tätig und ist auch als Autor von Büchern für Kinder und Jugendliche bekannt. Evelyne Graf, früher kipa-Redaktorin, leitete das Pfarrblatt während 20 Jahren. www.pfarreiforum.ch

Simon Spengler, Theologe und Journalist, ehemals Mitarbeiter im Generalsekretariat der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), wurde nach seiner Entlassung durch die SBK vom Synodalrat der Katholischen Kirche im Kanton Zürich zum Leiter des neugeschaffenen Ressorts „Kommunikation und Kultur“ ernannt. Die SBK-Kündigung erfolgte wegen einer Neuorganisation des Generalsekretariates. www.zh.kath.ch

Kirchen und Medien

Ort der Begegnung. „Die sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter sind schön und gut, aber man sollte behutsam damit umgehen“, schrieb Papst Franziskus zum 50. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel vom 5. Mai 2015. Die digitalen Kommunikationsmittel dürften nicht dazu benutzt werden, anderen Menschen zu schaden. Wörtlich: “Die digitale Welt ist ein Ort der Begegnung, wo man liebkosen oder verletzen, eine fruchtbare Diskussion führen oder Rufmord begehen kann.“

Allgemein zugänglich. Die wichtigsten Dokumente der Weltkirche zum Thema Kommunikation und Medien sind seit September 2015 online verfügbar. Das „Baragli-Projekt“ entstand auf Veranlassung des Medienrates an der Päpstlichen Universität der Salesianer in Rom. Die Sammlung soll laufend erweitert werden, auch mit Texten nationaler Bischofskonferenzen und anderer christlicher Kirchen.

Ober-Behörde. Franziskus hat tiefgreifende Änderungen in der vatikanischen Medienlandschaft verfügt. Alle Medien des Heiligen Stuhles werden zu einer neuen Behörde zusammengelegt, dem „Sekretariat für Kommunikation“. Betroffen sind der Päpstliche Medienrat, der Pressesaal des Heiligen Stuhles, der vatikanische Internet-Service, Radio Vatikan, das Vatikan-Fernsehen CTV, die Zeitung Osservatore Romano mit ihrem Fotodienst, die vatikanische Druckerei und der Verlag Libreria Editrice Vaticana. Die einzelnen Einrichtungen arbeiten weiter wie bisher, sind aber in Zukunft an die Weisungen des Sekretariats für Kommunikation gebunden. www.vatican.va

Start gelungen. Das Katholische Medienzentrum in der Westschweiz, das seit 1. Januar 2015 besteht, hat ein erfolgreiches erstes Jahr hinter sich. Die Herausforderungen der weiteren Entwicklung beträfen den editorischen, menschlichen und finanziellen Bereich, sagte Vereinspräsident Bernard Litzler an der GV vom 30. Mai in Lausanne. www.cath.ch

Schulterschluss. Die reformierten kirchlichen Medien setzen vermehrt auf Zusammenarbeit. Und veröffentlichen in ihrem Online-Auftritt seit Mai 2015 täglich gemeinsame Beiträge. Dadurch liessen sich Kräfte bündeln. Auch eine Zusammenarbeit mit kath.ch werde geprüft. www.reformiert.info

Höchstauflage. Daniel Pittet, Familienvater, initiierte Anfang der 90-er Jahre das Buch «Rencontres au monastère», das 1994 vom Freiburger Journalisten Patrice Favre und dem Genfer Fotografen Jean-Claude Gadmer realisiert wurde und bei den «Editions Prier Témoigner» (Fribourg) eine Auflage von 12‘000 Exemplaren erreichte. 2013 hatte Pittet die Idee für ein Nachfolgeprojekt, für ein Buch mit Zeugnissen über das geweihte Leben. Aus 250 gesammelten Zeugnissen wurden 80 ausgewählt und von Jean-Claude Gadmer fotografisch begleitet. Der Jesuit Albert Longchamp schrieb das Vorwort, die ehemalige Bundesrätin und Klosterschülerin Micheline Calmy-Rey ein Nachwort. Pittet reiste im Herbst 2014 nach Rom, um ein Zeugnis des Papstes zu erbitten. Franziskus war begeistert, schlug jedoch einen anderen Titel vor: „Lieben heisst alles geben» (statt: „Das geweihte Leben»). Er wünschte zudem die Übersetzung in mehrere Sprachen und die Verbreitung in der ganzen Welt; sein Porträt sollte als Werbung dienen. So nahm das Projekt einen völlig neuen Verlauf und erreichte schliesslich Millionenauflage. www.vieconsacree.com

Mediendienste und Agenturen

Mission beendet I. Die internationale Missions-Nachrichtenagentur Misna schloss auf Ende 2015 ihre „Tore“. Die Missionskongregationen, die die Agentur betrieben hatten, trafen diesen Entscheid kurzfristig. Misna, 1997 gegründet und in fünf Sprachen betrieben, stützte sich auf das Netzwerk Tausender Missionare und Missionarinnen.

Mission beendet II. Die Genossenschaft kipa-apic, die bis Ende 2014 die Katholische Internationale Presseagentur (kipa bzw. apic) betrieb, gibt es nicht mehr. Die GV 2015 beschloss am Johannistag einstimmig ihre Auflösung. Zu reden gab bloss noch die Verwendung des Genossenschaftskapitals (250’000 bis 300’000 Franken). Schliesslich einigte man sich darauf, je 40 Prozent des Vermögens an die beiden Medienzentren in Zürich und Lausanne zu überweisen und 20 Prozent an den Katholischen Presseverein (SKPV).

Printmedien

Mut zu Bild und Leere. Vierfarbig und erfrischend luftig kommt «Bref» daher, das Nachfolgeprodukt der «Reformierten Presse». Die erste Ausgabe 2015 besticht durch bekannte Namen, grossformatige Bilder und ein ansprechendes Layout. Zielsetzung: Weg von der bisherigen Fachzeitschrift, hin zu einem Special-Interest-Magazin, wie die publizistische Leiterin Pascale Huber erklärte. www.bref.ch

Stützungsaktion. Um im Thurgau weiterhin ein gemeinsames Pfarrblatt (forumKirche) herausgeben zu können, übernimmt die katholische Landeskirche ab 2016 Kosten von 1,1 Mio. Franken. Damit kann der Austritt einzelner Pfarreien aus dem Verbund abgewendet werden. Allerdings gehörten ihm schon bisher nicht alle Pfarreien an, so etwa Arbon. www.forumkirche.ch

Allein übriggeblieben. Im Frühjahr 2015 konnte in München die Jesuitenzeitschrift «Stimmen der Zeit» ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Sie ist die älteste noch erscheinende katholische Kulturzeitschrift deutscher Sprache, in einer Auflage von rund 3‘000 Exemplaren. Die «Stimmen» stehen für einen offenen Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft. www.stimmen-der-zeit.de

Soziale Netzwerke

SMS-Seelsorge in Not. Die ökumenische Internet- und SMS-Seelsorge in der Schweiz wurde im Sommer 2015 20 Jahre alt. Seit der Gründung haben 18’000 Menschen per E-Mail Unterstützung gesucht. Doch die Seelsorgestelle erleidet selber Not, da die Römisch-katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) 2013 die finanzielle Unterstützung strich. www.seelsorge.ch

Fernsehen

Abgesetzt I. Das Regionalfernsehen Telebasel strich Ende Januar 2015 den «Theologischen Tipp». Die wöchentliche, kurze Betrachtung religiösen Inhalts passe nicht mehr ins aktuelle Konzept des Senders. «Telebasel» sei aber für ein neues Sendeformat grundsätzlich offen, solange die Kirchen dies selber finanzierten. Der «Tipp» ging seit der Gründung von «Telebasel» im Jahr 1993 jeden Samstag während drei Minuten über den Sender. Ein Pfarrer der drei christlichen Kirchen beider Basel sowie Vertreter der Israelitischen Gemeinde Basel sprachen jeweils zu einem aktuellen Thema.

Abgesetzt II. Im Rahmen von Sparmassnahmen streicht das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS ab 2017 alle religiösen Sendungen. Einzig die Übertragung von Gottesdiensten ist ausgenommen, sagte der Direktor von cath-info.ch, Bernard Litzler, der in der Westschweiz die Verbindung zwischen den katholischen Medienstellen und der RTS sicherstellt. Mit dem RTS-Beschluss würden 50 Jahre gute Zusammenarbeit auf einen Schlag beendet. Betroffen sind die Radio-Sendungen „A vue d’Esprit“ und „Hautes Fréquences“ sowie die TV-Sendung «Faut pas croire“. Mit dem Wegfall der Sendungen werde es nicht mehr möglich sein, einem breiten Publikum ein vertiefendes Informationsangebot mit Reportagen und religiösen Debatten zu unterbreiten. Dies geschehe ausgerechnet in einer Zeit, in der eine „religiöse Radikalisierung“ bestehe, stellten Litzler und sein reformierter Kollege Michel Kocher fest. Die Empörung bei den Verantwortlichen der drei Kirchen ist gross. Generaldirektor Roger de Weck seinerseits brach an einer Versammlung in Freiburg eine Lanze für die Religionssendungen der SRG. Es sei aber „unter grossen Schmerzen“ entschieden worden, solche Sendungen in der Westschweiz aus Spargründen zu streichen.

Auszeichnungen

„Good-News“. Der Westschweizer „Good-News-Preis“ 2015 ist der Seelsorgeeinheit „Les Sources“ im jurassischen Pruntrut verliehen worden, für die Fernsehübertragung eines Familiengottesdienstes durch das Westschweizer Fernsehen RTS 1 im Juni 2014. – Der Preis in der deutschen Schweiz ging an das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) in St. Gallen für die Umfrage zu «Ehe, Familie und Partnerschaft», bei der sich rund 25’000 Personen aus allen Diözesen und Kantonen der Schweiz beteiligt hatten. Damit konnten sich viele Gläubige zum ersten Mal zu diesen Themen äussern. Die Rückmeldungen flossen in die Überlegungen ein, die die Schweizer Bischöfe in die weltweite Bischofssynode zu Familienfragen im Oktober 2015 einbrachten.

Jury-Preis. Das Drama „Mia Madra“ des italienischen Regisseurs Nanni Moretti wurde im Mai 2015, beim 68. Filmfestival in Cannes, mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. Der von humoristischen Szenen und Selbstreflexionen durchsetzte Film handelt von einer Regisseurin (Margherita Buy), deren betagte Mutter im Sterben liegt, während sie in aufreibende Dreharbeiten verstrickt ist und mit privaten Problemen kämpft.

Medienpreis abgesagt. Wegen der Entlassung ihres Sekretärs Simon Spengler durch die SBK beschloss die Kommission für Kommunikation und Medien der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), 2015 keinen Medienpreis auszurichten. Unterzeichnet wurde das Communiqué vom abtretenden Präsidenten Werner De Schepper. Die Kommission liess offen, ob die Tradition später fortgesetzt werde. – Erstmals wurde der Preis 1992 vergeben. Er ist mit 5‘000 Franken dotiert und soll journalistische Arbeiten auszeichnen, die „den Werten der christlichen Botschaft auf beispielhafte Art in den säkularen Medien Ausdruck geben».

Medienpreise zugesagt. Die Katholischen Journalistinnen und Journalisten haben auch 2015 Medienpreise an junge Kollegen verliehen. Die Westschweizerin Karin Baumgartner wurde für ihre Radioreportage «Die Kirche und der Sex» ausgezeichnet, Maria Acqua Simi vom „Giornale del Popolo“ für eine Reportage über die Christen im Irak.

Verbände

Schwieriger Umgang? Über Schwierigkeiten der Schweizer Bischöfe mit den Medien sprach Medienbischof Alain de Raemy vor den Mitgliedern des Vereins Katholischer Journalistinnen und Journalisten an der GV vom März 2015. Es sei schwierig, den Standpunkt der Kirche zu übermitteln, wenn dieser nicht mit dem übereinstimme, was die Medien gerne hören möchten, sagte de Raemy. Er räumte aber ein, dass er noch viel zu lernen habe. Aus der Versammlung wurde ihm entgegengehalten, die Bischöfe sollten nicht schwammige Botschaften verbreiten, die wenig aussagten. Das würde bloss dazu führen, dass sich die Medien andersweitig bedienten. – Vereinspräsident Maurice Page wies auf den Neubeginn im katholischen Medienbereich hin. kath.ch in Zürich und cath.ch in Lausanne wollten umfassender und besser über das Leben in der katholischen Kirche informieren, dies vor allem auch in Zusammenarbeit mit den Mediensprechern der Bischofskonferenz, der Bistümer und der Kantonalkirchen.

Neue Strategien. Der Schweizerische Katholische Presseverein (SKPV) will nach den Worten von Präsident Markus Vögtlin an der GV vom Juni 2015 in Solothurn neue Strategien entwickeln, um dem Mitgliederschwund zu wehren, umso mehr als der Verein in den vergangenen Jahren sukzessive wichtige Sekretariatsaufgaben verlor: Medienkommission, Bildagentur CIRIC, katholische Verleger und vor allem kipa-apic. Die Beilage „Christ und Welt“, welche durch die Mediengruppe „Neue Luzerner Zeitung“ (NLZ) verteilt wird, werde vom SKPV weiterhin finanzielle unterstützt.

2014–2015

Totengedenken

Hubert Schlageter, im Verlag Herder viele Jahre für das religiös-theologische Buch, den liturgischen Bereich und die Zeitschriften zuständig, starb am 2. März 2014 mit 89 Jahren in Freiburg i.Br.

Emil Grichting-Guntern, viele Jahre Bundeshausredaktor des „Tages-Anzeigers“, starb am 8. Juli 2014 in Köniz mit 93 Jahren. Der hervorragende Journalist, liebenswürdige Kollege und grosse Weinkenner aus dem Weindorf Salgesch (VS) hatte seine journalistische Laufbahn bei den katholischen „Neuen Berner Nachrichten“ (1971 eingestellt) begonnen.

P. Josef Camenzind, Mitglied der Missionare von der Heiligen Familie (MSF), starb am 8. August 2014 mit 80 Jahren in Werthenstein (LU). Er war einige Jahre in Madagaskar tätig, übernahm in der Heimat Aufgaben in der eigenen Gemeinschaft und in der Seelsorge und war längere Zeit für die Missionarische Information und Bildung (MIB) der Kirche in der Schweiz zuständig.

Ramun Berther-Provini, Präsident der Vereinigung Katholischer Buchhändler der Schweiz (VKB), starb am 22. September 2014 in Chur nach kurzer Krankheit im Alter von 59 Jahren. Er hatte seit dem Jahr 2000 in dritter Generation die Buchhandlung Provini in der Churer Altstadt geführt. Zudem war er viele Jahre Präsident der Caritas Graubünden.

Martha-Hildegard Schlotter, Paulusschwester, starb am 24. September 2014 in Freiburg mit 87 Jahren. Sie hatte beim Versand des Kipa- und Apic-Dienstes immer wieder tatkräftig mitgeholfen.

Ferdinand Mengis-Wyer, ein Leben lang Verleger und Herausgeber des „Walliser Bote“ (WB), starb am 26. Oktober 2014 in Luzern mit 87 Jahren. Bereits 1951 hatte er die von seinem Vater gegründete Druckerei in Visp übernommen, baute sie sukzessive aus, ermöglichte den Übergang des WB zur (politisch unabhängigen) Tageszeitung und sicherte sich in hartem Ringen mit dem Unterwalliser Verleger André Luisier und nach Aufgabe der christlichsozialen Regionalzeitung „Volksfreund“ das Pressemonopol im Oberwallis. 1973 gründete er zusammen mit Freunden den „Rotten Verlag“, der seither vornehmlich zur Erhaltung des Oberwalliser Kulturgedächtnisses über 300 Titel herausgab.

Otto Schönherr, langjähriger Chefredakteur der Österreichischen Nachrichtenagentur APA, starb am 23. Januar 2015 im Alter von 92 Jahren. Er war das letzte noch lebende Gründungsmitglied des Verbandes katholischer Publizisten Österreichs.

Marlis Widmer, ehemalige Lehrerin und Rektorin an der „Maitli-Flade“ in St. Gallen, starb am 8. Februar 2015 mit 88 Jahren. Sie war eine wunderbare Frau, zeitlebens in katholischen Organisationen engagiert, als Freiwillige an vielen Aufgaben beteiligt, in jeder Situation liebenswürdig und hilfsbereit, so eben auch von 1989-2002 bei der Kipa, während einigen Jahren als Vizepräsidentin.

Persönlich

Joseph Bossart, seit 1996 bei der Kipa, Chefredaktor, hat sich auf die Reorganisation des katholischen Medienwesens hin (s.u.) pensionieren lassen. In all den Jahren hat er das Gesicht der Agentur massgebend geprägt, mit hohem Einsatz und steter Offenheit Themen und Entwicklungen gegenüber.

Werner De Schepper, früherer „Blick“-Chefredaktor und bereits gewählter Redaktionsleiter im Katholischen Medienzentrum Zürich (kath.ch), entschloss sich kurze Zeit nach Vertragsunterzeichnung, wieder auszusteigen und zum Medienkonzern Ringier zurückzukehren, um auf den 1. März 2015 Co-Chefredaktor der „Schweizer Illustrierten“ zu werden. Beim Aufbau des „Newsroom“ des Medienzentrums half er noch mit.

François Gross, viele Jahre „Liberté“-Chefredaktor in Freiburg, erhielt im Frühjahr 2014 den Berner Medienpreis. Geehrt wurde er für sein Lebenswerk, seine trefflichen Kommentare, die Eleganz seines Stils und die Unnachgiebigkeit eines unabhängigen Denkers.

Hansruedi Huber, Mitglied der Fokolar-Bewegung, heisst ab 1. März 2015 der neue Sprecher der Diözese Basel, als Nachfolger von Adrienne Suvada (s.u.). Er hat Betriebswirtschaft und Kommunikationswissenschaft studiert, sich zum PR-Berater weitergebildet und war in der Unternehmenskommunikation diverser Firmen tätig.

Thomas Illi, Journalist und Kommunikationsberater, wurde Mitte 2014 als Nachfolger von Annegret Ruoff neuer Chefredaktor von „reformiert“, Monatsschrift der reformierten Kirchgemeinden im Kanton Aargau.

André Marty, ehemaliger SRF-Nahostkorrespondent und seit drei Jahren Kommunikationsbeauftragter der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza), amtet ab 1. März 2015 als Kommunikationschef der Bundesanwaltschaft. Marty hatte 2009 den Katholischen Medienpreis erhalten.

P. Lorenz Moser OSB, Wallfahrtspriester, übernahm als Nachfolger von P. Alois Kurmann OSB die Verantwortung für den Informationsdienst des Klosters Einsiedeln. Von 1989-2002 war Pater Lorenz Rektor der Stiftsschule.

Odilo Noti, promovierter Theologe und Leiter Kommunikation bei Caritas Schweiz, wurde erster Präsident des Vereins Katholisches Medienzentrum in der deutschen Schweiz, gewählt vom Trägerverein. Als Direktor des Zentrums wurde Charles Martig, bisher Leiter des Katholischen Mediendienstes, berufen, als leitender Redaktor Martin Spilker, seit vielen Jahren bei diversen Medien tätig (LZ, NLZ, Pfarreiblatt Urschweiz, Entlebucher Anzeiger).

Volker Resing, Redaktor der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin, übernahm am 1. Oktober 2014 die Chefredaktion der Fachzeitschrift „Herder Korrespondenz“, als Nachfolger von Ulrich Ruh, der die Monatsschrift 23 Jahre lang geleitet hatte.

Simon Spengler, Informationsbeauftragter der Bischofskonferenz (SBK) sowie geschäftsführender Sekretär der Kommission für Medien und Kommunikation (Medienkommission), wurde von der SBK wegen personellen „Umbaus des Generalsekretariates (GS)“ entlassen. Die Stelle „kircheninterne Beziehungen, Marketing und Social Media“ im GS soll neu ausgeschrieben werden. Aufgrund der mit diesem „Umbau“ verbundenen Querelen und weil die Medienkommission dazu nicht befragt wurde, stellte der Interimspräsident der Kommission, Werner de Schepper, seinen Posten zur Verfügung.

Adrienne Suvada hat ihre Aufgabe als Kommunikationsverantwortliche des Bistums Basel Ende Januar 2015 beendet (s.o.). Grund für ihre Kündigung seien „unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung und Umsetzung der Kommunikation“ gewesen, heisst es in einer Mitteilung des Bistums.

Kirchen und Medien

Start der katholischen Medienzentren. Am 6. Januar 2015 nahmen die neuen katholischen Medienzentren in der deutschen und in der welschen Schweiz ihren Betrieb auf, jenes in der italienischsprachigen Schweiz Ende Januar. Damit begann ein neues Kapitel kirchlicher Medienarbeit. Über zwei Jahre hatte der Prozess gedauert, um alle Medieninstitutionen (Kipa/Apic, CCRT, Katholischer Mediendienst, cath.ch, CCRT Lugano) zusammenzuführen. Nachrichtendienste, Radio- und TV-Arbeit, Social Media und Internetportale sollen in Zukunft nicht mehr von unterschiedlichen Redaktionen bzw. unabhängigen Institutionen gestaltet werden. Die Zusammenarbeit soll durch die neuen Internetportale www.kath.ch, www. cath.ch und www.catt.ch gefördert werden. Für Kipa und Apic und den Katholischen Mediendienst (KM) heisst dies, die Segel zu streichen. Die Mitarbeitenden sollen ihre Arbeitsplätze behalten. kath.ch erstellt wie bisher einen Tagesdienst, aber nur noch online, während Kipa-Woche als „7 Tage“ wie bisher gedruckt der „Kirchen-Zeitung“ (SKZ) beigelegt wird. Apic bietet den Tagesdienst auch in Papierform an.

Bistum Chur mit „Infoblatt“. Seit Januar 2015 erscheint im Bistum Chur ein monatliches „Infoblatt“, das allen Interessierten per Mail zugestellt wird. Finanziert wird die neue Publikation aus dem Solidaritätsfonds des Bistums Chur, in den Beiträge von Gläubigen fliessen, die aus den staatskirchenrechtlichen Organisationen ausgetreten sind.

Frei von Moden. „Katholische Medien haben eine sehr schwierige Aufgabe, was die soziale Kommunikation betrifft: Sie müssen versuchen, sie vor allem zu schützen, was sie entstellt oder instrumentalisiert“, sagte Papst Franziskus am 15. Dezember zu Mitarbeitenden des katholischen italienischen Fernsehsenders „TV Sat 2000“. Und er fuhr fort: „Oft wird die Kommunikation der Propaganda, der Ideologie, politischen Zielen oder wirtschaftlichen bzw. technischen Kontrollen unterworfen. Aber was der Kommunikation gut tut, ist in erster Linie der Mut, mit Offenheit und Freiheit zu reden! Wenn wir wirklich von dem überzeugt sind, was wir zu sagen haben, dann kommen die Worte von selbst. Wenn wir stattdessen an taktische Aspekte denken, dann wird unser Reden ein Konstrukt und wenig kommunikativ. Freiheit ist auch die Freiheit von den Moden, von den Gemeinplätzen, von den vorgefertigten Formeln, die letztlich die Fähigkeit zum Kommunizieren zerstören.“

Neue Medienstrukturen. Parallel zur Reform der Kurie will der Vatikan auch die Medienstrukturen überprüfen. Die weitgehend eigenständigen Einrichtungen sollen verzahnt und modernisiert werden. Im Herbst 2014 traf sich zum ersten Mal eine Kommission unter der Leitung des früheren BBC-Aufsichtsratsvorsitzenden Christopher Patten (bekannt als letzter Gouverneur Hongkongs und als EU-Kommissar).

Religion, was ist das? An der Tagung „Tweet zum Sonntag“ von Mitte September 2014 in Zürich kamen Fachleute zum Schluss, Religion sei in den Medien nach wie vor ein Randthema und Journalisten wüssten darüber viel zu wenig. Anlass bot das 60-jährige Bestehen der Sendung „Wort zum Sonntag“.

Printmedien

Mission erfüllt. „Auftrag“, die „Zeitschrift für praktische Pfarreiarbeit“ mit jährlich sechs Ausgaben, erschien Ende März 2015 nach 40 Jahren Bestehen zum letzten Mal. Es sei trotz Neulancierung nicht gelungen, eine Trendwende herbeizuführen, hielt Vereinspräsident Ludwig Spirig-Huber fest. Die Zeitschrift war 1974 gegründet worden. Bis Ende 2012 hatte Willy Bünter die Redaktion inne; ihm folgte Remo Wiegand. Neben Einzelmitgliedern gehören dem Verein namhafte Institutionen und die Deutschschweizer Ordinarienkonferenz an. 1992 betrug die Auflage 7‘000 Exemplare, am Schluss noch 3‘800.

Jetzt online. Die Jesuitenzeitschrift „Orientierung“, die 2009 eingestellt wurde, ist jetzt vollständig digitalisiert und unter www.orientierung.ch abrufbar.

Hohe Beiträge. Im Sommer 2014 beschloss die Synode der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, für die Herausgabe des Pfarreiblatts „forum“ in den Jahren 2015-2018 je einen kostendeckenden Beitrag zwischen 3,4 und 3,6 Mio. Franken bereitzustellen.

Neuer Auftritt. Zum Auftakt ins 30. Jahr seines Bestehens erscheint das Aargauer Pfarrblatt „Horizonte“ seit Jahresbeginn in neuer Aufmachung. Die Printausgabe, ab Januar 2015 nur noch alle zwei Wochen (um Portokosten zu sparen), ist inhaltlich und optisch umgebaut, die Homepage neu gestaltet.

Magazin für die Jungen. Anfang Oktober 2014 erschien erstmals das katholische Magazin „Melchior“. Auf knapp 80 Seiten schreiben junge Katholiken über Glaubens- und gesellschaftspolitische Themen, auf der Suche nach „dem Grossen, dem Wahren und dem Schönen“. Die Kosten werden durch Spenden gedeckt. Die Schweizer Ausgabe (rund 3‘000 Expl.) erscheint in Zusammenarbeit mit Österreich. www.melchiormagazin.com

Partner gefunden. Die Paulus-Schwestern in Freiburg haben im Herbst 2014 als alleinige Aktionäre einen Drittel der „Liberté“ an die Freiburger Kantonalbank und das Energieunternehmen Groupe E verkauft. Auf den „Geist der Zeitung“ und deren Unabhängigkeit soll dies keinen Einfluss haben.

Verlage und Buchhandlungen

Übernahme perfekt. Die Düsseldorfer Droege Group hat im August 2014 den Vertrag zur Mehrheitsübernahme der insolventen Augsburger Verlagsgruppe „Weltbild“ unterzeichnet. Die 1998 gegründete Group bezeichnet sich als unabhängiges Beratungs- und Investmenthaus und als Spezialist für massgeschneiderte Restrukturierungs- und Wachstumsprogramme. 2014 soll der Umsatz bei umgerechnet fast 10 Milliarden Franken gelegen haben. Fast gleichzeitig wurde bekannt, dass die neue Besitzerin auch den Online-Buchhändler www.buecher.de übernimmt. „Weltbild“ hatte bisher 12 deutschen Bistümern, dem Verband der Diözesen und der Katholischen Soldatenseelsorge Berlin gehört.

Neues Domizil. Der Verlag „Neue Stadt“ hat im Herbst 2014 den Sitz von Zürich nach Baar verlegt, in die Räumlichkeiten der Fokolar-Bewegung. Damit sollen die Infrastruktur besser genutzt und mit dem benachbarten Bildungszentrum mehr Synergien erzielt werden.

Soziale Netzwerke

Nachfrage steigt. Die Internet- und SMS-Seelsorge ist immer mehr gefragt, wie dem Jahresbericht 2013 zu entnehmen ist. www.seelsorge.net hatte 2013 im Schnitt täglich 150 Besucher verzeichnet. Die Anfragen per Mail nahmen massiv zu, jene per SMS dagegen blieb auf Vorjahresniveau. Die 27 ehrenamtlich tätigen Seelsorgerinnen und Seelsorger beantworteten 1‘200 Erstanfragen (Vorjahr: 600). Nach wie vor nicht gesichert ist die Finanzierung. Die RKZ hat sich 2013 aus der Mitfinanzierung zurückgezogen, was ein Minus von 50‘000 Franken zur Folge hatte.

Wo bist Du, Gott? „GOTTsuchen“ heisst ein Facebook-Profil, das seit Februar 2014 aufgeschaltet ist. Initianten sind junge Benediktiner aus dem Kloster Einsiedeln. Sie verfassen täglich kurze Impulse, die von ihren Erfahrungen auf dem Weg mit Gott erzählen.

Radio

Radio Berner Oberland. Die Landeskirchen des Berner Oberlands sind mit einer neuen Radiosendung präsent: „Chilchestübli“, einer „Sendung über Gott und die Welt“, jeden Dienstagaabend auf Radio Berner Oberland, jeweils ab 21 Uhr. www.kibeo.ch

Fernsehen

„Sternstunden“ mit Änderungen. Nach 20-jährigem Bestehen gab es bei der Fernsehsendung „Sternstunden“ Änderungen. Die Gottesdienste wurden ausgelagert, um eine allgemein erkennbare Trennung zwischen der redaktionell verantworteten Sendung „Sternstunde“ und jenen Sendungen zu erreichen, die unter Mitarbeit der Kirchen entstehen. Auch gab’s personelle Veränderungen: Moderator Bernhard Senn verliess „Sternstunden“, Norbert Bischofberger wechselte von „Sternstunde Philosophie“ zur „Sternstunde Religion“, Judith Hardegger widmet sich jetzt voll der Aufgabe als Redaktionsleiterin und Katja Gentinetta verliess „Sternstunde Philosophie“ im Januar 2015. Neu im Team „Sternstunde Religion“ ist Amira Hafner-Al Jabaji, Islam- und Medienwissenschaftlerin; sie ersetzt Hansjörg Schultz.

„Fenster zum Sonntag“. Für weitere fünf Jahre haben SRG und Alphavision AG die Zusammenarbeit und Ausstrahlung der Sendung „Fenster zum Sonntag“ vereinbart. Die neue Vereinbarung ist nach Angaben der SRG am 1. Januar 2014 in Kraft getreten. Die Sendereihe will nach eigenen Angaben „engagiertes Christsein abbilden“ und wird ideell von der Stiftung Christliches Fernsehen getragen.

Auszeichnungen

Lebenswerk geehrt. Al Imfeld, Theologe und Journalist, erhielt den Pro-Litteris-Preis 2014 der Schweizerischen Urheberrechtsgesellschaft für Literatur und Bildende Kunst. Mit seinen Recherchen, Kolumnen und Sachbüchern habe sich Imfeld einen Namen als Afrika-Kenner gemacht. Er schreibe seine Reportagen abseits der grossen Medienhäuser, hole die kleinen Leute aus fernen Gegenden in die Nähe, schreibt die Jury. Zugleich würdigt Pro Litteris Al Imfeld und den Bundeshausjournalisten Viktor Parma für ihr berufliches Gesamtwerk. Die beiden Preisträger haben ihrerseits als Gewinner des Pro-Litteris-Förderpreises Oliver Classen bestimmt, Mediensprecher der „Erklärung von Bern“.

Good News. Weihbischof Alain de Raemy hat im Juli 2014 in Genf den Verantwortlichen der Jesuiten-Zeitschrift „choisir“ den Good-News-Preis für die Westschweiz überreicht. Dieser ist mit 1‘000 Franken dotiert und wird von den katholischen Medien in der Westschweiz gestiftet. Die Zeitschrift, 1959 gegründet, verstecke nicht die schlechten Nachrichten, nehme aber ebenso die guten auf, um diese im Glauben weiterzugeben, sagte der Weihbischof. Den gleichen Preis in der deutschen Schweiz übergab er in Basel Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die im Rahmen des Projekts www.verseni.ch seit Jahren jeden Sommer eine Woche mit Waisenkindern in Rumänien verbringen.

Erster Predigtpreis. 245 Predigten wurden für den 1. Predigtpreis des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) eingereicht. Überreicht wurde er am Reformationssonntag in der deutschsprachigen Kategorie an die Basler Pfarrerin Caroline Schröder-Field und in der französisch-italienischsprachigen Kategorie an die Neuenburger Pfarrerin Isabelle Ott-Bächler. Einen Spezialpreis für eine Radiopredigt erhielt Manuela Liechti-Genge, Pfarrerin in Pruntrut. (Diese und weitere Predigten werden im Sammelband „Ausgesprochen reformiert – Predigten“ publiziert.)

„Durak“. Der Film des russischen Regisseurs Yury Bykov hat im Sommer 2014 am Filmfestival Locarno den Preis der Ökumenischen Jury gewonnen. Er beschreibt einen Tag voller Konflikte und Korruption im Leben einer russischen Kleinstadt. Der Preis ist mit 20‘000 Franken dotiert und wird von den beiden grossen Kirchen der Schweiz zur Verfügung gestellt.

„Timbuktu“. Ursprünglich wollte der mauretanische Filmemacher Abderrahmane Sissako ein dokumentarisches Essay über das Vorrücken der islamischen Fundamentalisten drehen. Doch bei den Recherchen im Norden Malis musste er miterleben, wie ein Mann und eine Frau, Eltern von zwei Kindern, auf bestialische Weise gesteinigt wurden, weil sie nicht verheiratet waren. Diese Erfahrung taucht in „Timbuktu“ auf, in Sissakos neuestem Film, der am Filmfestival von Cannes mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet wurde.

„Kreuzweg“. Der deutsch-französische Film von Dietrich Brüggemann hat bei den 64. Berliner Filmfestspielen den Preis der Ökumenischen Jury erhalten. Der Film, der fast ohne Kamerabewegung oder Musik auskommt, beschreibt anhand des Schicksals einer Jugendlichen in einer katholisch-fundamentalistischen Gemeinschaft die destruktiven Aspekte jedes Fundamentalismus.

Schokoladenreihe. Stephan Sigg, Theologe und bisheriger Redaktionsleiter des Katholischen Mediendienstes www.kath.ch , gewann den „Prix eco.swisscanto 2014″ in der Kategorie „Generation Zukunft“ für seine Kinderbuchreihe „Emmas SchokoLaden“(Eine-Welt-Verlag).

Porträts. Die junge Freiburger Lokaljournalistin Mireille Rotzetter wurde mit dem Medienpreis 2014 des Schweizerischen Vereins katholischer Journalistinnen und Journalisten ausgezeichnet, für eine Porträtserie zu drei regelmässigen Besuchern des „Banc Public“, des Tageszentrums für Bedürftige in Freiburg. Für die französischsprachige Schweiz wurde der Sportjournalist Mathieu Aeschmann ausgezeichnet, für eine Reportage über das familiäre Umfeld der albanischstämmigen Schweizer Spitzenfussballer Shaqiri, Behrami und Xhaka im heimischen Kosovo.

2015 kein Preis. Wegen Entlassung des Sekretärs der Medienkommission, Simon Spengler, wird es 2015 keinen Katholischen Medienpreis der Kirche in der Schweiz geben. Dies teilte nach dem Entscheid der SBK zum „Umbau des Generalsekretariates“ Interimspräsident Werner de Schepper mit (s.o.).

Verbände

Katholischer Presseverein. Die Reorganisation der katholischen Medien in der Schweiz führt zu einschneidenden Veränderungen beim Katholischen Presseverein (SKPV), wie die GV vom Juni 2014 in Engelberg unter dem Präsidium von Markus Vögtlin (Basel) ergab. Die neuen Medienzentren brauchen keine Unterstützung mehr und die bisherigen Dienstleistungen für Kipa/Apic fallen dahin. Zwei Mitarbeiterinnen verlieren ihre Stellen. Übrig bleibt noch eine 50-Prozent-Stelle. Der Verein wird aber das Verlagsprojekt „Christ und Welt“ (wöchentliche Produktion einer Zeitungsseite zu religiösen Themen für Tageszeitungen) aufrechterhalten und sich verstärkt im Video-Bereich engagieren, so mit Kursen für kirchliche Mitarbeiter.

Katholische Journalisten. Die Jahresrechnung 2013 des Vereins katholischer Journalistinnen und Journalisten mit seinen rund 100 Mitgliedern schloss dank Beiträgen zweier Stiftungen positiv ab und der „Prälat-Meier-Fonds“ zur Förderung und Unterstützung junger Journalisten ist nach wie vor gut dotiert. Zum Ehrenmitglied des Vereins wurde unter Leitung von Vize-Präsidentin Geneviève de Simone an der GV vom März 2014 in Freiburg Raphaël Pasquier (67) ernannt, eine in der Westschweiz bekannte Radiostimme. Pasquier hat während 30 Jahren als Radiojournalist beim „Centre catholique de Radio et Télévision“ (CCRT) in Lausanne gearbeitet.

2013–2014

Totengedenken

Josef Bieger, Seelsorger und Redaktor, starb Ende Juni 2013 in Basel mit 71 Jahren. Er hatte in Luzern Philosophie und Theologie studiert und in Basel in Soziologie doktoriert. Seine Stationen: Seelsorger in Pratteln, Leitung des Industriepfarramts beider Basel (zusammen mit einem reformierten Kollegen), Gemeindeleiter in Reinach (BL), von 1997-2007 Chefredaktor von „Kirche heute“, des katholischen Pfarrblatts der Nordwestschweiz.

Felix Gamillscheg, österreichischer Publizist, starb am 24. August 2013. Er begann bei der „Presse“ in Wien, wurde u.a. Chefredaktor der katholischen Presseagentur „kathpress“ und Mitherausgeber der renommierten Wochenzeitung „Die Furche“. Er galt in Österreich als einer der „Urväter“ des heutigen Journalismus, als „Qualitätsjournalist alter Schule“.

Karl Kron-Burkart starb am 3. Oktober 2013 in Muri (AG) mit 87 Jahren. Während vielen Jahren redigierte er die Regionalzeitung „Freischütz“ (heute: “Der Freiämter“), die vom Familienbetrieb seit Jahrzehnten herausgegeben wird. Sohn Thomas Kron führt die Aufgabe weiter.

Gertrude Sartory starb am 5. Oktober 2013 in Hamm (D). mit 90 Jahren. Sie war die Witwe des 1982 verstorbenen Theologen und Publizisten Thomas Sartory, eines ehemaligen Benediktiners. Beide haben, teils gemeinsam, unzählige Bücher und Schriften veröffentlicht, die „neue Wege betrachtender Glaubenserfahrung und Spiritualität gesucht haben“ (Christ in der Gegenwart). Das gilt vor allem für die „Texte zum Nachdenken“ im Herder Verlag.

Fritz-Patrick Schaller-Giess, Theologe und Journalist, starb am 14. Oktober 2013 in Küsnacht (ZH) mit 73 Jahren. Der gebürtige Entlebucher hatte 1974 bei Prof. Alois Müller in Freiburg i. Ue. mit einer viel beachteten Arbeit über den „Notstand im christlichen Pressewesen“ promoviert. In den 70-er Jahren war er Auslandredaktor der „Luzerner Neusten Nachrichten“ (LNN), danach Korrespondent in Paris, schliesslich Redaktor der „Schweizer Familie“. Zeit seines Lebens befasste er sich mit theologischen Fragen: www.atelier-fuer-theologie.ch

Regine Schindler-Hürlimann, Schriftstellerin, starb am 8. Juni 2013 in Zürich mit 78 Jahren. Nach dem Studium (Geschichte und Germanistik) heiratete sie den Theologen Alfred Schindler. Für ihre fünf Kinder begann sie, religiöse Geschichten zu schreiben und hinterliess schliesslich mehr als 60 kleinere und grössere Bücher für Kinder und Erwachsene, so eine Nacherzählung der Bibel („Mit Gott unterwegs“) und die Bilderbuchreihe „Religion für kleine Leute“.

Marianne Stauffacher, seit 2004 Leiterin des Theologischen Verlags Zürich (TVZ), starb völlig unerwartet am 22. September 2013 in Basel mit 59 Jahren. Unter ihrer Leitung übernahm der traditionsreiche reformierte Verlag 2005 die „Edition NZN“ (ehemals: NZN-Buchverlag).

Br. Nestor (Otmar) Werlen, Kapuziner, starb am 31. Oktober 2013 in Schwyz mit 81 Jahren. Der gebürtige Lötschentaler wurde durch seine journalistische Tätigkeit bekannt. An der Synode ´72 in Bern betreute er die Pressestelle. 1977 wurde er Kirchenredaktor beim „Vaterland“ und erlebte hier sechs stürmische Jahre (Papstwahlen / Auseinandersetzung um Hans Küng und Herbert Haag). Er behielt stets die Ruhe des Berglers und des erfahrenen Kirchenhistorikers; seine Beiträge zeichneten sich durch Klarheit und Offenheit aus, auch später als Berichterstatter der Bischofssynoden und als Kolumnist des „Walliser Boten“.

Franz Karl Zust-Frey starb am 12. Januar 2014 in Gümligen (BE) mit 83 Jahren. Er war der Sohn des ehemaligen „Vaterland“-Chefredaktors und CVP-Ständerats Franz Karl Zust-Willimann (Luzern) und war ein Leben lang Auslandredaktor der Schweiz. Politischen Korrespondenz (SPK) in Bern.

Persönlich

Markus Alig übernahm die Leitung von „Verlag + Buchhandlung Neue Stadt“, die zur Fokolar-Bewegung gehören. Alig ist von Beruf Kaufmann und Buchhalter. Er folgte auf Hans Jutz, der das Unternehmen 37 Jahre geleitet hatte.

Nicolas Betticher hat anfangs 2014 seinen Rücktritt als Informationsbeauftragter der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), mit Schwerpunkt Westschweiz und Tessin, angekündigt. Erst im September 2012 war er auf Laure-Christine Grandjean gefolgt, die auch nur zwei Jahre im Amt war. Gegenüber den Medien kritisierte Betticher, er habe bei der SBK nicht über wirklich gute Bedingungen verfügt, um seine Arbeit «professionell» ausüben zu können.

Susanne Bossard-Kälin, Journalistin und Autorin aus Einsiedeln, verliess die Redaktion „Salve“, der sie seit der Gründung der Zeitschrift im Jahre 2004 angehörte. „Salve“ ist das Organ der Einsiedler Benediktiner und der Benediktinerinnen im Kloster Fahr.

Louis Bosshart, 31 Jahre lang Inhaber eines Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft an der Universität Freiburg i. Ue., hat sich Mitte 2013 vom akademischen Katheder verabschiedet. Bosshart war bei den Studierenden sehr beliebt, weil er ein offenes Ohr für ihre Anliegen hatte und sich für ihr berufliches Weiterkommen einsetzte. Bei der Abschiedsvorlesung wurden seine Balance zwischen fachlichen und menschlichen Kompetenzen gelobt und die Fähigkeit gerühmt, als zurückhaltender, geschickter Motivator Türen zu öffnen. Sein Verdienst besteht auch darin, dem Fach zu mehr Ansehen verholfen zu haben, was in einem verstärkten Ausbau des Departements zum Ausdruck kommt.

Anne Durrer und Marina Kaempf wurden vom Schweiz. Evangelischen Kirchenbund (SEK) als neue Kommunikationsbeauftragte berufen. Durrer war zuvor Pressesprecherin von Santésuisse, Kaempf Redaktorin der Schweiz. Depeschenagentur (SDA). Beide stammen aus der Westschweiz und sind zweisprachig.

Guido Estermann, Theologe, beendete Mitte 2013 nach zwölf Jahren seine Tätigkeit als Redaktor des Pfarreiblattes Zug. Er bleibt aber Dozent an der Pädagogischen Hochschule Schwyz für Fachwissenschaft und Fachdidaktik Ethik-Religionen. Neuer Redaktor im Nebenamt wurde Mathias Müller, promovierter Theologe. Seine andere Aufgabe, ein Teilzeitpensum als Lehrer für Religionskunde und Ethik an der Kantonsschule Reussbühl (LU), behält er bei.

Judith Hardegger, katholische Theologin, wurde per 1. November 2013 Redaktionsleiterin „Sternstunden“ beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), zu der neu auch die Radioredaktion Religion gehört. Sie folgt auf Norbert Bischofberger und Hansjörg Schultz. Hardegger war von 2004-2010 Redaktorin beim „forum“ Zürich, arbeitete seit 2009 in Radio und Fernsehen mit.

Jacqueline Keune, Theologin und Autorin aus Luzern, gab Mitte 2013 die Redaktion der franziskanischen Zeitschrift „tauzeit“ an eine Redaktionsgruppe ab.

P. Albert Longchamp SJ gab im Sommer 2013 die Leitung der Jesuitenzeitschrift „Choisir“ (Genf) ab, um sich vermehrt als Priester und Autor zu betätigen. Er war vor seiner Zeit als Jesuitenprovinzial (2005-2009) viele Jahre Chefredaktor des „Echo magazine“. Sein Nachfolger bei „Choisir“ wurde P. Pierre Emonet, der die Zeitschrift (1959 gegründet) bereits von 1996-2007 geleitet hatte.

Martina Läubli, Literaturwissenschaftlerin, verstärkt seit Mitte 2013 die Redaktion „aufbruch“, Zeitschrift für Religion und Gesellschaft. Sie hat protestantische Theologie studiert, auf verschiedenen Stufen Deutsch und Literatur unterrichtet und bei Tageszeitungen journalistische Erfahrungen gesammelt.

Andreas C. Müller, Historiker aus Aarau, übernahm Mitte 2013 die Redaktionsleitung des Aargauer Pfarrblatts „Horizonte“, dessen Redaktion er bereits vorher angehört hatte. Er löste Carmen Frei ab, die nach 15 Jahren Redaktion die Kommunikationstelle der Pflegi Muri (AG) antrat.

Brigitta Rotach, langjährige Moderatorin der TV-Sendung „Sternstunde Religion“, leitet seit 1. März 2014 im „Haus der Religionen“ in Bern die Bereiche Veranstaltungen und Kulturprogramme. Rotach ist in einer jüdisch-christlichen Familie aufgewachsen und hat als Theologin aktuell einen Lehrauftrag an der Uni Zürich.

Hans Martin Schaer, langjähriger Leiter der Medienstelle BLS und Zentralsekretär des Schweiz. Verbandes der Journalistinnen und Journalisten, wurde neuer Leiter des Kommunikationsdienstes der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn. Er folgte auf Thomas Gehrig.

Urban Schwegler, Dr. theol. und Redaktor des Stadtluzerner Pfarreiblatts, wurde neuer Leiter des Fachbereichs Kommunikation der Katholischen Kirchgemeinde Luzern, behält aber einen Teil der Redaktionsaufgabe bei. Er trat die Nachfolge von Florian Flohr an, der sich vermehrt Wohnbaugenossenschaften und Projekten der Kirchgemeinde widmet.

Daniel Sommerhalder, gelernter Polygraf, wurde zum neuen Kommunikationsbeauftragten der Römisch-katholischen Landeskirche Aargau gewählt, als Nachfolger von Christian Breitschmid, der zum „praktischen Journalismus“ zurückkehrt.

Ludwig Spirig-Huber, Theologe in Bern, wurde zum neuen Präsidenten des Vereins „Auftrag“ gewählt, als Nachfolger von René Däschler (Wädenswil), der den Verein während 14 Jahren geführt hatte. „Auftrag“ wurde 1976 im Gefolge der Synode ´72 gegründet, steht im Dienste praktischer Pfarreiarbeit und erscheint sechsmal im Jahr.

Urs Zimmermann, Pfarrer von Bad Zurzach (AG), gab sein Amt auf und wurde mit einem 70%-Pensum neuer Redaktor der Regionalzeitung „Die Botschaft“. Er wird aber weiterhin als Priester tätig sein.

Kirchen und Medien

Papst als Vorbild. Die Sprache von Papst Franziskus ist nach den Worten von Kurienerzbischof Claudio Maria Celli das Vorbild für die richtige Kommunikation in der Kirche. „Er hat den richtigen Stil und die richtige Ansprache“, sagte der Präsident des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel bei der Vorstellung des Lehrschreibens „Evangelii gaudium“. Das Schreiben vermittle den Eindruck, als ob sich ein Pfarrer in einem meditativen Gespräch mit Gläubigen befinde.

Dialog mit neuen Technologien. Papst Franziskus hat den Päpstlichen Medienrat aufgefordert, beim Dialog mit Klugheit auf soziale Netzwerke zu setzen. Der Vatikan hat mittlerweile mehr als zwei Dutzend Internetauftritte, nutzt Facebook, Twitter und eine „Pope-App“ für Smartphones, doch fehlt nach Ansicht von Beobachtern eine klare Strategie. Daran habe auch der im Sommer 2012 zum vatikanischen Medienberater ernannte Journalist Greg Burke aus den USA nichts geändert. Der Medienrat erörterte, wie Abhilfe geschaffen werden könnte. Über Beschlussfassungen wurde nichts bekannt.

Für Evangelium und Kirche. Papst Franziskus hat die Arbeit des vatikanischen Fernsehzentrums CTV zu dessen 30jährigem Bestehen als „Dienst für das Evangelium und die Kirche“ gewürdigt. Indem CTV den grossen Fernsehsendern Aufnahmen zur Verfügung stelle, fördere es eine „sachgerechte und zügige Information über das Leben und die Lehre der Kirche in der Welt von heute“, sagte der Papst.

Kirche auf den Marktplätzen. „Neue Medien für das Evangelium“ war das Motto des Mediensonntags 2013. Abt Martin Werlen OSB rief dazu auf, die Botschaft der Kirche auf diesen „Marktplätzen unserer Zeit“ glaubwürdig und überzeugend zu verkünden. Soziale Netzwerke stellten eine „heilsame Herausforderung“ für alle Getauften dar, sagte Abt Martin. Wer gehört werden wolle, müsse zuerst selber Hörender sein, dürfe also nicht von oben herab reden, sondern müsse mit den Menschen auf dem Weg sein

Internet im Mittelpunkt. Das christliche Zeugnis im Internet und in sozialen Netzwerken steht im Mittelpunkt des 48. katholischen Welttags der sozialen Kommunikationsmittel, der in der Schweiz als Mediensonntag am 1. Juni stattfindet. Das vom Vatikan festgelegte Leitwort lautet: „Kommunikation im Dienste einer echten Kultur der Begegnung“. Jeder müsse die Herausforderung annehmen, authentisch zu sein und seine Werte und seine christliche Identität in „neuer Sprache“ zum Ausdruck zu bringen, heisst es in der römischen Mitteilung.

Verstärkte Kommunikation. Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) will ihre Kommunikation verstärken, wie an der GV von Ende November 2013 beschlossen wurde. Sie soll prägnanter und anschaulicher werden, soll sichtbar machen, dass auf allen Ebenen viel geschieht, das für das zeitgemässe Wirken der katholischen Kirche und für den Dialog mit der Gesellschaft wichtig ist. Die „stark kopf-, text- und finanzlastige Kommunikation“ soll um Bilder und Geschichten ergänzt werden.

Printmedien

Pfarrblatt seit 100 Jahren. Am 4. Januar 1914 erschien das erste „Pfarrblatt für die Katholiken der Stadt Basel“, das heutige Wochenblatt „Kirche heute“ für die Katholiken in der Nordwestschweiz. Für seine Entwicklung war 1971 ein wichtiges Jahr: Delegierte aus 33 Pfarreien gründeten die Pfarrblattgemeinschaft Region Basel und stellten erstmals einen Redaktor an, den laisierten Priester Josef Knüsel. Es war dies das erste wirklich regionale Pfarrblatt in der Schweiz. (Auflage: rund 67‘000 Exemplare)

Nur noch monatlich. „Pfarreiforum“, das Pfarreiblatt des Bistums St. Gallen, erscheint seit Anfang 2014 nur noch monatlich, bisher alle drei Wochen. Dafür gibt es pro Ausgabe mehr Seiten. In Zukunft soll zudem jede Ausgabe ein Schwerpunktthema enthalten. (Auflage: 103‘000 Exemplare)

„forum“ in neuem Gewand. Ende 2013 erschien das Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zürich in einer neuen Aufmachung. Neben grafischen Veränderungen wurden neue Rubriken eingeführt, die dazu beitragen sollen, das „forum“ als „vielfältiges, frisches und regional verankertes katholisches Magazin“ wahrzunehmen. (Auflage: 190‘000 Exemplare)

reli. wird eingestellt. Die ökumenische, religionspädagogische Zeitschrift reli. wurde Ende 2013 eingestellt. Der Entscheid des Theologischen Verlags Zürich trug dem Umstand Rechnung, dass die Reformierte Kirchenkonferenz der deutschen Schweiz ab 2014 keine finanzielle Unterstützung mehr leistet.

Für junge Christen. Es gibt ein neues christlich geprägtes Magazin: „Dran Next“. Die ursprünglich deutsche Publikation mit evangelisch-freikirchlichem Hintergrund erscheint achtmal jährlich und richtet sich an junge Erwachsene. „Dran Next“ wird vom Verlag der deutschen „Stiftung Christliche Medien“ (SCM) herausgegeben und ist eine Neulancierung der bisherigen Publikation „dran“, die ihrerseits einige Male neu lanciert wurde. www.dran-next.net

Der neue „Doppelpunkt“. Die evangelische Wochenzeitschrift „Leben – Glauben“ änderte im Februar 2013 ihren Namen. Die Ausrichtung als evangelisches Wochenmagazin bleibe bestehen, erklärte der Verlag CAT Medien AG in Neuenhof/Baden. Der Schritt sei wichtig für die künftige Entwicklung der Zeitschrift, die unabhängig und ohne Subventionen erscheine. Neue Chefredaktorin wurde die reformierte Theologin und ehemalige Lehrerin Katharina Buschor-Huggel, als Nachfolgerin von Marianne Weymann.

Verlage / Buchhandel

Tamedia druckt auch «La Liberté». Die Paulusdruckerei Freiburg hat beschlossen, die Tageszeitung „La Liberté“ bei Tamedia Zürich drucken zu lassen. Dieser Beschluss wurde gefasst, nachdem die Herausgeber der „Freiburger Nachrichten“ (FN) den Druck der FN an Tamedia Bern vergeben hatten. Als Folge davon wird die Zeitungsdruckerei St-Paul Ende 2014 definitiv geschlossen.

„Weltbild“ in schweren Turbulenzen. Die deutsche Verlagsgruppe „Weltbild“ musste im Januar 2014 Insolvenz anmelden. Dieser konnte durch die Zusage der Eigner, mit 80 Millionen Euro einzuspringen, vorderhand abgewendet werden. Eigentümer sind 12 Bistümer, der Verband der Diözesen Deutschlands und die Katholische Soldatenseelsorge. Wie der weitere Weg aussieht und was die Entwicklung für die Filialen in der Schweiz bedeutet, ist bei Redaktionsschluss unklar.

Agenturen

Ciric-Akte geschlossen. Sieben Jahre nach dem förmlichen GV-Beschluss, die Photoagentur Ciric in Freiburg aus finanziellen Gründen aufzulösen, konnte im Hebst 2013 ein Schlussstrich gezogen werden, vor allem dank der Kleinarbeit durch Melchior Etlin und Marianne Stübi vom Pressesekretariat. Sie ermöglichten eine bis zuletzt nachgeführte Buchhaltung und eine einwandfreie Auflösung der Konten.

50 Jahre CIC Rom. In Rom, feierte das „Centrum Informationis Catholicum“ (CIC) sein 50-jähriges Bestehen. Es steht im Dienste der katholischen Nachrichtenagenturen im deutschsprachigen Raum. Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Gebhard Fürst, würdigte die Arbeit der Agenturen als „unverzichtbaren Dienst an der Wahrheit“. Kirchliches Handeln vollziehe sich heute in einer Welt, die „wesentlich geprägt ist und immer mehr geprägt wird von Öffentlichkeit, die von Informations- und Kommunikationsmedien lebt, ja von ihr hergestellt wird und auf kirchliches Handeln wieder zurückwirkt“.

ENInews stellt Betrieb ein. Die Nachrichtenagentur „Ecumenical News International“ (ENInews) in Genf gab im November 2013 bekannt, dass sie den Betrieb einstelle, da der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) und der Lutherische Weltbund (LWB) ihre Beiträge massiv gekürzt hätten. ENInews war 1994 gegründet worden und verfügte über ein weltweites Korrespondentennetz.

Soziale Netzwerke

Vatikan sichert sich „.catholic“. Der Verband für die Vergabe von Internetadressen (Icann) hat dem Vatikan das alleinige Recht an der Domain „.catholic“ zugesprochen. Die Rechte gelten auch für das kyrillische, arabische und chinesische Alphabet.

„Fides“ über App. Die Nachrichten des vatikanischen Missionspressedienstes „Fides“ sind auch über eine App für Smartphones und Tablet-PCs verfügbar. Der Dienst steht in acht Sprachen gratis zur Verfügung. Die App beinhaltet auch alle Nachrichten von „news.va“.

Mehr Online-Kommunikation. Die Katholische Kirche des Kantons Zürich weitet ihr Online-Angebot aus. Auf den 1. Dezember 2014 eröffnete sie einen eigenen Blog. „Als Kirche gehen wir dahin, wo die Menschen sind: an den Rand, in die Mitte, ins Internet“, begründete die Kirche die Angebotserweiterung. http://zh.kath.ch/blog/

Auszeichnungen

Der vergessene Tod. Der Westschweizer Filmemacher Pierre Morath erhielt für seinen Dokumentarfilm „Chronik eines vergessenen Todes“ den Katholischen Medienpreis 2013. Die Auszeichnung wird von der Kommission für Kommunikation und Medien der Schweizer Bischofskonferenz verliehen und ist mit 4‘000 Franken dotiert. Im Beitrag geht es um einen Sozialhilfeempfänger, der 28 Monate tot in seiner Wohnugn liegt.

Zweimal Good-News. Sabine Rüthemann und Gabi Ceric erhielten den Good-News-Preis 2013 (deutsche Schweiz) für die Facebook-Seite des Bistums St. Gallen, Guy Luisier, Priester und Afrika-Missionar aus dem Wallis, den gleichen Preis (Westschweiz) für seinen Blog und sein Buch „Une colline au Congo“ (Ein Hügel im Kongo).

Junge Talente. Aude Pidoux, Redaktorin beim Genfer Wochenmagazin „Echo Magazine“, und Claas Relotius erhielten den mit 1‘000 Franken dotierten Preis 2013 für junge Journalistinnen und Journalisten, der vom Verein Katholischer Journalistinnen und Journalisten (SVKJ) jedes Jahr für Beiträge vergeben wird, die ein Thema unter Berücksichtigung christlicher oder ethischer Aspekte behandelt.

Christliche Botschaft. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz hat dem „Office protestant des Médias“ und dem „Centre catholique de Radio et Télévision“ (CCRT) in Lausanne das Oecumenica-Label für drei Radio- und zwei Fernsehsendungen zu religiösen Themen verliehen.

Medienpreis für „tut“. Annett Staubach, Redaktionsleiterin des Kinder- und Jugendmagazins „tut“, erhielt den Medienpreis 2013 der Schweiz. Diabetes-Stiftung für einen Artikel zum Thema „Zucker“. Zweite Preisträgerin ist Christine Savioz von der Walliser Tageszeitung „Le Nouvelliste“. Der Preis ist mit 5.000 Franken dotiert. „tut“ erscheint monatlich. www.tut.ch

„Short Term 12“ ausgezeichnet. Der Film „Short Term 12“ von Destin Cretton hat am Filmfestival Locarno den Preis der Ökumenischen Filmjury gewonnen. Der Preis ist mit 20‘000 Franken dotiert und wird von den beiden grossen Kirchen der Schweiz zur Verfügung gestellt. Der Film des aus Hawaii stammenden Regisseurs erzählt die Geschichte eines Zentrums für benachteiligte Jugendliche.

TV-Preis für Franziskus. Der Papst ist mit dem argentinischen „Martin-Fierro-Preis“ für die Leitung eines Bibel-Programms mit dem Titel „Biblia, dialogo vigente“ ausgezeichnet worden. Die 32 Sendungen der Reihe wurden auf einem Kanal ausgestrahlt, der dem Erzbistum Buenos Aires gehört. Franziskus schickte eine Grussbotschaft per Video: „Sie haben bemerkt, dass ihr eine gute Arbeit abgeliefert habt“, sagte Franziskus zu seinen ehemaligen Mitarbeitern.

Preis aus Deutschland. Die Schweizer Filmschaffende Heidi Specogna erhielt für den Fernsehbeitrag „Carte Blanche“ in der Kategorie elektronische Medien den deutschen katholischen Medienpreis 2013. Der Film befasse sich in herausragender Weise mit dem Thema Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik der Jahre 2002/2003.

Vergeben und verzeihen. Der Film „The Railway Man“ von Jonathan Teplitzky ist beim 61. Internationalen Filmfestival von San Sebastian (Spanien) mit dem katholischen Signis-Filmpreis 2013 ausgezeichnet worden. Im Film geht es aufgrund der Biographie eines britischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg um das Thema Vergebung.

Verbände

Und wenn das Geld fehlt? Mit der Frage, wie die neuen Nutzungsformen von Medien im Zuge des Internetbooms von den christlichen Medien zu finanzieren sind, befasste sich im die GV 2013 des Katholischen Mediendienstes (KM). Die Referenten blieben allerdings eine Antwort weitgehend schuldig.

Einschneidende Veränderungen. Haupttraktandum der GV der Kipa-Apic vom Juni 2013 war die eigene Zukunft. Die GV hiess eine Statutenänderung gut, wonach sich die zweisprachige Presseagentur wahrscheinlich ab 2015 in zwei sprachregionale Medienverbünde der katholischen Kirche eingliedern wird, als Folge einer Reorganisation der katholischen Medien in der Schweiz. Ursache ist der zunehmende Spardruck.

Katholische Medienarbeit fördern. Der Katholische Presseverein (SKPV) sieht seine Mission nach wie vor in der Förderung der Medienarbeit, um einem „heutigen Publikum“ die frohe Botschaft des Evangeliums verständlich und ansprechend zu vermitteln, wie Präsident Markus Vögtlin an der GV von Mitte Juni 2013 feststellte. Der SKPV führt das Pressesekretariat in Freiburg, das auch die Administration der Presseagentur kipa-apic zur Aufgabe hat. Ferner trägt der Verein das Verlagsprojekt „Christ und Welt“ mit der wöchentlichen Produktion einer Zeitungsseite durch die „Neue Luzerner Zeitung“. www.skpv.ch

Umstrukturierung als Thema Nr. 1. Auch an der GV des Schweiz. Vereins Katholischer Journalistinnen und Journalisten (SVKJ) war die Umstrukturierung der kirchlichen Medienarbeit wichtigstes Gesprächsthema. Das Projekt werde viele der Mitglieder tangieren, stellte Vereinspräsident Maurice Page, Chefredaktor der Apic, fest. Es gehe darum, die Autonomie der drei Sprachregionen und die journalistische Unabhängigkeit zu wahren.

Fastenhoffnung

«Nicht auszudenken, was Grossartiges geschähe, wenn in der Fastenzeit sehr viele Menschen in unserem Land zwei Tage nacheinander jene Apparate und Kommunikationsmittel freiwillig ausschalteten, die unser Leben dauernd beschleunigen. Pointiert formuliert: Ein ungeahnter und segensreicher Kreativitätsschub würde die Schweiz erfassen, wenn wir zwei Tage lang freiwillig auf die Benutzung von Natel und Mail und auf die Lektüre schnelllebiger Medienprodukte verzichteten. Und nächstes Jahr würden andere Länder dem Beispiel folgen …»

P. Franz-Xaver Hiestand SJ (Zürich)

2012–2013

Totengedenken

P. Otto Balmer, Salettiner, starb am 3. Oktober 2012 mit 91 Jahren. Pater Otto war nach seinem Missionseinsatz in Angola für einige Jahre Redaktor der Salettinerzeitschrift „Botschaft“.

P. Bruno Holtz, Immenseer Pater und engagierter Journalist, starb am 29. Februar 2012 in Freiburg im Alter von 79 Jahren. 1982-1987 leitete er die Presseagentur kipa-apic, redigierte 1982-2006 die „Justinus-Blätter“, war 1984-1993 Generalsekretär der Katholischen Weltunion der Presse (Ucip), redigierte 1993-2007 die Zeitschrift „Bethléem“ und war 1994-2004 Präsident des Vereins Katholischer Journalistinnen und Journalisten (SVKJJ).

Josef Osterwalder, St. Galler Journalist, starb am 10. Dezember 2012 mit 72 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Er hatte während Jahren das Gesicht des „St. Galler Tagblatts“ geprägt und sich als Theologe und ehemaliger Priester vielfältig mit kirchlichen und religiösen Fragen beschäftigt. In den vergangenen Jahren war er zudem für die kipa tätig, als Journalist und Vorstandsmitglied. 2002 erhielt er den Medienpreis der Schweizer Bischofskonferenz (SBK).

Karl Rüde, viele Jahrzehnte ein überragender Gestalter von Zeitschriften und Büchern, starb am 18. August 2012 mit 98 Jahren. Viele Jahre hat er die Zeitschrift „ferment“ sowie Produkte der Schweizer Kapuziner illustriert und gestaltet.

Tony Stadelmann-Caduff, Journalist und Politiker, starb im Juli 2012 mit 97 Jahren in Frauenfeld. Er war als junger Jurist Redaktor des „Entlebucher Anzeigers“, wurde Sekretär der damaligen Konservativen und Christlichsozialen Volkspartei des Kantons Luzern, schliesslich Chefredaktor der „Thurgauer Volkszeitung“.

Hansjakob von Matt, Kunsthistoriker und passionierter Buchhändler in Zürich, starb am 13. Juni 2012 im Alter von 90 Jahren. Er leitete über 40 Jahre eine eigene Buch- und Kunsthandlung und wirkte in der Vereinigung der katholischen Buchhändler (VKB) mit, wo er dafür sorgte, dass die Vereinigung einen geistlichen Kurator erhielt.

Persönlich

Aline Baumann, Journalistin, wurde neue Moderatorin der freikirchlichen Sendereihe „Fenster zum Sonntag“, ausgestrahlt auf SRF 2 und SRF Info. Baumann, die auf Jeannette Macchi folgte, hatte 2005 im Redaktionsteam der Alphavision AG in Wangen bei Olten begonnen, die u.a. die genannte Reihe produziert.

Willi Bühler gab sein Amt als bischöflich Beauftragter für Radio und Fernsehen an den Kapuziner Bruno Fäh weiter. Für Bühler wurden Mehrfachbelastungen (Katholischer Mediendienst, Kantonsschullehrer) zu gross, zudem bestanden in der Frage der Fernsehgottesdienste „unterschiedliche Auffassungen“. Fäh bringe liturgische, audiovisuelle und medientechnische Fachkenntnisse mit, hiess es in der Mitteilung der SBK, die die Wahl zu treffen hatte. Fäh leitete während Jahren die „tau-av Produktion“ in Stans.

Laure-Christine Grandjean ist vom Freiburger Bischof Charles Morerod zur Kommunikationsverantwortlichen des Bistums ernannt worden. Sie hatte zuvor während zwei Jahren als Medienbeauftragte der SBK für die Westschweiz gearbeitet. Diese Stelle wurde aus Finanzgründen gestrichen.

Hans Herrmann, bisher Lokalredaktor für Burgdorf-Emmental der „Berner Zeitung“, wurde Berner Redaktionsleiter der Monatszeitung „reformiert.“ Er folgte auf Martin Lehmann, der in die Redaktion von Radio SRF 2 Kultur wechselte.

Andrea Krogmann, kipa-Redaktorin, die als Korrespondentin für einige Zeit aus dem Nahen Osten berichtete, erhielt den Medienpreis 2012 für junge Journalistinnen und Journalisten des SVKJJ, als Auszeichnung für zwei Reportagen aus Israel.

Arnold Landtwing ist seit Februar 2012 neuer Informationsbeauftragter des Generalvikariates für die Kantone Zürich und Glarus. Er folgte auf Christian Breitschmid-Gabriel, der die gleiche Funktion bei der Römisch-katholischen Kirche Aargau übernahm und Stellvertreter des Generalsekretärs wurde. Familienvater Landtwing ist in Zürich aufgewachsen und hat in Chur und in Rom Theologie und Philosophie studiert. Er war bisher Seelsorger und Religionslehrer.

Martin Lohmann, Publizist und Journalist, wurde neuer Chefredaktor beim katholischen Fernsehsender K-TV (K für Kephas). Lohmann hat Theologe und Geschichte studiert, war eine Zeitlang Chefredaktor-Stv. der aufgegebenen Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“ und ist seit 2009 Vorsitzender des deutschen Bundesverbands Lebensrecht.

Franziska Metzger, Historikerin, hat die Redaktion der „Schweizerischen Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte“ (früher: „Zeitschrift für schweizerische Kirchengeschichte“) übernommen und folgte damit Prof. Urs Altermatt, der die Zeitschrift während 25 Jahren geleitet hatte. Metzger war seit 2003 Redaktionsassistentin. Beruflich ist sie Lektorin an der Philosophischen Fakultät der Uni Freiburg.

Maurice Page, Journalist und Historiker, wurde neuer apic-Chef. Er trat die Nachfolge von Jacques Berset an, der aber in der Redaktion verbleibt. Page war bereits von 1991-2000 für apic tätig, baute danach im Tschad ein Lokalradio auf, arbeitete später für das Hilfswerk der Immenseer Mission und war als freier Journalist tätig. Seit 2008 ist er SVKJJ-Präsident.

Xaver Pfister, viele Jahre Informationsbeauftragter der Römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt, ging in Pension. Er hatte während 28 Jahren die katholische Erwachsenenbildung beider Basel geleitet, wurde 1986 Informationsbeauftragter und wirkte zeitweise als Radioprediger und Wort-zum-Sonntag-Sprecher. 2007 wurde er von der „Herbert-Haag-Stiftung“ ausgezeichnet.

P. Niklas Raggenbass, Benediktiner des Klosters Engelberg, übernahm in Solothurn die Verantwortung eines Pfarradministrators von St. Ursen und St. Marien. Von 2009-2011 war er Chefredaktor der Wochenzeitschrift „Der Sonntag“ (Baden).

Hans Rahm, ehemaliger kipa-Redaktor, heute Generalsekretär der Katholischen Körperschaft des Kantons Freiburg, gab nach neun Jahre die Funktion eines Informationsbeauftragten für den deutschsprachigen Teil der Diözese LGF an Christina Mönkehues aus Deutschland weiter. Die 30-Jährige, mit Studienabschluss in Anglistik, Erziehungswissenschaften und Theologie, wohnt seit 2010 in Freiburg.

François Ruchti, Fernsehjournalist und Bildreporter in Genf, erhielt den SVKJJ-Medienpreis 2012 für junge Journalisten der Westschweiz, und zwar für einen Fernsehbeitrag über die ewige Anbetung in einer Freiburger Kirche.

Sandra Rupp Fischer erhielt den 1. Good-News-Preis der katholischen Kirche für die deutsche Schweiz. Die Chorleiterin und Kulturvermittlerin war Initiantin und Projektleiterin des Kirchenklangfestes „Cantars 2011“ im Bistum Basel. Daria Lepori erhielt den gleichen Preis für die italienischsprachige Schweiz für ihre Auftritte in Radio und Fernsehen in der Fastenopferkampagne und die Menzinger Schwester Claire-Marie Jeannotat für die Westschweiz für ihre Blog-Beiträge.

Stephan Sigg, Ostschweizer Autor und Theologe, wurde für sein Jugendbuch „10 gute Gründe für Gott“ (Gabriel Verlag Stuttgart) von der Internationalen Jugendbibliothek München ausgezeichnet. Mit seinen Kurzgeschichten schaffe Sigg für Jugendliche einen neuen Zugang zu den 10 Geboten, schrieb die Jury.

Urs Stadelmann ist neuer Leiter der Arbeitsstelle „Medien für Katechese und Pastoral“ der Luzerner Landeskirche im Pädagogischen Medienzentrum (PMZ) Luzern. Bisher gehörte die Stelle zur Kirchgemeinde der Stadt Luzern. Stadelmann war zuletzt Rektor für Religionsunterricht der Kirchgemeinde Emmen.

Christine Stark, reformierte Theologin, übernahm die Betreuung der Gottesdienste und der Sendung „Wort zum Sonntag“ bei „Sternstunde Religion“, als Nachfolgerin von Irene Gysel. Sie hatte bereits zuvor einzelne Sendungen moderiert.

Adrienne Suvada, die neue Kommunikationsverantwortliche für das Bistum Basel, hat an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom studiert, die vom Opus Dei geführt wird. Suvada selber gehört diesem selber jedoch nicht an.

David Syz erhielt den Katholischen Medienpreis 2012. Als Auszeichnung für seinen Film «Hunger – Genug ist nicht genug». Der Preisträger war ehedem Staatssekretär für Wirtschaft im Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement.

Andrea Vonlanthen, während mehreren Jahren Chefredaktor des evangelischen Wochenmagazins „Idea Spektrum“ ging in Pension und wurde von Rolf Höneisen abgelöst, der zuletzt für die evangelischen Magazine „Ethos“ und „Factum“ tätig war. Das Magazin weist 4‘200 Abonnenten aus.

Remo Wiegand, vom „Verein zur Herausgabe einer Zeitschrift für praktische Pfarreiarbeit“ zum neuen nebenamtlichen Redaktor des „auftrag“ gewählt, folgte auf Willy Bünter, der während 40 Jahren die Zeitschrift redigiert hatte. Wiegand ist in Oberwil BL aufgewachsen, war nach Studien in Geschichte, Medienwissenschaften, Staatsrecht und Theologie in Medien- und anderen Berufen tätig, heute ist er Jugendarbeiter in Kriens. Der „auftrag“ wurde nach der Synode ´72 ins Leben gerufen; er ist finanziell selbsttragend.

Kirchen und Medien

Aus Reaktionen Konsequenzen ziehen. in seiner Botschaft zum 1. August 2012 hatte der St. Galler Bischof Markus Büchel im Namen der Schweizer Bischöfe Kritik am westlichen Finanzsystem geübt. Kernbotschaft: „Das Geld ist für den Menschen da, nicht der Mensch ein Sklave des Geldes.“ Das führte zu heftigen Reaktionen, teils sehr negativ und aggressiv. Für die Medienkommission der SBK bedeuten sie einen „dramatischen Verlust an Glaubwürdigkeit“, den die Kirchenleitung in den letzten Jahren erlitten hat. Doch das dürfe, stellte Kommissionssekretär Simon Spengler in einem kipa-Interview fest, nicht zur Folge haben, dass sich die Kirche in der Sakristei verstecke. Vielmehr müsse sie zeigen, dass sie die Probleme der Menschen erkenne und ernst nehme. „Würde die Kirche zu zentralen Problemen schweigen, wäre dies eine Kapitulation vor der Welt und würde einen Abgesang auf die katholische Soziallehre bedeuten.“

40 Jahre „Communio et progressio“. Medienkommission SBK und Katholischer Presseverein organisierten in Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg im Januar 2012 eine Tagung mit dem Titel «Community out? Community in?». Anlass war das 40-Jahr-Jubiläum der Pastoralinstruktion «Communio et progressio», die bei ihrem Erscheinen grosse Beachtung gefunden und im Gegensatz zum Konzilsdekret «Inter mirifica» Neuerungen gebracht hatte. www.kommission-medien.bischoefe.ch/aktuelles/communio-out-community-in

Vatikan passt sich an. Der Vatikan hat weitere Schritte unternommen, um sein Medienangebot den Bedürfnissen der Nutzer anzupassen:

  • Papst Benedikt XVI. ernannte den bisherigen Untersekretär des Päpstlichen Medienrates, Angelo Scelzo, zum zweiten Vizedirektor des vatikanischen Presseamtes. Er wird zentral für die Akkreditierung von Journalisten zuständig sein.
  • P. Federico Lombardi SJ, Pressesprecher, hat die Direktion des Fernsehzentrums CTV an Dario Edoardo Vigano, Priester und Professor an der Lateran-Universität, abgegeben.
  • Als neuen Kommunikationsberater nahm der Vatikan den Journalisten und Opus-Dei-Mann Greg Burke aus den USA in seine Dienste.
  • Der bisherige „Vatican Information Service“ wurde ins Nachrichtenportal news.va integriert. Das Portal bedient sich dabei der bestehenden Informationsdienste.
  • Die Radioprogramme über MW und KW wurden reduziert. Radio Vatikan setzt verstärkt auf neue Technologien, um seine Programme anderen besser zugänglich zu machen, vor allem lokalen Radiosendern.
  • Live sind Radioprogramme jetzt auch auf fünf Web-Kanälen und per Podcast über www.radiovaticana.org verfügbar.
  • Auch das Twittern soll genutzt werden. Der erste Tweet des Papstes erfolgte am 12.12.12 mit den Worten: „Liebe Freunde, gerne verbinde ich mich mit Euch über Twitter. Danke für die netten Antworten. Von Herzen segne ich Euch.“
  • Seit Frühjahr 2012 können die Infos der Vatikan-Website auf die eigene Website übernommen werden. Bestellung über widgets@vatican.va
  • Dokumente werden vermehrt zugänglich gemacht, so mit dem neuen Internetauftritt der Internationalen Theologenkommission (u.a. alle Verlautbarungen der Kommission seit ihrer Gründung 1969).

Katholisches Medienhaus. In Bonn wurde das neue Katholische Medienhaus eingeweiht. Es soll mithelfen, Kräfte zu bündeln, besser zu vernetzen und die Präsenz der kirchlichen Botschaft zu stärken. U.a. finden wir hier: Katholische Nachrichten-Agentur (KNA), katholisch.de, Hörfunkdienst für Deutschlandradio und Deutsche Welle, Funk-Korrespondenz, Filmdienst, Katholisches Filmwerk, domradio.de und auch das Büro des neuen „Koordinators Bistumspresse“.

Printmedien

Ärger mit Churer Kritik. „Nicht akzeptabel ist aus unserer Sicht, dass Sie den Pfarrblättern die Kirchlichkeit absprechen“, schrieb die Medienkommission der SBK im Mai 2012 in einem Brief an Giuseppe Gracia, den Medienbeauftragten des Bistums Chur. Dieser hatte die Pfarrblätter in einer öffentlichen Stellungnahme für ihr journalistisches Selbstverständnis gerüffelt.

Neue Strategie im Tessin. Die katholische Tessiner Tageszeitung „Giornale del Popolo“ (16‘000 Exemplare), die zu 51% dem Bistum Lugano gehört, will aus finanziellen Gründen logistisch enger mit dem „Corriere del Ticino“ (37‘000) zusammenarbeiten. Auch soll „Giornale“ auf Beiträge des „Corriere“ zurückgreifen können. Die beiden Redaktionen bleiben jedoch unabhängig. Für das „Giornale“ aber ist letztlich der Bischof verantwortlich; er ernennt auch den Chefredaktor.

Westschweiz ohne Stimme. Nach 140 (!) Jahren stellte die monatlich zweimal erscheinende Zeitschrift „Evangile et Mission“ (E+M) des Bistums Lausanne, Genf, Freiburg (LGF), der Abtei Saint-Maurice und des französischsprachigen Teils des Bistums Basel auf Ende 2012 ihr Erscheinen ein. Seit Januar 2012 wurde „E+M“ auf Rechnung des Bistums LGF herausgegeben. Doch das Bistum beschloss nun seinerseits, die Finanzierung einzustellen. Der Informationsaustausch in Welsch-Freiburg soll inskünftig vor allem über cath-fr.ch-le mensuel erfolgen. Jeden Monat erscheint dazu auch eine Druckversion. Finanziert wird der neue Dienst durch die Freiburger Kantonalkirche. Ob andere Teile des Bistums ähnliche Regelungen treffen werden, ist offen.

Schritte ins Leere. Nach 42 Jahren wurde die ökumenische Frauen-Zeitschrift „Schritte ins Offene“ eingestellt, wegen Abonnementsschwund und fehlenden Finanzen. „Schritte ins Offene“ wurde 1971 durch die Zusammenlegung der Zeitschriften des Katholischen Frauenbundes und der Evangelischen Frauen Schweiz ins Leben gerufen. Zu ihnen stiess später auch der Verband Christkatholischer Frauen.

Rechte verkauft. Der „Zeit“-Verlag hat im Frühjahr 2012 die Titelrechte und die Abonnements der einstigen Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“ zu einem „symbolischen Preis“ übernommen. Der Merkur war 2010 eingegangen. Seither produziert ein Redaktionsteam im neuen Katholischen Medienhaus die Beilage „Christ & Welt“, die in jede „Zeit“-Ausgabe integriert wird.

Bistumsblatt gibt auf. Auf Ende 2012 gab das Bistum Essen seine Wochenzeitung „Ruhrwort“ auf. Begründung wie üblich: Immer weniger Abos, immer mehr Kosten, keine Finanzen mehr. Zuletzt waren es noch 15‘000 Exemplare.

Verlage / Buchhandel

Aus für den Rotationsdruck St-Paul. Weil die „Freiburger Nachrichten“ (FN) in Zukunft in Bern gedruckt werden, weil andere Druckaufträge in dieser Grösse nicht in Sicht sind, weil die Kosten ständig zunehmen und weil im ganzen Land zu viel Druckkapazität besteht, schliesst die Freiburger St. Paul Holding AG die Zeitungsrotation auf Ende 2014. Beide Unternehmen, St-Paul und FN, betonen, ihre Entscheide seien „wirtschaftlich unumgänglich“.

Buchhandlungen fusioniert. Die Gutenberg Buchhandlung in Gossau (SG) mit Brigitta und Clemens Lüthi-Vuilleumier hat auf den 1. Januar 2012 die Buchhandlung Cavelti AG übernommen. Sie will diese „im Sinne der Vorgänger“ weiterführen.

Buchhandlung geschlossen. Die französischsprachige Buchhandlung St-Paul in Freiburg hat ihre Tore Ende Mai 2012 geschlossen, weil sie seit Jahren unter schwindendem Umsatz (in zehn Jahren ein Minus von 40%) litt. Die Buchhandlung gehörte den Paulus-Schwestern. In der Westschweiz sind in den letzten Jahren die meisten religiösen Buchhandlungen verschwunden. Es verbleiben noch Buchhandlungen des Augustinuswerks in St-Maurice und Freiburg.

„Weltbild“ als Stiftung. Die Verlagsgruppe „Weltbild“ wird nicht verkauft, wie seinerzeit beschlossen, sondern in eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts überführt. Die bisherigen Eigentümer (Verband der Diözesen Deutschlands, 12 Bistümer und die Soldatenseelsorge) verzichten auf Verkaufserlöse und Gewinnausschüttungen. Die Stiftung werde ausschliesslich gemeinnützige, kulturelle und kirchliche Ziele verfolgen. Mit einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro, 6‘400 Mitarbeitern und mehr als drei Millionen Kunden zählt das Unternehmen zu den europäischen Branchenführern. In nächster Zeit will es erhebliche Mittel ins Geschäft mit elektronischen Büchern investieren. In Polen allerdings musste es wegen zu grossen Verlusten alle Läden schliessen und den 320 Angestellten kündigen.

Auslieferung aufgegeben. Der Herder Verlag Freiburg i. Br. hat aus Rentabilitätsgründen seine Auslieferungsstelle in Pratteln geschlossen. Die Vereinigung des katholischen Buchhandels in der Schweiz (VKB) zeigte sich irritiert und empört, vor allem wegen des Vorgehens gegenüber Personal und Buchhändlern.

Vom Netz genommen. buchreligion.de, ein wertvoller Informant zu religiösen, kirchlichen und theologischen Werken, hat seinen Betrieb bereits im Juli 2011 eingestellt. Letztlich scheiterte das Portal an der Zerstrittenheit vor allem der Vereinigung Evangelischer Buchhändler und Verleger Deutschlands. Diese hatte das Online-Portal zusammen mit dem Katholischen Medienverband auf dem Ökumenischen Kirchentag 2002 in Berlin aus der Taufe gehoben.

Ratgeber mit Tiefe. An der Leipziger Buchmesse 2012 waren die katholischen Verlage vor allem mit Werken vertreten, die versuchen, das Leben aus christlicher Spiritualität heraus zu gestalten, wie die Aussteller betonten. Bei den religiösen Kinderbüchern waren mehr „niedrigschwellige Angebote“ zu verzeichnen, die sich zunehmend auch an Eltern richten, bei denen man nicht mehr viel religiöses Grundwissen voraussetzen dürfe.

Agenturen

Zuversichtliche kipa-apic. Die zweisprachige Katholische Internationale Presseagentur (kipa-apic) konnte an ihrer Juni-GV für das Geschäftsjahr 2011 eine ausgeglichene Rechnung vorlegen. Bei Ertrag und Aufwand von rund 1,38 Mio. beträgt der Überschuss 2‘100 Franken. Noch keine definitive Auskunft konnte über die Bildung von sprachregionalen Kompetenzzentren für die Medienarbeit der katholischen Kirche in der Schweiz erteilt werden. Co-Präsidentin Sabine Rüthemann wies auf intensiv laufende Arbeiten hin. Dazu gehöre auch eine interne wie externe Evaluation der Bedeutung der Presseagentur in beiden Sprachregionen.

In Griffnähe. Seit Mitte 2012 können die auf Internet einsehbaren deutsch- und französischsprachigen Meldungen der Presseagentur von kipa-apic in einer Ansicht für Mobiltelefone konsultiert werden. http://m.kipa-apic.ch

Radio und Fernsehen

Auf hohem Niveau. Religionssendungen SRF wie „Sternstunde Religion“ oder „Blickpunkt Religion“ zeichnen sich durch Sorgfalt, Differenziertheit und Professionalität aus. Diese Meinung vertrat der Publikumsrat des Schweizer Fernsehens und Radio (SRF) an einem Seminar zum Thema „Religion bei SRF“. Der Rat fordert aber, dass die Kompetenz der Journalisten in religiösen Fragen verbessert wird. KM-Geschäftsführer Charles Martig sprach in seinem Seminarbeitrag von einer „Schieflage“ in der Wahrnehmung der Religion, besonders in der allgemeinen Berichterstattung. Themen wie Vatikan, Geld und Konflikte seien für Medienschaffende am interessantesten. Martig wünscht sich, dass die katholische Kirche in der Schweiz stärker abgebildet wird.

Auslaufmodell. Weil die Übertragung der Gottesdienste im Deutschschweizer Fernsehen immer weniger Zuschauer findet (noch 26‘000 – 31‘000 im Schnitt), wird vom katholischen und reformierten Mediendienst, zusammen mit dem Fernsehen, an einem neuen Format gearbeitet, das im Herbst 2013 erstmals zum Einsatz kommen soll, wie im KM-Jahresbericht 2011 zu lesen ist. Im Gegensatz zum Fernsehen erfreuen sich die Radio-Übertragungen nach wie vor grosser Beliebtheit (140‘000 Zuhörer pro Sendung).

Beanstandungen abgewiesen. 2011 gingen bei der SRG-Ombudsstelle neun Beanstandungen gegen das „Wort zum Sonntag“ ein. Acht davon betrafen den Beitrag des reformierten Pfarrers Andreas Peter zur Einführung einer Erbschaftssteuer, die neunte Beanstandung betraf die Sendung vom 11. Dezember 2010 der katholischen Theologin Madeleine Kronig, welche die Annahme der Ausschaffungsinitiative durch das Volk kritisiert hatte. Alle neun Beanstandungen wurden als unberechtigt beurteilt.

Fisherman.FM auf Sendung. Im Oktober 2012 ging das junge katholische Webradioprojekt auf Sendung. Unter www.fisherman.fm wird durchgehend aus einem Container in Zürich-Altstetten gesendet. Das Programm richtet sich vor allem an junge suchende Menschen und wird u.a. von der Medienkommission SBK unterstützt.

Jetzt digital. Das christliche Medienunternehmen ERF strahlt seit Dezember 2012 sein Programm ERF Plus über Digitalradio aus. Damit ist das Programm fast in der ganzen Deutschschweiz zu empfangen. ERF Plus wird mit Wortbeiträgen und christlicher, meist deutschsprachiger Musik gestaltet.

Soziale Netzwerke

Glauben in der digitalen Welt. Papst Benedikt XVI. hat die Christen ermutigt, ihren Glauben in die sozialen Netzwerke hineinzutragen. „In der Tat spüren die Gläubigen immer mehr, dass die Frohe Botschaft in der Lebenswelt vieler Menschen fehlt, wenn sie nicht auch in der digitalen Welt bekannt gemacht wird“, heisst es in der Botschaft zum Weltmedientag 2013. Titel: „Soziale Netzwerke: Portale der Wahrheit und des Glaubens – neue Räume der Evangelisierung“.

Zeugnis via Twitter. Eine kirchliche „Social Media“-Kampagne in Deutschland ruft die Christen auf, via Twitter ein persönliches Glaubenszeugnis abzulegen, und zwar unter dem „Hashtag“ „70Prozent“ (das Doppelkreuz vor einem Wort soll inhaltliche Zuordnungen erleichtern). Die Projektidee entstand in einem ökumenischen Team am „Relicamp 2012“ in Frankfurt. http://70prozent.tomatedesign.de

Gottesdienst unterwegs. Der Katholische Mediendienst (KM) hat auf den 1. Februar 2013 das Angebot www.die-messe.org aufgeschaltet. Es schafft die Möglichkeit, den Gottesdienst mit dem Smartphone zu besuchen. In Wort, Text und Video erfährt man, was eine katholische Messe überhaupt ist.

Gottesdienst via Facebook. Im März 2012 wurde erstmals ein katholischer Wortgottesdienst auf Facebook übertragen. „Es ist ein Experiment und eine Chance, Menschen zu erreichen, die wir am Sonntag schon längst nicht mehr in unseren Kirchenbänken sehen“, sagte Pfarrer Dietmar Heeg von der Katholischen Fernseharbeit in Frankfurt, der den Gottesdienst leitete. „

Im Blick aufs Konzil. Seit Herbst 2012 gibt es einen „Konzilsblog“, als „niederschwellige und detailreiche Erinnerung“ an das Zweite Vatikanische Konzil vor 50 Jahren. Der Blog wird in Zusammenarbeit mit dem KM von einem kleinen Team getragen.

Auf Erfolgskurs. Das Mitte 2011 lancierte Internetportal cath.ch der katholischen Kirche in der Westschweiz verzeichnet eine immer grössere Zahl Nutzer, wie an der GV des Trägervereins Catholink bekannt wurde: monatlich rund 23‘000 Personen.

Zukunft denken. Europäische Fachleute haben in Rom über Kommunikationsstrategien im Web 2.0 und die Folgen für die kirchliche Verkündigung und die Neuevangelisierung beraten. Die 17. European Christian Internet Conference stand unter dem Titel „Menschen in der mobilen Internet-Welt erreichen“. Auf einen wichtigen Punkt machte Chefredaktor Antonio Spadaro von „La Civiltà Cattolica“ aufmerksam: Die „Tragödie unserer Zeit“ bestehe darin, dass im Internet alles gleich bedeutsam und wichtig sei und damit unterschiedliche Gehalte eingeebnet würden. Es sei Aufgabe kirchlicher Medien und Medienschaffender, die Angebote zu strukturieren und zu bewerten. Spadaro betonte aber, dass das Internet kein Mittel der Evangelisierung sei, sondern ein Ort, an dem Menschen heute leben. www.ecic.org

Kritik an Facebook. Die Päpstliche Akademie der Sozialwissenschaften hat das soziale Netzwerk Facebook für den Verkauf von Nutzerdaten zu Werbezwecken kritisiert. Dies sei ein Missbrauch geistigen Eigentums, sagte die in Lausanne lehrende Soziologin Margaret Archer zum Abschluss der Vollversammlung der Akademie. Archer wandte sich ebenso gegen die Absicht, Facebook für Kinder unter 13 Jahren zu öffnen.

Endgültig aus. Die Website kreuz.net hat anfangs 2013 die Segel gestrichen. Nach neun Jahren systematischer Hetze gegen reformorientierte Katholiken und gegen Juden wurde sie auf öffentlichen Druck hin eingestellt. Wesentlich dazu beigetragen hat die Aktion „Stoppt kreuz.net“.

Film

Wallfahrt im Kino. „Im Schatten der Madonna“ heisst ein Dokumentarfilm der beiden Einsiedler Franz und Benno Kälin. Der Film greift die Veränderungen in Einsiedeln auf, das während Jahrhunderten vom Pilgerwesen gelebt hat. Das Bild des Dorfes habe sich radikal verändert, schrieb der „Einsiedler Anzeiger“ zur Filmvernissage. Früher seien grosse Landeswallfahrten ins Dorf gekommen, heute seien es vermehrt Einzelpilger. Einsiedeln bemühe sich jetzt mehr um sportlich und kulturell interessierte Gäste. Verschwunden sei das Pilgerhandwerk (Herstellung von Gipsfiguren und Rosenkränzen, katholisches Druckereiwesen, Fassmaler usw.). Die beiden Filmproduzenten zeigten sich erstaunt, dass sich im Dorf nicht mehr allzu viele Menschen Gedanken zur Wallfahrt machten.

Ökumenische Auszeichnung. Der „Prix Farel“ des Festivals für religiöse Filme in Neuenburg ging an die Schweizer Produktion „Là où personne ne veut aller“ von Ruben Russello. Der Film berichtet von einem Kapuziner, der seine Mitbrüder auffordert, zu den Ärmsten in aller Welt zu gehen und ihnen zu helfen. – Der Preis wurde 1967 durch die reformierten Kirchen in der Westschweiz geschaffen. Heute wird das Festival ökumenisch durchgeführt.

Ökumenischer Preis. Die Jury der kirchlichen Filmorganisationen Signis und Interfilm zeichnete am Filmfestival Locarno 2012 den Film „Une Estonienne à Paris“ mit ihrem Preis aus. „Der formvollendete und exzellent gespielte Film behandelt auf berührende Weise existenzielle Themen wie Verlust, Altwerden, Liebe, Trauern, Nächstenliebe und die Begegnung mit den anderen“, schrieb Jurykoordinator Charles Martig vom KM.

Medienarbeit

„Wie gehen wir mit den Medien um?“ Gemeinsam mit der Konferenz der Orden und Säkularinstitute hat die Medienkommission der SBK eine Broschüre für erfolgreiche Medienarbeit kirchlicher Institutionen herausgegeben. Das Arbeitsheft bietet grundsätzliche Überlegungen und praxisnahe Tipps zu Themen wie Medienmitteilungen, Umgang mit Journalisten, Vorbereitung von Interviews, Internetnutzung, Kommunikation im Krisenfall usw.

Ökumenisches Medienzentrum. In Zürich wurde im November das ökumenische „Relimedia“ als neues Kompetenzzentrum für religionspädagogische Medien eröffnet. Es ist aus einer Fusion von Bibliotheken der reformierten und der katholischen Landeskirche und des auf audiovisuelle Medien spezialisierten Medienladens entstanden. Neuer Leiter wurde Peter Weskamp vom Medienladen. www.relimedia.ch

Archive

Reorganisation abgeschlossen. Eines der bedeutendsten Privatarchive der Schweiz wurde nach siebenjähriger Renovation und Reorganisation neu eröffnet: das Einsiedler Klosterarchiv. Abt Martin Werlen nannte es das „Gedächtnis des Klosters“. Dazu gehören Pergamenturkunden, Verwaltungsschriften, Nachlässe, Pläne, Karten und Fotografien, aber auch Bestände aufgehobener Klöster, Akten und Bücher der Helvetischen Benediktinerkongregation sowie Archivalien aus Klostergründungen in den USA und Argentinien. www.klosterarchiv.ch

Neues Musikarchiv. Die Theologische Fakultät Leipzig beherbergt neu das weltweit grösste Archiv christlicher Popularmusik. Das sogenannte Schallarchiv gehört zum Liturgiewissenschaftlichen Institut der Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands.

Verbände

100 Jahre aktiv. Der Zentralschweizer Verein Medienschaffender (ZVM) feierte im Sommer 2012 sein 100-Jahr-Jubiläum und gab aus diesem Anlass einen von Josias Clavadetscher betreuten historischen Rückblick heraus. Initiant und erster Präsident des „Zentralschweizer Pressevereins“ war „Vaterland“-Redaktor Michael Schnyder.

Bessere Vernetzung. An der GV des Katholischen Mediendienstes wurde Beatrix Ledergerber-Baumer, Co-Präsidentin kipa-apic, zwecks besserer Vernetzung in den KM-Vorstand gewählt. Neu nahm zudem Kathrin Winzeler, Informationsbeauftragte des Katholischen Frauenbundes, Einsitz. Ausgeschieden sind die Dominikanerin Ingrid Grave und Carmen Frei vom Aargauer Pfarrblatt „Horizonte“. Im thematischen Teil befassten sich die GV-Teilnehmer mit dem Thema Newsroom, am Beispiel der AZ-Medien in Aarau. www.katholischer-mediendienst.ch

Strukturelles Defizit. Die GV 2012 des Vereins katholischer Journalistinnen und Journalisten mit gegenwärtig 110 Mitgliedern musste erneut ein Defizit in der Jahresrechnung zur Kenntnis nehmen. Bei einem Aufwand von 7‘000 Franken beträgt dieses 1‘500 Franken.

Aktives Jahr. Die GV des Schweizerischen Katholischen Pressevereins (SKPV) konnte auf eine erfolgreiche Arbeit im Berichtsjahr zurückblicken: Medientagung im Januar 2012 zum 40-Jahr-Jubiläum des Mediendokuments „Communio et progressio“ (s.o.), Fördertätigkeit für den Mediensonntag, Administration kipa-apic, Herausgabe der Zeitungsseite „Christ und Welt“, Online-Erstellung eines neuen Verzeichnisses christlicher Medien. Dieses umfasst zurzeit 80 Titel. Die Rechnung 2011 des Vereins schloss bei einem Aufwand von 198‘000 Franken mit einem kleinen Verlust. Das Eigenkapital beträgt rund 21‘000 Franken. www.skpv.ch

2011–2012

Totengedenken

Anne-Marie Baeriswyl-Jungo, Witwe des im Januar 2007 verstorbenen langjährigen Direktors der Pauluswerke in Freiburg, starb am 19. März 2011 mit 79 Jahren.

Kurt Janssen, 25 Jahre Redaktor der katholischen Wochenzeitschrift „Christ in der Gegenwart“ (Herder), starb anfangs Oktober 2011 mit 80 Jahren.

Dölf Rindlisbacher, Pionier kirchlicher Filmarbeit, starb am 7. Oktober 2011 mit 92 Jahren. Er war reformierter Gemeindepfarrer in Bern, bevor er 1966 die neue Arbeitsstelle der Film- und Radiokommission seiner Kirche übernahm. Diese Aufgabe erfüllte er bis zur Pensionierung 1984, zunehmend in Zusammenarbeit mit seinen katholischen Partnern, vor allem mit P. Ambros Eichenberger OP.

Vreni Merz-Widmer, Autorin und Erwachsenenbildnerin, starb am 11. Oktober 2011 in Steinen SZ mit 63 Jahren. Sie war an der Theologischen Fakultät Luzern und an der PHZ in der Aus- und Fortbildung von Erzieher(innen) und Lehrkräften tätig. Von ihr stammen zahlreiche Bücher und Medienbeiträge. Eines der letzten Werke war die Kinderbibel in kindergerechter Sprache.

Alfons Croci-Schaffner, Medienmann von der Scheitel bis zur Sohle, starb mit 71 Jahren am 14. Oktober 2011 in Abtwil (Freiamt). Der patentierte Sekundarlehrer ging früh in die Medienarbeit, zunächst viele Jahre als Leiter der katholischen Arbeitsstelle für Radio und Fernsehen (ARF), dann für zwei Jahre als Leiter des Regionaljournals Innerschweiz der SRG in Luzern. Ab 1992 arbeitete er in Beratungsbüros, bevor er in Sins AG ein eigenes Büro eröffnete.

Markus Kündig, Zuger CVP-Ständerat 1974-1994, starb am 13. November 2011 mit 80 Jahren. Der gelernte Buchdrucker übernahm mit 25 Jahren die Leitung der Kündig Druck in Zug und war ein Leben lang in gewerblichen Verbänden aktiv, besonders im Medienbereich, so als VRP der LZ-Medien. Unter seiner Ägide erfolgten 1991 die Fusion „Vaterland“ – „Luzerner Tagblatt“ zur „Luzerner Zeitung“ (LZ) und 1995 jene der LZ mit den „Luzerner Neusten Nachrichten“ zur „Neuen Luzerner Zeitung“ (NLZ).

Hermann Herder, Leiter des gleichnamigen Verlags in Freiburg i. Br., starb am 14. November 2011 mit 85 Jahren. Herder leitete den grössten Verlag Deutschlands für Theologie und Religion mehr als drei Jahrzehnte. Er hatte ihn 1963 in fünfter Generation übernommen. Ende der 90er Jahre übergab er die Leitung an seinen Sohn Manuel.

John Patrick Foley, US-amerikanischer Kardinal, starb am 11. Dezember 2011 im Alter von 76 Jahren. Der Theologe mit Studienabschluss im Fach Journalismus leitete den Päpstlichen Medienrat von 1984-2007 und bestimmte in dieser Zeit massgebend die Öffentlichkeitsarbeit des Vatikans. Begonnen hatte er als Berichterstatter des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Karlheinz Hoffmann, Jesuit und Untersekretär im Vatikanischen Medienrat, starb am 19. Januar 2012 im Alter von 84 Jahren in Köln. Von 1967-1969 leitete er die Arbeitsgemeinschaft „Katholische Fernseharbeit in Deutschland“; zugleich war er kirchlicher Beauftragter beim ZDF. In Rom begann er 1970 bei Radio Vatikan. 1971 gründete er die deutschsprachige Ausgabe des „Osservatore Romano“. Von 1973-1990 war er „dritter Mann“ in der Vatikanischen Medienkommission, dem späteren Medienrat.

Persönlich

Silvia Buscher aus Liestal wurde neue Informationsbeauftragte der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Basel-Landschaft. Sie war zuletzt in einem Kommunikationsunternehmen tätig. Ihr Vorgänger Markus Weber war Ende 2010 zurückgetreten.

Armin Elser, Jugendarbeiter und Religionslehrer, übernahm im September 2011 die Geschäftsleitung der ökumenischen Internet- und SMS-Seelsorge in Zürich, in Nachfolge von Hans Peter Murbach. Zuletzt leitete Elser die Fachstelle für Kind und Jugend der Evangelisch-reformierten Kirche Schaffhausen.

P. Urban Federer OSB, Redaktor der Benediktiner-Zeitschrift „SALVE“ und Stellvertreter des Abtes von Einsiedeln, veröffentlichte im Gruyter Verlag Berlin das Buch „Mystische Erfahrung im literarischen Dialog. Die Briefe Heinrichs von Nördlingen an Margaretha Ebner“ (464 Seiten. Preis: € 118.-)

Doris Graf, Medien- und Verlagsexpertin, wurde als Nachfolgerin von Urs Meier, der in Pension ging, neue Geschäftsführerin der Reformierten Medien, die u.a. das Portal www.ref.ch betreiben und die Wochenzeitschrift „Reformierte Presse“ herausgeben.

Laure-Christine Grandjean, Medienbeauftragte für die französischsprachige Schweiz bei der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) in Freiburg, gab im April 2012 nach nur zwei Jahren ihre Stelle auf. Eine Begründung ihres frühzeitigen Weggangs wurde nicht gegeben.

Thomas Hürlimann (50), Schweizer Schriftsteller, erhielt den mit 25‘000 Euro dotierten Ludwig-Mülheim-Preis für religiöse Dramatik 2011. Der Autor greife seit drei Jahrzehnten religiöse Sinngehalte auf und überführe sie „in komplexe Resonanzräume“, heisst es in der Würdigung. Hürlimann habe ein formal vielfältiges Bühnenwerk mit strengem ästhetischem Anspruch geschaffen.

Jacqueline Keune, Theologin und Publizistin, erhielt als erste Frau den mit 7‘500 Franken dotierten Preis des religiösen Buchs des Katholischen Buchhandels der Schweiz. Die Texte von Keune, die in Luzern lebt, seien biblisch fundiert, gingen vom Alltag aus und würden auf eine tiefere Dimension des Lebens hinweisen, heisst es in der Würdigung.

Erwin Koller, Fernsehjournalist von 1977-2003, bleibt dem Magazin „Aufbruch“ neu als „Ehren-Herausgeber“ verbunden. Er wirkte während Jahren im Vorstand der „unabhängigen Zeitschrift für Religion und Gesellschaft“. Koller wird die Zeitschrift weiterhin publizistisch begleiten.

Andrea Krogmann, Journalistin und kipa-Mitarbeiterin, arbeitet seit Herbst 2010 als Jerusalem-Korrespondentin für die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn. Ihre Texte stehen gelichzeitig Kathpress (Österreich) und kipa (Schweiz) zur Verfügung.

Barbara Kückelmann, Gemeindeleiterin in Bern-Bethlehem, wurde neue Präsidentin des Trägervereins des katholischen Berner Pfarrblatts. Sie folgte auf den Journalisten Synes Ernst, der sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen musste..

André Marty, während 15 Jahren Moderator und Korrespondent beim Schweizer Fernsehen, wird im April 2012 Kommunikationsbeauftragter der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit des Bundes (Deza). Bekannt wurde Marty als Nahostkorrespondent und die Zuerkennung des Katholischen Medienpreises 2009.

Michael Meier, der einzige „Kirchenredaktor“ bei einer Tageszeitung und seit 25 Jahren für den „Tages-Anzeiger“ tätig, wurde zusammen mit fünf anderen Berufskollegen mit dem Zürcher Journalistenpreis ausgezeichnet, der mit je 10‘000 Franken dotiert ist.

Peter Meier, Journalist, hat die Koordination der Öffentlichkeitsarbeit für die reformierten Winterthurer Kirchgemeinden übernommen. Er war bisher in Zeitungsredaktionen tätig und folgte nun auf Urs Meyer, der bei der Bildungsdirektion des Kantons Zürich eine neue Aufgabe übernahm.

Franziska Metzger heisst die neue Chefredaktorin der «Schweizerischen Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte» (früher: «Zeitschrift für schweizerische Kirchengeschichte»). Sie folgt auf Prof. Urs Altermatt (Solothurn). Franziska Metzger (1974) stammt aus St. Gallen und hat bei Altermatt zum Thema „Religion, Geschichte, Nation. Kommunikationstheoretische Perspektiven auf die katholische Geschichtsschreibung in der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert“ doktoriert.

Albert Noth, bis 2011 Direktor des Pauluswerks in Freiburg i. Ue., trat nach 17-jähriger Zugehörigkeit als Verwaltungsratsmitglied der Schweiz. Depeschenagentur (sda) zurück.

Sergio Pellini, Salesianer Don Boscos und Leiter des Ordenszentrums „Colle Don Bosco“ bei Turin, wurde Anfang 2012 zum neuen Generaldirektor der Vatikan-Druckerei und des Verlags „Osservatore Romano“ ernannt, als Nachfolger seines Mitbruders Pietro Migliasso.

Michael Ragg, bisher Pressesprecher von „Kirche in Not“, ist seit Mitte 2011 neuer Chefredaktor des Fernsehsenders K-TV. Der 1999 vom Schweizer Pfarrer Hans Buschor begründete Spartensender unterhält Studios in Wigratzbad (Deutschland), Gossau (Schweiz) und Dornbirn (Österreich).

P. Niklas Raggenbass OSB, ehemaliger Chefredaktor der Wochenzeitschrift „Sonntag“, erhielt von Diözesanbischof Felix Gmür die Missio canonica als Mitarbeitender Priester in der Pfarrei St. Michael Zug.

Felix Reich, bisher beim Winterthurer „Landbote“ tätig, wurde im April 2012 Redaktionsleiter der Zürcher Ausgabe des evangelisch-reformierten Kirchenblattes „reformiert“. Vorgänger Jürgen Dittrich übernahm eine Pfarrstelle im Aargau.

Hansjörg Schultz, bisher Redaktionsleiter Religion, wurde zweiter Moderator für die „Sternstunde Religion“ des Schweizer Fernsehens. Er tritt an die Seite der Hauptmoderatorin Judith Hardegger.

Urban Schwegler, Theologe und Redaktor am Stadtluzerner „pfarreiblatt“, gewann den Luzerner Wettbewerb für Kirchenlieder. Mit seinem Lied «Ich glaube» setzte er sich gegen mehrere Konkurrenten durch.

Ralf Stutzki, Redaktionsleiter des Aargauer Regionalradios „Kanal K“, erhielt den katholischen Medienpreis 2011 der DBK in der Kategorie „elektronische Medien“ für sein Projekt „Du bist Radio“. In dieser Sendung überlässt der Theologe und Autor das Mikrofon jeweils Menschen mit einer besonderen Lebensgeschichte.

Giovanni Maria Vian, Chefredaktor des „Osservatore Romano“, ist mit dem angesehenen „Internationalen Ischia-Preis für Journalismus“ ausgezeichnet und damit zum „italienischen Journalisten 2011″ gekürt worden. Geehrt wurde damit zugleich die Zeitung selber.

Marianne Weymann, Theologin und Journalistin, übernahm im August 2011 die Chefredaktion der evangelischen Wochenzeitschrift «Leben & Glauben», in der Nachfolge von Beat Huwyler, der die Stabsstelle Theologie und Recht der Reformierten Landeskirche Aargau antrat.

Paul Wuthe, Chefredaktor der Nachrichtenagentur Kathpress und Leiter des Medienreferats der Österreichischen Bischofskonferenz, ist von Papst Benedikt XVI., zusammen mit zehn weiteren Personen, zum Berater des päpstlichen Medienrates ernannt worden.

Das «Wort zum Sonntag» im Schweizer Fernsehen übernahm im Herbst 2011 ein neues Team von sechs Sprecherinnen und Sprechern: Tania Oldenhage (ref., Zürich), Christina Eppler (ref., Opfikon), Andreas Köhler-Andereggen (ref., Zürich), Regula Grünenfelder (kath., Luzern), Florian Flohr (kath., Luzern) und Andreas Rellstab (kath., Zizers). Das Team umfasst jeweils gleich viele Frauen und Männer und gleich viele Vertreter der beiden grossen Konfessionen.

Kirchen und Medien

40 Jahre „Communio et progressio“. Zu dem 1971 erschienenen Vatikan-Dokument stellte Rolf Weibel, ehemaliger Chefredaktor der Schweizer Kirchenzeitung (SKZ), gegenüber kipa fest:

«Communio et progressio ist für mich ein Versprechen, das nicht eingelöst ist. Nach der Enttäuschung über das Mediendekret des Konzils ´Inter mirifica´ wirkte die Pastoralinstruktion ´Communio et progressio´ wie ein erlösendes Wort. Das Lehrschreiben fordert Dialog in der Kirche, weil nur ‚im Spiel des Gebens und Nehmens … die am besten begründeten und gesicherten Ansichten‘ zustande kommen, wie es im Schreiben heisst. Das freie Gespräch, die öffentliche Meinungsbildung ist eine Voraussetzung für die Lebendigkeit der Kirche, denn wenn sie ‚lebendig sein und ihre Aufgabe wirklich erfüllen will, muss es zwischen kirchlichen Autoritäten auf jeder Ebene, katholischen Einrichtungen und allen Gläubigen einen ständigen, wechselseitigen und weltweiten Fluss von Informationen und Meinungen geben‘. Doch die auf Dialog setzende Kommunikations- und Öffentlichkeitsprogrammatik wurde seither nicht nur wenig konkretisiert, sondern sogar eingeschränkt. Spätere Verlautbarungen wie die Pastoralinstruktion ´Aetatis novae´ betonen verstärkt die Gefahren, die von den Medien ausgehen; die ´Instruktion über einige Aspekte des Gebrauchs der sozialen Kommunikationsmittel bei der Förderung der Glaubenslehre´ ermahnt die Bischöfe, Theologen und Theologinnen an ihre Pflicht zu erinnern, ´dem Lehramt der Kirche gegenüber den geschuldeten Gehorsam zu wahren´.»

„Stille und Wort: Weg der Evangelisierung.“ Unter diesem Motto wird der Mediensonntag vom 20. Mai 2012 stehen. Angesichts einer Reizüberflutung in der modernen Mediengesellschaft komme der Stille ein besonderer Stellenwert zu. Momente der Stille seien unverzichtbar und förderten die Urteilsfähigkeit und die gedankliche Durchdringung. Dieses Innehalten sei ein erster Schritt zur Aufnahme von Gottes Wort, schreibt der Medienrat.

Medienbischöfe in Einsiedeln. Unter Leitung des niederländischen Bischofs Franciscus Wiertz von Roermond trafen sich Ende Oktober 2011 die deutschsprachigen Medienbischöfe zum Erfahrungsaustausch in Einsiedeln. Zentrales Thema bildete „Communio et progressio“. Die Teilnehmer plädierten für eine zeitgemässe Fortschreibung des Dokuments unter den Bedingungen der Medienwelt von heute. „Medienschaffende sollen bei uns auf offene Türen stossen und erfahren, dass die Kirche ihren eigenen Auftrag wahrnimmt und sich den Herausforderungen unserer Zeit stellt“, sagte Bischof Franciscus zum Abschluss.

Medienarbeit koordinieren. Die katholische Kirche in Deutschland will ihr vielfältiges Medienengagement besser bündeln, lehnt aber einen einheitlichen „Masterplan“ für ihre regionale und nationale Medienarbeit ab. Matthias Meyer, Bereichsleiter Medien bei der DBK, erklärte im Februar 2012, die Kirche könne mit ihrer Kommunikation nur erfolgreich sein, wenn sie die Eigengesetzlichkeit der Medien im Blick habe und sich auf deren Wandel einstelle. Ihre Medienarbeit müsse offen und flexibel sein, mit Mut zu Experimenten. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Vielfalt der Angebote einen Reichtum darstelle.

„Weltbild“ verkaufen. Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben im November 2011 einen Verkauf der Verlagsgruppe „Weltbild“ beschlossen und den Aufsichtsrat des Unternehmens erneuert. Ihr Beschluss erfolgte nach der Kritik am Verlag, dass er in seinem Programm auch erotische und pornografische Titel führe. Die Verlagsgruppe gehört dem Verband der Diözesen Deutschlands (VDD), den 12 katholischen Bistümern und der Soldatenseelsorge. Das Unternehmen mit fast 1,7 Milliarden Euro Jahresumsatz und 6‘500 Mitarbeitenden ist Marktführer im deutschen Buchhandel und eines der grössten Medienhandelsunternehmen in Europa. – In der Zwischenzeit hat sich gezeigt, dass es nicht einfach ist, ein so grosses, komplexes Unternehmen zu verkaufen. Es gibt zudem Stimmen, die einen Verkauf ablehnen. Der Münchner Publizist Peter Seewald hält dafür, dass ein Umbau machbar und ehrlicher wäre. Weltbild sei eine wertvolle Marke mit einem einzigartigen Vertriebssystem. In einer Zeit, in der es der Glaube in der Gesellschaft immer schwerer habe, sei zu fragen, ob auf ein solches Instrument verzichtet werden könne.

Kirchliches Medieninstitut. In dem von der DBK veröffentlichten „Impulspapier“ wird die Gründung eines kirchlichen Medieninstituts mit Sitz in Mainz angekündigt. Das Institut soll Eltern und Multiplikatoren in der Medienpädagogik Informations-, Orientierungs- und Unterstützungshilfe anbieten.

Freiwilligenarbeit ein Gesicht geben. Die Kampagne 2011 „Mehr Good News“ der katholischen Kirche in der Schweiz stand im Zeichen der Freiwilligenarbeit. „Die Verantwortungsträger in der Kirche, aber auch alle Getauften und besonders die kirchlichen Medien sind herausgefordert, mehr Good News zu verbreiten“, sagte Abt Martin Werlen zum Beginn der Kampagne. Es gehe darum, „das Grossartige, das durch Getaufte geschieht, dankbar zu würdigen, damit ein zutreffendes Bild von der Kirche und ihrem Leben entsteht.“ Der Abt warnte jedoch davor, das Negative zu verdrängen: „Auch das gehört zur Realität der Kirche“.

Journalisten ausbilden. Der neue geistliche Direktor des „Instituts zur Förderung des publizistischen Nachwuchses“ (IFP) in München, Wolfgang Sauer, bisher verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit im Erzbistum Freiburg, sieht in der Ausbildung von Journalisten eine wichtige kirchliche Aufgabe. „Es ist von grösster Bedeutung, dass die katholische Kirche in die Ausbildung von Menschen investiert, die künftig Meinungsbildner der Gesellschaft sein werden“, sagte Sauer vor Journalisten. Das von der DBK getragene Institut wolle katholische Journalisten qualifizieren, sich in die öffentliche Debatte einzubringen.

Katholischer Medienpreis. Die DOK-Serie „Die 7 Todsünden“ des Schweizer Fernsehens (SF) und die Kinder-Radio-Sendung „Les Zèbres“ von Radio Suisse Romande (RSR) erhielten den mit je 2‘000 Franken dotierten Medienpreis 2011 der Schweizer Bischofskonferenz.

Verlage

Auf Partnersuche. Die Schwestern des Pauluswerks, denen die gleichnamige Freiburger Paulusdruckerei gehört, möchten ihre heutige Verantwortung für Zeitungen wie «La Liberté» und «La Gruyère» und ihr Mitspracherecht bei weiteren Medienerzeugnissen (Freiburger Nachrichten, Radio Freiburg usw.) abgeben. Dazu fanden bereits konkrete Verhandlungen statt, wie Albert Noth, der abtretende Direktor, Ende März 2011 erklärte. Spätestens im Jahre 2014 sollte die Nachfolge geregelt sein.

Bibliotheken

Klosterbibliothek Sursee zugänglich. Die Bibliothek im ehemaligen Kapuzinerkloster Sursee, das heute der Kirchgemeinde gehört, stand seit dem Weggang der Kapuziner für Besichtigungen offen, konnte aber nicht genutzt werden. Dank Kirchgemeinde konnte nun in den letzten Jahren digital ein Katalog erstellt und mit jenem des Informationsverbundes Deutschschweiz (IDS) verknüpft werden. Die Erfassung der Bestände wurde fachlich von der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (ZHB) begleitet. (Der Katalog kann unter ilu.zhbluzern.ch/ eingesehen werden. Besucher haben Donnerstag von 17-19 Uhr Zutritt.)

Theologische Bibliothek im Netz. Eine globale theologische Online-Bibliothek haben der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) und Globethics.net in Genf gestartet. „Ziel ist es, das globale Ungleichgewicht im Zugang zu Forschungsmaterialien im Bereich Theologie und verwandten Disziplinen abzubauen“, heisst es in einer Erklärung vom September 2011. Die Bibliothek biete Hunderttausende von Artikeln, Dokumenten und anderen wissenschaftlichen Materialien, auf die weltweit kostenlos zugegriffen werden kann. Globethics.net verfügt bereits heute über mehr als 650‘000 Volltextdokumente. www.globethics.net/gtl

Agenturen

„Zenit“ mit Schwierigkeiten. Ende September 2011 trat Jesus Colina, Gründer und Chefredaktor des römischen Internet-Portals Zenit von seinem Leitungsamt zurück. 1997 gegründet und auf Kirchenthemen spezialisiert, wird die Agentur von den „Legionären Christi“ getragen. Colina beklagte mangelnde Transparenz in der Finanzierung und die Vorenthaltung wichtiger Informationen über den Ordensgründer Marcial Maciel (1920-2008), gegen den schwere Vorwürfe sexuellen Missbrauchs erhoben wurden. Nach Colinas Rücktritt kündigten im Oktober 2011 weitere leitende Redaktoren ihr Ausscheiden an.

Printmedien

„Medienheft“ eingestellt. Aus finanziellen Gründen wurde das ökumenisch geführte „Medienheft“ im Herbst 2011 eingestellt. Die Webseite bleibt offen, um den Zugang zum Archiv zu gewährleisten, sie wird aber nicht mehr aktualisiert. www.medienheft.ch

„Neue Wege“ online. 100 Jahrgänge der Zeitschrift „Neue Wege. Beiträge zu Religion und Sozialismus“ sind neu online zugänglich. Das Schweizerische Sozialarchiv hat in Zusammenarbeit mit den Hochschulbibliotheken die Jahrgänge bis 2006 der religiös-sozialistischen Monatszeitschrift vollumfänglich digitalisiert. www.retro.seals.ch

Im Dienst des Papstes. „Für eine Zeitung sind 150 Jahre eine bemerkenswerte Zeit, ein langer Weg voller Freude, Schwierigkeiten, voller Aufgaben und Gnade.“ Das schrieb Papst Benedikt XVI. Mitte 2011 in einem Brief an den Direktor der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ zu deren Jubiläum. Am 1. Juli 1861 war das Blatt zum ersten Mal erschienen, damals noch ausschliesslich auf Italienisch. Das Ziel war von allem Anfang an, das Wort des Papstes in der ganzen Welt zu verbreiten.

Hohe Auflage. Die neun katholischen Kirchenzeitungen Österreichs und die beiden Sonderausgaben „Glasnik“ (kroatisch) und „Nedelja“ (slowenisch) haben beinahe so viele Abonnenten wie die Tageszeitungen „Presse“, „Standard“ und „Kurier“ zusammen, erklärte Heinz Finster, der neue Generalsekretär der Kirchenpressekonferenz. Er verwies zudem auf die grosse Treue ihrer Leserschaft. Die sinkenden Auflagenzahlen seien „logisch“, denn Hauptzielgruppe der Blätter bildeten „kirchengebundene Menschen“. Rund ein Drittel der Zeitungen schliesse jährlich positiv ab, die anderen zu 60%. Eine Absage erteilte Finster einer gesamtösterreichischen Kirchenzeitung.

40 Jahre „Publik-Forum“. Eine christliche Zeitschrift, aber ohne Bischöfe, ohne Banken und ohne Abhängigkeit von Anzeigen – kritisch und unabhängig. Unabhängig dank einer „Leserinitiative“ mit 1‘100 Mitgliedern, die das Grundkapital der Zeitschrift stellen. So sieht sich die Zeitschrift „Publik-Forum“, die in diesem Jahr mit rund 36‘000 Abonnenten ihr 40-jähriges Bestehen begeht. Die Zeitschrift war 1972 von einer katholischen Basisinitiative gegründet worden, als Nachfolgerin des von den deutschen Bischöfen 1968 ins Leben gerufenen und 1971 wieder eingestellten Wochenblatts „Publik“. Seit Januar 2008 arbeitet „Publik-Forum“ mit der Schweizer Zeitschrift „Aufbruch“ zusammen, die ihrerseits dank einer Spendenaktion weiter zu existieren vermag. www.publik-forum.de

Radio und Fernsehen

Immer weniger Zuschauer. Das Echo auf die Gottesdienstübertragungen des Fernsehens wird immer kleiner, sagte an einer Tagung in Zürich Norbert Bischofberger, verantwortlich für das Sendegefäss Religion, Philosophie und Kultur. Der Rückgang sei wohl damit zu erklären, dass immer mehr ältere Zuschauer wegfielen, jüngere aber nicht nachkämen, stellte Bischofberger fest, ohne Zahlen zu nennen. Gottesdienste strahlt das Fernsehen 14-täglich in Zusammenarbeit mit den Medienbeauftragten der drei Landeskirchen aus.

Mit eigenem Radio. Die Teilnehmer des Weltjugendtags 2011 in Madrid konnten sich dank eines eigenen Radiosenders laufend über das Geschehen informieren. „Radio JMJ“ – auf zwei UKW-Frequenzen – wurde vom Sender „Radio Maria“ in Kooperation mit dem Sender der Opus-Dei-Universität Navarra betrieben.

Neustart. Unter der Leitung von Programmdirektor Thomas Rellstab und Betriebsökonom André Jacober machte „Radio Maria Deutschschweiz“ im Januar 2012 einen Neuanfang. Mit Sitz in Adliswil ZH gehört die Station zur Familie der weltweiten Radio-Maria-Sender (in Deutschland: Radio Horeb). Eine auf Ende 2011 angestrebte Zusammenarbeit mit „Radio Gloria“ (Baldegg) kam nicht zustande. Gemäss Rellstab will Radio Maria ein „ausgewogenes Programm“ bieten, es orientiere sich „am Papst und am 2. Vatikanischen Konzil“.

„Heimatklang“ mit Predigt. Im Emmental hat am 1. Februar 2011 ein neues Volksmusikradio den Betrieb aufgenommen. Als VRP der „Heimatklang Radio AG“ amtet der reformierte Pfarrer Marc Lauper aus Eggiwil BE. Für ihn ist der Name des Radios Programm. Jeden Sonntagmorgen strahlt es eine Predigt aus; auch weitere Sendegefässe sollen „ein Fenster zur Kirche“ öffnen.

Soziale Netzwerke

«Also, irgendwie fehlt mir der @AbtMartin schon es bizeli hier auf Twitter … Sozusagen die gute Seele unter all dem Pöbel hier.»
Twitterer @NicolasPascal am 6. Februar 2012 über die fehlenden Tweets des Einsiedler Abtes Martin Werlen, der seit seinem Sportunfall in Spitalpflege war.

Auf Augenhöhe. Im Interview mit der Presseagentur kipa sagte der Einsiedler Abt Martin Werlen Mitte November 2011: „Die Kirche sollte die Chancen der neuen Medien unbedingt nutzen. Es ist wichtig, dass wir heute auf die Menschen zugehen und nicht darauf warten, bis sie zu uns kommen.“ Abt Martin bejaht die Präsenz der Kirche auf sozialen Plattformen wie Twitter und Facebook. Er selber ist bekannt als „Twitter-Abt“, der vor seinem Unfall im Januar 2012 bereits mehrere tausend „Fellowers“ hatte.

Warnung vor Euphorie. Die DBK fordert klarere rechtliche Regelungen im weltweiten Netz und warnt vor einer Internet-Euphorie. Notwendig seien Gesetze, die die Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Polizeitätigkeit im Netz eindeutig festlegten. Die Forderung ist Bestandteil eines 119 Punkte umfassenden „Impulspapiers“ von Mitte 2011. Die Bischöfe plädieren für eine „an christlichen Massstäben orientierte Ethik im Netz“. Kernpunkte seien die Gebote der Echtheit und der Wahrhaftigkeit.

Neues aus dem Vatikan. Seit Mitte 2011 verfügt der Vatikan über ein neues Nachrichtenportal im Internet, mit allen wichtigen Meldungen der vatikanischen Medien, aber nur in Englisch, Spanisch und Italienisch. www.news.va

Willkommen bei den Bischöfen. Im Juni 2011 hat die SBK ihre neue Website präsentiert. Damit wollen die Bischöfe „näher bei den Gläubigen und näher am Puls der Zeit“ sein. In Zukunft sollen auch die Websites der bischöflichen Kommissionen integriert werden. www.bischoefe.ch

Täglich 800 Mal zur Gnadenmutter. Im Rahmen eines neuen Corporate Design ist Mitte 2011 die Website des Klosters Einsiedeln neu gestaltet worden. Nach Angaben des Klosters werden täglich rund 800 Zugriffe registriert. www.kloster-einsiedeln.ch

Gemeinsamer Auftritt. Die drei Landeskirchen im Kanton Aargau haben neu ein gemeinsames Internet-Portal, vor allem für die in Gemeinschaft getragenen Stellen und Organisationen (Sozialrat, Polizeiseelsorge, Fachstelle Religion – Technik – Wirtschaft, Kirchenmusikschule usw.). www.landeskirchen-ag.ch

Unabhängig katholisch. Ein neues katholisches Portal für den deutschen Sprachraum will Religion und Katholizismus weltweit darstellen, von einem katholischen Standpunkt aus Beiträge zum Zeitgeschehen liefern. Ein Projekt von kath.de und dem Verlag Aschendorff (Münster/D). Hauptredaktor ist Jesuitenpater Eckhard Bieger. www.explizit.net

Frei erzählen. Aktiv über den christlichen Glauben reden, und zwar in einer Sendung, „in der Leute wie du und ich über ihren Glauben und die Nachfolge Christi erzählen können“. Das ist das Ziel einer neuen Internetplattform, die von Projektleiter Dominik Hasler im April 2011 gestartet wurde. Seither wurden über 30 Gesprächsvideos produziert. www.kathtalk.ch

Verbände

Nicht Organ der Hierarchie. Die katholische Presse müsse auch den Stimmen „von unten“ Raum geben und dürfe nicht nur das Organ der kirchlichen Hierarchie und der Institution Kirche sein, sonst laufe sie Gefahr, das Schicksal der katholischen Tageszeitungen zu erleiden, die sukzessive verschwunden sind. Dies stellte Markus Vögtlin, Präsident des Schweizerischen katholischen Pressevereins (SKPV) an der GV im Mai 2011 in Luzern fest. Eine katholische Presse, die sich damit begnüge, Lautsprecher der Hierarchie zu sein, gehöre der Vergangenheit an. Damit die Kirche auch in anderen Medien präsent sein kann, unterstützt der SKPV das Projekt „Christ und Welt“, im Jahr 2010 mit 19‘400 Franken. Die wöchentliche Zeitungsseite wird von der „Neuen Luzerner Zeitung“ produziert, von ihr selber und von weiteren Zeitungen übernommen. Damit erreicht die Seite Woche für Woche schätzungsweise 240‘000 Leserinnen und Leser. – Die Rechnung 2010 des SKPV schloss bei einem Aufwand von 194‘000 Franken mit einem Mehrertrag von 4‘700 Franken ab. www.skpv.ch

Enge Zusammenarbeit. Seit April 2011 verfügt die katholische Kirche in der Westschweiz über ein neu konzipiertes Internet-Portal. Dafür zuständig sind der Trägerverein „Catholink“ und die Redaktion „apic“. Als sichtbares Zeichen der Zusammenarbeit haben beide Organisationen im Mai 2011 ihre Generalversammlungen am gleichen Tag durchgeführt. Die Genossenschaft kipa-apic konnte für 2010 eine ausgeglichene Jahresrechnung vorstellen (Aufwand: rund 1,33 Mio. Franken). Rund 31% des Ertrags werden mit den eigenen Produkten erwirtschaftet, rund 900‘000 Franken stammen von kirchlichen Geldgebern und aus der Medienkollekte. Seit Herbst 2010 beschäftigt kipa-apic 11 Redaktorinnen und Redaktoren. www.kipa-apic.ch / www.cath.ch

Ucip ohne Anerkennung. Der Vatikan hat der Katholischen Weltunion der Presse (Ucip) im März 2011 die Anerkennung als katholische Vereinigung entzogen. Die Ucip müsse ab sofort das Adjektiv „katholisch“ aus ihrem Namen streichen, forderte ein Schreiben des päpstlichen Laienrates. Die vom Vatikan bestätigten Statuten des Verbands seien über einen längeren Zeitraum nicht mehr eingehalten worden; daran habe sich auch nach persönlichen Gesprächen mit der Ucip-Leitung in Rom nichts geändert.

Neue Organisation umstritten. Die neue weltweite Vereinigung katholischer Medienschaffender „Icom“ hat im Mai 2011 ihre Arbeit aufgenommen. Das Generalsekretariat in Genf betonte, es handle sich um eine Initiative von Katholiken, die offen sei für Fachleute aller Glaubensrichtungen und Meinungen. Der Vatikan hat Icom die Anerkennung verweigert. Medienrat und Laienrat missbilligten die Gründung, weil sich Icom „unrechtmässig des intellektuellen, ökonomischen und historischen Erbes der Ucip“ bemächtigt habe. Zugleich kündigten die päpstlichen Räte an, nach einer neuen Möglichkeit für den Zusammenschluss von Journalisten zu suchen, „die in Gemeinschaft mit der katholischen Kirche“ bleiben wollen. Auch der Schweizerische Verein Katholischer Journalistinnen und Journalisten (SVKJ) anerkennt Icom nicht. Der Verein wolle sich für die Rehabilitierung der Ucip einsetzen. www.icomworld.info

Werbung

Benetton zieht Werbebild zurück. Auf massive Kritik stiess im Spätherbst 2011 eine Werbekampagne des italienischen Modeunternehmens Benetton. Unter dem Titel „Unhate“ (Nicht-Hass o.ä.) wurden mittels Fotomontagen bekannte Persönlichkeiten gezeigt, die sich küssen. Darunter fand sich auch ein Bild des Papstes, wie er den Imam von Kairo in Umarmung auf den Mund küsst. Benetton reagierte auf die Kritik und zog dieses eine Bild zurück, mit dem Hinweis, das Unternehmen habe die „Gefühle der Gläubigen“ nicht verletzen wollen …

2010–2011

Totengedenken

Dolores Bauer, ehemalige Mitarbeiterin der Abteilung Religion im Hörfunk ORF, starb am 23. Juni 2010 mit 76 Jahren. Die Wiener Journalistin war wegen ihres entwicklungspolitischen Engagements und journalistischen Ethos hoch angesehen. 2006 wurde sie mit dem Preis der Herbert-Haag-Stiftung für Freiheit in der Kirche ausgezeichnet.

Giuseppe de Carli, Journalist und Vatikan-Spezialist, starb am 13. Juli 2010 im Alter von 58 Jahren. Er hatte seit 2003 an der Spitze der Vatikan-Abteilung des italienischen Staatsfernsehens gestanden. Bekannt wurde er mit zahlreichen Buchveröffentlichungen, darunter 2005 eine Sammlung von Interviews mit 23 papstwahlberechtigten Kardinälen: „Eminenza, mi permette?“

Walther Gaemperle, Steyler Missionar, starb am 17. Juli 2010 mit 76 Jahren. Gaemperle war Lehrer am Gymnasium Marienburg in Rheineck, studierte später in Freiburg i. Ue. Germanistik und Kunstgeschichte und wirkte über viele Jahre als Redaktor der Zeitschrift „Stadt Gottes“. Von 1982 – 2000 betreute er die katholische Hochschulseelsorge an der Universität St. Gallen.

Michel Monney, letzter Präsident der katholischen Photoagentur Ciric und während einigen Jahren auch Mitglied des Kipa-Apic-Vorstands, starb am 19. Oktober 2010 mit 71 Jahren. Der sozial engagierte Politiker, der neben seinem Beruf und der Mitarbeit in der CSP seine ganze Kraft der Kantonalkirche Freiburg zur Verfügung stellte, nahm seinerzeit wie selbstverständlich die Herausforderung an, die Ciric neu zu organisieren und ihr das Überleben zu sichern. Doch kappte schliesslich die Römisch-katholische Zentralkonferenz (RKZ) jegliche Hilfe, sodass die Schliessung 2006 unvermeidlich war.

Georges Haldas, Genfer Schriftsteller, starb am 25. Oktober 2010 im Alter von 93 Jahren. Haldas hatte für sein Werk viele Preise, u.a. zweimal den Schillerpreis und den Grossen Ramuz-Preis, erhalten. Gemeinsam mit dem Fernsehjournalisten Jean-Philippe Rapp, war er der erste Träger des katholischen Medienpreises, der seit 1994 verliehen wird.

Persönlich

Herbert Bodenmann ist seit 1. August 2010 neuer Chefredaktor der Nachrichtenagentur Adventistischer Pressedienst (APD). Er trat die Nachfolge von Christian B. Schäffler an, der den APD 1974 gegründet und zu einer Nachrichtenagentur ausgebaut hatte. Bodenmann war u.a. Geschäftsführer der Siebenten-Tags-Adventisten in der deutschen Schweiz.

Dino Boffo übernahm im Oktober 2010 die Leitung des bischofseigenen Senders „TV 2000“. Er hatte im Sommer 2009 nach Presseberichten über eine angebliche homosexuelle Affäre und einen ungeklärten Rechtstreit sein Amt als Chefredaktor der katholischen Tageszeitung „Avvenire“ zur Verfügung stellen müssen. Beobachter sahen die Kampagne im Zusammenhang mit seinen kritischen Kommentaren zu Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

Angelika Boesch, gelernte Buchhändlerin (Voirol Bern) und während 15 Jahren Redaktorin des Berner Pfarrblatts, ging im April 2010 in den Ruhestand.

Walter Buchs und André Kolly wurden zu Ehrenmitgliedern des Schweiz. Vereins Katholischer Journalistinnen und Journalisten (SVKJ) ernannt. Buchs war Sekretär des Katholischen Pressevereins, bevor er als Redaktor zu den „Freiburger Nachrichten“ ging. Kolly leitete viele Jahre das „Centre catholique de Radio et Télévision“ (CCRT) in Lausanne und präsidiert zurzeit die Medienkommission der Bischofskonferenz.

Christophe Büchi und Roger Friedrich, NZZ-Journalisten, wurden mit dem Oertli-Preis geehrt 2010 geehrt, in Anerkennung ihrer Verdienste um einen Brückenbau zwischen den Sprachregionen der Schweiz. Büchi, der in Einsiedeln die Matura absolvierte, ist seit 2001 Welschland-Korrespondent der NZZ, Friedrich war während 33 Jahren Redaktor der NZZ, mehrere Jahre davon als Westschweiz- bzw. Tessin-Korrespondent.

Christian Breitschmid wurde vom Generalvikariat für die Kantone Zürich und Glarus als Pressesprecher engagiert: Der Aargauer Journalist war zuletzt Produzent beim Schweizer Fernsehen („SF bi de Lüt“, „Hopp de Bäse!“).

Theo Bühlmann, Redaktor der KAB-Zeitschrift „treffpunkt“, übernahm auf 2011 die Redaktion der Missionszeitschrift „WeltWeit“, die von zehn schweizerischen Missionswerken herausgegeben wird. Er folgte auf Alois Hartmann, der die Redaktion während 13 Jahren geführt hatte.

Carmen Epp und Laure Gabus wurden vom SVKJJ mit dem katholischen Medienpreis 2011 für Nachwuchskräfte ausgezeichnet. Epp (Urner Wochenblatt) hatte eine Arbeit über eine alleinerziehende Mutter eingereicht, Gabus (Tribune de Genève) eine Recherche über die Wohnungssuche von Studierenden in Genf.

Peter Felber, reformierter Pfarrer und Kommunikationsfachmann, ist seit Februar 2011 neuer Kommunikations- und Marketingleiter des evangelischen Missionswerks Mission 21 in Basel. Felber trat die Nachfolge von Lukas Zemp an.

Manuel Lozano Garrido (1920 – 1971) wurde am 12. Juni 2010 selig gesprochen. Der spanische Journalist war während des Bürgerkriegs als Mitglied der Katholischen Aktion tätig, setzte sich für die Gefangenen ein und wurde vom Franco-Regime verhaftet. Nach dem Ende des Bürgerkriegs wurde seine Tätigkeit als Journalist weiter behindert. Bereits 1942 war er invalid geworden, 1962 erblindete er vollständig. 1956 gründete er eine eigene Zeitschrift für Kranke.

Katja Gentinetta ist seit März dieses Jahres Moderatorin der Fernsehsendung «Sternstunde Philosophie». Die promovierte Philosophin, in Zermatt aufgewachsen, war zunächst für die Aussenbeziehungen des Kantons Aargau zuständig, später Leiterin beim Forum Schlossplatz, zuletzt stellvertretende Direktorin von „Avenir Suisse“, dem Think Tank für gesellschafts- und wirtschaftspolitische Fragen.

Giuseppe Gracia wurde vom Churer Bischof zum neuen Leiter der Informationsstelle im Bistum Chur berufen. Er folgte auf Christoph Casetti, der diese Aufgabe während 22 Jahren wahrgenommen hatte. Gracia, dipl. PR-Berater SPRI, war vordem zwei Jahre in gleicher Funktion in Solothurn tätig. Mit seinem Arbeitsantritt wurde die Informationsstelle neu ausgerichtet. Zu ihren Aufgaben gehören die „strategische Beratung des Bischofs, Weihbischofs, Generalvikars und der leitenden Gremien in öffentlichkeitsrelevanten Fragen“. Auch der „mediengerechten Positionierung von Kernanliegen der Kirchenleitung gegenüber einer wachsenden, säkular geprägten Öffentlichkeit“ soll mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, wie es in der Medienmitteilung heisst.

Gabriele del Grande, italienischer Journalist, erhielt den Menschenrechtspreis „Pro Asyl-Hand“ 2010 der deutschen Stiftung Pro Asyl. Mit seinen mutigen und akribischen Recherchen zur Situation von Flüchtlingen an Europas Aussengrenzen und in Transitländern habe del Grande die menschlichen Tragödien sichtbar gemacht, die hinter den Meldungen über Schiffbrüchige und über Zurückweisungen stünden, stellte die Jury fest.

Isabelle Graesslé, reformierte Theologin und Leiterin des 2005 eröffneten Internationalen Museums der Reformation in Genf, ist 2010 mit dem Preis des Schweiz. Verbandes der Presse-Attachés (Usap) ausgezeichnet worden. Die Elsässerin war 2001 zur ersten Moderatorin der reformierten Genfer Pfarrerschaft gewählt worden.

Judith Hardegger, katholische Theologin, bisher Redaktorin beim „forum“, Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zürich, wechselte zum Schweizer Fernsehen (SF). Hier war sie bereits seit Januar 2009 in Teilzeit für die „Sternstunde Religion“ tätig.

Detlef Kissner, Theologe aus Hechingen (D), zuletzt Leiter eines Bildungshauses, wurde neuer leitender Redaktor von „forum Kirche“, dem katholischen Pfarreiblatt für Schaffhausen und Thurgau. Er trat die Nachfolge von Ann-Katrin Gässlein an, die neu die Verantwortung für Kommunikation und Mittelbeschaffung beim Schweiz. Zentralverein für das Blindenwesen übernahm.

Andrea Krogmann, Fotojournalistin und Kipa-Redaktorin, wurde mit dem Internationalen Fotopreis der Katholischen Weltunion der Presse (Ucip) ausgezeichnet, für ihr Bild „Christmas in Holyland“. Es zeigt eine griechisch-orthodoxe Nonne an Weihnachten 2009.

P. Albert Longchamp SJ übernahm im Mai 2010 erneut die Redaktion der Jesuitenzeitschrift „Choisir“ in Genf. Er folgte auf Pierre Emonet, dem neuen Provinzial der Schweizer Jesuiten. Emonet hatte die Monatszeitschrift während zwölf Jahren geleitet.

Thierry Mauron heisst der neue Direktor des Pauluswerks in Freiburg. Er folgt auf Albert Noth, der das Werk seit 1992 leitete und viele Jahre dem Vorstand Kipa-Apic angehörte. Mauron arbeitete nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften beim Bund (europäische Wirtschaftsfragen und GATT), bevor er zur Wirtschaftsförderung des Kantons Freiburg stiess, die er seit 2000 leitete.

Marco Meier, während drei Jahren Programmleiter von DRS 2, früher Redaktionsleiter der «Sternstunden», verliess Ende 2010 die SRG und widmet sich nun eigenen kulturellen und publizistischen Projekten. Der Rückzug erfolgte vor allem wegen der Neuorganisation von Radio und Fernsehen.

Renate Metzger-Breitenfellner, freie Journalistin und Publizistin, erhielt von ihrer Wohnortsgemeinde Beckenried den Impulspreis 2010 für Verdienste um verschiedene kommunale und kirchliche Projekte.

Lukas Niederberger, ehemaliger Direktor des Lassalle-Hauses in Bad Schönbrunn, heute Zentralredaktor des kantonalluzernischen Pfarreiblattes, arbeitet seit November 2010 als Teilzeit-Redaktor auch für die Zeitschrift „Aufbruch“. Er trat die Nachfolge von Sabine Schüpbach an.

Klara Obermüller, Journalistin und Publizistin, erhielt von der Universität Zürich den Ehrendoktor der Theologie, in Anerkennung ihrer schriftstellerischen Arbeiten zu gesellschaftlichen und religiösen Themen.

Maurice Page, Präsident des SVKJJ, verliess Ende 2010 nach dreijähriger Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Teilzeit „Justitia et Pax“ in Bern, weil „die Weiterführung der Zusammenarbeit nicht mehr den Erwartungen“ entsprach.

Markus Schaaf übernahm im Juli 2010 von Werner Messmer das Präsidium der ERF-Medien Schweiz. Messmer war seit 1982 Mitglied im Trägerverein, seit 1990 Präsident. In dieser Zeit wuchs die Zahl der Mitarbeitenden von 10 auf 42, das Budget auf 6 Mio. Franken. Schaaf hat nach der Berufslehre als Buchhändler ein Theologiestudium und eine Heimleiterausbildung absolviert. ERF Schweiz ist ein christliches Medienunternehmen.

Thomas Schnelling, Theologe, wurde auf Ende November 2010 neuer Chefredaktor der katholischen Wochenzeitschrift „Sonntag“. Er trat die Nachfolge von P. Niklas Raggenbass OSB an, der die Zeitschrift nach knapp anderthalb Jahren verliess, um wieder als Seelsorger tätig zu sein. Schnelling lebt seit zehn Jahren in der Schweiz, zunächst als Pastoralassistent im Kanton St. Gallen, wo er auch für Regionalzeitungen tätig war. Seit 2006 war er freier Mitarbeiter der KAB-Zeitschrift „treffpunkt“; zuletzt Redaktionsmitglied von „Horizonte“, dem katholischen Pfarrblatt des Kantons Aargau.

Ludwig Spirig-Huber und Jakob Hertach sind die neuen Redaktoren der Zeitschrift „Heiliges Land“. Spirig ist u.a. Geschäftsführer von „Terra Sancta Tours“, Hertach freier Journalist in Zürich. Die beiden folgen auf Hans Rahm, ehemals Geschäftsführer des Schweiz. Katholischen Pressvereins.

Pierre Stutz, Theologe und Autor, verabschiedete sich nach zehnjähriger Mitarbeit von der Redaktion der Pallotiner-Zeitschrift „ferment“. Als Nachfolger amtet der reformierte Theologe Christoph Walser.

Markus Weber hat nach fünfjähriger Tätigkeit Ende 2010 seine Tätigkeit als Informationsbeauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Baselland aufgegeben.

Kirchen und Medien

„Mehr good news“. Unter diesem Motto fand im Mai 2010 der von der Medienkommission der SBK organisierte Mediensonntag statt. Der Slogan bekam vor dem Hintergrund der Missbrauchsdebatte besondere Brisanz. Sie wurde in der Öffentlichkeit, wie der Freiburger Medienwissenschaftler Louis Bosshart bestätigte, vor allem als „Imagekampagne“ wahrgenommen. Angesichts der äusseren Umstände hätte Bosshart auf die Kampagne verzichtet: „Im vorliegenden Fall hätte ich zu den Mitteln der Krisenkommunikation gegriffen. Die Konsequenzen für die Institution ´Katholische Kirche´ waren in ihrem negativen Gehalt abzusehen.“ Als unumgänglich bezeichnete Bosshart bei Krisen dieses Ausmasses eine „umfassende, unverzügliche, ungeschminkte Information der Mitglieder der Institution und der breiten Öffentlichkeit“. Teilweise sei das der Kirche in der Schweiz gelungen. „Einzelne positive Beispiele haben den Weg gezeigt.“

Unwissen und Distanz. Journalisten verfügen allgemein über sehr lückenhafte Religionskenntnisse und interessieren sich wenig für religiöse Fragen. Religion betrachten sie als Randthema. Auch seien Journalisten tendenziell weniger religiös als der grosse Teil der Bevölkerung. Das hat im September 2010 eine Studie der Medienwissenschaftler Vinzenz Wyss (Winterthur) und Urs Dahinden (Chur) – vom Nationalfonds finanziert – gezeigt. Sie schlägt den Religionsgemeinschaften vor, aktiv auf die Medien zuzugehen und eine Kultur des Dialogs zu entwickeln. Im Gespräch mit der Kipa empfahlen die Autoren den Kirchen, sich bei der Ausbildung von Journalisten im Rahmen einer Co-Finanzierung zu beteiligen. http://www.nfp58.ch/d_projekte_religion.cfm

Für christliche Werte einstehen. Papst Benedikt XVI. hat Ende November vor Vertretern des „Verbandes der katholischen Wochenzeitungen Italiens“ die katholischen Journalisten aufgerufen, in der öffentlichen Debatte mutig für christliche Überzeugungen und Werte einzutreten. Katholische Journalisten dürften nicht nur informieren, sie müssten vielmehr auch zu einer christlichen Bildung der Leser beitragen.

Neue sprachliche Wege suchen. Die Kirche müsse mehr daran arbeiten, wie sie die Frohe Botschaft verständlicher weitergeben könne, stellte Erzbischof Gianfranco Ravasi, Präsident des päpstlichen Kulturrates zu Beginn der Vollversammlung 2010 fest. „Kultur der Kommunikation und neue Sprachformen” war das Thema. Die Sprache der katholischen Kirche verweise mitunter nur auf sich selbst; sogar einfache Wörter aus dem kirchlichen Kontext hätten keine Referenz in der Aussenwelt, sondern nur nach innen, sagte Ravasi. „Oft hat die Sprache innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft quasi ihre Stimme verloren. Denken wir an die extrem anspruchsvolle Sprache der Theologie, die selbst bei einer katholischen, gläubigen, praktizierenden Bevölkerung kein Gehör mehr findet.“

Einheit in der Vielfalt? Nach einem viertägigen Medienkongress Anfang Oktober 2010 im Vatikan war eines klar: Die katholischen Medien müssen sich beträchtlichen Herausforderungen stellen, auf jedem Kontinent aber und in jedem Land sieht die Situation anders aus. Geboten wurden den über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 85 Ländern eine Fülle Informationen und Einschätzungen. Der Kongress war die bislang grösste Veranstaltung dieser Art. Rund die Hälfte der Teilnehmer kam aus Afrika, Zentral- und Lateinamerika. Auch Europa war stark vertreten. So war es möglich, zahlreiche Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen, was für viele Teilnehmer mindestens so wichtig war wie die Referate.

„Der persönliche Kontakt ist wichtig!“ „Ich habe gelernt, dass wir an unserem Vertrauen gegenüber den Medien weiterarbeiten müssen“, stellte Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) Monate nach der Missbrauchsdebatte fest. „Es gibt ein vertrauensvolles Verhältnis zu vielen Medien, in allen Ländern, aber das muss durch persönliche Kontakte immer weiter ausgebaut werden. Ich habe erlebt, dass natürlich die schnelle Nachricht, die schnelle Schlagzeile, die flotte Formulierung in einzelnen Medien gut und quotenträchtig ist. Aber es ist besser, wenn ich mich mit einem Journalisten persönlich treffe und mit ihm spreche. So kann man vieles genauer erklären, als wenn ich jetzt nur eine Pressemeldung hinausschicke. Der persönliche Kontakt ist wichtig! Das Zweite sind die Regeln des persönlichen Umgangs, vor allem jene der Offenheit und dass jeder Journalist, der anruft, eine Antwort bekommt, und zwar möglichst schnell.“ – Das „Netzwerk Recherche“ (nr) hatte im Juli die Informationspolitik der DBK scharf kritisiert. Sie verlieh ihr den Kritik-Preis „Verschlossene Auster“ und ernannte die Kirche zum „Informationsblockierer des Jahres“. Die deutschen Bischöfe gäben bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nur jene Tatsachen zu, die sich nicht mehr leugnen liessen.

Mehr Vertrauen gefordert. Bischöfe sollten mehr Vertrauen in die Chefredaktoren kirchlicher Medien haben, forderte die Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) von den Bischöfen Deutschlands. Katholischer Journalismus und kirchliche PR-Arbeit sollten nicht miteinander vermengt werden, heisst es in einem im Oktober 2010 von der GKP veröffentlichten Thesenpapier. Die Eigenverantwortung von Redaktionen und Verlagen sei der beste Weg zu einer wirksamen Medienarbeit der Kirche. Alle Mitarbeiter katholischer Medien brauchten das Vertrauen der Kirche in ihren Glauben und ihre Kompetenz. Die GKP kritisierte auch, dass die Kirche ihre Rolle als Medienanbieterin im Internet noch immer nicht gefunden habe. Sie verliere den Anschluss an wichtige Entwicklungen der Medienwelt. www.gkp.de

Journalistenschule bleibt unabhängig. Der Medienbischof der DBK, Gebhard Fürst (Rottenburg), hat die Unabhängigkeit des Instituts zur Förderung des publizistischen Nachwuchses (IFP), der kirchlichen Journalistenschule in München, betont. Der Vorwurf, IFP sei eine von den Bischöfen gesteuerte Kaderschmiede, treffe nicht zu. Vielmehr gehe es der Kirche um eine fachlich kompetente und unabhängige Ausbildung von Nachwuchsjournalisten. Damit trat der Bischof Vorwürfen entgegen, die nach dem Rücktritt des Geistlichen Direktors Michael Broch Mitte August – nach nur vier Monaten im Amt – wegen papst- und kirchenkritischen Äusserungen in einem Zeitungsinterview erhoben wurden. Die Bischöfe sind Geldgeber der Journalistenschule. Fürst bezeichnete Brochs Äusserungen „in Sache und Ton unangemessen“, sie hätten das Vertrauen der Bischöfe in Broch dauerhaft erschüttert.

Einbrüche bei Bistumspresse. Rein mathematisch werde es die Mediengattung Bistumszeitung in 20 Jahren nicht mehr geben, wirtschaftlich werde das Aus noch früher kommen. Zu diesem Schluss gelangte eine in der Fachzeitschrift „Communicatio socialis“ veröffentlichte Studie. Sie untersuchte die Auflagenentwicklung der deutschen Bistumspresse von 1995 – 2009. Demnach ist die Auflage der 24 Bistumszeitungen im Schnitt pro Jahr um 35‘000 Exemplare geschmolzen.

Verlage

FN auf Einkaufstour. Die Freiburger Nachrichten AG übernahm per 1. April 2010 von Espace Media die beiden abonnierten Lokalzeitungen «Murtenbieter» und «Anzeiger von Kerzers». Der Murtenbieter informiert seit 156 Jahren zweimal wöchentlich über Ereignisse in Stadt und Region Murten. Der Anzeiger von Kerzers ist seit 1935 das wöchentliche Publikationsorgan der Gemeinde Kerzers.

Neu organisiert. Der Trägerverein der Kirchenzeitung «reformiert.zürich» verpasste sich eine neue Organisationsstruktur und entband die bisherige Geschäftsleitung von ihren Aufgaben. Jetzt bilden Redaktions- und Verlagsleiter die Geschäftsleitung.

Christiana-Verlag in neuen Händen. Der Fe-Medienverlag in Kisslegg (Allgäu) hat den Christiana-Verlag in Stein am Rhein übernommen. Das Verlagsprogramm soll neu gestaltet, die Verwaltung nach Kisslegg verlegt werden. Der Christiana-Verlag wurde von Arnold Guillet gegründet und hat sich in den fast 60 Jahren seines Bestehens zu einem der bekannteren Verlagshäuser christlicher Ausrichtung entwickelt. Nach Guillets Tod 2007 blieb die Nachfolgeregelung lange unklar. Mit dem Neuerwerb hofft der Fe-Medienverlag (u.a. „Pur-Magazin“ und „Vatican-Magazin“), noch stärker „an der Neuevangelisierung im deutschsprachigen Raum“ mitwirken zu können. www.fe-medien.de

Zurück auf dem Wachstumspfad. „Weltbild“ ist wieder erstarkt. Nachdem die Eigentümer – 14 deutsche Bistümer und die Katholische Soldatenseelsorge Berlin – ihre Verkaufspläne Ende April 2009 wegen Wirtschafts- und Finanzkrise aufs Eis gelegt hatten, war es um den Konzern still geworden. Mitte 2010 vermeldete er wieder schwarze Zahlen. Für den rasch wachsenden Versand- und Onlinehandel hat Weltbild die Weichen gestellt. Auf www.weltbild.de kann in 250‘000 Titeln geblättert, 40‘000 Bücher können auf ein digitales Lesegerät geladen werden.

Auszeichnung für Bibelausgabe. Eine moderne Ausgabe des Neuen Testaments in der Neuen Genfer Übersetzung (NGÜ) ist für ihr Design mit dem „Red dot“-Preis ausgezeichnet worden. Die Buchgestaltung der NGÜ sei damit schon zum zweiten Mal wegen ihrer Ausgestaltung prämiert worden, teilte die Deutsche Bibelgesellschaft als Mitherausgeber im August 2010 mit. Der „Red dot award“ wird seit 1955 verliehen. www.red-dot.org

Bibliotheken

Gemeinsam online. Die Fachbibliotheken der reformierten und der katholischen Kirche im Kanton Zürich haben vor einem Jahr ihre beiden Online-Kataloge zusammengeführt. Sämtliche Medien sind nun in einem Zugriff erreichbar. www.religionspaedagogikzh.ch

Agenturen

Apic mit neuen Kräften. Die „Agence de presse internationale catholique“ (Apic) mit Sitz in Freiburg ist im Oktober 2010 personell verstärkt worden. Neu sind Nathalie Dupré-Balmat, Aude-May Cochand und Gilles Gay-Crosier. Altershalber ausgeschieden ist Pierre Rottet. Als Web-Editor betreut neu Pascal Fessard das Internet-Portal www.cath.ch für die französischsprachige Schweiz.

Vermittlerrolle der KNA. Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg i. Br.) hat die Arbeit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) als unverzichtbar in der deutschen Medienlandschaft bezeichnet. Der Agentur komme eine wichtige Vermittlerrolle zu, sagte der Vorsitzende der DBK. Dies habe sich auch in der Berichterstattung zum Thema Missbrauch gezeigt. KNA ist die deutsche Partneragentur der Kipa.

Aus „RNA“ wird „ref.ch News“. Die Reformierte Nachrichtenagentur (RNA) heisst seit 1. September 2010 neu „ref.ch News“. Sie publiziert Nachrichten aus der reformierten Welt, zu Religion, Gesellschaft und Kultur, per Newsletter, Twitter oder RSS-Feed. www.ref.ch

Afrika-Infos besser bündeln. Unter der Bezeichnung „Catholic News Agency for Africa“ (Canaa) soll, wie im September 2010 bekannt wurde, eine neue Nachrichtenagentur entstehen. Sie soll den Nachrichtenfluss aus Afrika verbessern. Die Initiative ging von einer Konferenz katholischer Medienschaffender in Kenia (Nairobi) aus.

Die Wirkkraft Gottes. „Unser Ziel ist nicht, die Schweiz auf den Kopf zu stellen. Wir haben einfach den Auftrag, Gottes Präsenz bewusst zu machen“, sagte Peter Stucki, Präsident der „Agentur C“ in Belp BE, in einem Interview. Die Agentur C plakatiert und inseriert in der Schweiz seit 25 Jahren Bibelworte. „Auf diesem Dienst liegt eine Salbung, das spüre ich“, führte Stucki aus. „Die Wirkkraft liegt bei Gott, nicht bei uns. Dadurch, dass wir nun so lange mit dem gleichen Erscheinungsbild aufgetreten sind, sind wir auch zu einer Marke geworden. Man nimmt uns wahr. Deshalb haben wir nun den Begriff ´Agentur C´ für zehn Jahre schützen lassen.“

Printmedien

„ite“ in neuer Aufmachung. Seit diesem Jahr erscheint die Zeitschrift der Schweizer Kapuziner in einem grösseren Format mit dem Untertitel: „das weltoffene franziskanische Magazin“. Die publizistische Grundlinie bleibt die gleiche – einem kritischen und weltoffenen Journalismus verbunden. www.kapuziner.ch/ite

„Weltweit“ neu konzipiert. Die Missionszeitschrift „Weltweit“ erscheint seit Januar inhaltlich neu konzipiert und in einem neuen Layout. Neuer Untertitel: Entwicklungspartnerschaft / Globale Gerechtigkeit. www.weltweit.ch

„Viertelstunde für den Glauben“ zum 12. Mal. Auch zum Valentinstag 2011 vertrieb die Schweiz. Evangelische Allianz ihre Zeitung zum Thema Liebe, Partnerschaft und Heirat in einer Grossauflage von 400‘000 Exemplaren für die deutsche Schweiz, zum grössten Teil mit Hauswurf.

„ChrisCare“ im Gesundheitswesen. Die Zeitschrift, die in der Schweiz von „bvMedia Christliche Medien“ in Pfäffikon ZH vertrieben wird, will dazu beitragen, die Bedeutung des christlichen Glaubens im Gesundheitswesen zu erkennen. Startauflage: 10’000 Exemplare. www.bvmedia.ch/chriscare

„Lebenslust“ am Kiosk. „bvmedia“ hat vor einem Jahr eine weitere neue christliche Quartalszeitschrift für den deutschsprachigen Raum lanciert, die sich bewusst an Leute wendet, die der Kirche fernstehen. Startauflage: 250‘000 Exemplare, überall erhältlich. www.glaube-am-kiosk.ch

„Rheinischer Merkur“ aufgegeben. Die von katholischen Bistümern Deutschlands herausgegebene Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“ hat aus finanziellen Gründen auf Ende 2010 ihr Erscheinen eingestellt. Die Gesellschafter beschlossen eine Kooperation mit der „Zeit“. Kommentar der FAZ: „Der christlich-konservative ´Rheinische Merkur´ galt seit langem als abschreckendes Lehrstück für die Unfähigkeit der Kirche, ihre Kräfte zu bündeln.“

„Diakonia“ mit neuer Redaktion. Auf Anfang 2011 hat Michael Felder, Professor für Pastoraltheologie an der Uni Freiburg i. Ue., die Chefredaktion der Internationalen Zeitschrift für die Praxis der Kirche (Verlag Herder) übernommen. Er löst Veronika Prüller-Jagenteufel ab. Zudem sind u.a. ausgeschieden: Prof. Leo Karrer (Freiburg i. Ue.) und Marie Louise Gubler (Zürich). Neu kam hinzu: Franziska Loretan-Saladin (Luzern), Lehrbeauftragte für Homiletik.

Radio

„Radio Maria“. In Polen entstanden, hat „Radio Maria“ im September 2010 in der deutschen Schweiz den Probebetrieb aufgenommen, getragen vom „Verein Radio Maria Deutschschweiz“, unterstützt von der „Weltfamilie Radio Maria“. Sitz ist Adliswil ZH. Radio Maria versteht sich als „wirksames Instrument der Evangelisierung“ und arbeitet mit „Radio Gloria“ (Standort: Baldegg LU).

„Hörmal chrüz u quer“ aufgegeben. Das ökumenische Lokalradio, 1983 gegründet, stellte Ende 2010 seinen Betrieb ein. Die Evangelisch-reformierte Gesamtkirchgemeinde Bern und die Römisch-katholischen Kirche im Kanton Bern hatten sich aus der Finanzierung zurückgezogen.

Fernsehen

Orden wollen es wissen. Mehrere Ordensgemeinschaften Deutschlands wollen ins Fernsehgeschäft einsteigen und haben dazu eine Multimedia-Produktionsgesellschaft gegründet. Ihr Sprecher: Kapuzinerbruder Paulus Terwitte (Dieburg/Darmstatt).

Hoher gesellschaftlicher Wert. Das Schweizer Fernsehen hat bei 500 Frauen und Männern im Alter von 45 Jahren und älter in der deutschen Schweiz eine repräsentative telefonische Befragung zu den Gottesdienstübertragungen durchgeführt. Die Hälfte attestiert der Sendung einen hohen Wert. Bei Jungen und Konfessionslosen sind dies 25%. Ein Viertel der Nutzer gibt an, dass die Konfession keine Rolle spiele, die eigene wird jedoch favorisiert. Wichtig oder gar sehr wichtig für die Mehrheit der Befragten ist der Live-Charakter der Gottesdienste.

Auf Erfolgskurs. Das „Fenster zum Sonntag“ im Fernsehen DRS erreicht am Wochenende über 93‘000 Zuschauer. Vor zehn Jahren waren es noch 69‘000. Seit 2006 ist die Sendung auf „SF zwei“ und auf „SF info“ zu sehen, zudem über den Satellitensender „Bibel TV“ und den süddeutschen Kabelkanal „bw family.tv“. Es handelt sich um ein Projekt von Frei- und Landeskirchen und der Schweiz. Evangelischen Allianz.

Online

Für respektvolles Verhalten. Papst Benedikt XVI. hat ein verantwortungsbewusstes Verhalten im Internet und in den sozialen Netzwerken angemahnt. In seiner Botschaft zum Mediensonntag 2011 ruft er zu einem ehrlichen, offenen und respektvollen Kommunikationsstil im Netz auf. Zugleich verweist er auf mögliche Gefahren, etwa der Gefahr, dass sich jugendliche Nutzer in eine Art Parallelwelt flüchten.

Änderungen bei catholink. Der Trägerverein der Internet-Plattform der katholischen Kirche in der Westschweiz www.catholink.ch hat umfassende Änderungen eingeleitet, um – nach dem Vorbild von www.kath.ch – wesentliche Verbesserungen zu erreichen.

Kleines Jubiläum. Die ökumenische Internet-Seelsorge in Zürich feierte im September 2010 ihr 15-jähriges Bestehen. Jedes Jahr nehmen Hunderte von Menschen den kostenlosen Dienst in Form von E-Mails und SMS in Anspruch.

„Partenia“ ohne Bischof Gaillot. Der ehemalige Bischof von Evreux (F), Jacques Gaillot, 1995 von Papst Johannes Paul II. seines Amtes enthoben, hat im September 2010 seine monatlichen Rubriken auf der von ihm gegründeten Website eingestellt. www.partenia.org

Skepsis gegenüber Internet. In der Schweiz sind katholische Priester gegenüber modernen Informations- und Kommunikationstechnologien zurückhaltender als Priester in anderen Ländern. Dies zeigt eine Studie der Universität Lugano, die untersucht hatte, wie katholische Priester das Internet nutzen und welche Einstellung sie zu digitalen Informations- und Kommunikationsmitteln haben.

Verbände

Verein verjüngen! Der Schweiz. Katholische Presseverein (SKPV) strebt eine Verjüngung an, wie die Generalversammlung 2010 deutlich machte. Ihm gehören zurzeit 1‘200 Mitglieder an. Wegen Überalterung verliere der Verein jährlich rund 50 Mitglieder. Jüngere Menschen von den Anliegen des Vereins zu überzeugen, sei schwierig, da sie eher für konkrete Projekte als für eine „abstrakte Sache“ zu gewinnen seien, stellte Vereinspräsident Markus Vögtlin fest. Dennoch dürfe der Verein nichts unversucht lassen, jüngere Generationen anzusprechen.

Streit in der Ucip. An der GV der Katholischen Weltunion der Presse (Ucip) im September 2010 in Ouagadougou (Burkina-Faso) nahmen wichtige Verbände nicht teil, u.a. Nordamerika. Auch der aktuelle Präsident Bernhard Sassmann aus Österreich fehlte. Im Verband gibt es seit Jahren Streit. Der Päpstliche Rat für die Laien, dem der Verband untersteht, hatte vor allem die Überprüfung der Stellung des Generalsekretärs verlangt. Die Mitgliederversammlung hinter verschlossenen Türen ging darüber hinweg. Neu gewählt wurden als Vizepräsidenten der Medienwissenschaftler Andres Canizales (Venezuela) und die Journalistin Joyce Kazembe (Simbabwe), als geistlicher Beirat der Schweizer Jesuit Albert Longchamp, als Schatzmeisterin Elisabeth Moest (Deutschland) – und bestätigt wurde der bisherige Generalsekretär Joseph Calstas-Chittilappilly

2009–2010

Totengedenken

Pasquale Borgomeo, langjähriger Direktor von Radio Vatikan, ist am 2. Juli 2009 nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren in Rom gestorben. Der aus Neapel stammende Jesuit hatte den Papst-Sender von 1985-2005 geleitet und wurde damals vom jetzigen Vatikansprecher Federico Lombardi abgelöst

Roger de Diesbach, ehemaliger Chefredaktor der Freiburger Tageszeitung „La Liberté“, starb am 21. September 2009 im Alter von 65 Jahren. De Diesbach machte sich, bevor er bei der „Liberté“ begann, als Bundeshausredaktor und später mit seinen Hintergrundberichten einen Namen. Er gründete eine eigene Agentur (BRRI), die sich dem Recherchierjournalismus zuwandte. 1996 wurde er Chefredaktor und blieb es bis 2003, als ihn gesundheitliche Gründe zum Rücktritt zwangen.

Walter Jud-Zweifel, Geschäftsführer der Druckerei Oberholzer in Uznach SG, ist nach Weihnachten 2010 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Er hatte die Leitung der Druckerei 1998 übernommen.

Peter Litschi, während 40 Jahren für die Katholische Kirche im Kanton Zürich tätig, starb am 19. Dezember 2009 im Alter von 63 Jahren. Er hatte im Verlauf der Jahre verschiedene Aufgaben betreut und war die „prägende Seele des Centrum 66“ (Todesanzeige der Zentralkommission).

Hans Wili-Metzler, aufgewachsen in Hitzkirch LU, starb am 5. Juni 2009 in Köniz BE im Alter von 91 Jahren. Wili war viele Jahre Inland-, dann Bundeshausredaktor für „Ostschweiz“, „Vaterland“ und andere Printmedien.

Traurige Jahresbilanz. Im Jahr 2009 sind weltweit mindestens 110 Journalisten getötet worden, mehr als je zuvor. www.reporter-ohne-grenzen.de

Persönlich

Véronique Benz, übernahm Ende Januar 2010 die Chefredaktion von „Evangile et Mission“, des zweimonatlich erscheinenden offiziellen Organs der Westschweizer Diözesen. Sie folgte auf Michèle Fringeli (Delsberg), die aus gesundheitlichen Gründen die Redaktion nach elfjährigem Engagement verliess. Véronique Benz hat an der Universität Freiburg Geografie studiert und arbeitete seit 2001 bei „Evangile et Mission“.

Viktor Dormann trat auf Ende Mai 2009 als Chefredaktor der katholischen Wochenzeitschrift „Sonntag“ in Baden AG zurück und übergab sein Amt dem promovierten Theologen Niklas Raggenbass. Der „Sonntag“ erscheint in einer Auflage von rund 25‘000 Exemplaren.

Heinz-Joachim Fischer, langjähriger Korrespondent der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ für Italien und den Vatikan, wurde auf Ende 2009 pensioniert. Er ist einer der besten Kenner Roms, des Vatikans und der Päpste. (U.a.: Heinz-Joachim Fischer, Benedikt XVI. Ein Porträt. Herder, Freiburg i.Br. 2005. Fr. 23.50)

Michèle Fringeli (Delsberg), ehemalige Chefredaktorin von „Evangile et Mission“, und Angelika Boesch, während 20 Jahren Redaktorin des Berner Pfarrblatts, wurden an der Generalversammlung des „Schweizerischen Verbandes Katholischer Journalistinnen und Journalisten“ zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Ann-Katrin Gässlein (Frauenfeld) und Rachad Armanios (Genf) erhielten den Medienpreis 2010 des Schweizerischen Vereins katholischer Journalistinnen und Journalisten (SVKJ). Gässlein leitet „forumKirche“, das Pfarreiblatt in den Kantonen Schaffhausen und Thurgau. Sie erhielt den Preis für ein Interview mit Giuseppe Gracia, dem Informationsbeauftragten des Bistums Basel, zum Thema Zeitgeist (erschienen in „forumKirche“, 1/10). Armanios ist stellvertretender Chefredaktor der Genfer Tageszeitung „Le Courrier“. Er wurde für ein Interview mit dem Franzosen Pous, einem ehemaligen katholischen Mönch, über dessen Buch „La tentation totalitaire. Essai sur les totalitarismes de la transcendance“ ausgezeichnet. (Erschienen in „Le Courrier“, 5.9.2009.)

Mechtild Herder, die Frau des Senior-Verlegers Hermann Herder in Freiburg i.Br., wurde für ihr Engagement für werdende Mütter in Bedrängnis mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sie hatte vor 25 Jahren in Freiburg einen Helferkreis aufgebaut, der rund um die Uhr Telefonberatung und materielle Hilfe anbietet.

Bernard Litzler, seit 2003 Chefredaktor der Wochenzeitschrift „Echo Magazine“ (Genf), wurde neuer Leiter des „Centre catholique de Radio et Télévision“ (CCRT) in Lausanne. Der Theologe und Journalist, gebürtiger Elsässer, trat am 1. November 2009 die Nachfolge von André Kolly an, der dem CCRT seit 1988 vorstand und aus Altersgründen demissionierte. – Das CCRT ist in ökumenischer Zusammenarbeit mit dem „Office protestant des médias“ (OPM) für Sendungen im öffentlich-rechtlichen Westschweizer Radio (RSR) und Fernsehen (TSR) verantwortlich.

André Marty, Fernsehjournalist, wurde mit dem Katholischen Medienpreis der Medienkommission der Schweizer Bischofskonferenz ausgezeichnet. In der Arbeit des Nahost-Korrespondenten des Schweizer Fernsehens spiegle sich die „Vielschichtigkeit der Probleme des Zusammenlebens der Völker und Religionsgemeinschaften im Heiligen Land“ und die „Bedeutung der Präsenz der christlichen Minderheit für die Hoffnung auf Frieden für alle“, heisst es in der Urkunde zur Preisverleihung.

Urs C. Reinhardt trat nach 17-jähriger Tätigkeit auf Ende 2009 als nebenamtlicher Chefredaktor des Kirchenblattes für römisch-katholische Pfarreien im Kanton Solothurn zurück. Nachfolger wurde der 40-jährige Solothurner Kantonsschullehrer und Autor Reto Stampfli. Stampfli hatte Philosophie, Germanistik und Theologie studiert.

Bernhard Sassmann, Kreativdirektor einer Wiener Werbeagentur, wurde an der Generalversammlung in Rom nach längerer Vakanzzeit an der Spitze der Union zum neuen Präsidenten der „Katholischen Weltunion der Presse“ (UCIP) gewählt. Schon sein Vater, der 1997 verstorbene Verleger und Publizist Hanns Sassmann, hatte das Amt bekleidet (1980-1986). Sassmann jun. tritt die Nachfolge des brasilianischen Kommunikationswissenschaftlers Ismar de Oliveira Soares an, der während zwei Amtszeiten die UCIP geleitet hatte. – 2009 musste die UCIP einen bösen Aderlass hinnehmen, indem die Vereinigungen der Katholischen Presse der USA und Kanadas die Mitgliedschaft kündigten.

Urban Schwegler ist seit Beginn 2009 Mitredaktor des katholischen Pfarrblatts der Stadt Luzern. Der promovierte Theologe war einige Zeit bei Missio Schweiz und im Pastoraldienst der Hofpfarrei Luzern tätig.

Simon Spengler, Journalist und Theologe, zuletzt als Bundeshaus-Redaktor „Blick“, wurde von der Schweizer Bischofskonferenz zum ersten vollamtlichen Sekretär der Kommission für Kommunikation und Medien der katholischen Kirche in der Schweiz gewählt. Neue Mitarbeiterin ist Laure-Christine Grandjean. Die beiden neuen Stellen sind eine direkte Folge des 2009 verabschiedeten „Businessplans“ für die Weiterentwicklung der kirchlichen Kommunikations- und Medienarbeit. Die personelle Verstärkung der Kommunikationsstelle der SBK soll vor allem die Stellungnahmen, Studien und Untersuchungen der verschiedenen Fachkommissionen „besser in die Öffentlichkeit tragen“. Im Vordergrund stehen Fachgebiete wie Sozial- und Wirtschaftsethik, Migration und Bioethik.

Paul Wuthe (1968) heisst seit 1. Januar 2010 der neue Chefredaktor der österreichischen „Kathpress“. Er ist seit 15 Jahren im Generalsekretariat der Bischofskonferenz angestellt und wird weiterhin das Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz leiten. Wuthe folgt auf Erich Leitenberger, der 1967-1974 Redaktor der Tageszeitung „Die Presse“ und ab 1974 Pressereferent der Erzdiözese Wien war. 1981 wurde er zum Chefredakteur der katholischen Nachrichtenagentur bestellt. Leitenberger bleibt auf Ersuchen des Wiener Erzbischofs bis auf weiteres dessen Pressesprecher und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Erzdiözese Wien.

Kirchen

Kirchen im Schaufenster. Der Protestantismus schafft selten Schlagzeilen, doch wenn über ihn berichtet wird, geschieht dies häufiger positiv als bei anderen Konfessionen und Religionen. Dies zeigt eine neue Studie, die die Berichterstattung von Schweizer Medien im Jahre 2008 analysiert. Die Untersuchung von Carmen Koch stellt fest, dass am meisten über den Katholizismus und den Islam berichtet wird und dass die Berichterstattung über Religion grundsätzlich negativ geprägt ist, besonders bei nichtchristlichen Religionen. Dies betreffe allerdings auch den Katholizismus, bei dem ein relevanter Teil der Berichterstattung die Aufdeckung pädophiler Priester betreffe. Über den Protestantismus wird in 35,4, den Katholizismus in 33,4, den Buddhismus in 32,4 und den Islam in 30,5% der Fälle positiv berichtet. Am wenigsten negative Berichte gibt es zum Protestantismus (5%), während 12,7% der untersuchten Berichte zum Katholizismus negativ waren (Judentum 20,3, Islam 22,1%). Analysiert wurden Tageszeitungen, Radio- und Fernsehsendungen aus den Regionen Zürich und Lausanne. (Koch, Carmen, Das Politische dominiert. Wie Schweizer Medien über Religionen berichten. In: Communicatio Socialis. Internationale Zeitschrift für Kommunikation in Religion, Kirche und Gesellschaft. Heft 4, Jg. 42, S. 365-381 ff. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz)

Neuer Plan – gleichviel Geld. Der sorgfältige Umgang mit der Meinungsvielfalt in der Kirche war eine der Forderungen, die die Delegierten der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) an ihrer Frühjahrs-Vollversammlung vom 20./21. März 2009 in Genf formulierten. Im Zentrum stand der von der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) verabschiedete „Businessplan für die Weiterentwicklung der Kommunikations- und Medienarbeit der katholischen Kirche in der Schweiz“. Die vorgeschlagene Beitragserhöhung zugunsten der Medienarbeit fand jedoch keine Mehrheit. Angestrebt wurde, dafür rund 1 Million Franken zusätzlich zu den bereits heute aufgewendeten 2,3 Mio. Franken bereitzustellen. Der zusätzliche Betrag hätte durch Einsparungen und eine befristete zweckgebundene Erhöhung der RKZ-Beiträge um jährlich 2% finanziert werden sollen. Doch bereits in der Vernehmlassung hatte sich gezeigt, dass eine zweckgebundene Beitragserhöhung in diesem Ausmass nicht mehrheitsfähig war. www.rkz.ch

Patron seit 1946. Das grosse Jubiläumsjahr 2009 der Salesianer Don Boscos (150 Jahre „Gesellschaft des heiligen Franz von Sales“, von Don Bosco gegründet, ferner 75 Jahre seit der Heiligsprechung Don Boscos sowie 50 Jahre Salesianer Don Boscos in Beromünster LU) hat wieder einmal in Erinnerung gerufen, dass Don Bosco am 24. Mai 1946 von der Kirche zum Patron der katholischen Presse proklamiert worden ist.

Verbände

Schwierige Lage. Der „Schweizerische Verband Katholischer Journalistinnen und Journalisten“ (SVKJ) befindet sich in einer finanziell schwierigen Lage. 2009 konnte ein finanzieller Verlust nur dank einer ausserordentlichen Spende vermieden werden. Für 2010 rechnet der Verein mit einem Defizit von über 2000 Franken.

Verein aufgelöst. Der vor acht Jahren als Träger für kirchliche Radio- und Fernsehsendungen gegründete „Verein Oekumenische Medienarbeit“ (VOeM) führte in St. Gallen seine letzte Versammlung durch. Rückwirkend auf Neujahr 2009 übernahmen die Kantonalkirchen neu die Verantwortung für die Übertragungen.

Internet nicht verschlafen. Angesichts der Krise in den gedruckten Medien, die sich in einer Restrukturierungsphase befinden, hat der Präsident des „Schweizerischen Katholischen Pressevereins“ (SKPV), Markus Vögtlin, die christliche Presse aufgerufen, den Einstieg ins Internet nicht zu verpassen. Es gelte, die Entwicklung, die weit mehr als eine einfache technische Revolution darstelle, als Chance zu begreifen. So müssten die neuen Kommunikationsmittel so gut wie nur möglich eingesetzt werden. Christliche Medien müssten ihre Botschaft mutig und mit professioneller Sachkenntnis verbreiten. – Der Presseverein zählte in seiner Hochblüte mehrere tausend Mitglieder, heute sind es noch 1250. Im finanziellen Bereich muss der Verein darum nach neuen Wegen suchen. Er ist überaltert. Nachwuchs fehlt. Der Übergang des Sekretariats der Medienkommission vom Presseverein zum Generalsekretariat der Bischofskonferenz führte beim SKPV zu einem Loch von 30‘000 Franken. Der Verein beabsichtigt, das Loch zu stopfen, indem er neue Dienstleistungen anbietet. Das Defizit des Vereins betrug 2008 rund 24‘000 Franken. Die Reserven sind nahezu aufgebraucht. www.skpv.ch

Agenturen

Kirche in Asien. Der katholische Asien-Informationsdienst UCAN baut seine englische Berichterstattung mit dem Internetangebot „CathNews Asia“ aus. Geleitet wird die Redaktion vom australischen Jesuiten Michael Kelly. CathNews Asia kann auf die Mitarbeit von 200 freien Journalisten und 65 Festangestellten von UCAN zurückgreifen, die in rund 20 asiatischen Staaten tätig sind. www.cathnewsasia.com

100 Jahre epd. Der Evangelische Pressedienst Deutschland (epd) wurde 1910 als „Evangelischer Pressverband für Deutschland“ gegründet und ist die älteste deutsche Nachrichtenagentur. Für den Dienst arbeiten 80 Redaktoren an 30 Standorten in Deutschland und Europa. Die Zentralredaktion hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Ihre besondere Rolle in der deutschen Medienlandschaft hat am Jubiläum der Agentur Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Worten gewürdigt, in einer immer unübersichtlicher werdenden Informationslandschaft müsse eine kirchliche Nachrichtenagentur „Orientierungslotse“ sein und Werte vermitteln. Dazu gehöre eine Berichterstattung, die dem christlichen Menschenbild verpflichtet sei. www.epd.de

Printmedien

Jubiläum. Vor 85 Jahren hat das Augustinuswerk in Saint-Maurice das Pfarrblatt gegründet, das heute von fast 140 Pfarreien in den Kantonen Freiburg, Graubünden, Luzern, Schwyz, St. Gallen, Tessin, Thurgau und Wallis eingesetzt wird.

Eingestellt 1. Die Herausgebergemeinschaft „WeltWeit/Coeur en alerte“ hat auf Ende 2009 das Erscheinen ihrer welschen Ausgabe eingestellt. Die sechsmal jährlich erscheinende Zeitschrift wies zuletzt noch 3500 Abonnenten auf. Die Leserschaft sei überaltert und trotz Anstrengungen im Marketing gebe es keine Perspektiven für eine Erneuerung, wurde von Seiten der Herausgeber bestätigt. „WeltWeit“ wird weiterhin erscheinen. www.weltweit.ch

Einstellung 2. Auch die reformorientierte Jesuitenzeitschrift „Orientierung“ wurde Ende 2009 aufgegeben. Dem Orden fehle es an journalistischem Nachwuchs, liess die Leitung der Schweizer Provinz verlauten. Die Zeitschrift erschien halbmonatlich, seit 1937.

Einstellung 3. Nach 58 Jahren stellte schliesslich auf Ende 2009 auch die protestantische Zeitschrift „Reformatio“ ihr Erscheinen ein. Sie war eine Plattform der „intellektuellen Auseinandersetzung im Schweizer Protestantismus“.

Online

Nach 10 Jahren neu. Zum Zehn-Jahr-Jubiläum hat die in Zürich erscheinende Online-Zeitschrift „Medienheft“ eine Neugestaltung erfahren. Die bisher über 500 Artikel können nach Schwerpunktthemen neu über eine Stichwortliste gesucht werden. Neu ist auch die Verknüpfung von aktuellen Artikeln mit archivierten Beiträgen. – Gestartet war das Medienheft im Oktober 2000 als Nachfolgepublikation der Zeitschrift „Zoom Kommunikation – Medien“. Herausgegeben wird es von den Reformierten Medien und vom Katholischen Mediendienst. Die Beiträge sind im Internet kostenlos einsehbar. www.medienheft.ch

Fernsehen

Neu auf bluewin.tv Drei religiöse Fernsehsender wurden am 1. April 2009 auf www.bluewin.tv aufgeschaltet. Bei den Sendern handelt es sich um den katholischen Kultursender aus Österreich „K-TV“, den evangelischen Sender „Bibel TV“ und den katholischen TV-Sender KTO (in französischer Sprache).

Verlage

In Geldnot. Die Finanzlage der ERF-Medien in Pfäffikon ZH – 1959 in Deutschland vor allem von freikirchlichen Christen als „Evangeliums-Rundfunk“ gegründet – steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Dem Unternehmen, das sich auf den Bereich Glaube und Gesellschaft spezialisiert hat, fehlten Mitte 2009 über 900‘000 Franken. Auch hat die Wirtschaftskrise zu einem Einbruch bei den Werbeeinnahmen geführt. – ERF-Medien produzieren u.a. das „Fenster zum Sonntag“ auf SF zwei und SF info. Seit 2005 wird „Life Channel“ als Radiovollprogramm produziert, das im Deutschschweizer Kabelnetz, im Internet und über Bluewin-TV empfangen werden kann. Zur Fachredaktion gehören 42 Mitarbeiter.

2008–2009

Totengedenken

Carl Mugglin, ehemaliger Finanzdirektor des Kantons Luzern, starb am 15. Mai 2008 in seinem 94. Lebensjahr. Bevor er in die Politik ging, war er rund zehn Jahre Inland-Redaktor des „Vaterland“, später auch der „Civitas“, des Organs des Schweizerischen Studentenvereins, in den 50er/60er Jahren zudem Präsident des “Vereins Schweizerischer Katholischer Publizisten“. Im Mai 1960 lancierte er die Idee, einen „Prälat-Meier-Fonds“ zur „Förderung des Nachwuchses und der Aus- und Weiterbildung katholischer Journalisten, Radio-, Fernseh- und Filmfachleute“ zu gründen, im Andenken an den legendären Prälaten Joseph Meier, der während vielen Jahren die wichtige Schaltzentrale St. Karliquai 12 in Luzern mit Katholischem Volksverein, Katholischer Jungmannschaft, Schweizer Volksbuchgemeinde (SVB) usw. leitete und für die Medienfragen sehr aufgeschlossen war. Der Fonds wurde 1963 gegründet und kommt seinem Auftrag bis heute nach.

Jean Gélamur, langjähriger Generaldirektor und späterer Aufsichtsrats-Vorsitzender des katholischen Medienkonzerns „Bayard Presse“, starb in Bayonne (F) am 9. Juli 2008, am Vorabend seines 87. Geburtstags. Als der erfolgreiche Diplomingenieur Gélamur 1958 als Quereinsteiger in den Verwaltungsrat des damals noch „La Bonne Presse“ genannten Medienhauses der Assumptionisten eintrat, hatte er keine publizistische Erfahrung und war mit den Publikationen des Hauses, auch mit dem Flaggschiff, der Tageszeitung „La Croix“, wenig vertraut. 1960 wurde er zum Generaldirektor ernannt. Es gelang ihm, der „Bonne Presse“ – auch durch die 1969 erfolgte Namensänderung in „Bayard Presse“ – ein neues Image zu geben.

Ruedi Hofmann, Jesuit und Medienschaffender, starb am 28. Mai 2008 ganz plötzlich im Alter von 70 Jahren auf seinem Heimaturlaub. Er stammte aus Uznach SG. Von 1970-2000 arbeitete er in Yogyakarta (Indonesien), vor allem beim Aufbau von Medienzentren. Später ging er nach Osttimor und war dort vor allem als Fernsehproduzent tätig.

Othmar Beerli starb in der ersten Januarhälfte 2009 in Thailand. Er wurde bekannt als Redaktor und Verleger des „Musenalp-Express“. Doch sein Lebenslauf ist mediengeschichtlich für die Kirche Schweiz von einigem Interesse. Geboren 1947 in Thalwil ZH, war Beerli im kaufmännischen Bereich tätig und kam früh als Sekretär zum katholischen Jungmannschaftsverband in Luzern, wurde Verlagsleiter von „team“, der Nachfolgezeitschrift der „Jungmannschaft“, übernahm 1973 die Zeitschrift selber, als sie vom rex-Verlag aufgegeben wurde. Zunächst kooperierte Beerli mit dem Beobachter-Verlag, später baute er die Zeitschrift zu einem eigenwilligen Jugendorgan aus, das sich grösster Beliebtheit erfreute. Seinen Verlag gründete er in Maria-Rickenbach NW, unterhalb der Musenalp. Daraus entwickelte sich der „Musenalp-Express“, der bis zuletzt erschien.

Max Aebischer, alt Staatsrat und Nationalratspräsident (1969), starb am 1. März 2009 im Alter von 95 Jahren. Er war den katholischen Medien in besonderer Weise zugetan, viele Jahre auch Verwaltungsratsmitglied der „Freiburger Nachrichten“.

Hans-Ernst Ellenberger starb am 2. März 2009, unerwartet rasch, aber nach schwerer Krankheit im Alter von 64 Jahren. Er war mehrere Jahre Leiter der diözesanen Informationsstelle im Ordinariat Solothurn, studierte Theologie und war zuletzt Diakon in der Pfarrei Bruder Klaus Emmenbrücke. Er stand kurz vor der Priesterweihe.

Karl Bischoff ist, wie erst verspätet bekannt wurde, bereits am 2. August 2007 im Alter von 87 Jahren verstorben. Er war nach seinen Studien Redaktor bei dem vor vielen Jahren eingegangen „Basler Volksblatt“, später Mitarbeiter auf der Landeskanzlei Baselland und CVP-Kommunalpolitiker von Muttenz, mit besonderem Interesse für Kultur und die Geschichte der Gemeinde.

Persönlich

Martin Brander, langjähriger Redaktor von „Horizonte“, Pfarrblatt für den Kanton Aargau, hat wegen Erreichung des Pensionsalters die Redaktion verlassen. Von 1987-1998 war Brander auch Präsident der Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger Pfarrblatt-Redaktionen (Arpf). Seine Nachfolge als Chefredaktorin trat am 1. November 2008 Carmen Frei (Widen) an. Neuer Mitarbeiter ist Thomas Schnelling, Theologe und Sozialarbeiter in Bremgarten AG. Das Pfarrblatt erscheint in einer wöchentlichen Auflage von 107‘000 Exemplaren.

Pater Urban Federer übernimmt im August 2009 die Redaktion der Zeitschrift „Kloster Einsiedeln“. Er folgt auf Pater Kolumban Reichlin, der zum neuen Propst in St. Gerold im Vorarlberg ernannt wurde. – Die Zeitschrift heisst seit Jahresbeginn 2009 „Salve“, da sie nun sowohl dem Benediktinerkloster Einsiedeln wie dem Benediktinerinnenkloster Fahr als Publikationsorgan dient.

Pater von Gemmingen SJ (72) wird am 21. Oktober 2009 die Leitung der deutschsprachigen Sektion von Radio Vatikan abgeben. Nachfolger wird sein Mitbruder Bernd Hagenkord (40). Von Gemmingen war seit 1982 Chefredaktor in Rom.

Carolina Gurtner, Grafikerin und Polygrafin, arbeitet seit Januar 2009 als Gestalterin auf der Redaktion „forum“ in Zürich mit. Sie übernahm das Pensum von Nadja Rutishauser, die in einen Buchverlag wechselte.

Lydia Guyer hat sich im Juni 2008 als journalistische Mitarbeiterin der Römisch-katholischen Landeskirche Luzern vorzeitig pensionieren lassen.

Judith Hardegger ist seit 1. Januar 2009 neue Moderatorin der Sendung „Sternstunde Religion“ des Schweizer Fernsehens, gemeinsam mit den Bisherigen Brigitta Rotach und Christine Stark. Judith Hardegger ist Theologin und arbeitete während vier Jahren als Journalistin beim „forum“, dem Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zürich. Ihre Doktorarbeit hatte sie zum Thema verfasst: „Die Infragestellung der Willensfreiheit durch moderne Hirnforschung als Herausforderung für Theologie und Ethik.“

Ruedi Josuran, ehemaliger DRS-1-Journalist, leitet ab April 2009 die Sendung „Fenster zum Sonntag“ auf SF 2. Die Sendung soll gleichzeitig eine Neugestaltung (Redesign) erfahren.

Beatrix Ledergerber-Baumer übernahm mit Jahresbeginn 2009 eine Teilzeitstelle auf der Redaktion „forum“, in Nachfolge von Judith Hardegger (s.o.) Die neue Redaktorin war bisher schon journalistisch tätig, vor allem als Informationsbeauftragte der Fokolar-Bewegung Schweiz. Zudem ist sie seit Jahren Vorstandsmitglied der Genossenschaft kipa-apic.

Lukas Niederberger (1964), Theologe und ehemaliger Jesuitenpater, ist seit November 2008 neuer Zentralredaktor des Pfarreiblatts Kanton Luzern. Er folgt auf Willy Bünter, der nach siebenjähriger Redaktionstätigkeit in den Ruhestand trat.

Richard W. Orth (60), Geschäftsführer der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA in Bonn seit 1994, geht Mitte 2009 auf eigenen Wunsch in den vorzeitigen Ruhestand. Nachfolger wird der bisherige Geschäftsführer der Paulinus Verlag GmbH Trier, Thomas Juncker (53).

Sabine Schüpbach, Religionsjournalistin mit Abschluss in Germanistik und evangelischer Theologie, übernahm am 1. Januar 2009 die Redaktionsstelle Zürich der überkonfessionellen Zeitung „aufbruch“ (s.u.). Sie folgt auf Paul Bösch, der in Pension ging, der Zeitung aber als Geschäftsleiter erhalten bleibt.

Ludwig Spirig-Huber (1955) wurde im Sommer 2008 vom Kleinen Kirchenrat der Römisch-katholischen Gesamtkirchgemeinde Bern und Umgebung als Kommunikationsbeauftragter ernannt, um die vom Grossen Kirchenrat im Februar 2008 geschaffene Kommunikationsstelle aufzubauen. Seit 2001 war Ludwig Spirig bei Interteam in Luzern für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Zuvor hatte er während einiger Jahre die Zentralredaktion des Pfarreiblattes Kanton Luzern geleitet und war als Pastoralassistent in Malters LU bzw. Wettingen AG tätig.

Reto Stampfli (1969), Mittelschullehrer in Solothurn, wurde vom Verein Kirchenblatt Solothurn anfangs 2009 zum neuen stellvertretenden Redaktor gewählt, und Daniele Supino (1972), Lehrer für Italienisch und Latein an der Kantonsschule Solothurn, zum Leiter der Jugendseite-Redaktion, in Nachfolge von Christiane Lubos, die aber Mitglied bleibt.

Kirchen

Businessplan. Die katholische Kirche der Schweiz will ihre Kommunikations- und Medienarbeit gezielt weiterentwickeln, um auch in der modernen Kommunikationsgesellschaft gehört zu werden. Zu diesem Zweck hat die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) anfangs März 2009 einen sogenannten „Businessplan“ verabschiedet, der verschiedene Massnahmen vorschlägt. Dazu gehört die Schaffung einer Kommunikationsstelle bei der SBK in Freiburg. Die Finanzierung der verschiedenen Vorhaben ist allerdings noch nicht gesichert. www.kath.ch/sbk-ces-cvs

Medienkommission. Zu Mitgliedern der Medienkommission hat die Schweizer Bischofskonferenz anfangs März Patrizio Tito Malaguerra (Cureglia TI), Bernard Litzler (Lausanne), Chefredaktor „Echo magazine“, und Werner De Schepper (Olten), ehemals „Blick“-Chefredaktor, heute stellvertretender Chefredaktor der „Aargauer Zeitung“, ernannt.

Nachwuchsförderung. Das Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp), getragen von der Kirche in Deutschland, hat Mitte September 2008 in München-Freising neue Räumlichkeiten bezogen, mit Fernseh- und Radiostudio, digitalen Schnittplätzen, einem Recherche-Desk, zwei Ausbildungssälen und 24 Gästezimmern. Die Deutsche Bischofskonferenz setzt in ihrer Medienstrategie auf die Ausbildung profilierter Journalistinnen und Journalisten. Ihr langjähriger Vorsitzender, der Mainzer Kardinal Karl Lehmann, würdigte anlässlich des Bezugs des neuen zentralen Standorts das Institut als „grosse Erfolgsgeschichte“. Die vor 40 Jahren gegründete katholische Journalistenschule habe inzwischen rund 2‘000 junge Menschen ausgebildet. Die meisten von ihnen seien heute in den Medien bis in höchste Leitungsfunktionen hinein tätig. Die Bischöfe hätten Vertrauen in das ifp und wollten es weiterhin unterstützen. www.ifp-kma.de

Zusammenarbeit im Vatikan. Eine engere Zusammenarbeit der vatikanischen Medien hat Papst Benedikt XVI. Mitte Dezember befürwortet. Man spreche heute zu Recht von einer Konvergenz der Medien, stellte der Papst in einer Ansprache an die Mitarbeiter des Vatikanischen Fernsehzentrums CTV fest. Das Internet verlange eine wachsende Integration der Text-, Audio- und Video-Kommunikation. Die vatikanischen Medien seien herausgefordert, ihre Zusammenarbeit zu erweitern und zu vertiefen. Gemeinsam mit dem Päpstlichen Medienrat sollten sie entsprechende Vorschläge entwickeln. Ausdrücklich appellierte der Papst an die CTV-Mitarbeiter, neue Wege zu suchen, um Bilder und Stimmen im Internet zu verbreiten. Die Kirche müsse weiterhin im „grossen Areopag“ der Medien präsent sein, daher sei ihr auch das Internet, in dem so viele junge Menschen Antworten und Sinn suchten, nicht fremd. – CTV wurde vor 25 Jahren von Papst Johannes Paul II. gegründet. Das Vatikan-Fernsehen verfügt nicht über eigene Sendefrequenzen, es stellt sein Material kirchlichen und weltlichen Medien zur Weiterverbreitung zur Verfügung.

Internet nutzen. In seinem berühmten, persönlichen Schreiben vom 12. März 2009 an alle Bischöfe der Weltkirche zum Entscheid des Vatikans, die vier Bischöfe der Pius-Bruderschaft von der Exkommunikation zu befreien, gelobte Papst Benedikt XVI. untern anderem, in Zukunft das Internet vermehrt zu nutzen, um sich besser über Personen und Situationen zu informieren. Dabei ging es vor allem um die Person von Bischof Williamson, des Holocaust-Leugners. Wörtlich schrieb der Papst: „Ich höre, dass aufmerksames Verfolgen der im Internet zugänglichen Nachrichten es ermöglicht hätte, rechtzeitig von dem Problem Kenntnis zu erhalten. Ich lerne daraus, dass wir beim Heiligen Stuhl auf diese Nachrichtenquelle in Zukunft aufmerksamer achten müssen.“

Christliche Stimme. Mit vereinten Kräften soll die christliche Stimme in Europa stärker hörbar gemacht werden. Zu diesem Zweck haben sich Medienverantwortliche der anglikanischen, reformierten und orthodoxen Kirchen Europas zusammengeschlossen. Das neue Pressenetzwerk „Ponec“ (Press Officers Network of European Churches) wird von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) unterstützt.

Agenturen

kipa-Redaktion in Zürich. Die deutschsprachige Redaktion der Katholischen Internationalen Presseagentur kipa, seit Jahrzehnten in Freiburg domiziliert, arbeitet seit Jahresbeginn 2009 in Zürich, und zwar am gleichen Ort wie der Katholische Mediendienst (KM) und das Internetportal kath.ch. Neu verantwortet kipa auch den Bereich kath.ch/aktuell. Weiterhin in Freiburg bleiben die französischsprachige Redaktion apic und die Administration des Unternehmens. Der kipa-Redaktion gehören an: Josef Bossart als Leiter sowie Andrea Krogmann (bisher), Barbara Ludwig (neu), Petra Mühlhäuser (neu) und Georges Scherrer (bisher). www.kipa-apic.ch

Printmedien

100 Jahre „Angelus“. An Weihnachten 1909 erschien zum ersten Mal ein vierseitiger „Angelus“ als Nachrichtenblatt der Römisch-katholischen Pfarrei Biel. Ab November 1912 wurde das Blatt zweisprachig herausgegeben, 1970 erhielt die italienischsprachige, 16 Jahre später auch die spanischsprachige Mission eine Seite zur Verfügung. 1985 wurde die Redaktion erstmals mit Laien besetzt. Heute erscheint die Zeitschrift 25mal pro Jahr und wird an 15‘000 Haushalte verteilt. www.kathbielbienne.ch

Aufbruch für „aufbruch“. Die unabhängige Zeitung für Religion und Gesellschaft hat seit April 2008 bis Ende Jahr ein Wachstum von 38% verzeichnet. Die Auflage stieg nach eigenen Angaben innerhalb dieser Zeit von 3‘189 auf 4‘397 bezahlte Exemplare. Die positive Entwicklung wird vor allem dem neuen Konzept (Tabloid-Format), der Zusammenarbeit mit dem deutschen „Publik-Forum“ und einem intensiven Marketing zugeschrieben. Gegründet wurde die Zeitung 1988, im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen die Ernennung von Bischof Wolfgang Haas in Chur. Sie bezeichnet sich heute als überkonfessionell. Das wird auch mit der Wahl von Sabine Schüpbach als neue Redaktionsleiterin Zürich unterstrichen (s.o.). www.aufbruch.ch

„Bayard“ übernimmt. Das französische katholische Verlagshaus „Bayard Presse“ steigt nach Angaben des „Weltbild“-Verlags in Augsburg in den deutschen Zeitschriftenmarkt ein. „Bayard Presse“ übernimmt den Zeitschriftenbereich der Verlagsgruppe „Weltbild“: 26 Titel mit einer Gesamtauflage von rund 1,3 Mio. Exemplaren. Die beiden katholischen Verlagshäuser arbeiten seit Jahrzehnten eng zusammen. „Bayard“ seinerseits steht in enger Kooperation mit dem belgischen Medienhaus „Roularta“. Die definitiven Entscheide fallen im Sommer 2009.

Experiment gescheitert. Der Trägerverein der Zürcher Ausgabe „reformiert.“ hat Ende September 2008 eine Reorganisation der Redaktion beschlossen. Neu wird die Redaktion durch eine feste Redaktionsleitung geführt. Mit dem System einer alternierenden Redaktionsleitung habe man schlechte Erfahrungen gemacht.

Aufgabe 1. Der „Paulus-Ruf“, Vierteljahreszeitschrift des Pauluswerks in Freiburg i. Ue., wurde auf Ende 2008 eingestellt, genau gleich wie das französischsprachige Gegenstück „La Voix de Saint Paul“. Die Zahl der Abonnenten sei so stark zurückgegangen, dass eine Weiterführung nicht mehr tragbar sei, stellten die Paulus-Schwestern fest. Der erste „Paulus-Ruf“ erschien im Dezember 1953.

Aufgabe 2. Auch die Missionare von der Heiligen Familie in Werthenstein LU haben ihre Zeitschrift, den „Sendboten“, auf Ende 2008 aufgegeben – aus Personalmangel, wie die Redaktion schrieb.

Aufgabe 3. Eingestellt wurde des weitern „mann + christ“, das Organ des Katholischen Männerbundes der Schweiz. Grund: Der Männerbund hat seine Auflösung beschlossen. Einzelne Kantonalsektionen wollen aber weiter bestehen bleiben.

Internet

HK online. Die „Herder Korrespondenz“, Monatshefte für Gesellschaft und Religion aus dem Verlag Herder in Freiburg i. Br., ist seit diesem Jahr vollumfänglich online verfügbar. Damit ermöglicht sie einen raschen und ortsunabhängigen, aber kostenpflichtigen Zugriff auf alle Beiträge. Das Heft wird jeweils zwei bis drei Tage vor der Printausgabe ins Netz gestellt. Angeboten werden zusätzliche Dienstleistungen: Artikelpakete zu aktuellen Themen, erleichtertes Auffinden von Artikeln, Nutzung des „Index theologicus“ der Universität Freiburg i. Br. Im Archiv sind alle Jahrgänge seit 2000 gespeichert. www.herder-korrespondenz.de

Gegen religiöse Domains. Der Vatikan hat Bedenken gegen Religionsbezeichnungen als Internet-Domänen. Er empfahl daher der anfangs März in Mexiko tagenden Verwaltungsorganisation Icann, auf generische Top-Level-Domains (TLD) wie .catholic, .islam oder .buddhist zu verzichten. Solche Domains könnten zu bitteren Streitigkeiten zwischen theologischen und religiösen Traditionen führen, gab der Vatikan zu bedenken.

Radio

Von Baldegg aus. Seit 13. Mai 2008 ist Radio Gloria wieder auf Sendung. Sein Studio findet sich in Räumlichkeiten des Klosters Baldegg. Der ganztägige Sendeplan umfasst Nachrichten, Glaubenskurse, Glaubensspiegel, Gebete und Betrachtungen und Musik. Sonntags um 10 Uhr wird regelmässig eine Eucharistiefeier übertragen. www.radiogloria.org

Hickhack um Sprecher. Ab September 2009 ist beim „Wort zum Sonntag“ des Schweizer Fernsehens (SF) ein neues Sprecherteam auf Sendung: Bruno Bader, Alexandra Dosch, Rita Famos, Ioan Jebelean und Thomas Joller. Alle fünf haben Erfahrung aus ihrer Tätigkeit in Kirchgemeinden bzw. Pfarreien. Im Nachgang zur Ernennung kam es zu einer öffentlichen Auseinandersetzung um die Person von Thomas Joller, Leiter der Offenen Kirche St. Gallen. Der Churer Bischofsvikar Martin Grichting bezeichnete diese Ernennung als „äusserst befremdlich“ und kritisierte sowohl das Auswahlverfahren wie auch die Vereinbarung der Kirchen mit dem Schweizer Fernsehen. Darauf stellte der Generalvikar des Bistums Basel, Roland-B. Trauffer, in einer öffentlichen Stellungnahme fest: „Es darf keine Vorverurteilungen dieser Art geben, weder gegenüber Thomas Joller noch gegenüber den anderen gewählten oder künftigen Sprecherinnen und Sprechern. Lassen wir sie zuerst ihre Arbeit tun, ob auf katholischer oder reformierter Seite.“ Und zum Auswahlverfahren sagte Trauffer, es sei zwar schade, dass viele Zuschauerinnen und Zuschauer annähmen, bei den Sprecherinnen und Sprechern handle es sich um offizielle Vertreterinnen oder Vertreter der Kirchen. Das sei tatsächlich ein Trugschluss, denn die Sprecher seien nicht von der Kirche beauftragt, und viele brächten einfach ihren ganz persönlichen Glauben zum Ausdruck. Dennoch sei es eine gute Nachricht, wenn zur besten Sendezeit – jeweils am Samstagabend nach den Hauptnachrichten – in einem attraktiven Sendegefäss noch immer Menschen mit christlichem Hintergrund über den Glauben sprechen dürften.

Geburtstage in Österreich. „Radio Maria“ und „Radio Stephansdom“ feierten im Herbst 2008 ihr zehnjähriges Bestehen. Radio Maria verfügt über ein neues Zentralstudio in Wien und lebt von Spenden und der Mitarbeit Freiwilliger. Täglich überträgt es einen katholischen Gottesdienst und vermittelt aktuelle Informationen aus dem kirchlichen Leben, viel Musik, Lebenshilfe, Vorträge und Jugendsendungen. Das Programm soll zurzeit täglich 60‘000 Hörer erreichen. www.radiomaria.at – Radio Stephansdom geht auf die Initiative des Wiener Erzbischofs Kardinal Christoph Schönborn zurück und hat sich seither, nach eigenen Worten, zum „hoch spezialisierten Klassikradio“ entwickelt. Es erreicht im Grossraum Wien täglich rund 80‘000 Menschen, hat wöchentlich rund 220‘000 regelmässige Hörer und strebt einen weiteren Ausbau an, um auch in anderen Diözesen gehört zu werden. Im Internet: www.live.radiostephansdom.at

2007–2008

Totengedenken

Erich Camenzind, ehemals Chefredaktor der „Freiburger Nachrichten“, starb am 12. Juli 2007 im Alter von 78 Jahren. Er war bis zuletzt Pfarrer der deutschsprachigen Pfarrei in Lausanne. Camenzind hatte vor 16 Jahren in einem Verkehrsunfall seine Frau verloren. Darauf beschloss er, Priester zu werden.

Arnold Guillet, streitbarer Verleger in Stein am Rhein, starb am 29. Juli 2007 in seinem 85. Lebensjahr. Den Christiana-Verlag hatte er selber aufgebaut. Ab 1972 gab er „Timor Domini“ heraus, als „Organ der Schweizerischen Bewegung für Papst und Kirche“.

Louis Meerts, der frühere Präsident der Katholischen Weltunion der Presse (UCIP), starb Ende Juli 2007 im Alter von 87 Jahren in seinem belgischen Heimatort Wilrijk. Als Höhepunkt seiner publizistischen Laufbahn hatte er einmal die Berichterstattung über das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) bezeichnet. Bereits mit 29 Jahren war Meerts Chefredaktor der „Gazet van Antwerpen“ geworden. Er betonte stets den sozialen und christlichen Auftrag der flämischen Tageszeitung, die unter seiner Leitung eine Verkaufsauflage von mehr als 200’000 Exemplaren erreichte.

Kardinal Jean-Marie Lustiger starb am 5. August 2007. Der „charismatische, originelle und populäre Intellektuelle und Philosoph“, der sich mit „Verve, Engagement und Eloquenz vielen Problemen unserer Welt gestellt und ohne Angst vor intellektuellen Moden sowohl die fundamentalen Dogmen als auch die aktuellen Positionen seiner Kirche erklärt und verteidigt“ hat – so sein Cousin, der Frankfurter Historiker Arno Lustiger – hat nicht nur ein Dutzend Bücher geschrieben, von denen etliche auch in Deutsch erschienen, er hat auch den Radiosender „Notre-Dame“ und die katholische Fernsehstation KTO ins Leben gerufen.

Klaus Ammann-Dähler, viele Jahre Ausland-Redaktor der katholischen Tageszeitung „Ostschweiz“ in St. Gallen, starb am 16. September 2007 in seinem 91. Lebensjahr.

Yvan Dalain, Waadtländer Fotograf, starb mit 80 Jahren Ende September 2007. In den 50-er Jahren wurde die vom Walter-Verlag in Olten herausgegebene Zeitschrift „Die Woche“ seine Heimat, bis sie im Jahre 1973 aufgegeben wurde. Da wechselte Dalain zum Fernsehen.

René Zurkinden, ehemaliger Journalist, starb am 6. November 2007 im Alter von 57 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Nach 30 Jahren Journalismus (Freiburger Nachrichten, Fricktaler, SDA und Westschweizer Korrespondenz für diverse Zeitungen) hatte er sich Ende 2003 in Thailand als Übersetzer selbständig gemacht.

Karl Blöchliger, Ehrendoktor der Universität Freiburg seit 1984, starb am 23. Februar 2008 kurz nach seinem 92. Geburtstag. Blöchliger wurde 1957 vom „Vaterland“-Verwaltungsrat berufen, die neue Druckerei Maihof aufzubauen. Als Präsident der Projektgruppe für das Medienausbildungszentrum (MAZ) in Kastanienbaum war er massgebend an dessen Errichtung beteiligt. Später arbeitete er in verschiedenen schweizerischen Gremien mit: Vorstand und Ausschuss SRG und SDA, in der berühmten „Kommission Kopp“ und schliesslich von 1971-1980 als Zentralpräsident des Schweizerischen Zeitungsverlegerverbandes. Die Neubesetzung des Direktionspostens im Maihof anno 1981 hatte auch für ihn einen bitteren Abgang zur Folge. Seither lebte er sehr zurückgezogen, seit einigen Jahren im Altersheim Rosenberg Luzern.

Persönlich

Johannes-Melchior Etlin, 46-jähriger Ökonom, übernahm an Stelle von Hans Rahm die Geschäftsführung des SKPV und der Kipa-Apic. Etlin war bisher beim Roten Kreuz in Freiburg tätig.

Giuseppe Gracia (1967) heisst der neue Informationsbeauftragte des Bistums Basel. Er löste Hans-Ernst Ellenberger ab, der in die Seelsorge ging. Gracia kommt aus der Privatwirtschaft und hat, wie mitgeteilt wurde, bereits bisher verschiedentlich die Bischofskonferenz beraten. Mit seiner „Erfahrung in der Unternehmenskommunikation und in der gezielten Positionierung von Unternehmen und deren Führungspersönlichkeiten“ bringe er ein breites Fachwissen mit.

Astrid Haas ist die neue Chefredaktorin der deutschsprachigen Wochenausgabe des „Osservatore Romano“. Die aus Steinach am Brenner stammende Österreicherin ist bereits seit 1980 bei der gleichen Zeitung tätig.

P. Alois Kurmann übernahm die Verantwortung für den Informationsdienst des Klosters Einsiedeln. Er löste P. Othmar Lustenberger ab, der diese Aufgabe während über zwanzig Jahren wahrgenommen hatte.

Marco Meier, gebürtig von Sursee, löst Arthur Godel als Programmleiter von Radio DRS 2 ab. Der 54-jährige Meier war bisher Leiter der Redaktion „Sternstunden“ beim Schweizer Fernsehen. Während fünf Jahren war Meier stellvertretender Chefredaktor der Kulturzeitschrift „du“, danach Direktor des Medienausbildungszentrums (MAZ) in Luzern.

Maurice Page, Freiburger Journalist, wurde in Nachfolge von Walter Müller (Pressesprecher Bischofskonferenz) zum neuen Präsidenten des Schweizerischen Vereins katholischer Journalistinnen und Journalisten gewählt. Neuer Vizepräsident wurde Balz Röthlin aus Bonstetten ZH, der Bernard Litzler (Lausanne) folgt. Page wurde fast gleichzeitig von der Schweizer Bischofskonferenz zum französischsprachigen wissenschaftlichen Mitarbeiter der Kommission Justitia et Pax gewählt.

Hans Rahm, bisher Geschäftsführer des Schweizerischen Katholischen Pressevereins und der Kipa-Apic, wurde im Herbst 2007 neuer Generalsekretär der Katholischen Kirchlichen Körperschaft des Kantons Freiburg (Freiburger Kantonalkirche).

Alois Schuler, seit 2005 bischöflich Beauftragter für Radio und Fernsehen der katholischen Kirche in der deutschen Schweiz, wechselte im Herbst 2007 zum Nordwestschweizer Pfarrblatt „Kirche heute“. Hier löste er Josef Bieger-Hänggi ab, der fast zeitgleich von der Bischofskonferenz als neues Mitglied in die Kommission „Justitia et Pax“ gewählt wurde.

Else Strivens heisst die neue Präsidentin der Katholischen Weltunion der Presse. Die Südafrikanerin, gebürtige Holländerin, ist Chefredaktorin der katholischen Zeitschrift „Trefoil“ (Dreiblatt als Symbol der göttlichen Dreifaltigkeit) in Südafrika, hat einen Abschluss als Forschungschemikerin, ist Mutter von fünf erwachsenen Kindern und tritt die Nachfolge des Brasilianers Ismar de Oliveira Soares an.

Giovanni Maria Vian, Kirchenhistoriker und Chefredaktor der katholischen italienischen Tageszeitung „Avvenire“, wurde von Papst Benedikt XVI. die Leitung der italienischen Hauptausgabe des „Osservatore Romano“ anvertraut. Er übernimmt die Nachfolge von Mario Agnes (76). Dieser hatte die Zeitung während 23 Jahren geführt.

Nathalie Wappler wurde Nachfolgerin von Marco Meier als Redaktionsleiterin der „Sternstunden“ Vorher war sie bei SF DRS in der Fernsehredaktion „Kultur aktuell“ tätig, zuvor als Redaktorin für die ZDF-Sendungen „Berlin Mitte“ und „aspekte“.

Institutionen und Verbände

Bischöfe vor der Presse. Vor 40 Jahren, 1967, führte die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) ihre erste Presseorientierung durch. Den Anstoss hatte die Arbeitsgemeinschaft der katholischen Presse im Oktober 1966 gegeben. Beauftragter der SBK wurde der Churer Bischof Johannes Vonderach. In der Kirchenzeitung schrieb Redaktor und Professor Johann Baptist Villiger: „Mit dieser ersten Orientierung der Presse durch die Bischöfe wurde die Brücke zur Presse geschlagen. Hoffen wir, dass der verheissungsvoll begonnene Dialog auch weitergeführt wird.“

Papst ohne Medienangst. Am 17. Januar 1988 hielt Papst Johannes Paul II: als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche eine Pressekonferenz ab. Der Römer Korrespondent der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ fügte seinem damaligen Bericht bei, offensichtlich habe Johannes Paul im Unterschied zu manch anderen Bischöfen der katholischen Kirche keine Angst vor der Presse.

Leere Journalisten-Kasse. Die Generalversammlung des Vereins Katholischer Journalistinnen und Journalisten der Schweiz vom 8. März 2008 in Biel musste feststellen, dass die Rechnung 2007 mit einem erheblichen Fehlbetrag abschloss und den Verein in eine schwierige Situation führte. Dennoch wurde der jährliche Mitgliederbeitrag bei 60 Franken belassen.

Jubiläum in Österreich. Der Verband katholischer Publizisten Österreichs beging sein 50-jähriges Bestehen. Er war 1957 aus einer losen Arbeitsgemeinschaft katholischer Journalisten entstanden. Zu seinem Jubiläum veröffentlichte der Verband einem lesenswerten Rückblick, der auch die internationale Zusammenarbeit berücksichtigt.

Printmedien

175 Jahre SKZ. Am 30. Juni 1832, vor 175 Jahren, kündigte ein «katholischer Verein» an, dass ab Juli des gleichen Jahres jeweils am Samstag in Luzern die «Schweizerische Kirchenzeitung» erscheinen werde. Nach der Gründung des Bundesstaates 1848 und den politischen Veränderungen im nunmehr liberalen Kanton Luzern wurde die SKZ bis 1899 in Solothurn gedruckt. 1890 erhielt die Wochenzeitung einen offiziösen Charakter, indem sie der damalige Basler Bischof Leonhard Haas zu seinem „Amtsblatt“ erklärte, als Pflichtabonnement für die Pfarrämter. 1900 übertrug er die Herausgabe der Theologischen Fakultät Luzern, der Druck erfolgte ab diesem Zeitpunkt durch die Räber AG in Luzern, der Vorgängerin des heutigen LZ-Fachverlags. Auch die Bischöfe von Chur und St. Gallen unterstützten jetzt das Vorgehen des Basler Bischofs. 1967 vereinbarten die drei Bischöfe, die SKZ künftig als gemeinsames Organ der drei Diözesen herauszugeben. Dem Vertrag schlossen sich kurze Zeit später die Bischöfe von Sitten und von Lausanne-Genf-Freiburg – für ihre deutschsprachigen Teile – an.

100 Jahre Kirchengeschichte. Die «Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte» (früher: «Zeitschrift für Schweizerische Kirchengeschichte») feierte 2007 ihr hundertjähriges Bestehen. Die Zeitschrift, ein Kind des schweizerischen Verbandskatholizismus nach 1900, entstand im Gefolge des 1905 gegründeten Schweizerischen Katholischen Volksvereins. In unserem Lande fehlte damals eine kirchenhistorische Zeitschrift nationalen Zuschnitts. Sie ist eine der ältesten Zeitschriften an der Universität Freiburg i. Ue. Lange war sie ein wichtiges Organ für die Behandlung kirchenhistorischer Themen unseres Landes. In letzter Zeit trat eine Akzentverschiebung ein; sie veröffentlicht heute vermehrt Ergebnisse der religions- und kulturgeschichtlichen Forschung.

Das „Zentralorgan“. Vom Freiburger Historiker David Luginbühl stammt eine eingehende und zuverlässige Darstellung des „Vaterland“ als „Zentralorgan“ der CVP in der Zeit von 1955, dem Jahr mit einem der heftigsten Wahlkämpfe im Kanton Luzern, bis 1991, dem Jahr der Fusion mit dem „Luzerner Tagblatt“. Ein wichtiger Beitrag zur Pressegeschichte. – David Luginbühl, Vom „Zentralorgan“ zur unabhängigen Tageszeitung? Das „Vaterland“ und die CVP 1955-1991. In der Reihe: Religion – Politik – Gesellschaft in der Schweiz, Bd. 45. Academic Press, Freiburg i. Ue. 2007. 172 Seiten. (Fr. 29.-)

Aus für Bauernzeitung. Der „Katholische Schweizerbauer“, zuletzt mit einer Auflage von rund 4’000 Exemplaren, hatte seinen Namen schon vor einigen Jahren in „Schweizer Land und Leben“ geändert. Dieser Titel wurde auf den 1. Juli 2007 vom (neutralen) „Schweizer Bauer“ in Bern als Monatsbeilage übernommen. Dessen Redaktor Werner Kamber (Appenzell) wird seine Teilzeitstelle nach über 8 Jahren aus Altersgründen auf Ende Juli abgeben.
Ergänzung: Der publizistische Leiter von ‚Schweizer Land + Leben’, Stephan Jaun-Pfander, schreibt: „Gefreut hat mich, dass Sie uns erwähnt haben. Weniger Freude hatte ich am Titel ‚Aus für Bauernzeitung’. Gerne weise ich Sie darauf hin, dass ‚Schweizer Land + Leben’ weiterhin intensiv mit einer eigenständigen Redaktion auch über christliche und explizit katholische Themen schreibt. In jeder Ausgabe gibt es ein Ressort ‚Glauben und Ethik’, darüber hinaus nehmen wir weitere christliche Themen auf. Von ‚Aus für Bauernzeitung’ kann daher keine Rede sein. Gerne nehmen wir – insbesondere auch mit dem Verlust von Werner Kamber infolge Pensionierung – auch Inputs Ihrerseits entgegen.“

„Auftrag“ bleibt. Seit 1975 gibt es in der deutschsprachigen Schweiz – als Frucht der „Synode 72“ – die Zeitschrift „Auftrag“ als Begleitpublikation für Pfarrei- und Kirchgemeinderäte und andere am Pfarreileben Interessierte. Träger sind die Seelsorgeräte. Die Auflage ist zwar auf 5’000 Exemplare zurückgegangen, doch ist die Zeitschrift immer noch selbsttragend. Sämtliche bisher erschienenen Ausgaben (200) wurden von Willy Bünter (Rothenburg LU) redigiert.

„aufbruch“ plus. Seit Anfang 2008 erscheint die ökumenische Zeitung für Religion und Gesellschaft im Tabloid-Format und in Zusammenarbeit mit dem deutschen „Publik-Forum“. Angeregt wurde die Neuerung von Prof. Hans Küng (Tübingen), der den Schritt wie folgt begründete: „Wir brauchen eine internationale publizistische Stimme, die im ganzen deutschen Sprachraum kirchliche Vorgänge und hierarchische Entscheidungen in der Öffentlichkeit kritisch begleitet und Perspektiven für gegenwärtiges und zukunftsweisendes christliches Handeln aufzeigt.“ Die rund 3’300 Abonnentinnen und Abonnenten in der Schweiz erhalten nun jeweils alle 14 Tage 48 Farb-Seiten im neuen Format: Der Mantelteil mit 32 Seiten wird von der „Publik“-Redaktion zur Verfügung gestellt, die restlichen 16 Seiten werden von der Redaktion in der Schweiz erarbeitet.

Reformierte Monatszeitung. Ab Pfingsten 2008 geben vier reformierte Mitgliederzeitungen der deutschen Schweiz eine gemeinsame Monatszeitung heraus: „reformiert“: vierfarbig und zwölfseitig in rund 710’000 Exemplaren. Sie soll zu einer „gewichtigen Stimme der Reformierten in der deutschen Schweiz“ werden, in den Kantonen Aargau, Graubünden und Zürich sowie in weiten Teilen der Kantone Bern, Jura und Solothurn.

Fusion zweier Kirchenzeitungen. Die Neuenburger Kirchenzeitung „Vie Protestante“ und ihre Namensschwester von Bern-Jura fusionierten am 1. Februar 2008 zur neuen „Vie Protestante“. Sie waren während 15 Jahren getrennt erschienen.

Magazin für christliche Senioren. Im Herbst 2007 erschien erstmals die vom evangelischen Medienwerk „bvmedia Christliche Medien“ in Pfäffikon ZH herausgegebene Zeitschrift „LebensLauf“. Das Magazin löst die seit 2003 erscheinende Zeitschrift „55plus“ ab. Das neue Magazin richtet sich an Frauen und Männer ab 65 Jahren und will „offen, alterskompetent und auf biblischer Grundlage Wegweisung für den aktiven Ruhestand“ geben.

Verlust für Russlands Katholiken. Die einzige katholische Wochenzeitung in Russland, „Swjat Ewangelija“, hat ihr Erscheinen eingestellt. Die Entscheidung wurde vom neuen katholischen Erzbischof in Moskau, Paolo Pezzi, getroffen. Dieser will die Öffentlichkeitsarbeit in seiner Diözese neu ordnen und hofft, auf neuen Kanälen und mit neuen Produkten ein breiteres Publikum zu erreichen. „Swjat Ewangelija“ wurde erst 1994 vom damaligen katholischen Erzbischof in Moskau, Tadeusz Kondrusiewicz, jetzt in Minsk (Weissrussland), gegründet.

„Osservatore“ bunter und weiblicher. Der neue Direktor des „Osservatore Romano“ setzt neue Schwerpunkte. Er wünsche eine grössere Präsenz weiblicher Autoren und wolle den Ostkirchen – auch den nicht-katholischen – mehr Aufmerksamkeit schenken, sagte Giovanni Maria Vian vor Journalisten. Der „Osservatore“ solle auch übersichtlicher und schlanker werden – und bunter, indem nun auch Farbfotos aufgenommen werden.

Film

Kurse für Filmarbeit. Unter der Bezeichnung „KirchenKino“ starten die Filmbeauftragten der Kirchen in der deutschen Schweiz ein neues Kursangebot für die Filmarbeit in den Kirchgemeinden. Gestartet wurde im Mai 2007 in Bern. „KirchenKino“ will aktuelle Filmpremieren mit Diskussionen und Anregungen für den Einsatz von Filmen in den Kirchgemeinden anbieten.

Fernsehen

Schutzheilige seit 50 Jahren. Bischof Giuseppe Placido Nicolini von Assisi hatte noch mit Achtzig ein Gespür für Trends: Als ob er mit der visionären Kraft des Alters ahnte, dass aus dem neumodischen Fernsehen einmal etwas werden könnte, drängte er Papst Pius XII., der jungen Erfindung eine geistliche Hilfe an die Seite zu stellen: die heilige Klara von Assisi (1194-1253). Am 14. Februar 1958 erhob Pius XII. die Gefährtin des heiligen Franz zur Fernseh-Patronin. Doch sie blieb in diesem Metier – obwohl eine der beliebtesten Heiligen in Italien – eine weithin unbekannte Fürsprecherin.

Verlage

Vom Walter-Verlag zur ABS. Die 1990 gegründete Alternative Bank (ABS) baut ihren Hauptsitz in Olten aus. Sie hat zu diesem Zweck den ehemaligen Sitz des katholischen Walter-Verlags erworben. Die Bank werde das historische Gebäude nachhaltig sanieren, teilte die ABS mit. Das legendäre Verlagsgebäude war 1920 erbaut worden; es liegt an der Aare, nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt.

Agenturen

10 Jahre Misna. Der römische Missions-Nachrichtendienst „Misna“ feierte im Dezember 2007 das 10-jährige Bestehen. Er kündigte an, das Angebot zu erweitern und künftig auch einen Dienst auf Arabisch herauszugeben.

2006–2007

Totengedenken

Heinrich Flueler-Tomamichel, Geschäftsführer des Zürcher Pfarreiblattes „forum“ von 1993 bis 2002, starb am 21. Mai 2006 im Alter von 69 Jahren.

Franz Wäger, ehemaliger Redaktor der „Neuen Berner Nachrichten“, später der „Tages-Nachichten“ in Münsingen und schliesslich des Berner „pfarrblatts“, starb am 24. August 2006 im Alter von 77 Jahren.

P. Ambros Eichenberger, Dominikanerpater und Filmfachmann, ehemaliger Präsident der Internationalen katholischen Filmorganisation (OCIC), starb nach langer Krankheit am 24. Oktober 2006 in Luzern, im Alter von 77 Jahren. Eichenberger war von 1972-1994 Leiter des katholischen Filmbüros in Zürich.

Marco Volken, ein Leben lang Journalist und Redaktor bei verschiedenen Medien, starb am 7. Januar 2007 in Luzern, im Alter von 76 Jahren.

Hugo Baeriswyl, Verleger und langjähriger Präsident der Katholischen Internationalen Presseagentur Kipa-Apic, starb am 10. Januar 2007 in Freiburg i. Ue., im Alter von 79 Jahren. Baeriswyl stand während 35 Jahren an der Spitze der Paulusdruckerei und war Herausgeber der „Liberté“. (Vgl. Nachruf in diesem Jahresbericht.)

Abbé André Babel starb am 11. Januar im Alter von 76 Jahren. Babel war viele Jahre Direktor des „Centre catholique de radio et télévision“ (CCRT) der Westschweiz. Er war zudem regelmässiger Mitarbeiter katholischer Zeitungen und hat in seiner Zeit das Medienwesen in der katholischen Kirche wesentlich mitgeprägt.

Paul Georg Bruin, Priester und Schriftsteller, starb am 15. Februar 2007, im 94. Lebensjahr. Bruin war Verfasser zahlreicher Bücher, u.a. des vor 50 Jahren erschienenen Fotobandes „Hier hat Gott gelebt. Auf den Spuren Jesu im Heiligen Land“.

Manfred Plate, katholischer Publizist, starb Ende Februar 2007 im Alter von 77 Jahren. Plate war viele Jahre Chefredaktor und Herausgeber der Wochenschrift „Christ in der Gegenwart“ (Verlag Herder).

Valerio Crivelli, ehemaliger Leiter des „Centro cattolico per la Radio e la Televisione“ (CCRTV) und Liturgiker im Bistum Lugano, starb am 7. März 2007 im Alter von 73 Jahren. Im Jahre 2006 hatte er den katholischen Medienpreis der Schweizer Bischofskonferenz erhalten.

Walter Sperisen-Bucher, Direktor der Zentralbibliothek Luzern (heute: Zentral- und Hochschulbibliothek) in den Jahren 1965–1980, starb am 8. März 2007 in Luzern, im Alter von 94 Jahren. Während vielen Jahren leitete er die Zeitschrift „Das neue Buch“, das vom Schweiz. Katholischen Presseverein bis 1974 herausgegeben wurde.

Peter Keckeis, Verleger, starb am 25. März 2007 im Alter von 87 Jahren. Er hatte das Verlagshaus Benziger in Einsiedeln zu einem bedeutenden Herausgeber zeitgenössischer Literatur gemacht, u.a. mit Kriminalromanen von Friedrich Dürrenmatt. Später ging er zum Verlag Huber in Frauenfeld.

Persönlich

Marc Aellen, früher Pressesprecher der SBK, ist nach zweijähriger Tätigkeit als Generalsekretär der internationalen katholischen Medienorganisation Signis mit Sitz in Brüssel zurückgetreten. Signis ist 2001 aus dem Zusammenschluss der internationalen katholischen Medienorganisationen für Film und audiovisuelle Medien (OCIC) und für Radio und Fernsehen (Unda) entstanden.

Brigitte Baumeler übernahm am 1. März 2007 die Redaktion des Stadtluzerner „pfarreiblatt“. Sie folgte auf Florian Flohr, der aber zu 30% Leiter des Fachbereichs Kommunikation innerhalb der Kirchgemeinde Luzern bleibt und neu zu 50% die Stabstelle für strategische Projekte führt. Baumeler (1978) hat in Chur und Freiburg i. Ue. Theologie und Germanistik studiert.

Markus Dütschler begann im Oktober 2006 seine Mitarbeit bei der Redaktion Kipa als Nachfolger von Walter Müller, verliess die Redaktion jedoch bereits im März 2007 wieder, um einem Ruf des „Bund“ zu folgen.

Mario Galgano, früher Pressesprecher der Schweizer Bischofkonferenz (SBK), ging am 1. November 2006 als Redaktor zu Radio Vatikan in Rom. Er widmet sich dort vor allem Themen aus der Schweiz. Nachfolger bei der SBK wurde Walter Müller, der während zehn Jahren der Redaktion Kipa angehört hatte.

Ann-Katrin Gässlein übernahm am 1. September 2006 die Redaktion des Schaffhauser und Thurgauer Pfarreiblattes „forumKirche“. Sie folgte auf Hans Kuhn-Schädler, der in Pension ging. Gässlein studierte Vergleichende Religionswissenschaften, Journalismus und Kommunikation.

Jean-Claude Juncker, seit 1995 luxemburgischer Premierminister, wurde neuer Mitherausgeber der Bonner Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“. Juncker wurde 2003 als „Europäer des Jahres“ ausgezeichnet und erhielt den Karlspreis der Stadt Aachen für 2007.

Italo Molinaro, Pfarrer in Melide, wurde von Bischof Pier Giacomo Grampa zum neuen Leiter des Katholischen Zentrums für Radio und Fernsehen im Tessin (CCRTV) ernannt. Er folgt auf den verstorbenen Valerio Crivelli.

Frederico Lombardi, bisheriger Programmdirektor von Radio und Fernsehen Vatikan, ist der neue Leiter des Vatikanischen Presseamtes. Er folgte auf Joaquin Navarro-Valls, der dieses Amt während 22 Jahren als „Stimme des Papstes“ ausübte. Navarro-Valls wirkt nun als Vatikanberichterstatter und Kommentator für den Nachrichtensender des ersten Programms der staatlichen Fernsehgesellschaft Rai.

Maurice Page, 1991-2000 Redaktor bei Kipa, ist seit Jahresbeginn 2007 neuer Chefredaktor von „Paroisses Vivantes“, dem Verbund katholischer Pfarreiblätter für die Westschweiz. Er trat die Nachfolge von Michel Salamolard an. Von 2000 – 2004 war Page Koordinator eines neuen Diözesanradios im Tschad, zuletzt für kurze Zeit Direktor des regionalen Zentrums der Bethlehem Mission für die Westschweiz in Freiburg.

Anton Scherer trat im Oktober 2006 nach 23-jähriger Tätigkeit als Leiter des Freiburger Paulus- und Universitätsverlags (heute: Academic Press Fribourg) in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger wurde Felix C. Furrer aus Solothurn gewählt, der zuvor in verschiedenen Verlagen tätig gewesen war.

Auszeichnungen

Der katholische Medienpreis 2006 der Medienkommission der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) ging an den inzwischen verstorbenen CCRTV-Leiter Valerio Crivelli (Lugano) und an Michel Demierre (Genf), Regisseur der katholischen und religiösen Sendungen beim Westschweizer Fernsehen TSR.

Die Goldmedaille der UCIP für 2007, der Katholischen Weltunion der Presse mit Sitz in Genf, erhielt die im Irak 1964 gegründete katholische Zeitschrift „Al-Fikr Al-Masihi“ (Das christliche Denken). Die Auszeichnung erfolgte für das Beispiel, das die Zeitschrift als „Stimme des Friedens und der Förderung menschlicher Werte“ gibt. Die Medaille wird alle drei Jahre verliehen.

Christliche Medien

Papst unterstützt christliche Medienarbeit. Bei einem Treffen mit Medienleuten katholischer Zeitschriften Italiens hat Papst Benedikt XVI. Ende November 2007 die Rolle der christlichen Medien thematisiert. Im Mittelpunkt stehe immer das Evangelium, sagte der Papst. Wörtlich führte er aus: “Im Gegensatz zu den Anstrengungen, die christliche Wurzel der westlichen Zivilisation zu beseitigen, haben die christlichen Medien eine fruchtbare Funktion im Bereich der Wissens- und Meinungsbildung im Sinne des Evangeliums. Die Aufgabe der christlichen Medien ist es, der öffentlichen Meinung die Realität durch die Kraft der Wahrheit mit den Augen Gottes zu zeigen. Der Zweck einer Diözesan-Zeitung ist es, allen eine Botschaft der Wahrheit und der Hoffnung zu bieten. Sie unterstreichen die Fakten und die Realität von Ortschaften, in denen das Evangelium gelebt wird.“ Weiter betonte der Papst, die Medienentwicklung bleibe nicht stehen: „Die rasche Entwicklung der Kommunikationsmittel und der Medien haben die Bedeutung der christlichen Zeitschriften nicht verringert. Im Gegenteil: Für viele Menschen sind sie sogar wichtiger geworden, weil sie den lokalen Gemeinschaften eine Stimme geben, die diese in den grossen Informationsorganen nicht finden.“

60 Jahre „Herder Korrespondenz“. Die theologische Zeitschrift „Herder Korrespondenz“ (HK) beging am 1. September 2006 ihr 60-jähriges Bestehen. Die „Monatshefte für Gesellschaft und Religion“ gelten als publizistisches Aushängeschild des Verlags Herder. Seit ihrer Gründung hat die HK Vorgänge in Kirche und Gesellschaft mit Analysen, Kommentaren und Dokumentationen begleitet. www.herder-korrespondenz.de

„Botschaft“, die dreimal wöchentlich erscheinende Regionalzeitung im Bezirk Zurzach, feierte im Frühjahr 2006 ihr 150-jähriges Bestehen. Gegründet wurde die Zeitung 1856 von Johann Nepomuk Schleuniger, um im freisinnig-radikal beherrschten Aargau die katholisch-konservative Politik zu fördern.

Reformierte Zeitungen in Bewegung. Im Juni 2008 soll erstmals die „Reformierte Zeitung für die Deutschschweiz“ erscheinen. Auflage: mindestens 700’000 Exemplare. Hinter dem Projekt – bei dem es weder um eine Fusion noch ums Sparen geht, sondern um eine Zusammenarbeit, die vorab besseren Journalismus ermöglichen soll – standen bis Ende März 2007 fünf reformierte Mitgliederzeitungen. Die entscheidende Phase der Realisierung nach monatelangen Diskussionen steht aber erst noch bevor. www.reformiert-online.ch

Verbände

Tag der christlichen Medien der Westschweiz. Im Juni 2006 wurde in Saint-Maurice (VS) erstmals ein Tag der christlichen Medien durchgeführt, verbunden mit der GV des Schweizerischen Katholischen Pressevereins (SKPV) und angereichert mit Präsentationen katholischer Verlage und Medieninstitutionen.

Bischof Henrici zum Bericht Jacobi. Eingebettet in die zum 2. Mal durchgeführte Ausstellung „swisseglise“ in Weinfelden führte der Verein katholischer Journalistinnen und Journalisten im März 2007 seine Generalversammlung durch. Medienbischof Peter Henrici kam dabei auf den im Februar der SBK abgelieferten Bericht des deutschen Experten Reinhold Jacobi zur Kommunikation der Kirche in der Schweiz zu sprechen. Er stellte fest, der Bericht enthalte sehr viele Wünsche und Vorstellungen, von denen einige realisiert würden, andere nicht. Henrici beurteilte die gegenwärtige Kommunikationssituation als unbefriedigend, vor allem nachdem, wie er ausführte, für diesen Bereich insgesamt nicht weniger als 24 Mio. Franken ausgegeben würden. Für den unbefriedigenden Zustand sei vor allem der „Kantönligeist“ verantwortlich. – An der GV des Vereins trat Präsident Walter Müller (Freiburg) von seinem Amt zurück, weil sich dieses mit seiner neuen Aufgabe als Informationsbeauftragter der SBK nicht mehr vertrage. Ein Nachfolger wurde noch nicht gefunden. Neu in den Vorstand wurde Maurice Page (Freiburg) gewählt, als Nachfolger von Geneviève de Simone-Cornet (Nyon).

Verlage

Büchergigant in katholischen Händen. Bücher, Familienspiele, Märchenfilme, Kinderzimmerlämpchen, Musik-CD’s: Mit mehr als zwei Dutzend Filialen ist die deutsche Verlagsgruppe Weltbild in der deutschen Schweiz präsent. Europoaweit beschäftigt die Holding mehrere tausend Angestellte. Im Herbst 2006 übernahm Weltbild die Buchhandlungen des Familienunternehmens Hugendubel in München. Die neue Holding setzt jährlich über 700 Mio. Euro um. Weltbild gehört 14 deutschen Diözesen und der Soldatenfürsorge Berlin. www.weltbild.ch

100 Jahre Tyrolia. Die Innsbrucker Verlagsanstalt Tyrolia feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Der Verlag ist das grösste Buchhaus Westösterreichs und der bedeutendste österreichische Verlag für Religion und Theologie. 1907 gründeten der „Katholisch-Politische Pressverein“ in Brixen und der Pressverein Tyrolia in Bozen die „Verlagsanstalt Tyrolia Gesellschaft m.b.H.“ Hauptziel war es, mit der Herausgabe von Zeitungen dem christlich-sozialen Gedankengut zum Durchbruch zu verhelfen. Mit dem Eintritt Italiens in den Krieg wurde die Zentrale 1915 von Brixen nach Innsbruck verlegt. Die Südtiroler Betriebe wurden unter dem Namen „Athesia“ eigenständig weitergeführt. Als in Österreich 1938 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde Tyrolia. liquidiert, nach dem Krieg jedoch wieder aufgebaut. 1992 begann die Trennung von der Druckerei, die von Athesia übernommen wurde, 1997 wurde die Wochenzeitung „präsent“ (vormals „Volksbote“) eingestellt. www.tyrolia.at

Neue Kooperation. Der Luzerner Verlag EDITION EXODUS hat mit dem rex verlag luzern einen Kooperationsvertrag geschlossen. Exodus bleibt selbständig, übergibt aber dem rex verlag die Organisation der Drucklegung und das Marketing.

Radio und Fernsehen

Online-Radio kath.ch eingestellt. Der Katholische Mediendienst (KM) in Zürich stellte Ende September 2006 den Betrieb des Online-Radios ein. Grund dafür waren laut Mitteilung die begrenzten Mittel in der Schweizerischen Mitfinanzierung. Die Redaktion kath.ch des KM konzentriert seither ihre Kräfte auf die Fortführung des geschriebenen Newsjournalismus im Internet, unter Intensivierung der Zusammenarbeit mit Kipa.

Christlicher Grundton nicht erwünscht. Seit der kurze Radiobeitrag „Morgengeschichte“ heisst, sind biblische Betrachtungen nicht mehr gefragt. Es seien Geschichten gefragt, keine Gedanken zu einem Thema, sagte Fritz Zaugg, Leiter der Abteilung Hörspiel und Unterhaltung, die neu die Verantwortung trägt. Die traditionsreiche Vorgängerin „Zum neuen Tag“ wurde noch von der Redaktion Religion DRS 2 verantwortet. „Wir wollen kein Moralin, keine Andacht und keine sinntriefende Botschaft oder Belehrung“, sagte Zaugg … Gemäss „Reformierte Presse“ seien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit theologischem oder kirchlichem Hintergrund weitgehend ausgeladen oder selbst gegangen.

Von „chrüz u quer“ zu „hörmal“. Seit August 2007 heisst das ökumenische Lokalradio in Bern nicht mehr „chrüz u quer“, sondern „hörmal“. Dieses stellt auf seiner neuen Webseite nun auch Sendungen als Podcasts bereit. Das Radio reagiert damit auf veränderte Konsumgewohnheiten. www.hoermal.ch

Bilderdienste

Ciric hat aufgegeben. Trotz einer von ihrem Präsidenten Michel M0onney als „ausgezeichnet“ beurteilten Zusammenarbeit mit der Presseagentur Kipa und TROTZ DER technischen Aufrüstung nach heutigen Online-Standards musste die katholische Bildagentur Ciric am Ende 2006 ihren Betrieb einstellen. Ausschlaggebend waren ein schlechtes Geschäftsjahr und der „Liebesentzug“ durch die Römisch-katholische Zentralkonferenz (RKZ), die beschlossen hatte, 2007 ein letztes Mal einen Beitrag von 55’000 Franken beizusteuern. – Ciric (Centre international de reportages et d’informations culturelle) wurde 1961 in Genf vom Priester Pierre Chevalier gegründet.

2005–2006

Totengedenken

Marcel Thürlemann, ehemaliger Direktor der Cratander AG in Basel, starb am 27. Mai 2005 im 87. Altersjahr. Von 1956 bis Ende 1984 hatte er den Verlag geleitet, der das „Basler Volksblatt“ herausgab, die katholische Tageszeitung für Basel-Stadt und Baselland. (1982 erfolgte deren Zusammenschluss mit der «Nordschweiz» in Laufen. Die wiederum wurde 1992 von der „Basellandschaftlichen Zeitung“ übernommen.)

Franz Affentranger-Kummer starb im Juni 2005 in seinem 68. Lebensjahr. Er war einige Jahre Journalist für Printmedien und während 20 Jahren Redaktor für die Tagesschau des Deutschschweizer Fernsehens.

Otto B. Roegele, der „Grandseigneur“ der deutschen katholischen Publizistik, starb anfangs September 2005 im Alter von 85 Jahren. Roegele war Arzt und Publizist, Journalist und Wissenschaftler, Humanist und Katholik, genoss als Medienwissenschafter und langjähriger Chefredaktor, später als Herausgeber des „Rheinischen Merkur“, hohes Ansehen, auch bei den Schweizer Katholiken.

P. Heinrich Segur SJ, der frühere Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan (1974 – 1983), starb Ende Juni 2005 im Alter von 77 Jahren. Bekannt wurde Pater Heinrich auch als Autor zahlreicher Bücher.

Persönlich

Marc Aellen, früherer Medienbeauftragter der Schweizer Bischofskonferenz, wurde vom Verwaltungsrat der internationalen katholischen Medienorganisation SIGNIS mit Sitz in Brüssel zum neuen Generalsekretär ernannt, als Nachfolger des Belgiers Robert Molhant, der nach 27jähriger Tätigkeit in den Ruhestand trat. www.signis.net

Peter Friedli, Redaktor des „Angelus“, Pfarreiblatt für Biel und Umgebung, Vater von zwei Söhnen und Witwer, wurde am 30. April 2006 zum Priester geweiht. Auf diesen Zeitpunkt legte er sein Redaktionsmandat nieder. Nachfolger wurde Niklaus Baschung, Informationsbeauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Bern.

P. Albert Longchamp SJ wurde neuer Provinzial der Schweizer Jesuiten mit Sitz in Zürich und gab daher die Leitung der Wochenzeitschrift „Echo magazine“ ab, dessen Redaktion er während 20 Jahren angehört hatte. Die Nachfolge trat Bernard Litzler an.

Matthias Loretan, ehemaliger Leiter des Katholischen Mediendienstes (KM) in Zürich, hat einen neuen Weg eingeschlagen und ist seit Sommer 2005 als Pastoralassistent in Langenthal (BE) tätig.

Walter Müller, seit 1996 Redaktor der Kipa, wurde von der Schweizer Bischofskonferenz im April 2006 zu ihrem neuen Pressesprecher und Medienverantwortlichen ernannt. Er tritt die Nachfolge von Mario Galgano an, der das Amt interimistisch versehen hatte.

Andrea Vonlanthen ist seit April 2005 neuer Chefredaktor der evangelikalen Zeitschrift „ideaSpektrum Schweiz“ in Zürich. Er trat die Nachfolge von Fritz Herrli an. Vonlanthen leitete von 1990 – 2005 die Redaktion des (freikirchlichen) „Chrischona-Magazins“.

Markus R. Weber wurde von der Römisch-katholischen Landeskirche Basel-Land in einem Teilzeitmandat zum neuen Informationsbeauftragten gewählt, als Nachfolger von Matthys Klemm, der in Pension ging. Weber ist Inhaber einer Agentur für Illustration, Kommunikation und Grafik in Bottmingen (BL).

Hermann Herder, langjähriger Chef des gleichnamigen Verlags in Freiburg i. Br., feierte am 19. Januar 2006 seinen 80. Geburtstag. Herder stand dem grössten Verlag Deutschlands für Theologie und Religion seit 1963 vor, hatte sich aber in den neunziger Jahren nach und nach aus der Leitungsfunktion zurückgezogen.

P. Federico Lombardi SJ, seit 14 Jahren Programmdirektor von Radio Vatikan, wurde von Papst Benedikt XVI. zum neuen Generaldirektor und damit zum „Intendanten“ des Papst-Radios ernannt. Der Pontifex dankte dem bisherigen Chef Pasquale Borgomeo für dessen „langen und grosszügigen Dienst“. Zum neuen Programmchef (Chefredaktor) ernannte der Papst den bisherigen Vize-Chef P. Andiez Koprowski aus Polen.

Gabriele Neuwirth, Redaktorin bei der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag“, ist neue Vorsitzende des Verbands Katholischer Publizisten Österreichs. Sie folgte auf Josef Ertl, Chefredaktor der „Oberösterreichischen Rundschau“. Neuwirth ist die erste Frau an der Spitze des Verbandes.

Ludwig Ring-Eifel, seit 1996 Korrespondent für die katholischen Nachrichtenagenturen kathpress, Kipa und KNA in Rom, wurde am 1. Juli 2005 neuer Chefredaktor der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn. Er trat die Nachfolge von Helmut S. Ruppert an, der seit 1996 Chefredaktor war und dieses Amt aus Gesundheitsgründen aufgeben musste.

Kirche und Medien

Weltmedientag 2006. Papst Benedikt XVI. hat die Medien zum verantwortungsbewusstem Umgang mit der Wahrheit und zur Förderung des Friedens aufgerufen. Die Medienindustrie dürfe nicht zum Selbstzweck oder zu einer Monokultur werden, der es nur um Gewinnorientierung und nicht um das Gemeinwohl gehe, betont er in seiner Botschaft. Gefragt seien präzise Berichterstattung, vollständige Erläuterungen über Vorgänge des öffentlichen Interesses und eine faire Darstellung unterschiedlicher Auffassungen. Ausdrücklich plädiert der Papst dafür, Ehe und Familienleben zu unterstützen, die zum Fundament jeder Kultur und Gesellschaft gehörten. www.vatican.va

Liturgische Normen beachten. Fernsehgottesdienste haben nach Ansicht des US-amerikanischen Kurienerzbischofs John Foley einen Vorbildcharakter. Daher müssten in diesen Sendungen die liturgischen Normen besonders sorgfältig beachtet werden, betonte der vatikanische „Medien-Minister“ zu Beginn der Bischofssynode anfangs Oktober im Vatikan. Ein Abweichen von der geltenden Form könne bei den Zuschauern leicht den Eindruck erwecken, die kirchlichen Vorschriften seien nicht mehr bindend. Zwar könne ein Fernsehgottesdienst die Teilnahme an der Sonntagsmesse nicht ersetzen. Aber er fördere das spirituelle Leben.

Umgang mit den Medien. Die Konferenz der Orden und Säkularinstitute der Schweiz (Kovoss) gab unter dem Titel „Wie gehe ich mit den Medien um?“ für seine Mitglieder eine kurze Anleitung zu „Chancen und Anforderungen“ heraus, verfasst von Medienleuten. kovoss-coriss@kath.ch

Printmedien

„forum“ 50 Jahre alt. Das Pfarrblatt der katholischen Kirche im Kanton Zürich „forum“ feiert dieses Jahr sein fünfzigjähriges Bestehen. „forum“ erscheint alle zwei Wochen und wird in einer Auflage von 160’000 Exemplaren allen katholischen Zürcherinnen und Zürchern zugestellt. Am 1. Januar 1956 war erstmals das „Katholische Pfarrblatt für Zürich und Umgebung“ erschienen. Heute ist es das Pfarrblatt mit der grössten Auflage. www.zh.kath.ch/aktuell/forum

„saemann“ erhöht Auflage. Die reformierte Berner Monatszeitung erreichte im Februar 2006 eine Auflage von über 300’000 Exemplaren. Erstmals wurde sie auch in den Kirchgemeinden Därstetten, Langnau, Trub und Trubschachen verteilt. www.saemann.ch

„Justinus-Blätter“ gestylt. Das Organ des Justinus-Werks in Freiburg, Zürich und Genf erscheint im 70. Jahrgang und hat sich zu diesem Anlass ein neues, farbenfrohes Gesicht gegeben. Das Redaktionsteam wird seit kurzem von Maurice Page, Walter Müller und Bernard Litzler gebildet. Sie lösten P. Bruno Holtz SMB ab. www.justinus.ch

„kontinente“ fusioniert. Auf Anfang 2006 haben „missio aktuell“ von Missio Aachen und „kontinente“, die Zeitschrift von 25 Missionswerken, fusioniert und geben heute ein erneuertes „kontinente“ heraus: sechsmal pro Jahr, mit einer Gesamtauflage von 370’000 Exemplaren und je einem „Eigenteil“ der angeschlossenen Orden und Kongregationen, unter ihnen auch die Weissen Väter (Afrikamissionare) der Schweiz. redaktion@kontinente.org

Auflage weiter rückläufig. Der Auflagenrückgang der konfessionellen Presse in Deutschland dauert an. Die Gesamtauflage der 58 erfassten Zeitschriften (IVW-Daten) sank im 3. Quartal 2005 gegenüber dem Vorjahr um 2,8% auf 2,426 Mio. Exemplare.

„aufbruch“ mit neuer Leitung. Der „Förderkreis aufbruch – ökumenisches Forum“, der die achtmal jährlich erscheinende Zeitung für Religion und Gesellschaft herausgibt, hat die junge katholische Theologin Brigitte Horvath zur neuen Präsidentin gewählt. Sie tritt an die Stelle der Journalistin Barbara Helg. „aufbruch“ mit 4’500 Exemplaren Druckauflage pflegt seit zwei Jahren eine ökumenische Ausrichtung. Entstanden ist die Zeitung 1988, um in der Auseinandersetzung mit dem damaligen Churer Bischof Wolfgang Haas die Haltung jener Katholiken zu vertreten, „die zum Aufbruch in ihrer Kirche bereit waren“. www.aufbruch.ch

„Bethléem“ aufgegeben. „Bethléem“, das französischsprachige Organ der Bethlehem Mission Immensee (BMI), hat auf Ende 2005 sein Erscheinen eingestellt. BMI begründete den Entscheid mit finanziellen Engpässen. Chefredaktorin Geneviève de Simone-Cornet trat kurz darauf in die Redaktion „Echo magazine“ ein. Maurice Page, kurz zuvor zum Direktor des regionalen Zentrums der BMI in Freiburg ernannt, trat ohne neue Aussichten aus dem Unternehmen aus.

„frauenbunt“ eingestellt. Die Zeitschrift „frauenbunt“ des Schweiz. Katholischen Frauenbundes (SKF) wurde ebenfalls auf Ende 2005 eingestellt. Dazu sah sich der SKF aufgrund des ständigen Auflagenrückgangs und der angespannten Finanzlage gezwungen.

60 Jahre „Rheinischer Merkur“. Am 15. März 1946 erschien die erste Ausgabe unter Führung des Publizisten Franz Albert Kramer. Die Wiedergründung erfolgte 150 Jahre nach dem Ende des ersten Koblenzer „Rheinischen Merkur“, der vom katholischen „Rebellen“ Joseph Görres gegründet worden war. Von den vielen Neu- und Wiedergründungen der Nachkriegsjahre konnten sich nur die Hamburger „Zeit“ und der „Merkur“ bis heute halten, jedoch in sehr unterschiedlicher Weise. www.merkur.de

60 Jahre „Die Furche“. Auch die Wiener Wochenzeitung beging Ende 2005 ihr 60jähriges Bestehen. „Sie wirkte und wirkt heute noch als Vertreterin eines weltoffenen und anspruchsvollen Katholizismus in Gesellschaft, Kultur und Politik“, wie sich „Christ in der Gegenwart“ ausdrückte. www.furche.at

125 Jahre „Forum Weltkirche“. Mit der Ausgabe 1/06 ging die Zeitschrift (vormals: Die katholischen Missionen) in den 125. Jahrgang. Sie wurde 1873 von den Jesuiten gegründet. Heute wird sie vom Katholischen Missionswerk missio in Aachen und dem Verlag Herder herausgegeben. Ab 1938 war die Zeitschrift verboten; 1947 erhielten die Jesuiten die Genehmigung, sie fortzuführen. forum.weltkirche@herder.de

Verlage

125 Jahre Cavelti. Im Jahre 2005 durfte das Gossauer Unternehmen „Cavelti AG Druck & Media“ auf 125 Jahre zurückblicken. Cavelti hat sich all‘ die Jahre hindurch in der katholischen Schweiz einen festen Platz gesichert, vielen älteren Semestern bekannt noch aus der Zeit der „Jungmannschaft“ und der „ancilla“. www.cavelti.ch

Benziger im Internet. Das Archiv des ehemaligen Benziger-Verlags in Einsiedeln ist auf Internet zugänglich gemacht worden. Längerfristig will die Stiftung Kulturerbe Einsiedeln das Sammelgut ausstellen. Die Sammlung umfasst 20’000 Eintragungen seit 1830. Der Benziger-Verlag war 1994 von der deutschen Patmos-Gruppe übernommen worden. www.kulturerbe-einsiedeln.ch

Augustinus vor 500 Jahren. In Basel feiert in diesem Jahr das Druck- und Verlagshaus Schwabe ein besonderes Jubiläum: Vor 500 Jahren erschien seine erste Augustinus-Ausgabe, als erste gedruckte Gesamtausgabe der Werke des Kirchenvaters. Abgeschlossen wurde das Werk am 22. Januar 1506 bei den assoziierten Druckern Amerbach, Petri und Froben – „non sine ingentissimo gaudio dicimus“, wie die Herausgeber festhielten. Einer der drei Beteiligten, Johannes Petri, war der Gründervater des seit 1488 bestehenden Hauses Schwabe. www.schwabe.ch

„Edition Radio Vatikan“ ist heute online verfügbar. Radio Vatikan und der Leipziger St.-Benno-Verlag sind eine Kooperation eingegangen. Die Neuerscheinungen sind regelmässig unter www.kathshop.de/edition-radio-vatikan einzusehen. Das Label soll ein Markenzeichen für Informationen über Papst und Kirche werden, „zielgruppengerecht und ansprechend in Buchform aufbereitet“.

Radio und Fernsehen

„Funker des Papstes“. Vor 75 Jahren, am 12. Februar 1931, ging Radio Vatikan, die päpstliche Funkanstalt, mit einer persönlichen Ansprache von Papst Pius XI. erstmals auf Sendung – der Würde des Anlasses entsprechend auf Latein. Mittlerweile zählt der kleine Betrieb zu den traditionsreichsten und vielsprachigsten Radiosendern. Radio Vatikan beschäftigt 400 Angestellte. Es kommt ohne Werbung und Gebühren aus; seine Betriebskosten betragen 31 Mio. Franken im Jahr. www.vaticanradio.org

In „Gesellschaft“ integriert. Die Redaktion „Religion“ bei Schweizer Radio DRS 2 wurde als eigenständige Redaktion aufgelöst und gehört seit dem 1. Januar 2006 als Fachgruppe „Religion“ der Redaktion „Gesellschaft“ an. Am inhaltlichen Auftrag sowie an der personellen und finanziellen Ausstattung der Redaktion werde sich dadurch nichts ändern, beteuerte Arthur Godel, Programmleiter DRS 2.

Das „erste christliche Radio“. Unter dem Namen „Life Channel“ startete am 1. Oktober 2005 das „erste christliche Radio für die Schweiz“. Das Vollprogramm, vom Bund im Dezember 2004 für zehn Jahre bewilligt, auf Kabel und im Internet zu empfangen, verspricht Orientierung an christlichen Grundwerten und will die ganze Familie ansprechen. Gerechnet wird mit jährlichen Betriebskosten von über 1 Mio. Franken, die vor allem mit Spenden gedeckt werden sollen. Betreiber ist das Medienunternehmen „Evangelium in Radio und Fernsehen“ (ERF Schweiz). www.erf.ch/life_channel

Keine Sendezeit für Kirchen? Niederländische Parlamentsabgeordnete wollen Subventionen für Radio- und Fernsehprogramme von Kirchen und Glaubensgemeinschaften in öffentlichen und privaten Sendern abschaffen. Wenn weltanschauliche Gemeinschaften ihre Inhalte verbreiten wollten, sollten sie dies auf kommerzielle Weise tun, meinte der rechtsliberale Abgeordnete Fadime Ürgü in der Zeitschrift „Adformatie“ im Januar 2006.

Internet

Täglich Kipa-Meldungen. Ab 25. Oktober 2005 finden sich auf dem Internetportal der katholischen Kirche der Schweiz tagesaktuelle Meldungen der Nachrichtenagentur Kipa. Zu diesem Zweck wurde zwischen Kipa und Katholischem Mediendienst (KM) eine besondere Vereinbarung getroffen. www.kath.ch

In neuem Design. Die Website der österreichischen katholischen Nachrichtenagentur Kathpress zeigt sich seit Mitte Oktober 2005 in einem neuen Design und mit erweitertem Angebot. www.kathweb.at

Mit Büro in der Schweiz. Die konservative katholische „Internet-Zeitung“ „kath.net“ hat Mitte 2005 in Appenzell ein Büro eröffnet. Der ehrenamtlich tätige Mitarbeiter Stefan Bolli übernahm als Teilzeit-Redaktor auch die Spenderbetreuung für das Blatt. www.kath.net

Auszeichnungen und Preise

Herbert-Haag-Stiftung. Die Preise 2006 gingen an vier Medienschaffende: Michael Meier, Journalist am Zürcher „Tages-Anzeiger“, Hansjörg Schultz, Redaktionsleiter „Gesellschaft und Religion“ bei Schweizer Radio DRS 2 in Basel, Dolores Bauer, Publizistin und Buchautorin in Wien, und Matthias Drobinski, Redaktor an der „Süddeutschen Zeitung“ in München. Eine Auszeichnung erhielt zudem die Katholische Kirchgemeinde Röschenz (BL). www.herberthaag-stiftung.ch

Katholischer Medienpreis. Der mit 4’000 Franken dotierte Katholische Medienpreis der Schweizer Bischofskonferenz für 2005 wurde in Martigny (VS) dem Journalisten Jean-Luc Ballestraz verliehen. Der 62jährige Preisträger ist Animator verschiedener Radio- und Fernsehsendungen im Wallis.

Journalistenpreise. Martin Meier, freier Journalist und Student, und die Journalistin Martine Clerc wurden an der GV 2006 mit dem Medienpreis der Katholischen Journalistinnen und Journalisten ausgezeichnet.

Preise von UCIP und SIGNIS. Die Katholische Weltunion der Presse (UCIP) und der Katholische Weltverband für Kommunikation (SIGNIS) haben im November 2005 die Salesianer Don Boscos (SDB) mit dem internationalen Medienpreis für „Educommunication“ (Kommunikationserziehung) ausgezeichnet. Der Preis wurde für professionell realisierte Initiativen zur Erziehung zu verantwortungsvollem Umgang mit Kommunikationsmitteln verliehen.

Verbände

Neuer Geschäftsführer SKPV. Der Journalist, Theologe und Mathematiker Hans Rahm ist seit dem 1. August 2005 neuer Geschäftsführer des Schweizerischen Katholischen Pressevereins (SKPV). Rahm löste Danilo de Simone ab, der das Sekretariat während zwölf Jahren geführt hatte. Der SKPV dient katholischen Medien in wichtigen Schlüsselfunktionen. Der Geschäftsführer ist zugleich Geschäftsleiter der Presseagentur Kipa-Apic und führt die Sekretariate der Medienkommission der Schweizer Bischofskonferenz und des Schweiz. Vereins Katholischer Journalistinnen und Journalisten.

Neue Ehrenmitglieder. Der Schweizerische Verein Katholischer Journalistinnen und Journalisten unter der Leitung von Walter Müller ernannte an der Generalversammlung 2006 Pater Albert Longchamp SJ, Präsident der bischöflichen Medienkommission, und Rolf Weibel, ehemaliger Chefredaktor der Schweizerischen Kirchenzeitung, zu Ehrenmitgliedern.

WACC mit neuem Sitz. Das Zentralkomitee der Weltvereinigung für Christliche Kommunikation (WACC) beschloss, den Sitz der ökumenischen Dachorganisation im Kommunikationsbereich aus Spargründen von London nach Toronto (Kanada) zu verlegen. Zudem wird der WACC in Zukunft nicht mehr von einem Zentralkomitee, sondern von einem Verwaltungsrat geführt. Der nächste Kongress wird 2008 in Kapstadt (SA) unter dem Leitthema „Kommunikation für Frieden und soziale Gerechtigkeit“ durchgeführt. www.wacc.org.uk

2004–2005

Kirchen und Medien

Weltmedientag 2005. Dieser steht unter dem Motto: „Die Kommunikationsmittel im Dienst der Verständigung zwischen den Völkern“. In der Schweiz findet er am 22. Mai statt. Der Wortlaut der Botschaft des Papstes von Ende Januar findet sich unter: www.vatican.va

Papst macht Mut. Papst Johannes Paul II. hat die katholischen Journalisten aufgefordert, angesichts wachsender Schwierigkeiten in ihrem Berufsstand den Mut nicht zu verlieren. Bei einer Audienz für die Mitarbeiter katholischer Wochenzeitungen aus ganz Italien anfangs Dezember sagte der Papst, in der Ära der globalen Kommunikation werde die Arbeit der kirchlichen Blätter immer schwieriger. Trotzdem sollten katholische Journalisten unverdrossen das Evangelium der Wahrheit und der Hoffnung verkünden. Um diesen Auftrag zu erfüllen, müssten sie persönlich ein intensives spirituelles Leben pflegen und ihre ethische und kulturelle Bildung vertiefen.

Radiopredigten als PDF. Die jeweils am Sonntag ab 09.30 Uhr auf Schweizer Radio DRS 2 und auf Musigwälle 531 ausgestrahlten Predigten werden neu auch als PDF-Datei verkauft. Ein Abo kann über www.radiopredigt.ch bestellt werden. Weiter gibt es die Predigten als Broschüren, die einzeln oder im Abonnement beim Kanisius-Verlag (Beauregard 3, 1701 Freiburg. Tel. 026 425 87 30) zu beziehen sind.

Verbände und Institutionen

SKPV hält an „Christ und Welt“ fest. Mit einem Fehlbetrag von 35’000 Franken schloss die Jahresrechnung 2003 des Schweizerischen Katholischen Pressevereins (SKPV) ab. Verursacht wurde das Defizit zu einem grossen Teil durch das Verlagsprojekt „Christ und Welt“. Der SKPV mit seinen 1’800 Mitgliedern will jedoch am Projekt festhalten: Damit könne rund 400’000 Lesern in der deutschen Schweiz Woche für Woche christlich-religiöses Gedankengut vermittelt werden, stellte Präsident Markus Vögtlin an der GV 2004 in Solothurn fest. „Christ und Welt“ wurde seinerzeit von den katholischen Verlegern übernommen, deren Vereinigung aufgelöst worden war. Wöchentlich wird von der „Neuen Luzerner Zeitung“ im Auftrag des SKPV die Seite „Religion und Gesellschaft“ produziert.

Rückblick im Thurgau. Die Genossenschaft Pressverein Frauenfeld gab in bibliophiler Form die anlässlich der drei letzten Jahresversammlungen gehaltenen Referate heraus: Prof. Markus Ries, Rektor der Universität Luzern (Die katholische Schweiz und ihre Medien. Ein Blick in die jüngste Geschichte). Dr. phil. Louis Hürlimann, Fachbereichsleiter an der FAT in Tänikon (Die Genossenschaft Pressverein Frauenfeld. Abriss der Entstehung und Geschichte von 1895 bis 1990). Prof. Thomas Merz-Abt, Professor für Medienpädagogik an der PH Zürich (Alles überall sofort. Welche Fähigkeiten fordert die Mediengesellschaft?).

UCIP-Präsident bestätigt. Ismar de Oliveira Soares, Professor für Kommunikationswissenschaften an der Universität São Paulo, ist am Kongress der Katholischen Weltunion der Presse (UCIP) in Bangkok als Präsident bestätigt worden. Soares hat das Amt seit 2001 inne. Zum Weltkongress waren über 1’000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 84 Ländern erschienen. Er stand unter dem Motto: „Herausforderungen der Medien inmitten eines kulturellen und religiösen Pluralismus. Für eine neue soziale Ordnung, Gerechtigkeit und Frieden.“

Verlag

Heirat. Der reformierte Theologische Verlag Zürich (TVZ) übernahm ab 2005 die Buchproduktion des katholischen NZN-Buchverlags unter der Markenbezeichnung „Edition NZN bei TVZ“. Mit dieser Lösung, hiess es in einer Stellungnahme, werde sichergestellt, „dass weiterhin Bücher aus dem Kontext der katholischen Kirche in der Schweiz verlegt werden können“. Die Synode der Römisch-katholischen Kirche Zürichs hatte 2003 beschlossen, den NZN-Buchverlag wegen mangelnder Eigenwirtschaftlichkeit nicht mehr als eigenständigen Verlag weiterzuführen. Ein eigener Beirat soll sicherstellen, dass die neue Edition ein klares Profil erhält und „weiterhin gut im Raum der katholischen Kirche verankert“ bleibt, betonten die beiden Verlage. Der NZN-Verlag wurde 1946 gegründet und nach der Einstellung der (katholischen) Tageszeitung „Neue Zürcher Nachrichten“ selbständig weitergeführt. Seit 1982 ist die Katholische Körperschaft des Kantons Zürich Alleinaktionärin des Verlags.

Zusammenarbeit. Dank der Kooperation mit dem Verlag Katholisches Bibelwerk in Stuttgart finden die Bücher des traditionsreichen Luzerner rex-verlags auch in Deutschland und Österreich einen Markt. Verlagsleiter Markus Kappeler setzt auf breite Zusammenarbeit. Er bedauert, dass die Auflösung des NZN-Verlags nicht zur Stärkung der Position der katholischen Verlage in der Schweiz genutzt wurde.

Ende. Der dem Erzbistum Berlin gehörende Morus-Verlag stellte zum Jahresende seine Tätigkeit ein. Die Schliessung erfolgte im Zuge der finanziellen Sanierung des Erzdiözese. Der Verlag war 1945 gegründet worden, gab rund 200 Bücher und bis 2003 die Bistumszeitung heraus.

Buchhandlungen

Von Matt bleibt katholisch. Eine Ära in Zürich geht weiter: Während andere katholische oder reformierte Buchhandlungen in der Schweiz schliessen, hat die Buchhandlung von Matt renoviert. Sie stellte sich anfangs März in ihrem neuen Kleid mit einem Tag der offenen Tür vor. Der neue Leiter der Buchhandlung, Markus Zimmer (32), führt bewusst die Buchhandlung mit katholischer Ausrichtung weiter. Ausgebaut wird aber auch der evangelische Teil.

Wiedereröffnung. In St-Maurice (VS) wurde die katholische Buchhandlung wieder eröffnet. Sie wurde vor 100 Jahren gegründet und gehört als eine von drei Buchhandlungen in der Westschweiz (St-Maurice, Genf und Freiburg) den Augustiner-Chorherren.

Aufgabe. Die von den Kanisiusschwestern geführte Buch- und Devotionalienhandlung in der Freiburger Altstadt schliesst am 30. Juni. Grund dafür ist vor allem der fehlende Nachwuchs in der Schwesterngemeinschaft. Zudem habe es angesichts der Konkurrenz im Buchmarkt eine spezialisierte katholische Buchhandlung schwer, zu bestehen, wurde von Seiten der Schwestern erklärt. Ihre Gemeinschaft zählt 30 Mitglieder, der Altersdurchschnitt beträgt 75 Jahre.

Zeitungen und Zeitschriften

Kein Gratiszugriff mehr. Ab 1. Januar haben nur noch Abonnentinnen und Abonnenten gratis Zutritt zu Website und Archiv der „Schweizerischen Kirchenzeitung SKZ“. Nichtabonnenten zahlen für den Internetzugang ein Jahresabo von 220, für die Papierversion dagegen nur 148 Franken (Ausland plus Portokosten).

Einbusse. 1975 wurde der Verein „Auftrag“ zur Herausgabe einer Zeitschrift für praktische Pfarreiarbeit gegründet, um den Pfarreiräten der deutschsprachigen Schweiz eine Orientierungshilfe zu bieten. An der GV 2004 wurde bekannt, dass die Auflage vor allem aus Spargründen zurückgegangen sei, obwohl im vergangenen Jahr ein Ausbau stattgefunden habe. Die Redaktion betreut Willy Bünter (Rothenburg).

Neu. Seit Anfang 2005 gibt die Katholische Kirche der Stadt Luzern ein eigenes Pfarreiblatt heraus, zum teil in Zusammenarbeit mit dem bisherigen (kantonalen) Pfarreiblatt.

Totengedenken

Wilhelm Hellenbroich, ehemaliger Chefredaktor und Direktor der Kipa, starb am 15. Juli 2004 in Freiburg im Alter von 88 Jahren. Hellenbroich war bereits 1943 zur Kipa gestossen und leitete die Agentur ab 1954 während vollen 28 Jahren. 1962 wirkte er entscheidend mit bei der Gründung des Centrum Informationis Catholicum (CIC) in Rom, dem gemeinsamen Römer Büro katholischen Presseagenturen KNA (Deutschland), kathpress (Österreich) und Kipa-Apic.

Wilhelm Finge, der ehemalige Geschäftsführer der KNA starb im August 2004 im Alter von 75 Jahren. Auch Finge war Mitbegründer des CIC.

Pit Stenmans, Geschäftsführer des deutschen Katholischen Medienverbands, starb im Dezember 2004 im Alter von 49 Jahren in Bonn. Stenmans leitete seit fünf Jahren die Geschäftsstelle.

Beat Brühlmeier-Brülisauer, ehemaliger Oberrichter im Kanton Aargau, starb am 12. April 2004 im Alter von 85 Jahren. Brühlmeier hatte sich während vielen Jahren um das „Aargauer Volksblatt“ und dessen Verlag (Baden) verdient gemacht.

Bernhard Moosbrugger, Fotograf und Verleger, verstarb im August 2004 im Alter von 79 Jahren. Zusammen mit der Journalistin Gladys Weigner hatte er 1971 den Zürcher Pendo-Verlag gegründet.

Hanno Helbling, ehemaliger Feuilleton-Chef der NZZ, starb im Februar 2005 im Alter von 74 Jahren. Helbling war vor 40 Jahren mit seinen Berichten zum Zweiten Vatikanischen Konzil bekannt geworden. Seither hat er sich immer wieder, sachkundig und pointiert, mit theologischen und kirchlichen Fragen befasst, zuletzt von Rom aus.

Persönlich

Marlis Widmer (Herisau) erhielt von Diözesanbischof Ivo Fürer (St. Gallen) die Bistums-Medaille als Anerkennung für ihre langjährige Mitarbeit in kirchlichen Institutionen und Gremien. U.a. war sie Präsidentin der Medienkommission der Schweizer Bischöfe und Vizepräsidentin der Kipa-Apic.

Alois Schuler, Theologe und Radiojournalist wurde von der Schweizer Bischofskonferenz zum neuen Beauftragten für Radio und Fernsehen ernannt. Schuler war zuvor Redaktionsleiter Religion bei SR DRS. Er löst Willi Anderau ab, der nach 17 Jahren zurückgetreten war, um das Amt eines Obern der Deutschschweizer Kapuziner zu übernehmen. Anderaus grosses Verdienst sei die Vermittlung zwischen der katholischen Kirche und dem „Service public“ des öffentlich-rechtlichen Fernsehens (SF DRS) und Radios (SR DRS) gewesen, würdigte der Katholische Mediendienst die Arbeit des Kapuziners.

Hans Rahm, Freiburg, wurde im Oktober mit einem 20%-Pensum zum neuen Informations- und Medienbeauftragten für den deutschsprachigen Teil des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg ernannt. Er trat die Nachfolge von Marie-Thérèse Weber-Gobet an, die nach 12 Jahren zurückgetreten war. – Im März wurde Rahm vom Vorstand des SKPV mit einem 80%-Pensum zum neuen Geschäftsführer des Katholischen Pressesekretariates in Freiburg gewählt, mit Amtsantritt Anfang August. Rahm war von 1986 – 1990 bei der Kipa tätig und lebte nachher mit seiner Familie in Ägypten.

Sarah Numico, Medienbeauftragte im Rat der Europäischen Kirchen (CCEE) mit Sitz in St. Gallen, beendete nach sieben Jahren ihre Tätigkeit und zog nach Italien weiter. Ihre Nachfolge trat im Februar der italienisch-französische Doppelbürger Thierry Bonaventura an.

Thomas Binotto (Schaffhausen) wurde neuer Chefredaktor des „forum“, des Pfarrblatts der katholischen Kirche im Kanton Zürich, und damit Nachfolger von Georg Rimann, der am 15. September 2004 im Alter von 57 Jahren verstorben war. Binotto ist seit 2000 beim „forum“.

Antoine-Marie Izoard ist seit Anfang Januar Direktor der katholischen Presseagentur I.Media in Rom, die französischsprachige Medien, auch Apic, mit Informationen aus dem Vatikan beliefert. Izoard, vormals Redaktor beim französischsprachigen Dienst von Radio Vatikan, trat die Nachfolge von Blandine Bècheras an, die über 15 Jahre in Rom tätig war.

Giulio Albanese, Comboni-Missionar und Chefredaktor des internationalen Missionsnachrichtendienstes „Misna“, trat im September zurück. Er gab an, ihm habe der Rückhalt bei den Herausgebern gefehlt. Einige Missionsorden hatten Kritik an einer als zu linkslastig empfundenen Ausrichtung der Agentur geübt. „Misna“ erscheint in mehreren Sprachen und ist der meistgelesene katholische Missionsnachrichtendienst.

Urs C. Reinhardt, viele Jahre publizistisch tätig und heute noch Redaktor des Solothurner Kirchenblattes, wurde vom Senat der Universität Freiburg i.Ue. der Titel eines Ehrensenators verliehen, als Anerkennung für seine 12jährige Tätigkeit als Präsident des Hochschulrates.

Claudia Bonge heisst die neue Kommunikationsbeauftragte der Römisch-Katholischen Kirche im Kanton Aargau. Sie hat vor einem Jahr ihre neue Aufgabe in Aarau von Marion Balling übernommen. Zuletzt hatte sie als leitende Kommunikationsverantwortliche in einem Schweizer Chemieunternehmen gearbeitet.

Hans-Ernst Ellenberger, Informationsbeauftragter des Bistums Basel, wurde von der Wochenzeitschrift „Beobachter“ (Zürich) für seine „Courage“ ausgezeichnet. Er habe in der Debatte um Missbräuche in der katholischen Liturgie auch „gewöhnliche Gläubige“ im Internet-Diskussionsforum des Bistums ausgiebig und zensurfrei zu Wort kommen lassen, lobte die Zeitschrift.

Paul Bösch wurde nach seiner Pension beim „Tages-Anzeiger“ neuer Redaktor des „aufbruch“, der Zeitung für Religion und Gesellschaft.

Maurice Page heisst der neue Direktor des Westschweizer Regionalzentrums der Bethlehem Missionare in Freiburg. Er ist zugleich Verleger der Monatszeitschrift „Bethléem“. Page hat in den letzten Jahren in Moundou (Tschad) den Aufbau eines diözesanen Lokalradios vorangetrieben. In Freiburg trat er die Nachfolge von Pater Bruno Holtz SMB an, der lange Jahre Redaktor der Zeitschrift war und zuletzt als Verleger-Direktor wirkte. Als verantwortliche Redaktorin folgte ihm seinerzeit Geneviève de Simone-Cornet nach. Holtz war einige Jahre Chefredaktor der Kipa-Apic, Page Redaktor bei Apic.

Christoph Nussbaumer übernahm am 1. Mai die Chefredaktion der „Freiburger Nachrichten“, als Nachfolger von Marcel Waeber, der altershalber demissionierte. Nussbaumer war in den letzten Jahren für die Schweizerische Depeschenagentur (sda) tätig.

Louis Ruffieux wurde im Dezember Chefredaktor der Freiburger Tageszeitung „La Liberté“. Er folgte auf Roger de Diesbach, der nach acht Jahren Chefredaktion aus Gesundheitsgründen zurücktreten musste, jedoch Mitglied der Redaktion bleibt. Ruffieux stiess 1991 zur „Liberté“, wo er das Ressort kantonale Politik leitete.

Radio und Fernsehen

„90 Sekunden“. So heisst eine Sendung, die seit 5 Jahren von den Aargauer Kirchen produziert und über den Privatsender „Argovia“ ausgestrahlt wird. (Zu hören jeweils am Montag um 09.10 Uhr.) Die wöchentliche Sendung wird von Sprecherinnen und Sprechern betreut, die der römisch-katholischen, der christkatholischen oder der evangelisch-reformierten Kirche angehören. Koordinatorin ist Elisabeth Martinek.

Radio Gloria. Im Juni 2004 strahlte Radio Gloria einen Monat lang aus dem Kapuzinerinnenkloster
St. Anna auf dem Gerlisberg in Luzern ein eigenständiges Programm aus. Höhepunkte waren die Berichte vom katholischen Jugendtreffen und vom Papstbesuch in Bern. Angeboten wurden zudem Glaubensthemen. Den Versuchsbetrieb ermöglichte ein Trägerverein, zu dessen Sponsoren auch das Hilfswerk „Kirche in Not“ gehörte.

Vatikannähe. Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) und die Deutsche Presseagentur (dpa) haben ihre Büros in Rom in die Nähe des Vatikans verlegt. Das ZDF residiert jetzt in der Via della Conciliazione, unmittelbar neben dem vatikanischen Pressesaal. Im selben Gebäude sind auch die Studios des spanischen und des polnischen Fernsehens untergebracht. Das Rom-Büro der ARD ist bereits seit vielen Jahren in Sichtweite des Vatikans beheimatet, der ORF (Österreich) seit 2001.

Bilderdienste

Portal. Medien sollen künftig einen einfacheren Zugang zu Bildern aus der Welt der Religionen erhalten. Deutsche Nachrichten-Agenturen haben unter der Internet-Adresse www.relivision.com ein internationales Portal gegründet, das mit einem Bestand von mehreren tausend Bildmotiven startete. Beteiligt sind die dpa-Bilderdienste, KNA-Bild und der Evangelische Pressedienst (epd).

Diese Chronik wurde von Alois Hartmann, dem ehemaligen Präsidenten des Pressevereins, verfasst. Sie stützt sich auf kath.ch und eigene Recherchen. Zuschriften bitte an alois.hartmann@bluewin.ch