• Das Bild
    Kurs «Pfiffig schreiben» September 2023
    Bild: Paul Skorupskas / Unsplash

Das Bild als Blickfang

Das Bild zieht den Blick an. Es erweckt Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit ist ein knappes Gut.

Das Bild bietet Information auf dem schnellsten Weg. «Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.»

Das Bild weckt spontan Emotionen. Es lässt ein Sujet unterschwellig anziehend oder abweisend wirken.

Wie gelingen attraktive Bilder?

Bildmotive lassen sich aus unterschiedlichen Perspektiven einfangen. Am gewöhnlichsten ist die Standardperspektive frontal und aus Augenhöhe. Mehr Pfiff wird einem Bild verliehen, wenn es aus einer ungewöhnlichen Position aufgenommen wird. Zum Beispiel:

  • Fotografiere aus der Hocke
  • Leg dich auf den Boden
  • Steig auf eine Leiter
  • Fotografiere aus der Vogelperspektive (zum Beispiel vom Kirchturm)

Meide die Mitte: Bilder werden spannender, wenn das zentrale Motiv nicht in der Mitte des Bildes platziert ist, sondern nach links, rechts, oben oder unten verschiebst; am besten in die «goldene Mitte».

Was muss auf dem Foto zu sehen sein und was ist überflüssig. Zu viele Details lenken den Blick ab. Auf das Wesentliche fokussieren.

Auf Gruppenfotos mit vielen Menschen am besten verzichten. Besonders auf kleinformatigen Abbildungen ist meist kaum jemand richtig zu erkennen. Wenn doch die ganze Gruppe auf dem Bild sichtbar sein muss, helfen Tricks wie zum Beispiel diese:

  • Gruppenmitglieder in einer Reihe hintereinander aufstellen.
  • Hauptpersonen grösser im Vordergrund platzieren und die andern im Hintergrund.
  • Perspektive wechseln und Gruppe beispielsweise von oben fotografieren.

Es muss nicht immer die ganze Person auf dem Foto zu sehen sein. Ausschnitte mit Kopf und Oberkörper genügen oft und sind aussagekräftiger.

  • Personen so platzieren, dass sie über die Schulter in die Kamera blicken. Das wirkt natürlicher als Bilder frontal von vorne, die wie Passfotos wirken.
  • Eine Person wirkt freundlicher, aufmerksamer und sympathischer, wenn sie sich leicht nach vorne beugt.
  • Person nicht von unten. Das beschert ihr ein Doppelkinn.
  • Person nach Möglichkeit in einem Umfeld fotografieren, das zu ihr passt. Sie kann zum Beispiel auch ein Objekt in der Händen halten, das für sie typisch ist.
  • Für die Publikation des Bildes immer das Einverständnis der fotografierten Person einholen.

Bilder in der Totalen wirken leicht langweilig. Spannender werden sie, wenn ihnen optische Tiefe verliehen wird.

  • Bildtiefe entsteht durch Ebenen. Ein ansprechendes Bild hat oft drei Ebenen im Aufbau: Vordergrund, Mittelteil, Hintergrund.
  • Eine Landschaft zum Beispiel mit einem Sujet im Vordergrund fotografieren, sei es ein Baum, ein Gebäude, ein Mensch.
  • Oder den renovierten Pfarreisaal beispielsweise mit einem Sujet im Vordergrund, zum Beispiel einer Vase, fotografieren.

Einem eher braven Motiv kann man mehr Pfiff verleihen, indem es zum Beispiel bewusst in Schieflage versetzt wird. Die ungewöhnliche Position macht es überraschender und spannender.

Wer oder was ist auf dem Bild zu sehen? Woher stammt das Bild?

Seite nicht überladen mit Bildern. Wenn alles betont ist, ist nichts mehr betont. Lieber weniger, dafür grosszügiger.

Wie kann ich Bilder verbessern?

Manchmal musst du ein Bild bearbeiten, um es noch besser zu machen. Auch aus durchschnittlichen Fotos lässt sich mit einfachen Eingriffen etwas herausholen. Ein guter Ausschnitt genügt häufig schon.

Für die Bildbearbeitung existieren unzählige Programme und Apps. Für die einfache Bildbearbeitung genügen aber häufig schon die vorinstallierten Standardprogramme auf dem Computer. Zum Beispiel:

Microsoft Paints auf Windows
Fotos oder Vorschau auf MacOS
Viele Apps auf Android und iOS Smartphones

Für anspruchsvollere Bildbearbeitungen eignen sich
Photoshop (Abo Fr. 23.70 monatlich inkl. Lightroom)
Photoshop Elements (Fr. 96.95 einmalig)
Affinity Photos (Fr. 70.00 einmalig)

Auch online lassen sich Bilder bearbeiten. Die Bearbeitung geschieht dann im Webbrowser. Es existieren verschiedene Angebote. Beispiele:
Fotor
Editor.Pho.to
Croppola

  • Das definitive Bild musst du im richtigen Format, in der erforderlichen Grösse und in der richtigen Auflösung speichern.
    Als Bildformat wähle «jpg» oder «jpeg» («tscheipeg»), genannt nach dem Gremium, welches das Format entwickelt hat: «Joint Photographic Experts Group».
  • Als Auflösung gilt für den Druck der Wert 300 dpi, «dots per inch», Bildpunkte pro Inch (2.54 cm).
  • Für die Publikation des Bildes im Web gilt meistens die Auflösung 72 dpi. Das Bild muss möglichst «leicht» sein, damit es schnell lädt.
  • Um die Grösse und Auflösung des Bildes zu berechnen und zu verändern, helfen dir Bildbearbeitungsprogramme oder Online-Werkzeuge wie zum Beispiel Squoosh oder imResizer.

Wo finde ich gute Bilder?

  • Gut ist ein Bild, wenn es das Sujet möglichst lebensecht und authentisch einfängt. Gut ist ein Bild, wenn es «massgeschneidert» ist.
  • Am besten «massschneidern» kannst du das Bild, wenn du es selber machst oder wenn du dafür eine professionelle Fotografin oder einen professionellen Fotografen engagieren kannst.
  • Wenn das nicht möglich ist, findest du allenfalls ein einigermassen passendes Bild in einer Bilddatenbank im Internet.
  • Es gibt zahlreiche Bilddatenbanken im Web mit tollen professionellen Fotos, die aber meist kostenpflichtig sind.
  • Daneben existieren auch einige Angebote mit professionellen Bildern, die kostenlos verwendet werden dürfen.

Eine ausführliche und gute Zusammenstellung kostenloser Bilddatenbanken findet sich auf der Seite des Web-Hosting-Unternehmens Cyon unter dem Link «Schöne Bilder frei nutzbar: Die besten Stockfoto-Websites 2022».

Darauf sind auch diese beliebten Bilddatenbanken aufgeführt:

Auf dem Merkblatt «Bilder rechtskonform nutzen» des Katholischen Medienzentrums Zürich sind als Datenbanken mit kostenfreie Bildern auch aufgeführt:

Professionelle Bilder, zum Beispiel bei:

Achtung Bildrechte

Diese Erläuterungen stützen sich auf den Artikel «Vorsicht, Urheberrecht: Bilder im Internet rechtssicher verwenden» des Web-Hosting-Unternehmens Cyon sowie auf das Merkblatt «Bilder rechtskonform nutzen» des Katholischen Medienzentrums Zürich

Urheberrecht respektieren

  • Bilder sind urheberrechtlich geschützt, sofern sie «geistige Schöpfungen» mit «individuellem Charakter» sind. Verwende ein fremdes Bild also nur, wenn du sicher bist, dass du das Recht dazu hast. Verwende nie unbesehen Bilder aus einer Google-Suche. Verletzungen der Bildrechte können teuer zu stehen kommen.
  • Für die Veröffentlichung braucht es die Einwilligung der Urheber oder der Rechteinhaber des Bildes. Die Einwilligung erfolgt häufig in Form von Lizenzen.
  • Keine Einwilligung braucht es nur in wenigen Ausnahmefällen. Die wichtigste Ausnahme sind Bildzitate. Bilder dürfen ohne Einwilligung in einem beschränkten Umfang zitiert werden, sofern sie «zur Erläuterung, als Hinweis oder zur Veranschaulichung» dienen (z. B. Museums‑, Messe- und Auktionskataloge, Werke auf allgemein zugänglichem Grund etc.).

Bildquelle angeben

Bilder müssen immer mit einer Quellenangabe veröffentlicht werden. Nur wenn ausdrücklich keine Quellenangabe vorgeschrieben ist, darf man darauf verzichten.

  • Immer verwenden darf man Bilder, die man selbst fotografiert oder anderweitig erstellt hat. Man ist dadurch selbst die Urheberin oder der Urheber.
  • Vorsicht ist aber geboten beim Fotografieren von Personen. Hier gilt das «Recht am eigenen Bild»: Jede Person darf grundsätzlich bestimmen, ob sie fotografiert werden möchte und, falls ja, wofür solche Fotografien verwendet werden dürfen. Wer bei Bildern, die Personen zeigen, auf Nummer sicher gehen möchte, bittet deshalb die betroffenen Personen ausdrücklich um ihre Einwilligung.
  • Das Recht am eigenen Bild gilt auch für Gruppenfotos oder Abbildungen mit mehreren Personen. Eine Regelung, wonach ab einer bestimmten Anzahl abgebildeter Personen keine Einwilligung Einzelner mehr notwendig sei, ist nicht mehr uneingeschränkt haltbar.
  • Personen des öffentlichen Lebens (z.B. Priester, Bischöfe) dürfen auch ohne Einwilligung und im Rahmen der Berichterstattung abgebildet werden. Grenzen gibt es dort, wo Privat- und Intimsphäre verletzt wird.
  • Irrtum: Die Bildverwendung sei zulässig, weil ein ©-Zeichen oder ein sonstiger Hinweis auf den urheberrechtlichen Schutz fehle.
    Faktum: Falsch, ein solcher Hinweis spielt für den Urheberrechtsschutz keine Rolle.
  • Irrtum: Die Veröffentlichung von Bildern im Internet sei eine Einwilligung zur Verwendung durch Dritte.
    Faktum: Falsch, die Veröffentlichung allein ist keine Einwilligung.
  • Irrtum: Die Verwendung sei Werbung für den Urheber.
    Faktum: Falsch, wer für einen Urheber mit dessen geschützten Bildern werben möchte, muss vorher fragen, selbst wenn man die Bildverwendung für beste Werbung hält.
  • Irrtum: Wenn man kein Geld mit seiner Website verdiene, zum Beispiel als «privater Blogger», könne kein Urheberrecht verletzt werden.
    Faktum: Falsch, wer kein Geld verdient, kann Bilder dennoch rechtsverletzend verwenden.
  • Irrtum: Screenshots von Bildern seien keine Urheberrechtsverletzung.
    Faktum: Falsch, ein Screenshot ist auch nur eine Kopie.
  • Irrtum: Mit einem Disclaimer (Haftungsausschluss) auf der Website könne man Abmahnungen verhindern oder müsse nicht für Urheberrechtsverletzungen haften.
    Faktum: Falsch, ein Disclaimer ist für Dritte nicht verbindlich.
  • Irrtum: Bilder, die man selbst bearbeitet hat, dürften frei verwendet werden:
    Faktum: Falsch, jedenfalls solange das Originalbild noch erkennbar ist.
  • Irrtum: Ab einer bestimmten Personenzahl darf ich ohne Einwilligung fotografieren. Falsch!
  • Irrtum: Wer fotografiert wird und nicht aktiv etwas dagegen unternimmt, ist stillschweigend mit der Veröffentlichung einverstanden. Falsch!
  • Irrtum: Auf Veranstaltungen darf ich fotografieren, wen ich will. Falsch!
  • Faktum: Für Bilder von Kindern benötige ich immer das Einverständnis des Kindes und das der Eltern. Richtig!

Übung: Ausflug nach Zürich mit der 1. Oberstufe

Am Samstagmorgen um kurz nach acht Uhr machten wir uns auf den Weg nach Zürich. Mit Kaffee und Donats stärkten wir uns in einem amerikanischen Restaurant für den Aufstieg auf den Turm der St. Peter Kirche. Der Sigrist, der auch Herr Sigrist heisst, erzählte uns spannende Geschichten zum Turm. Beim Aufstieg in den Turm kämpften die einen mit der Höhe die anderen mit der Angst, dass die Glocken zu läuten begännen, während wir danebenstehen würden. Herr Sigrist hatte die Zeit im Griff und wir waren pünktlich über den Glocken als das 11 Uhr Geläut anfing. Unter unseren Füssen wackelte der Boden und wir konnten gut nachvollziehen, wie sich der Turmwächter, der bis 1911 auf dem Turm Tag für Tag sass, fühlen musste. Durch die Fenster konnten wir auf allen Seiten über die Stadt sehen und bekamen auch noch einen wunderschönen Regenbogen über die Stadt zu sehen. Nach dem Abstieg vom Turm machten wir uns auf ins Weihnachtsdorf auf dem Sechseläuteplatz. Den Rückweg zum Bahnhof nahmen wir über die Bahnhofstrasse, und vielen glänzten die Augen beim Anblick der Schaufenster, obwohl Lucy noch nicht leuchtete. Um halb zwei waren wir zurück in Reussikon. Vielen Dank all denen, die mitgekommen sind.

Übung: Pilgermarsch nach Hutweiler

Mit gut 20 Personen sind wir gestern Abend nach Hutweiler zur Bruder Klaus Gedenkstätte gepilgert. Getroffen habe wir uns bei der Lourdes Kapelle in Grünwil, wo Daniel Kohl eine kurze Einführung machte. Nach dem Lied Ausgang und Eingang machten wir uns schweigend auf den Weg. Bei der Waldlichtung in Bonikon machten wir einen Halt und sangen das Lied «Ausgang und Eingang». Auf dem weiteren Weg suchten wir das Gespräch zu den Mitpilgern. Am Ziel angekommen hielt Daniel Kohl eine kleine Andacht. Gemeinsam haben wir ein Feuer entzündet, gebetet und gesungen. Genau als die Andacht zu Ende war, kam eine Gewitterfront auf uns zu. Wir durften uns in die kleine Kapelle setzten wo Daniel Mohrenköpfe zur Stärkung verteilt hat. Nachdem die Gewitterfront vorüber gezogen war, machten wir uns gestärkt und fröhlich auf den Rückweg nach Grünwil. Vielen Dank an alle Mitpilger und speziell an Daniel Kohl für seine berührenden Worte.

Übung: Generalversammlung des Kirchenchors Feldbach

Im Restaurant Linde in Fislen gab es an der diesjährigen Generalversammlung des Kirchenchors Feldbach wieder Besonderes zu feiern. Vorab die Ehrung seiner unermüdlichen Chorleiterin Cäcilia Becker. Seit 45 Jahren ist sie Aktivmitglied und seit 33 Jahren leitet sie diesen Chor. In jungen Jahren trat sie in diese Chorgemeinschaft ein, die von ihrem Vater geleitet wurde und übernahm nach seinem Tod seine Funktion, in der sie seither den Chor immer wieder neu prägt. Mit einem gewaltigen Applaus wurde ihr für diese mit Ausdauer geleistete Arbeit gedankt und zum nicht alltäglichen Jubiläum ganz herzlich gratuliert. Auf 35 Jahre Aktivmitgliedschaft darf Hansjörg Luginbühl blicken. Auch ihm wird seine Treue und Zuverlässigkeit mit einem grossen Applaus verdankt.

Präsidentin Mirjam Scherrer konnte in ihrem Jahresbericht wiederum auf ein lebhaftes Vereinsjahr zurückblicken. Neben acht Messen aus verschiedenen Zeitepochen und einzelnen weltlichen Auftritten war das 20ste Adventskonzert im Dezember der Höhepunkt des vergangenen Jahres. Drei Chorformationen, ausgezeichnete Musiker und ein souveräner Lektor führten die Zuhörerschaft in der voll besetzten Kirche vom besinnlichen Advent zu Weihnachten hin. Aufmarsch, Applaus und Kollekte zeigten, dass dieses Konzert für viele Besucher ein nachhaltiges Erlebnis war. Auf der dreitägigen Vereinsreise ins Südtirol kam der Chor bei wunderschönen Wetterverhältnissen in den Genuss der südländisch geprägten Städte Meran und Bozen.

Chorleiterin Cäcilia Becker lobte den treuen Besuch der 63 geleisteten Dienste und somit die Einhaltung der gesteckten Ziele. Auch der Jugendchor wurde in den Rückblick mit einbezogen und erntete grosse Anerkennung für seine Einsätze in Gottesdiensten, weltlichen Auftritten und der Mitwirkung im Adventskonzert.

Nach 38 Jahren Aktivmitgliedschaft tritt Rosmarie Dörig in die Reihe der Altmitglieder. Die Präsidentin dankte ihr für die langjährige Treue und wünschte ihr noch viele geruhsame Jahre als Zuhörerin in der Kirche oder als Teilnehmerin der weltlichen Chor-Anlässe. Mit der Aushändigung der Statuten wurde Julius Meiler als Neumitglied im Kirchenchor herzlich aufgenommen.

Tagespräsident Alois Zumbrunn übernahm das Wahlprozedere. Da keine Demissionen vorlagen, wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder Hilde Brunner, Mirjam Scherrer, Anna Hablützel und Ines Loderer einstimmig wieder gewählt. Mit grossem Applaus wurde die Präsidentin Mirjam Scherrer in ihrem Amt bestätigt.

Aus dem Jahresprogramm 2016 sind zwei Schwerpunkte zu erwähnen: Sing-Wochenende in der Karthause Ittingen. Messe in D Dur und Te Deum von W.A. Mozart am Patrozinium.

Zum Schluss bedankte sich die Präsidentin bei jedem einzelnen für die Mitwirkung im vergangenen aktiven Kirchenjahr, welches immer wieder Planung, Einsatz und Aufmerksamkeit forderte.

Zusammen mit den eingetroffenen Chorangehörigen klang der Abend bei anregenden Gesprächen und einem feinen Nachtessen gemütlich aus.

Übung: Aufbruch und Vernetzung

An Weihnachten haben wir gefeiert, dass Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist, dass also Gott mitten in diese Welt hinein kommt. Diese Botschaft gilt es ernst zu nehmen, auch in unserem Seelsorgeraum.

Wenn Christus die Mitte der Welt ist und nicht einfach etwas Zusätzliches zu ihr, dann ist der Auftrag der Kirche, ihn mitten in der Welt zu entdecken und zu verkünden. So bleibt die Kirche nicht eine Gemeinschaft von einigen wenigen, keine Sonderwelt neben der Welt, sondern jener Raum der Gegenwart Gottes und seines Geistes, der Menschen in Bewegung und ihm näherbringt – Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist und sich mit ihnen auf den Weg begibt.

Das ist unser Aufbruchsvorhaben im Seelsorgeteam. Doch bevor Pläne und Projekte gestartet werden, gilt es, zutiefst hinzuhören auf die Freuden und Hoffnungen, Trauer und Angst der Menschen; darauf achten, was sie bewegt und erfüllt. Wir fragen und hinterfragen auch uns selbst und unser Tun im Seelsorgeraum. Wir werden Bisheriges loslassen, damit Freiraum für Neues entsteht. Wir möchten zuhören und nicht schon Antworten geben. Wir halten die Sprachlosigkeit aus und vertrauen auf das Wirken des Hl. Geistes, der ohnehin weht, wo er will. Auch ohne uns.

Das hat mit Glauben zu tun. Glauben heisst sehen lernen, mit einem Blick geradezu göttlicher Liebe, der grenzenlos heilt und hofft und liebt und darum bewegt. Glaube vertraut darauf, dass Christus immer schon da ist, wohin wir auch kommen. Glauben setzt einen unverhüllten Blick frei, der davon ausgeht, dass mitten in dieserWelt, ihren Ambivalenzen, ihren Verletzungen und Ungerechtigkeiten der Geist Gottes, seine Liebe, schon lange Heimat gefunden hat.

Gerne möchten wir auf brechen, uns auf neue Wege einlassen und uns führen lassen von Gottes Geist. Wir möchten uns vernetzen mit allen, die sich um Nähe und den Nächsten bemühen. Wir haben im Seelsorgeraum so unterschiedliche Menschen mit vielen Talenten und hoffen, gemeinsam hinschauen und hinhören zu können, um dieZeichen derZeit nicht nur zu sehen, sondern sie vielleicht auch zu verstehen. Und daraus neue Handlungsfelder zu erschliessen.

Diese etwas hilflosen Zeilen sind vielleicht das beste Zeichen dafür, dass Aufbruch und Vernetzung hoffnungsvoll angegangen werden, es aber noch in keiner Weise klar ist, was daraus entstehen wird. Es wird sicherlich kein einfacher Weg sein, denn vermutlich wird manches, das wir liebgewonnen haben und wohl auch Sie, liebe Pfarreiangehörige, liebhaben, nicht mehr weitergeführt werden. Das wird daher auch ein Trauerprozess sein. Aber nur wenn das Weizenkorn in die Erde fällt und stirbt, bricht es auf und bringt neue Frucht. Das war der Weg Jesu. Das ist unsere Verheissung.

Ihr Pfarrer